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Wolfbyte

[Test] - Injustice 2

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Nachdem der Joker ihn mit einer List dazu gebracht hat, seine geliebte Lois samt ungeborenem Kind zu töten, formte Superman ein Regime, welches die bekannten Grenzen von Gut und Böse aufweichte, um Verbrechen außerhalb des von der Justice League gesteckten Rahmen zu bekämpfen. Injustice 2 setzt da unmittelbar an und zeigt die Zeit nach dem Regime. Superman ist eingesperrt, seine Verbündeten halten sich versteckt oder sind versucht, sich zu rehabilitieren und langsam und stetig werden die Schäden, die das Regime verursacht hat, wieder gerade gebogen.

 

Doch während Batman und seine Freunde, wie etwa Harley Quinn, Black Canary oder auch Green Arrow, die Ordnung wieder herstellen, erhebt sich eine neue Gruppierungen um den außerordentlichen intelligenten Gorilla Grodd, die Society. Diese gefährliche Organisation, zu der sich auch Cheetah oder Scarecrow zählen, erwarten die Ankunft eines mächtigen Verbündeten, der das Blatt zu ihren Gunsten wenden soll. Und so führt Netherrealms mit Brainiac einen neuen Superschurken ein, der seine eigene Agenda vorantreibt und das ohnehin spannende Gemisch um Batman und Superman zusätzlich verkompliziert.

 

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Brüchige Allianzen spielen auch in Injustice 2 wieder eine wichtige Rolle.[/align]

 

Die Geschichte von Injustice 2 ist ein bisschen mehr als nur zweckdienlich, hat aber an zu vielen Stellen mit den technischen Limitationen zu kämpfen, die definitiv dem fehlenden Fokus geschuldet sind. Sämtliche nicht-Kampf-Animationen sind recht starr, die Dialoge teilweise ungewollt albern, weil "cool", und gelegentliche Ruckler in den Cutscenes stoppen den Spielfluss. Es ist schön, eine intakte Geschichte für das bisschen "Drumherum" zu haben, aber mehr ist sie auch nicht.

 

Im Kern ist Injustice 2 ein Beat'em Up, ein Fighting Game, welches sich - wie auch schon der Vorgänger - an Mortal Kombat orientiert und so von den Jahrzehnten an Erfahrung der Netherrealm Studios profitiert. Gekämpft wird stets 1 vs 1 und in einer zweidimensionalen Arena. Im Vorgänger eingeführt - und dann in Mortal Kombat X übernommen - ist die interaktive Umgebung, die je nach gewähltem Charakter anders genutzt werden kann, sodass zu dem eigenen Move-Set noch benutzbare Terminals mit Automatik-Drone oder werfbare Kisten hinzukommen.

 

Das Kampfsystem bietet mit seiner zumeist übersichtlichen Menge an Moves pro Charakter ein sehr hohes Einsteigerpotenzial. Die Fähigkeiten eines Charakters unterteilen sich in normale Kombinationen und Spezialfähigkeiten, sowie eine besondere Gabe, wie zum Beispiel Black Canarys Schrei oder Harley's Hyänen, und dem ultimativen Angriff, der prozentual als alleinstehender Angriff den meisten Schaden verursacht.

 

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Ein neuer Bösewicht lauert am Horizont.[/align]

 

Dieser lässt sich jedoch nur verwenden, wenn das Spezial-Meter voll aufgeladen ist. Diese vierteilige Leiste wird durch jede kampfbezogene Aktion aufgeladen und kann dann für diverse Manöver verwendet werden. So zum einen den ultimativen Angriff, der dann Batmans Batwing auf den Plan ruft, Robins Schwertkünste unter Beweis stellen oder auf beeindruckende Art und Weise demonstrieren, warum Darkseid der Bad Ass schlechthin ist.

 

Mit dem Meter kann man jedoch auch Spezialangriffe verstärken - pro Angriff ein Viertel - und so explosive Birdarangs schmeißen oder diverse Kombos verlängern, aus einer Angriffsserie entfliehen und sich so beispielsweise einem Konflikt stellen, bei dem es darum geht, wer mehr Meter-Leisten investieren möchte und so zum einen Schaden anrichtet und zum anderen Leben zurückerlangt.

 

Zwar erschlägt die Menge an Möglichkeiten zu Beginn nicht unbedingt, wird aber durch Details und Fortgeschrittene Mechaniken, wie etwa Juggle Moves, die den Gegner möglichst lange in der Luft und somit kampfunfähig halten, zu einem komplexen System, welches definitiv Training und Geschick bedarf, sollte man sich online am Kampf gegen reale Gegner versuchen wollen.

