Sign in to follow this  
Followers 0
Wolfbyte

[Test] - Nier Automata

12 posts in this topic

Mit Nier erschien auf PS3 ein richtiger Geheimtipp, der durch seine außergewöhnliche Verbindung von emotionaler Musik und simplifizierter Dungeon-Action eine echte Perle der letzten Generation darstellt. Mit Nier Automata erscheint nun ein Nachfolger, der versucht ist, eigene Wege zu gehen und dabei dennoch den Kern des Besonderheit behalten möchte. Klappt das?

 

In Nier Automata übernimmt man die Rolle von 2B, einer weiblichen Androiden-Einheit, die von den letzten verbleibenden Menschen als Waffe und Schild eingesetzt wird. Letzte verbleibende Menschen? Genau, denn die Erde ist vor einiger Zeit Opfer einer Alien-Invasion gewesen, die die menschliche Population ordentlich dezimiert hat. 

 

Die letzten Überlebenden dieser Attacke flüchteten auf den Mond und arbeiteten an einem Gegenangriff, der in der Entsendung der Androiden gipfelte. Diese Menschen-ähnlichen Kampfmaschinen sind überaus effektiv und zäh, sodass die Befreiung der Erde tatsächlich in greifbare Nähe rückt. Die Aliens, die für den Angriff verantwortlich waren, treten in diesem Konflikt jedoch nicht in Erscheinung. Tatsächlich sind es Maschinen, scheinbar willenlose Roboter, die die Erde kontrollieren. 

 

[align=center]unnamed45krbe.jpg

Auch das ist Nier. Solch riesige Gegner bekämpft man aber auch zu Fuß.[/align]

 

2B und auch ihr Partner 9S, der ungestüme Jung-Androide, beginnen immer mehr, die Order der Mondbasis zu hinterfragen und stellen fest, dass nicht alles als Schwarz/Weiß betrachtet werden kann. Ist mehr dran an der Invasion? Sind die Maschinen tatsächlich seelenlose Werkzeuge? Die Geschwindigkeit, mit der sich der Plot voranbewegt ist fast schon zu zügig für die erstklassigen Charakterportraits und hervorragenden Nebengeschichten, die die Welt - aus narrativer Sicht - mit Leben füllen. 

 

Dies ist nur bedingt der Fall im spielerischen Bereich des Titels, aber gehen wir Schritt für Schritt weiter. Im Kern verfügt Nier Automata über ein hervorragendes Kampfsystem, welches auf schnellen, aber auch taktisch anspruchsvollen Feindbegegnungen basiert und mit interessanten Bossen und Herausforderungen aufwarten kann. 

 

2B kann sich zwischen zwei Waffen-Setups entscheiden, die frei zusammengestellt werden können. Große Schwerter, kleine Schwerter, Lanzen; die einzelnen Waffen verfügen über unterschiedliche Attribute und Bewegungsabfolgen und bieten so die passenden Eigenschaften für unterschiedliche Feinde an, die gut gerüstet sein können, zusätzliche Schilde mit sich herumschleppen oder durch die Luft flitzen. Durch gesammelte Erfahrung wird 2B zudem grundlegend stärker und kann sich so auch leichter mit härteren Gegnern oder größeren Gruppen anlegen, obwohl ausweichen und kontern hier definitiv auch Schlüssel zum Erfolg sind. 

 

[align=center]unnamed3wfrct.jpg

Die Natur hat sich die Erde größtenteils zurückgeholt. 2B kann übrigens an solchen Wasserstellen angeln.[/align]

 

Außerdem kann man ihre Ausrüstung optimieren, um Boni auf unterschiedlichste Attribute zu erhalten. Diese Anpassungen sind teilweise auch kosmetischer Natur. Eine rosa Schleife oder ein hübscher Hut? Nier Automata macht's möglich, auch wenn man davon halten kann, was man will. Es wirkt sehr japanisch, ändert aber nichts an dem sehr trockenen Charakter, was dazu führt, dass Cutscenes oder ernste Dialoge schon einen etwas witzigen Beigeschmack nach sich ziehen können. Aber zurück zum Spiel:

 

Nebenher fliegt immer eine POD-Einheit, die ebenfalls aufgewertet werden, beziehungsweise ausgetauscht werden kann und neben Kommunikationswerkzeug auch als Fernkampfwaffe dient. Per Tastendruck fängt der kleine Roboter an zu ballern und kann auch einen heftigeren Schuss abfeuern, der ganze Feindverbände grillt. Natürlich muss man auf diesen Schuss ein wenige warten und auch stumpfes Dauerfeuer sorgt für ungenaueres Zielen, wodurch der POD zwar immer noch zu einem der stetigen Waffensysteme gehört, aber auch ordentlich kontrolliert werden muss. Grob gesagt, die POD-Einheiten ersetzen den in schwarzen Humor getränkten Grimoire Weiss aus Nier. 

