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Vondergraaf

[Test] Pixel Heroes: Byte & Magic

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Nachdem das technisch im Jahr 1980 stehen gebliebene Rollenspiel Pixel Heroes: Byte & Magic bereits vor einiger Zeit für den PC erschienen ist, rücken nun die Konsolen nach. Ob sich der Ausflug in die pixeligen Verliese und zu den Drachen trotz der betagten Optik lohnt, klärt der folgende Test.

 

Wenn man das Rollenspiel zum ersten Mal startet, fällt direkt auf, dass der Titel aussieht, als hätten die Entwickler ihn von drei auf dem Dachboden entdeckten Floppy-Disks extrahiert und in den PlayStation Store gestellt. Ist natürlich beabsichtigt und soll jenes nostalgische Gefühl auslösen, mit dem man in seiner Jugend vor dem PC Monitor oder einer jener Konsolen, die nun im Mini-Format in den Handel kommen, gesessen hat. Dementsprechend sollten all jene, die einen hohen Wert auf grafische Brillanz und Detailverliebtheit legen genauso einen Bogen um den Titel machen, wie jene, die der Meinung sind, dass ein Spiel unbedingt im 16:9-Format vorliegen muss. 4:3 scheint nach Meinung der deutschen Entwickler ebenfalls auszureichen, worüber man natürlich streiten könnte. Fakt ist aber, die Retro-Optik ist nun mal da und zieht sich natürlich durch das komplette Spiel. Wer das nicht mag, wird mit Pixel Heroes: Byte & Magic niemals warm werden und braucht an dieser Stelle nicht weiter lesen, denn auch das Gameplay würde man nicht unbedingt als modern bezeichnen.

 

pixelheroes_byte_magicysb8.jpgDie Taverne. Ganz klassich der Ausgangspunkt des Abenteuers.

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Aber zurück zum Anfang, also dem des Spiels, und damit noch zu zwei, drei Worten, die man über die Handlung verlieren könnte: Die „Söhne des MorgenGRAUENS“ wollen ein Wesen erwecken, das die Welt vernichten könnte. Es liegt an den Helden und Abenteurern jener Welt, das zu verhindern. Viel mehr gibt es tatsächlich nicht zu erfahren. Ein paar einleitende Worte zu Beginn, ein paar abschließende Wort zum Ende hin, das war es dann auch schon. Deshalb würde ich meine nur wenige Sätze zuvor ausgeschriebene Formulierung noch ergänzen wollen und hinzufügen, dass auch Menschen, die Spiele der Story und Dramaturgie wegen genießen, ebenfalls die Finger von dem Titel lassen sollten.

 

Aber jetzt genug davon zu beschreiben, was Pixel Heroes: Byte & Magic nicht ist und mal dahin, was es ist: Eine spielerische Verbeugung gegenüber längst vergangener Rollenspielzeiten, ein Schritt zurück in Richtung Bard's Tale und ein Spiel mit dem Zufall, sowie einer ordentlichen Prise Humor.

 

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[/align] [align=center]Schön, dass man endlich mal erfährt, woher diese schwebenden Ausrufezeichen eigentlich kommen.

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Nach der Wahl der Schwierigkeitgrads - die „leichteste“ der drei spielbaren Kampagnen startet übrigens auf „Schwer“ - findet man sich in einer Taverne wieder, in der man aus einem zufällig zusammengewürfelten Haufen unterschiedlichster Helden drei wählt, die zukünftig den eigenen Trupp bilden werden. Ob man dem Halbling eine Chance geben möchte, dem Zauberer, einem der zahlreichen Krieger und Kämpfer sein Vertrauen entgegenbringt, oder diesem unscheinbar wirkenden Typen in der Ecke - Wer möchte kann zu jedem Helden eine kurze, humorvoll geschriebene Biografie lesen und die Standardwerte begutachten. Und wenn keiner des Haufens beeindruckt, kann man die komplette Auswahlmöglichkeit auch noch einmal durch würfeln und erfreut sich neuer pixeliger Gesichter in der Taverne.

 

Ist man mit seiner Auswahl zufrieden, verlässt man das Wirtshaus und kann das angrenzende Dorf erkunden, also mit den Bewohnern sprechen, Aufträge annehmen und sich im Tausch gegen Gold mit Gegenständen oder neuen Waffen eindecken. Das alles ist Standard-Rollenspielkost, aber durchaus charmant präsentiert. Denn gerade in den Gesprächen mit den Questgebern und anderen herumlungernden Gestalten, wird man sich das ein oder andere, auch gerne mal durchaus breite, Grinsen nicht verkneifen können.Denn Pixel Heroes: Byte & Magic nimmt sich selbst nicht ernst, was eine willkommene Entscheidung ist. Stattdessen strotzt der Titel nur so von Anspielungen auf andere Spiele, Filme oder Bücher. Wenn man auf seinen Reisen einer Gruppe von Halblingen begegnet, die unbedingt einen Ring verschenken will, freut man sich darüber genauso, wie über die Band in der Taverne, die eigentlich immer nur den selben Song spielt.

