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  • »Wolfbyte« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 21. März 2017, 12:15

[Test] - 2Dark
Die eigenen Kinder nicht beschützen zu können. Das ist wohl die größte Sorge eines jeden Elternteils. Der ehemalige Detective Mr.Smith erleidet genau dieses Schicksal, als ein Zelturlaub im Wald unweit von der Stadt entfernt sein gesamtes Leben verändert. Die Frau tot, die Kinder entführt und über Jahre die schreckliche Ungewissheit, was mit ihnen geschehen ist.

Viele Jahre, Zigaretten, Whisky-Flaschen und schlaflose Nächte später, ist Smith noch immer auf der Suche nach seinen Kindern und geht dabei, stets auf eigene Faust, auf Verbrecher-Jagd und konzentriert sich dabei stets auf verschwundene oder entführte Kinder. Seid geraumer Zeit verschwinden Kinder in dem unheilvollen Örtchen Gloomywood am laufenden Band, was den gealterten Ex-Detective besonders aufhorchen lässt. Unabhängig von der Grausamkeit der einzelnen Taten scheint mehr dran zu sein, an verschwinden der Kinder.


Yep, das ist creepy.


Das Szenario wirkt makaber und unangenehm zugleich und baut von der ersten Sekunde an eine dichte Atmosphäre und inmersion auf. Trotz der Optik fährt die Szenerie stets ins Mark und weiß damit bewusst eine langsame Eskalation aufzubauen, die für Stimmung sorgt. 2Dark ist narrativ extrem stark, auch wenn Charaktere und Locations klischeebehafteter und überzogener nicht sein könnten. Die Einflüsse vom Ur-Alone in the Dark sind zu jeder Zeit spürbar. Wirklich klasse!

Kurz umschrieben könnte man 2Dark als Stealth-Horror-Mix beschreiben. Smith ist in der Regel damit beschäftigt, perversen oder skrupellosen Verbrechern die entführten Kinder wieder wegzunehmen und diese dann möglichst unbemerkt aus der Gefangenschaft und somit außer Gefahr zu bringen.

Je nach Mission muss Smith sich so erstmal einen Überblick verschaffen, Gegnerverhalten studieren, gegebenenfalls Fallen und Lichtkegeln ausweichen und letzten Endes die Kinder finden und befreien. Schlüssel finden, Kameras deaktivieren oder sich als Mitarbeiter tarnen; die Möglichkeiten sind immer recht Missions-spezifisch, aber umfangreich und clever. Es macht einfach "Spaß" unterschiedliche Ansätze auszutesten und den einen Idealweg zu suchen, sofern es den überhaupt gibt.


Schatten nutzen und leise sein. Bei drei bewaffneten Gegnern definitiv die beste Taktik.


Hat Smith die Kinder gefunden, geht es darum, diese in die Sicherheitszone außerhalb des Missionsgebietes zu bringen. Die Kids sind natürlich verängstigt, zaghaft und übervorsichtig und müssen so zuerst überzeugt werden. Bei einigen Kindern reicht Smiths Anwesenheit, um sie zum mitgehen zu überreden. Andere müssen mit mehr Nachdruck dazu gebracht werden, ihm zu folgen. Ob nun mit Bonbons, die Smith auch als Wegpunkte vorauswerfen kann, um die Kinder dort hin zu locken, oder indem er sie einfach trägt; das Zusammenspiel von patrouillierenden Feinden, einer nichts verzeihenden Geräuschkulisse und den teils widerspenstigen Kindern stellt ein explosives Gemisch dar, welches den Reiz ausmacht.

Hinzu kommen stets knappe Ressourcen. So kann in der Dunkelheit stets eine Falle oder ein Loch auf Smith warten, die es zu umgehen gilt. Hierfür wird Licht benötigt, welches in Form von Raumbeleuchtung natürlich den Heimlichkeitsfaktor negiert. Daher ist es zu empfehlen, auf tragbare Lichtquellen zu setzen, wie etwa die Taschenlampe. Und hier kommt das Problem mit den Ressourcen. Die Taschenlampe frisst Batterien, der Revolver Kugeln. Und alles ist generell knapp. Wer in 2Dark den Abspann sehen möchte, muss sich daher nicht nur durch die vielen Herausforderungen beißen, sondern auch gut haushalten.