 

Eine Besonderheit von Nier Automata, die in dem Ausmaß im Ur-Nier eher die Ausnahme war, ist der nahtlose Wechsel von Kameraperspektive und damit zu einem gewissen Grad auch dem Kern-Gameplay. So kann es durchaus vorkommen, dass die Kamera sich plötzlich an der Seite fixiert und einen 2D-Sidescroll-Brawler aus dem Spiel macht oder sich über 2B positioniert und ein waschechtes Topdown-Shooter-Erlebnis herbeizaubert. Viele ansonsten essenzielle Elemente, wie Höhenunterschiede oder dreidimensionales Ausweichen fallen somit von der einen auf die nächste Sekunde weg und werden durch Sprungpassagen, angepasste Rätsel oder komplett anders agierende Gegnertypen ausgetauscht. 

 

[align=center]unnamed2cooh8.jpg

Die Bosse in Automata sind allesamt interessant gestaltet und haben so manches Ass im Ärmel.[/align]

 

Kurz gesagt: Der Kampf und alles, was dazu gehört funktioniert extrem gut und macht richtig Lust auf mehr. Die meist sehr eindrucksvoll inszenierten Bosse setzen dem ganzen dann die Krone auf, kommen stets mit ganz eigenen Mechaniken und Ideen daher und fühlen sich wie echte Bosse an. So muss man beispielsweise gegen riesige Fabriken antreten oder in einer Art Operette gegen eine Roboterdame mit ausladendem Kleid kämpfen. Cool!

 

Auf der anderen Seite hat Nier Automata jedoch mit vielen Problemen zu kämpfen, die das Spielgefühl beeinträchtigen können. Fangen wir mit der Navigation an. Die Karte als solches, die eine Art halb transparentes, dreidimensionales Abbild der Umgebung darstellt ist nicht wirklich gut zu lesen, gibt nicht selten nur vage Informationen über den tatsächlichen Verlauf, beziehungsweise die passierbarekeit der Wege. Hinzu kommt, dass es nicht selten unsichtbare Wände gibt, die beispielsweise Nischen in Häusern oder gar eindeutig offene Areale blockieren. 

 

Somit ist die Navigation über die Karte, aber auch die etwas verworrende  Umgebung beeinträchtigt und kommt dem nicht gerade selten auf weite Fußmärsche ausgelegtem Quest-System nicht wirklich zupass. Ja, es gibt eine Schnellreise, diese muss aber erst einmal freigeschaltet werden und funktioniert dann auch nur ordentlich, wenn ausreichend Schnellreise-Punkte aktiviert wurden. 

 

[align=center]unnamed1vgpnc.jpg

Die Charaktere in Nier Automata sind recht unterschiedlich. Von den beiden kann man halten was man will, ihre Dialoge sind jedoch streckenweise herrlich.[/align]

 

Darüber hinaus haben Automatas Quests neben den längeren Fußmärschen - die ja im späteren Verlauf behoben werden - vor allem mit recht eintönigem und monotonen Aufgaben zu kämpfen. Zwar ist die Abwechslung der Areale zunächst gegeben, diese flacht aber auch ab und hinterlässt dann tatsächlich nur noch den Brei, der die meisten Quests - wohl gemerkt spielerisch und nicht narrativ - ausmacht. Sammle 8 x XY hier, besiege diese und jene Gruppe böser Robote dort oder eskortiere NPCs durch die Gegend; die wirklich epischen Aufgaben fokussieren sich auf den jeweiligen Abschluss eines Kapitels, mitsamt der Bosse und alledem. 

 

Und so ist der Titel im Kern dessen, was er sein möchte, richtig stark. Das Kampfsystem macht Laune, die Bosse sind wuchtig und die Welt ist groß. Doch die eigentlichen Aufgaben, das tatsächliche Futter für den Spieler, sind eher durchwachsen designed und weisen massives Verbesserungspotenzial in Hinblick auf den Spielspaß und Spielerführung hin. 

 

Optisch ist der Titel jedoch eher minimalistisch eingestellt. Die Hauptcharaktere sehen aus wie Hauptcharaktere, also optisch anspruchsvoll und mit qualitativ hochwertigen Animationen. Die Mimik ist relativ emotionslos gehalten, das liegt aber wohl eher an der ganzen Androiden-Thematik. 

