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  • »Wolfbyte« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 17. Dezember 2016, 12:00

[Test] - Die Zwerge
Deutsche Fantasy-Romane bewegten sich lange Zeit in einem quasi toten Korridor. Zu groß war und ist die Konkurrenz auf internationaler Ebene. Markus Heitz war versucht, diese Barriere zu brechen und veröffentlichte 2003 den ersten Band einer Reihe, der noch vier weitere nach sich ziehen sollte. Die Rede ist von "Die Zwerge", einer Geschichte, die dem unterirdisch beheimateten Fantasie-Volk die Hauptrolle zuspricht. King Art, ebenfalls deutscher Herkunft, haben aus dem ersten Teil dieser Reihe nun ein Spiel gemacht. Der Test soll klären, was es damit auf sich hat!

Die Geschichte handelt von Tungdil Bolofar, einem Zwerg, der ohne die Gesellschaft seines Volkes, unter Menschen, aufwächst und sich zwar im Schmiedehandwerk auskennt, jedoch auch - untypisch für Zwerge - wie ein Gelehrter lesen und schreiben kann. Als Lot-Ionan, seines Zeichens einer der Magi, und Ziehvater von Tungdil, ihn darum bittet, einen Beutel mit Utensilien zu einer ehemaligen Schülerin zu bringen, beginnt sein Abenteuer. Schnell lernt er andere Zwerge kennen und muss sich der Bedrohung durch Nôd’onn gegenüberstellen, einem mächtiger Magier, der scheinbar dazu in der Lage ist, verstorbene zu untoten Sklaven zu machen und mit dieser stetig wachsenden Armee über das geborgene Land herfällt.

Die Geschichte spielt dabei viel mit Tungdils Ahnungslosigkeit gegenüber dem zwergischen Volk und wird primär durch vorgelesene Texte erzählt, die vom Erzähler oder den Charakteren selbst auf die ansonsten recht unspektakulär dargestellten Szenen gesprochen werden. Es gibt auch Cutscenes, diese aber eher seltener gestreut und dann nicht von übermäßig eindrucksvoller Machart. Muss aber auch nicht sein, denn die Erzählart bewegt sich sehr nahe am Gefühl des Buches und ist dabei sehr bedacht, die Worte sorgsam zu wählen und sich teilweise 1:1 an der Buchvorlage zu orientieren. Was die Geschichte angeht ist Die Zwerge also definitiv eine Wucht, ganz so, wie Markus Heitz sie geschrieben hat.


Auf dieser Karte bewegt sich die Gruppe umher. Auch Dialoge und zufällig Begegnungen finden hier statt.


Spielerisch hingegen ist der Titel definitiv kein Dragon Age, auch wenn der Kern der gleiche ist. So müssen Tungdil und seine Gefährten - die nicht alle zwergischer Abstammung sind - in taktischen Kämpfen gegen größere Gegnermassen vorgehen, können dabei das Spiel jedoch jederzeit pausieren. Im Pausemodus kann man in Ruhe die Lage sondieren und jedem Gruppenmitglied Anweisungen geben, die dann direkt nach Beendigung der Pause ausgeführt werden.

Unterschiedliche Fähigkeiten werden zum verteilen von Gegnerkonzentrationen genutzt, um Verbündete zu heilen oder um schlicht und ergreifend Schaden auszuteilen. Hierfür benötigt jede Fähigkeit Aktionspunkte, die sich mit der Zeit, aber auch durch ausgeteilte oder eingesteckte Angriffe regenerieren. Wer taktisch klug die Umgebung nutzt, um beispielsweise eine Gruppe Orks eine Brücke hinunterzustoßen oder sich mitten ins Getümmel stürzt, wird schnell "AP" als Belohnung erhalten, bringt sich jedoch auch in Gefahr.

Da die Rücksetzpunkte zumeist zu Beginn eines Kampfareals gesetzt sind, ist daher taktische Raffinesse und ein Ressourcen-bedachtes Vorgehen zu empfehlen. Rücksetzpunkte? Ja, denn Die Zwerge verfügt nicht über größere Areale, die - etwa wie in Dragon Age - ohne größere Ladezeiten passiert werden können. Dreh- und Angelpunkt der Reise ist eine Karte, die durch ein Netz aus Punkten über das Geborgene Land gespannte Wege anbietet. Auf jedem Knotenpunkt, aber auch auf den Wegen, kann es zu Begegnungen mit freundlich oder feindlich gesinnten Individuen kommen. Ein Dialog entscheidet dann unter Umständen über den Ausgang, ob friedlicher oder konfrontativer Natur. Weite Panoramen braucht man also hier nicht zu erwarten. Den klassischen Charme kann man dieser Methode jedoch nicht absprechen. Uns hat es gefallen, an "alte" Zeiten erinnert zu werden.


Die Areale sind grafisch nicht das allerfeinste. Hier sieht man deutlich, dass die Ausleuchtung zum Teil Augenschmerzen bereiten kann.


Zu Beginn einer jeden Begegnung mit anderen Individuen des geborgenen Landes können die Charaktere für den unter Umständen bevorstehenden Kampf gewappnet werden. Auf vier Schnell-Tasten können Spezialfähigkeiten und Gebrauchsgegenstände platziert werden, die im Kampf zum Einsatz kommen. Gegenstände werden entweder nach Kämpfen eingesammelt oder bei Händlern für bare Münze gekauft. Mehrere Charakter können sich jedoch nicht sämtliche Gegenstände aus dem Gruppeninventar, was weiteres Vorausschauen bedarf.