Man muss nicht immer die ganze Zeit versteckt bleiben. Manchmal kann man sich auch tarnen. WIe hier etwa als Reinigungskraft.


2Dark macht es einem nicht leicht und so gehört viel Trial and Error dazu, wenn man sich an die Lösung der Missionen macht. Hinzu kommt, dass die zu Beginn noch recht überschaubaren Areale durch weitaus komplexere, teils mehrstöckige Gebäude ausgetauscht werden, die es dann zunächst zu verstehen gilt. Zum Glück kann man zu jeder Zeit speichern, in dem Smith eine Zigarette raucht. Raucht er jedoch zu viel, fängt er zu husten an. Husten = Geräusch. Geräusch = Nicht gut.

2Dark ist ein ganz besonders direktes, aber auch forderndes Stealth-Spiel, welches mit einer sehr effektiven Geräuschkulisse und dem schnellen ändern der Situation auch erschrecken kann. Nichts für sanfte Gemüter und auch nichts für Gelegenheitsspieler. Gerade auch, weil die Menüführung des Inventars und auch die beiden Radialmenüs für Smiths linke und rechte Hand etwas klobig von der Hand geht. In stressigen Situationen kann dies das Aus für Smith bedeuten. Auch für geübte Spieler.


Lauscht man Gesprächen, kann man nützliche Informationen für die weiteren Schritte ergattern.


Spielerisch eher dumpf und trüb, zieht sich dieses Gefühl auch durch die audiovisuelle Präsentation von 2Dark. Der Titel ist größtenteils dunkel, schattig und depressiv und skizziert ein grausames Weltbild ohne dabei auf Tabus zu achten. Perverse Killerclowns kommen so genau so vor, wie fragwürdige Großkonzerne, deren oberste Riege Dreck am Stecken hat.

Und somit ist 2Dark in all seiner Düsternis dennoch abwechslungsreich und bemüht, mehr als nur Schwarz auf Schwarz zu bieten. Die quasi-isometrische Perspektive und der recht einfach gehaltene, fast schon Pixelart-ige Grafikstil tun ihr bestes, um das depressive Bild einer Welt, in der ein gebrochener Mann einer Vision von Hoffnung hinterherjagt, zu verdeutlichen. Und auch der Sound, der mit unangenehmen Tönen und ansonsten einer minimalistischen Kulisse daherkommt, passt da perfekt rein.

Und so komme ich zu meinem Fazit, welches durchweg positiv ausfällt. Zugegeben, bei dem Thema musste ich erstmal schlucken, immerhin ist dieses ganze "Kinder entführt"-Ding nicht wirklich leicht zu verdauen. Der sehr ehrliche, direkte Ansatz von 2Dark haben mich jedoch begeistert und erschreckt zugleich. Wer Geschicklichkeits-, Stealth- und Horrorspiele mag, wird 2Dark lieben. Eine wahre Indie-Perle.

2DARK

Action,Horror,PSN Spiele
Gameplay
+
Viele Möglichkeiten + knackig
-
Level Design manchmal zu komplex
Präsentation
+
Eigener, düsterer Stil...
-
... der nicht jedem gefallen wird
Entwickler:
Gloomywood
Publisher:
Bigben Interactive
Multiplayer:
Kein Multiplayer
1 Spieler
Altersfreigabe:
18
2Dark ist...
eine gruselige und zugleich sehr direkte Erfahrung, die wir so nicht erwartet hatten. Trotz Optik und Perspektive wissen Sound und Kulisse eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Klasse!
21. März 2017 | Bewertung:
9.0
 
 

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2

Dienstag, 21. März 2017, 13:02

Sehr sehr interessant geschriebener Test und ich muss überlegen ob ich mir das eventuell demnächst hole, wenn der erste Mass effect-Hype weg ist ^^


Es ist süß, gruselig und fast ein bisschen praktisch....Es ist wie ich :D

"Kennen Sie die Schöne und das Biest?....ICH bin beides..." "Achwas, Sie sind also halb Monster und halb Frau!?"

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