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Vondergraaf

[Test] The Caligula Effect (PS Vita)

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Während Sony den Fokus auf eine andere Spielekonsole setzt, sind es gerade die japanischen Spieleentwickler, die sich damit beschäftigen dem Handheld PS Vita neues Futter zu spendieren. Dementsprechend eigen können manche der Titel sein, die ihren Weg in den Westen und somit in die Hände jener Spieler finden, die ihre portable Konsole nicht aufgeben wollen, oder können. Klingt alles dramatischer als es letztlich ist, kann man aber innerhalb einer Einleitung mal erwähnen und dient ohnehin überwiegend als Überleitung zu einem JRPG, das bereits im Sommer letzten Jahres in Japan und nun auch endlich in Deutschland erschienen ist.

 

The Caligula Effect heißt der Titel, dessen Handlung aus der Feder von Tadashi Satomi stammt, einem der Autoren von Persona 2: Innocent Sin und Persona 2: Eternal Punishment. Wer mit diesen Klassikern etwas anfangen kann, der darf sich freuen, denn auch die Story seines neuesten Werkes ist schräg. Nur ob sich dahinter auch ein ähnlich gutes Spiel versteckt, das wollen wir in unserem Test klären.

 

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[/align] [align=center]... fragt uns die feenhafte Gestalt, die mit dafür verantwortlich ist, dass wir in dieser Welt gefangen sind.

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In der alternativen Welt Möbius ist alles etwas anders. Die Probleme, Sorgen und Nöte der echten Welt sind vergessen und das Alter spielt keine Rolle. Stattdessen bleibt man für immer im Körper eines jungen Menschen und besucht eine virtuelle Version einer japanischen High School. Hier beginnt die Geschichte unseres vorerst namenlosen Protagonisten, der jedoch recht schnell bemerkt, dass irgendetwas in dieser künstlichen Welt nicht stimmt. Als er von seinen Mitschülern plötzlich verfolgt wird, trifft er auf das feenhafte Wesen Aria, eine künstliche Intelligenz, das ihm erzählt, dass diese Welt ihr Werk und das einer weiteren, sehr mächtigen Intelligenz namens µ (Mu genannt) ist. Letztere hat jedoch alle Verbindungen zur Realität gekappt und hält die Menschen gefangen.

 

Es liegt nun an unserem Protagonisten und den Mitgliedern des sogenannten Go Home-Clubs die Untertanen Mus und einen Weg zu finden, die KI davon zu überzeugen ihnen den Weg nach Hause zu öffnen. Blöd nur, dass nicht alle dieses Ziel als erstrebenswert ansehen, sondern das sorgenfreie Leben in Möbius der bitteren Realität vorziehen. Die Heldentruppe muss sich also nicht nur mit einer offenbar verrückt gewordenen künstlichen Intelligenz, sondern auch mit ihren Mitschülern herumschlagen.

 

Die Geschichte ist dabei in mehrere Kapitel unterteilt, in denen unterschiedliche Nebenfiguren im Fokus stehen. Sie beschäftigt sich nicht nur mit der Reise nach Hause, sondern auch mit den Problemen, die dort auf einen warten. Ohne allzu viel verraten zu wollen, kann abschließend gesagt werden, dass die Handlung nett, aber auch nicht mehr ist. Sie ist zweckmäßig und - obwohl sie den ein oder anderen Überraschungsmoment vorzuweisen hat - doch eher vorhersehbar. Zumindest für denjenigen, der die englische Sprache beherrscht. Eine deutsche Übersetzung sucht man vergebens.

 

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[/align] [align=center]Viele Zwischensequenzen treiben die Handlung voran.

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Da jedes Kapitel auch einen eigenen Dungeon und somit einen eigenen Boss hat, entwickelt sich schnell ein Flow aus Handlung, Erkundung und Kampf, der schnell ein gewisses Maß an Repetition erreicht. Dabei klingt gerade das Kampfsystem auf dem Papier richtig gut. Es sind rundenbasierte Kämpfe, die dank des Imaginary Chains genannten System gezielte Kombos ermöglichen. So muss man zu Beginn einer Runde die Attacken und Skills aller Partymitglieder auswählen und kann diese zur Steigerung der Effektivität auf einer Zeitleiste verschieben. Hat man sich entschieden, sieht man den Ablauf der Angriffe in einer Art Vision. Diese muss zwar nicht immer zu 100 Prozent stimmen, aber es ist interesant die Aktionen und Reaktionen einer wahrscheinlichen Zukunft zu Gesicht zu bekommen.