 

[align=center] pixelheroes_byte_magi7dsf3.jpgEs wird viel gekämpft. Rundenbasiert und zweckmäßig präsentiert. Allzu viele Auswahlmöglichkeiten hat man aber nicht.

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Ansonsten heißt es kämpfen bis zum Tod. Wortwörtlich, denn wer in den zahlreichen Kämpfen das Zeitliche segnet, der bleibt erst einmal im Jenseits. Phönixfedern oder Wiederbelebungstränke, beziehungsweise -Zauber gibt es erst gar nicht. Stirbt ein Gruppenmitglied während eines der rundenbasierten Kämpfe, heißt es also zu zweit weiter machen. Wiederbeleben kann man ihn zwar auch, das ist aber nur in der Kirche im Dorf möglich.

 

Und das zu erreichen erweist sich aufgrund des Designs der Dungeons als besonders schwierig. Diese bestehen in der Regel aus acht verschiedenen Räumen, durch die man sich kämpfen muss, nur um dann im letzten auf den obligatorischen und besonders starken Endboss zu treffen. Diese Verliese können allerdings weder verlassen werden, um Gegenstände zu verkaufen, noch um gefallene Truppenmitglieder wiederbeleben zu lassen. Verstorbene Kameraden können demnach nur dann zurückgeholt werden, sollte der letzte Gegner eines Dungeons bezwungen werden können. Eine Aufgabe, die zu zweit schon richtig schwer, alleine kaum noch möglich ist. Es gilt also immer genügend Heiltränke im Gepäck zu haben und die Skillpunkte, die man rollenspieltypisch nach einem Stufenaufstieg erhält, sinnvoll zu investieren.

 

[align=center] pixelheroes_byte_magixfszl.jpgAusrüstungs, Skillpunkte, Inventarmanagement. Ein Bildschirm für alles. Leider ist die Steuerung nicht ganz optimiert.

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Allerdings sollte man sich niemals zu sehr an seine Gruppe gewöhnen. Denn die Erfahrung hat gelehrt, dass der Tod eines Mitglieds meist zur Auslöschung des Rests führt. Und spätestens dann stellt man fest, wie viele Komfortfunktionen der heutigen Zeit fehlen. Auto-Save gibt es genauso wenig wie Rücksetzpunkte. Ist die Gruppe tot, dann war es das eben. Und man landet wieder in der Taverne, um sich eine neue zusammenzustellen. Das motiviert zwar einerseits dem hohen Schwierigkeitsgrad zu trotzen, kann aber durchaus frustrieren.

 

Das gilt auch deshalb, weil man zwar womöglich gerne planen würde – und das aufgrund der Härte der Gegner auch durchaus müsste – aber Pixel Heroes: Byte & Magic eben vieles dem Zufall überlässt. Egal ob es um den Inhalt von Truhen, den Dungeons oder die Gegenstände, die man am Ende eines Kampfes erhält, geht, all das ist zufallsgeneriert. Und so entscheidet manches mal einfach nur das Glück darüber, wie oder ob man am Ende eines Dungeons noch dasteht.

 

[align=center] pixelheroes_byte_magi5pssp.jpg

Wunderbar. Es geht noch schwerer...

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[align=CENTER]FAZIT[/align][align=center]

Ein Teil von mir möchte Pixel Heroes: Byte & Magic unbedingt empfehlen. Alleine der charmante Grafikstil und die gelungenen humoristischen Anspielungen auf all das, was das Nerdherz so begehrt, bringen dem Rollenspiel einige Pluspunkte. Andererseits ist der Schwierigkeitsgrad sehr hoch und vieles dem Zufall überlassen, was schnell für Frustration sorgt.

 

Die Spielmechaniken gehören zudem in die Kategorie Standard-Kost und die Geschichte wird auch nur angekratzt. Spieltiefe, Dramaturgie oder gar Charakterentwicklung sucht man ebenfalls vergeblich. Ob einem das Gebotene aktuell 14,99 € wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Denn leider kann ich keine Empfehlung aussprechen.

Infos
Pixel Heroes: Byte & Magic
Publisher: Headup Games
Entwickler: The Bitfather
Release: 2017-06-14
Zusammenfassung
...ist ein äußerst humorvoller Ausflug in die Vergangenheit. Leider ist vieles auch dem Zufall überlassen, die Steuerung nicht komplett für Konsolen optimiert und der Schwierigkeitsgrad sehr hoch.
Positiv
  • Gelungene rundenbasierte Kämpfe
  • Schönes Retro-Design
Negativ
  • Sehr hoher Schwierigkeitsgrad
  • ... im 4:3-Format

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