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Daniel Bubel

[Test] - Small Radios Big Televisions

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Small Radios Big Televisions ist laut Entwickler Fire Face ein Point & Click-Adventure, in dem man digitale Welten erforscht, die auf analogen Medien gespeichert sind. Und auch wenn sich das Spiel weitestgehend von dem entfernt, was die meisten Spieler bildlich vor sich sehen, wenn sie an einen klassischen Vertreter des Genres denken, stimmt zumindest eines: Man zeigt und klickt sich seinen Weg durch die Welt.

 

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[/align] [align=center]Der Grafikstil ist zwar minimalistisch, aber durchaus ansprechend

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Warum man das tut, ist erst einmal nicht ganz klar. Man startet vor einer Einrichtung, in die zwei Türen führen. Hat man sich für eine entschieden, wählt man sie mit dem Analog-Stick aus und bestätigt mit (X). Die Tür öffnet sich und nach einer überraschend langen Ladezeit befindet man sich in einem Raum, von dem weitere Türen wegführen. Schnell wird klar, dass man sich in die verschiedenen, meist sehr kleinen, Räume begeben und die dort verstreuten Kassetten aufsammeln muss. Tut man das, wird diese automatisch in eine Art Virtual Reality-Walkman eingelegt und der Spieler in eine der vielen schön gestalteten Welten versetzt.

 

Dort schwebt man dann entweder über einem Flusslauf, fährt auf Schienen eine Bahnstrecke entlang, oder beobachtet das fallende Laub auf einer Waldlichtung. Das ist schön in Szene gesetzt und hebt sich auch von dem Einerlei der Räumlichkeiten ab, aber viel zu tun gibt es in diesen Panoramen leider nie. Manchmal verstecken sich allerdings grün leuchtende Kristalle in den virtuellen Bildern, die man aufsammeln kann und die benötigt werden, um verschlossene Türen zu öffnen.

 

Neben der Suche nach Kassetten und darin verborgenen Kristallen, müssen auch kleinere Schalter- und Logikrätsel gelöst werden, die allerdings selten über "Finde Zahnrad A und setze es in Vorrichtung B" hinausgehen. Hat man alle Räume eines Levels besucht, öffnet sich der Pfad zum nächsten und das Spiel beginnt in einer neuen Einrichtung von vorne.

 

[align=center] smallradiosbigtelevisq0unj.jpg

[/align] [align=center]Die Kassettenwelten wissen zu gefallen - Leider gibt es hier nichts zu tun.

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Zwischen den einzelnen Stages lauscht man Stimmen aus einem Radio, die sich über den Zustand der Spielwelt unterhalten und so die rudimentär vorhandene Geschichte vorantreiben. Und noch während man sich Gedanken über das gerade Gehörte macht, wird man in die nächste Einrichtung verfrachtet, wo neue Kassetten und Abwandlungen bekannter Rätsel in neuen Räumlichkeiten darauf warten, entdeckt, beziehungsweise gelöst zu werden.

 

Leider zeigt das Spielkonzept sehr schnell Abnutzungserscheinungen. Zu wenig gibt es zu entdecken und zu sehr gleichen sich die Aufgaben im Kern. Da hilft es auch nichts, das man bereits gefundene Kassetten mit Hilfe von in den Leveln verstreuten Magnetspulen verändern und nochmals ansehen muss, sollte man einmal feststecken. Klar sorgt das einerseits für Backtracking und dadurch verbundene Streckung der Spielzeit, aber mehr als plötzlich einen grünen Kristall offenbart zu bekommen, wo vorher keiner war, passiert eben auch nicht.

 

Komfortabel ist die Suche nach den Magnetspulen, versteckten Kassetten oder verschlossenen Türen leider auch nicht gestaltet. Zwar bietet Small Radios Big Televisions eine Karte, die man jederzeit aufrufen kann, aber diese zeigt weder genau wohin die Türen führen, noch wo sich wichtige Gegenstände oder blockierte Durchgänge befinden.

 

Dafür gefallen das Artdesign und der minimalistische Grafikstil, genauso wie der elektronische Soundtrack, der die Verzerrungen und Veränderungen der Umgebungen gut zu untermalen weiß, sich dabei aber nie allzu sehr in den Vordergrund drängt. Und wenn gegen Ende der sehr kurzen Spielzeit von maximal zwei Stunden, plötzlich eine unerwartete Änderung der Spielperspektive eintritt, sorgt das kurzzeitig sogar für mehr Abwechslung. Leider ist es dann auch schon zu spät und das Spiel ist fast vorbei.

 

[align=center] smallradiosbigtelevisqwuqc.jpg

[/align][align=center] Einer von vielen Räumen. Eines der vielen, kleinen Rätseln.

 

Fazit:

 

Als ich Small Radios Big Televisions das erste mal startete, hatte ich keinerlei Erwartungen an den kleinen Titel. Kurz darauf verlor ich mich in den Räumen und war von der Atmosphäre und den durchaus ansehnlichen Kurztrips in die auf Kassetten gespeicherten virtuellen Welten angetan. Doch bereits in der dritten von insgesamt fünf Stages begann mich das repetitive Gamedesign zu langweilen.

 

Mit komplexeren Rätseln und einer klareren Linie in der Erzählung hätte das Spiel womöglich besser abschneiden können. So war ich am Ende nicht schlauer als vorher, denn die Geschichte wird nicht konsequent genug erzählt. Sehr schade um das verschenkte Potential. Wer in der Gleichförmigkeit Entspannung findet, kann einen Blick riskieren, aber allen anderen sei gesagt: Da draußen gibt es für knapp 14 € auf jeden Fall größere, schönere und vor allem unterhaltsamere Indie-Titel als diesen.

Infos
Small Radios Big Televisions
Small Radios Big Televisions Packshot
Publisher: Adult Swim Games
Entwickler: Fire Face
Release: 2016-11-07
Zusammenfassung
Viele Räume, viele Rätsel. Dazu Ausflüge in virtuelle Welten. Was auf dem Papier erst einmal gut klingt, wurde leider eher schlecht als recht umgesetzt, denn das monotone Gamedesign kann nicht überzeugen.
Positiv
  • Kurzweilige Knobeleien...
  • Grafikstil, Sound und Artdesign
Negativ
  • ...Aber auf Dauer zu monoton
  • Unnütze Map & Immer gleiche Räume

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