 

Dummerweise kommt man auch ohne solche Verknüpfungen durch die meisten Kämpfe. Trifft man nicht gerade auf einen Feind, Digi-Head genannt, dem man im direkten Levelvergleich hoffnungslos unterlegen ist, reicht es vollkommen die Angriffe auszuwählen, von denen man denkt sie machen den meisten Schade und/oder verbrauchen die wenigsten SP, um siegreich aus der Begegnung hervor zu gehen. Das ist sehr schade, da dadurch viele Kämpfe in die Länge gezogen werden und das taktische System zum unnötigen Anhängsel wird.

 

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[/align] [align=center]Man kann den Namen des Protagonisten selbst auswählen. Willkommen in Möbius, Rudi Vondegraaf!

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Leider ebenfalls mehr Schein als Sein ist die Interaktion mit den mehr als 500 NPCs, die es in The Caligula Effect zu treffen gibt. Dabei kann man sich zwar mit jedem unterhalten und eine Beziehung aufbauen – durch direkte Kommunikation oder eine Smartphone App – sehr viel anspruchsvoller als die angeführten Beispiele wird es aber nicht mehr. Man reden oder schreibt mit den Figuren und sieht dabei zu, wie das Beziehungslevel sich erhöht. Hat man einen gewissen Punkt erreicht, muss man entweder Zeitraum X warten, ehe man wieder in Kontakt mit dem NPC tritt, oder eine spezielle Quest erfüllen. Da auch diese meist darauf hinauslaufen mit einer anderen Person zu reden oder einen Gegner im Kampf zu bezwingen und die im Anschluss erhältlichen Boni selten der Rede wert sind, kann und wird man auch dieses Element während eines normalen Walkthroughs gekonnt ignorieren.

 

Die Präsentation des Titels ist generell sehr gut gelungen. Der Animestil gefällt, die Figuren sind detailliert und die Umgebungsgrafiken und -Texturen sehen ordentlich aus. Zumindest wenn man in Betracht zieht, dass es sich hier um einen reinen Handheld-Titel handelt, haben die Entwickler von Furyu ganze Arbeit geleistet. Zumindest wenn die spürbaren Framerateeinbrüche nicht wären. Und auch an lange Ladezeiten wird man sich gewöhnen müssen, wenn man dem Titel eine Chance gibt. Alles im verschmerzbaren Rahmen, aber gerade die diversen Ruckler können den Spielfluss schon stören.

 

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[/align] [align=center]Über 500 NPCs warten darauf mit euch befreundet zu sein. Kann man machen, ist aber nicht zwingend nötig.

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FAZIT

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[align=center]Etwas über 20 Stunden habe ich mit The Caligula Effect verbracht. Und nur selten lagen Spaß und Frust so eng beieinander. Die Geschichte hat ihre Höhen, in denen sie mich gefesselt hat und ihre Tiefen, in denen ich mich gelangweilt durch ewig lange Unterhaltungen geklickt habe. Die Kämpfe verfolgen einen interessanten Ansatz, aber zu wenig Abwechslung bei den Gegner und Designfehler trüben den Spaß. Grafisch anprechend, technisch bestenfalls solide. Man könnte diese Gegenüberstellungen bei jedem Punkt so weiterführen...

 

Und so wirkt das JRPG trotz des Potentials und der tollen Ansätze letztlich eher zweckmäßig. Das macht den Titel nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Schade. Wer aber auf der Suche nach neuem Rollenspielfutter für den Handheld ist und sich an den genannten Dingen nicht stört, sollte einen vorsichtigen Blick riskieren. Denn wer sich wirklich in der Welt verlieren möchte, kann dort einige Zeit verbringen.

Infos
The Caligula Effect Deluxe Digital Bundle
The Caligula Effect Deluxe Digital Bundle Packshot
Publisher: SEGA
Entwickler: FuRyu
Release: 2017-05-08
Zusammenfassung
...hat richtig gute Ansätze, die aber alle nicht konsequent zu Ende gedacht wurden. Durch die technischen Mängel und das repetitive Gameplay wird leider auch das restliche Potential verschenkt.
Positiv
  • Interessantes Kampfsystem
  • Toller Animestil
Negativ
  • Oberflächliche Beziehung zu NPCs
  • Eintönige Welten

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Irgendwie ist hier im Westen die Handheld Konsolen ausgestorben. So intepretiere ich das Lineup was ich zur Vita finde. Es kommen fast nur Asiatische Spiele raus und auch diese sind nicht sehr viele.

 

Dass man da die Spiele nicht auf den westlichen Markt anpasst kann ich verstehen.

 

Danke für den Test war unterhaltsam zu lesen und ich hoffe dass die geplanten JRPG die ich auf der PS4 spielen will besser werden^^

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