 

[align=center]unnamedoyphc.jpg

Auch das ist Nier Automata. In diesen Abschnitten geht es primär um Schnelligkeit.[/align]

 

Die Umgebung, generische Gegner und NPCs sehen dagegen jedoch sehr ärmlich aus und müssen auch mit eher rudimentären Modellen und Texturen auskommen. Gerade die Spielwelt ist erstaunlich simpel und kommt nur selten mit akkurater Dekoration daher. 

 

Und so karg die Optik auch ist, so hervorragend ist die Soundkulisse. Die englischen Synchronsprecher machen einen einigermaßen guten Job, bleiben aber auf einem gewissen Niveau stehen. Wirklich hervorsticht sich jedoch die Musik, wie auch schon bei Nier auf PS3. Die Mischung aus elektronischen Beats und fast schon poppigen Gesangseinlagen bricht mit der Welt und der Atmosphäre, erzeugt aber im gleichen Moment eine komplett andere Sicht auf die Dinge. Wirklich hervorragend. 

 

Mit Nier Automata warm zu werden, dafür hab ich einige Zeit benötigt. Der Titel kann mich spielerisch nur im Kern, dem Kampf, überzeugen. Der Rest ist zu starr, zu aufwendig, wenig komfortabel. Die Geschichte und der außergewöhnliche Stil können jedoch schnell das Eis brechen. Wem der Vorgänger auf der PS3 gefallen hat, der findet hier ein ähnliches Abenteuer, welches jedoch thematisch weniger auf konkret-emotionalen Schiene fährt. 

Infos
NieR: Automata
NieR: Automata Packshot
Publisher: Square Enix
Entwickler: PlatinumGames
Release: 2017-03-09
Zusammenfassung
Nier Automata beweist erneut, welche Kernkompetenzen Platinum Games ihr Eigen nennt: Action, Action, Action. Das "Drumherum" ist dafür etwas zäh, aber zu ertragen.
Positiv
  • Schnelles, diversives Kampfgameplay
  • Riesige Effektschlacht...
Negativ
  • Zähes Quest & Level Design
  • ... die im Stand dröge ausschaut

Share this post


Link to post
Share on other sites

Bin bei allem deiner Meinung aber nicht was die Story angeht, es ist die beste Geschichte die ich je in einem Videospiel geboten bekommen habe. Das was die unterschiedlichen Ende und die gedrehte Darstellung im New game + für twists mit sich bringen ist einfach genial auch was in der Welt los ist und warum und überhaupt... nach dem ersten durchspielen dachte ich auch nur was eine durchgeknallte Welt aber danach geht das Spiel ja auch erst los

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich kenne den Vorgänger nicht und habe Automata nun auch erst 15h gespielt, stimme aber im Großen und Ganzen mit Deinem Test überein.

 

Allerdings habe ich auch gelesen, wie bereits meine Vorredner geschrieben haben, dass das Spiel erst so richtig mit dem NG+ anfängt.

Also wären meine 8 von 10 Punkten auch nur ein vorläufiges Fazit :thumbup:

Share this post


Link to post
Share on other sites

Aktuell stimme ich dem Test zu, befinde mich aber schon im New Game + kurz nach dem Kampf gegen A2 und muss sagen, mit NG+ wurde alles nochmal interessanter so das es bei mir doch zu einer 9 werden kann.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Für alle interessierten:

Abspänne bedeuten in Nier und Nier Automata nichts. Das Spiel geht danach weiter. Wer zum ersten mal den Abspann sieht ist vielleicht circa bei der Hälfte des Spiels angekommen.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Ich kenne den Vorgänger nicht und habe Automata nun auch erst 15h gespielt, stimme aber im Großen und Ganzen mit Deinem Test überein.

 

Allerdings habe ich auch gelesen, wie bereits meine Vorredner geschrieben haben, dass das Spiel erst so richtig mit dem NG+ anfängt.

Also wären meine 8 von 10 Punkten auch nur ein vorläufiges Fazit :thumbup:

 

So, ich habe es nun gestern das erste Mal (nach ca. 17h) durchgespielt und habe mir dann auch direkt noch das NG+ angeschaut.