Die Gruppenmitglieder greifen zudem nahestehende Gegner automatisch an, nutzen dabei jedoch keine Spezialfähigkeiten. Um diese besser zu koordinieren sollte definitiv die besagte Pause-Funktion verinnerlicht werden. Die Kämpfe beginnen auf einem anspruchsvollen Niveau und werden stetig fordernder, sodass einfach Auto-Kämpfen nicht zum Ziel führen wird. Etwas mühselig ist dabei die Steuerung der Charaktere, die sich an unsichtbaren Kanten aufhängen oder offensichtlich passende Schlupflöcher zwischen zwei Charakteren - ob nun Freund oder Feind - nicht passieren können, auch nicht, wenn sie manuell vom Spieler gesteuert werden. Hier mangelt es definitiv an technischem Polishing, welches sich jedoch nicht nur im direkten Gameplay spürbar macht.

Zwar ist Die Zwerge kein episches Blockbuster-Spiel, kann aber mit sehr viel Liebe zur narrativen Grundlage der Welt von Markus Heitz und klassischen Rollenspielen als solches durchaus überzeugen. Das Gameplay ist nicht sehr innovativ oder bahnbrechend, aber charmant und gemütlich. Wer Mal wieder Lust auf einen klassischen Ansatz hat, ist mit Die Zwerge durchaus gut beraten, inhaltlich.


Die generischen NPCs sehen alle ... sehr gleich aus. Zudem kann die Framerate schon in die Knie gehen, wenn so viel auf dem Bildschirm abgeht.


Eine Ebene höher ist der Titel jedoch mehr als unrund. Grafisch profitiert Die Zwerge definitiv von der isometrischen Perspektive, da sich die Modelle und Texturen, sobald die Perspektive beispielsweise in Cutscenes verlassen wird, als mehr als schroff darstellt und vor allem bei den Gesichtern plastisch und altbacken wirkt. Die Hintergrundmusik und Synchronsprecher, von denen einige durchaus namenhaft sind, machen beide einen guten Job, um die Welt der Zwerge gut darzustellen. Leider gibt es immer mal wieder Soundaussetzer, die mit knisternden Geräuschen Risse in die Kulisse reißen. Aufgrund der eher spärlichen Technik sind die enormen Ladezeiten umso verwunderlicher.

Das erste Buch fand ich damals richtig gut. Umso mehr hat es mich erfreut, als dieser Titel für die PS4 angekündigt wurde. Allein die beiden Zwillinge entsprechen exakt dem Bild, welches ich von Ihnen beim lesen des Buches in meinem Kopf gezeichnet hatte. Das hat mich nicht nur beeindruckt, sondern auch den Einstieg in das Spiel enorm angenehmer gestaltet. Dennoch muss gesagt werden, dass die technische Instabilität mir durchaus ab und an auf die Nerven gegangen ist. Nichtsdestotrotz: Wer Mal wieder was klassiches spielen möchte: Hier meine Empfehlung!

Die Zwerge

Action,Rollenspiel
Gameplay
+
Taktisches Kampfsystem gelungen
-
Altbackene Steuerung und UIs
Präsentation
+
Stil der Geschichten gut getroffen
-
Technisch nicht auf der Höhe
Entwickler:
Studio King Art Games
Publisher:
EuroVideo
Multiplayer:
Kein Multiplayer
1 Spieler
Altersfreigabe:
12
Kurz gesagt:
Die Zwerge ist technisch nicht perfekt, umfasst dafür aber durchaus die Atmosphäre des Buches. Wer Rollenspiele der alten Schule mag, jedoch auch mit leichterer Kost zurecht kommt, kann zugreifen!
17. Dezember 2016 | Bewertung:
8.0
 
 
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Die Zwerge

Publisher: EuroVideo
Entwickler: Studio King Art Games
Releasedatum: 2016-12-01

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2

Samstag, 17. Dezember 2016, 13:21

Wer die Bücher verschlungen hat und Diablo-Spielstil feiern kann, ist mit diesem Game wohl gut beraten :)

Steht auch noch auf meiner Liste, aber hab momentan mehr als genug ^^ Vllt mal im Sale
Wäre cool, wenn andere Bücher auch als Spiel rauskommen... Würde gern als Ork oder als Troll mal rummetzeln
¯\(°_o)/¯



Arviu

Attrappe

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3

Samstag, 17. Dezember 2016, 13:27

Die Legenden der Albae gehören auch zur Geschichte und füllen manche Lücken in der Zwerge Geschichte.

Meine Meinung zum Spiel, auch wenn ich noch nicht durch bin (Bin gerade bei den Fünften angekommen):
Es ist eine gelungene Umsetzung und nah am Buch, mit einigen guten Interpretationen. Man merkt, dass der Autor gut mit in die Entwicklung einbezogen wurde. Ich hatte zwar auch etwas Anderes, oder mehr erwartet. Aber man ist auch ein wenig von den ganzen Open World RPG's verwöhnt. Das Spiel macht definitiv Spaß und ist mal was Anderes.