Sign in to follow this  
Followers 0
Wolfbyte

[Test] - Get Even

1 post in this topic

Cole Black hatte sicherlich kein einfaches Schicksal. Gezeichnet vom Leben steht er allein und unglücklich da und verdient sich sein täglich Brot mit zwielichtigen Jobs. Ob nun Menschen zur Strecke zu bringen oder zu retten sind, ist dabei so gut wie egal. Und es ist dieser gewissenslose Mensch der sich zum Gelände einer ehemaligen Psychatrie mit furchtbarer Geschichte begibt, um ein Mädchen zu retten, die hier von Verbrechern festgehalten wird.

 

Der Job war noch nicht ganz beendet, da findet sich Cole in eben dieser Psychatrie wider, gefüllt mit Patienten und abgeriegelt. Ohne zu wissen, wie es dazu kommen konnte, wird Cole von einer Person über Funk kontaktiert, die sich selbst als Pionier, als Koryphäe auf dem Gebiet der psychiatrischen Behandlung ansieht und Cole über das gestartete Experiment aufklärt. Ohne zu wissen, wer da mit ihm Kontakt aufnimmt oder wie es ihn in diese absurde Lage versetzen konnte, spiele Cole das Spielchen mit und rutschst schnell zwischen die Realitäten ab. Erneut erlebbare Erinnerungen, Risse zwischen Verstand und Wahnsinn; Cole muss sich der Direktive der Stimme hingeben und sich seinen Weg durch diese obskure Welt bahnen, um - wie er glaubt - am Ende die Freiheit zurückzuerlangen und Antworten zu bekommen.

 

Get Even baut dabei auf subtile, aber durchaus existente Hinweise auf einen Plot, der zu Beginn verwirrender nicht sein könnte. Wer dran bleibt und sich darauf einlässt, erhält eine M. Night Shyamalan-esque Geschichte, die bis zur letzten Sekunde nicht voll offenbart, was zum Henker eigentlich abgeht. Top!

 

geteven1w7orh.jpg

Die Corner-Gun kann auch Geradeaus schießen und Wärmesignaturen erkennen.

 

Aus dem Spielerblickwinkel ist Get Even jedoch weitaus simpler gestrickt. Der Titel präsentiert sich als recht einfach gehaltener First-Person-Puzzle-Horror-Shooter, in dem vor allem der Thrill des Unbekannten im Mittelpunkt steht. Hinter jeder Ecke könnte ein Patient lauern und in den Erinnerungen stellen sich Cole auch bewaffnete Feinde entgegen. Neben gewöhnlichen Waffen, die insgesamt im Umfang jedoch recht überschaubar bleiben, verfügt Cole auch über die sogenannte Corner-Gun. Mit dieser Waffe kann Cole um Ecken feuern, indem er den vorderen Teil ganz einfach umklappt und einen angefügten Bildschirm als Zielhilfe verwendet. Die integrierte Wärmebildkamera offenbart dann auch noch den letzen Feind. Diese Waffe ist definitiv ein cooles Gimmick und ist vielseitig nutzbar.

 

So auch das Handy, welches Cole mit sich führt. Neben einer Lampe und einer Wärmebildkamera beinhaltet es einen Scanner, mit dem zum einen Spuren gefunden und somit Hinweise gefunden werden können, zum anderen lassen sich Objekte aus dem "zappen", die gegebenfalls aus einer anderen Erinnerung stammen oder nicht diese Realität gehören. Vermeintliche Sackgassen werden so zu nützlichen Passagen.

 

Mit diesen Gadgets an der Hand, muss Cole sich seinen Weg durch die Anlage bahnen, simplere und auch knifflige Schalterrätsel und Raum-übergreifende Puzzle lösen und gegen Feinde kämpfen, die - wenn nicht bewaffnet - gut für den Schock sind, aber nicht wirklich eine Gefahr darstellen. Das Level Design von Get Even ist dabei in den meisten Fällen nicht völlig linear und bietet auch Raum für Exploration, um sich so mit zusätzlichen Hinweisen ein klareres Bild der Szenerie zeichnen zu können.

 

geteven2qxqfb.jpg

In der Anstalt gibt es nicht nur seltsame Feinde. Es gibt auch seltsame Verbündete und freundliche gesinnte... Verrückte.

 

Der Titel macht sicherlich Spaß und bietet einige spielerisch interessante Momente, kommt aber insgesamt recht simpel und kurzweilig daher. Zwar ist man nicht immer auf einer geraden unterwegs und ab und an kann man sich auch für A oder B entscheiden, jedoch bleibt hier die wirkliche Freiheit nur eine vorgezogene Fassade. Am Ende ist es doch immer der Weg geradeaus. Get Even ist somit von der Story und dem Gameplay her ein Spiel für einen Durchlauf, der je nach Spielweise 12-20 Stunden dauern kann. Ok, für den veranschlagten Preis.

 

Und auch technisch bewegt sich Get Even auf dem Preispunkt-Niveau. Die grafische Umsetzung bewegt sich eher auf besserem PS3-Standard, wird aber von einem guten, weil subtilen, Soundtrack begleitet, der auch als Eskalation narrativer Natur die dient. Steigert sich beispielsweise die Intensität auf dem Weg, kann man sich sicher sein, den richtigen Pfad eingeschlagen zu haben.

 

The Farm 51 haben in Kooperation mit Bandai Namco hier ein recht interessantes Projekt auf die Beine gestellt, welches mir spielerisch zwar nicht wirklich neues oder gar spektakuläres präsentiert, mich dafür aber narrativ bei Laune gehalten hat. Die technische Subtilität und das simplifizierte Level Design ziehen die Bewertung ein wenig runter. Insgesamt ist Get Even aber durchaus zu empfehlen.

Infos
Get Even
Get Even Packshot
Publisher: Bandai Namco Games
Entwickler: The Farm 51
Release: 2017-05-25
Zusammenfassung
Get Even ist ein Low-Budget-Titel, der beweist, wie Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden können. Auch wenn das Gameplay hier zeitweise etwas eintönig erscheint; die Geschichte von Get Even bleibt spannend bis zur letzten Minute.
Positiv
  • Clevere Kamerafunktionen
  • Gutes Spiel von Licht und Schatten
Negativ
  • Eintöniges Level Design
  • Generell auf höherem PS3-Niveau

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now
Sign in to follow this  
Followers 0