 

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Das sieht nicht gut aus. Zumindest nicht für Supergirl.[/align]

 

Um sich auf diese Herausforderungen vorzubereiten gibt es das sogenannte Multiversum. In diesem Modus lassen sich diverse Kampfserien spielen, die zum Teil mit speziellen Anforderungen um die Ecke kommen, wie etwa den vom Himmel fallenden Eisblöcken oder der Möglichkeit, weitere Charaktere zur Unterstützung herbeizurufen. Für Sonderbelohnungen können zudem gewisse Anforderungen auf einen warten, wie etwa der Verzicht auf Sprünge oder Spezialangriffe. Das Multiversum ist als Langzeit-System konzipiert und würfelt daher in unterschiedlichen Zeitabständen die Herausforderungen neu aus. Der ideale Ort, um Gear zu sammeln. Gear? Genau!

 

Denn für den fortgeschritteneren Spielverlauf wichtig - und wohl die größte Neuerung im Vergleich zum Vorgänger - ist das Gear System. Charaktere verfügen diesmal nicht über eine Handvoll Skins, die beispielsweise Ihre Film-Versionen oder gewisse Abschnitte in ihren "Karrieren" widerspiegeln, sondern über modifiziertes Equipment, welches für diverse Stellen am Körper einzeln angelegt, beziehungsweise getauscht werden kann.

 

Diese Ausrüstung verfügt über Modifikationen, die beispielsweise die Stärke oder Verteidigung eines Charakters verändern und unter Umständen auch spezielle Boni mit sich bringt, wie beispielsweise erhöhten Schaden wenn man steht oder den effizienteren Umgang mit der Umgebung. Da sich auch Sets finden lassen und Ausrüstung auch nachträglich verändert werden kann, ist sammeln und Geduld angesagt.

 

Zu finden ist Ausrüstung zum einen in Form von Kampfbelohnungen, die man im Multiversum oder Online freispielt, aber auch in sogenannten Brother Eye-Boxen, die wie Wundertüten funktionieren und jeweils mit mindestens zwei Teilen aufwarten. Diese Boxen gibt es in zwei verschiedenen Arten: Einzel-Spieler und Gilden-Boxen (später mehr zur Gilde) und in verschiedenen Wertigkeitsstufen, wie etwa Bronze, Platin oder Diamant. Je nach Art der Box erhöht sich die Menge an gefundenen Gegenständen und auch der Stufe.

 

So ist das Gear in unterschiedliche Seltenheitsstufen unterteilt, die mit typischem Color-Coding daher kommen (blau, gelb etc) und kann zudem erst ab einem bestimmten Charakterlevel genutzt werden. Denn nur wer einen Charakter oft verwendet kann dessen Stufe durch den Erhalt von Erfahrungspunkten erhöhen und für stärkeres Gear nutzbar machen. Geht das aufleveln mal langsamer voran, kann man mit speziellen Münzen die Werte auf Ausrüstungsgegenständen neu auswürfeln lassen und sich so bis zu einem gewissen Grad auch ohne Level Up verbessern.

 

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Die Ausrüstung kann verändert und auch eingefärbt werden. Hier ist die deutsche Fassung von Batman zu sehen.[/align]

 

Tritt man einer Gilde bei, erhält man neben den Gilden-Boxen, die zumeist mehr und besseres Gear beinhalten, auch Zugriff zum Gildenchat und einem speziellen Bereich des Multiversums, welches mit besonders interssanten Herausforderungen um die Ecke kommt. In allen Online-Kämpfen, seien es Ranglisten-Matches, einfache Kämpfe oder King of the Hill-Räume, repräsentiert man fortan seine Gilde erhält Punkte für Gilden-Herausforderungen, die wiederum in Gilden-Boxen resultieren. Das System ist recht einfach zu verstehen und bietet eine rudimentäre Auswahl an Optionen, die einen Zusammenschluss im Spiel fordern und entlohnen und stellt somit eine logische Erweiterung dar. Top.

 

Aber auch generell sind die Online-Funktionen sehr viel schlanker und übersichtlicher geworden, bieten ein recht schnelles Matchmaking, welches aufgrund der Gear-Werte natürlich nicht einfacher geworden ist und teilweise zu einem Stärke-Übergewicht sorgen kann, und laufen auch stabil. Nach wie vor gibt es einige Charaktere die aufgrund ihrer Fernkampf-Affinität für Frust sorgen können und diverse Charaktere gnadenlos aus der Entfernung wegballern können, wobei hier mit etwas Training und dem Verständnis für Bewegung und Konter durchaus nachgeholfen werden kann.