Hätte ich jetzt so nicht erwartet, aber gut. Das sieht sehr verlockend aus und ich werde es natürlich dann doch noch mal weiterspielen :)

Share this post


Link to post
Share on other sites

so bin jetzt durch mit dem spiel habe so um die 47 stunden gebraucht

ich kann nur eins dazu sagen dieses spiel ist ein absolutes meisterwerk

so eine krasse emotional sehr starke und tiefgründige story habe ich wirklich nicht erwartet

nier automata könnte das game mit der besten story sein was ich je gespielt habe

manchmal kam mir bei manchen stellen ghost in the shell in den sinn

es gibt schon ein paar ähnlichkeiten

 

dieses spiel hat so viele stärken die kann man nicht mal alle aufzählen

 

-bestes kampfsystem überhaupft

was besseres gibt es nicht es fühlt sich einfach nur geil an

egal was für einen move ihr macht es sieht immer gut aus und fühlt sich auch so an

obwohl es ein sehr schnelles kampfsystem ist habt ihr immer einen überblick übers geschehen

 

-eines der besten soundtracks aller zeiten

manchmal sass ich da im lager einfach so und habe mir die tracks auf der jukebox angehört

einfach nur ein traum

 

-eine sehr gut erzählte story die sich wirklich die zeit nimmt und es langsam angeht und sich nach und nach richtig steigert

wie hier meine vorredner schon geschrieben haben das game endet nicht mit dem abspann nach ca 18std

 

 

dieses ende kann man als so eine art staffelfinale bezeichnen

im ersten teil wird die geschichte ein bisschen oberflächlich erzählt

im zweiten teil erfahren wir die eigentliche wahrheit und ab da beginnt eigentlich nier automata meiner meinung nach erst

 

 

-sehr viele und epische bosskämpfe

und mit dem ganzen perspektiv und genre wechseln wird es zum höhepunkt getrieben

 

-im spiel steckt viel liebe zum detail

von der grafik her wirkt es wie ein ps3 spiel

manche npcs zb sehen sehr schlecht aus aber diesem spiel kann man das verzeihen

weil es animations technisch auf einem sehr hohen level ist

die bewegungen von 2b und 9s sehen richtig toll aus und sehr flüssig

in den kämpfen macht es sehr viel spass(dank der 60fps)

ich habe mich in diese partikeleffekte verliebt ohhh mein gott sieht das toll aus:love:

 

-die nebenquest sind auch wirklich im grossen und ganzen gut gemacht

manche sind sehr emotional und manchmal auch sehr deprimierend

und manche sind sehr lustig und fröhlich designt

 

dieses spiel verdient eine glatte 10 von 10

ich kann es nur jedem empfehlen der eine ps4 hat

nier automata ist ein pflichtkauf

Share this post


Link to post
Share on other sites

@NeCo67:

 

Ich kann Dein Review mittlerweile schon sehr gut nachvollziehen.

Nach 33 Stunden läuft es nun auf das Ende des 2. Durchspielens hinaus und ich bin froh, das Spiel nach dem ersten Mal durchzocken nicht zur Seite gelegt zu haben.

 

Nach dem ersten Durchgang dachte ich mir noch so "Hm, ok. Schon ziemlich gut, aber ich hatte, gerade story-technisch, schon etwas mehr erwartet".

Im 2. Abschnitt bin ich nun aber schon komplett mit einer durchdachten und sehr guten Story belohnt worden. Viele Sachen wurden nun endlich erklärt und es ist einfach alles sehr stimmig.

 

Ich denke bzw. hoffe, dass ich bis zum Wochenende in "Akt 3" komme und diesen dann geniessen kann. Ich bin gespannt, was dort noch alles auf mich wartet.

Share this post


Link to post
Share on other sites
@NeCo67:

 

Ich kann Dein Review mittlerweile schon sehr gut nachvollziehen.

Nach 33 Stunden läuft es nun auf das Ende des 2. Durchspielens hinaus und ich bin froh, das Spiel nach dem ersten Mal durchzocken nicht zur Seite gelegt zu haben.

 

Nach dem ersten Durchgang dachte ich mir noch so "Hm, ok. Schon ziemlich gut, aber ich hatte, gerade story-technisch, schon etwas mehr erwartet".

Im 2. Abschnitt bin ich nun aber schon komplett mit einer durchdachten und sehr guten Story belohnt worden. Viele Sachen wurden nun endlich erklärt und es ist einfach alles sehr stimmig.

 

Ich denke bzw. hoffe, dass ich bis zum Wochenende in "Akt 3" komme und diesen dann geniessen kann. Ich bin gespannt, was dort noch alles auf mich wartet.

 

ich kann dir nur eins sagen da wartet noch ne menge abgefahrene schei... auf dich

das game wird dich noch sowas von umhauen :D

 

nach ner kleinen pause werde ich dieses meisterwerk noch einmal durchspielen

 

und noch ein kleiner tipp: mit dem chip übertakten könnt ihr 2b die witch time von bayonetta beibringen

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now
Sign in to follow this  
Followers 0

  • Recently Browsing   0 members

    No registered users viewing this page.