 

Und wo wir von Charakteren sprechen. In gefühlt keinem Beat'em Up zuvor wurden von Teil 1 zu Teil 2 so viele Charaktere ausgetauscht. Lex Luthor? Weg. Doomsday? Weg. Nightwing? Weg. Solomon Grundy? Jep, weg. Stattdessen gibt es viele Neuzugänge die aus DCs zweiten Reihe der Bekanntheit stammen. Nicht falsch verstehen, ich befürworte das konsequente Umsetzen von narrativen Visionen und auch die Vorstellung von bis Dato nicht so bekannten Charakteren, aber den Roster zu erweitern wäre hier der elegantere Weg gewesen. So gesellen sich Charaktere hinzu, die zum Teil denen des Vorgängers recht ähnlich sind, wie Robin oder Swamp Thing. Aber nichtsdestotrotz, mit Neuzugängen wie etwa Scarecrow oder Atrocitus, samt Dex-Starr, kommen auch echte Unikate dazu, die ihr ganz eigenes Profil vorzuweisen haben.

 

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Optisch kann der Titel schon einiges. Vor allem in Bewegung sehen die Effekte hervorragend aus.[/align]

 

Bleibt nur noch über die Präsentation des Titels zu sprechen. Die deutsche Synchronisation ist mit Ausnahmen gut gelungen, auch wenn die im Story-Mode mit teilweise recht kitschigen Phrasen zu kämpfen hat und die Konflikte im Kampf ab und an nicht wie Aussage und Antwort, sondern zwei zufällige Sätze, die in etwa in die gleiche Richtung gehen, wirken. Die übergeordnete Soundkulisse untermalt die Action im Kampf mit satten und starken Klängen passgenau und weiß auch, wann und wie Musik einzusetzen hat.

 

Aber rein optisch, ja, da ist Injustice 2 natürlich - wie auch Mortal Kombat X zuvor - eine Augenweide. Hervorragende Animationen, Modulare Charaktermodelle und bombastische Effekttiraden; das können die Mädels und Jungs von Netherrealm definitiv. Lediglich im Story-Mode kommt es zu Rucklern in den Cutscenes, die insgesamt zwar nicht unansehnlich, aber definitiv nicht ihr Hauptaugenmerk waren / sind. Das können andere Studios definitiv besser. Einziger wirklich störender Punkt in der optischen Präsentation ist - und das ist ein rein subjektiver Einwurf - Supermans Modell. Das Gesicht des Stählernen wirkt so gar nicht Superman-ig und weicht auch stark vom Vorgänger ab. Warum und weshalb? Keine Ahnung.

 

Ich liebe Comics und im speziellen Batman. Der Dunkle Ritter und seine Schergen sind in Injustice 2 definitiv überpräsent und machen dabei eine gute Figur. Der Titel ist schnell, das Gear-System macht Laune und mit der Gilden-Funktion animiert es sogar zum sozialen Miteinander. Das ohnehin sehr starke Kampfsystem mal außen vorgelassen, stehen alle Weichen gut für Injustice 2. Jetzt heißt es abzuwarten, welche Charaktere als DLC nachgereicht werden und ob wir uns auf diejenigen welchen freuen können, die den Sprung von Teils 1 zu 2 nicht überstanden haben, wie beispielsweise Hawkgirl oder (von mir schmerzlich vermisst) Doomsday.

 

Infos
Injustice 2
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
Entwickler: NetherRealm Studios
Release: 2017-05-17
Zusammenfassung
eine konsequente Verbesserung der Netherrealm Studios und bietet auch unbekannteren Akteuren aus DCs Roster eine Bühne. Wer sich gerne (virtuell) prügelt und Batman und Co. mag, wird Injustice 2 lieben.
Positiv
  • Kompaktes Kampf- & Gear-System
  • Hervorragende Animationen und VFX
Negativ
  • Menü-Führung etwas wirr
  • Gelegntliche Ruckler im Story-Mode

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also hawkgirl und Doomsday vermiss ich nicht. dafür gibt es tolle Alternativen und bessere Charaktere.

Allein die bessere Grafik und Spielbarkeit lassen mich Injustice 1 vergessen.

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