Wolfbyte

[Test] - Hunting Simulator

5 posts in this topic

Mittlerweile gibt es fast nichts, was in irgendeiner Weise in digitaler Form simuliert wird. Sei es die Landwirtschaft, das tägliche Leben einer Ziege, schlechtes Verhalten, das Büro-Dasein und so weiter und so fort. Dem Trend folgend, veröffentlichte Big Ben Interactive nun den Hunting Simulator, in dem es kleinen aber auch großen Tieren ans Leder, beziehungsweise ans Fell geht.

 

Zu Beginn der Kampagne hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Jägern und Jägerinnen, die allesamt mit einer eigenen Biografie und Charakterbeschreibung daherkommen. Wirklich entscheidend ist diese Wahl jedoch nicht; vielmehr ist hier wichtig, welche Figur man sehen möchte, wenn man in den Third-Person-Modus schaltet.

 

Grundlegend ist der Hunting Simulator nämlich eine First-Person-Erfahrung, in der man lediglich das rudimentäre UI und die Waffe sieht, die aktuell geführt wird. Auf Knopfdruck springt die Kamera jedoch aus dem digitalen Kopf heraus und offenbart so ein viel umfangreicheres Areal. Der Wechsel zwischen beiden Perspektiven hilft nicht selten dabei, die Jagd erfolgreich abzuschließen. Um dies zu schaffen, müssen einige Faktoren berücksichtigt werden: Wahrnehmung des Tieres, die richtige Waffe und das effektive Nutzen von Spuren.

 

[align=center]img_9635lnsm1.jpg

Hier zu sehen: Die Wahrnehmung der Tiere. In dieser Situation ist noch alles in Ordnung.[/align]

 

Beginnen wir mit der Spurensuche. Wenn eine Jagd begonnen wird, gibt es stets ein Zeitlimit, so läuft im Hintergrund ein Timer, der sich auch auf die Tageszeit niederschlägt. Umso wichtiger ist es, dass man in den recht großen Arealen nicht einfach wild drauf losrennt und hofft, das richtige Wild per Zufall zu finden, sondern die vorhandenen Spuren richtig liest und so die nächsten Schritte plant. Jede Spur kann einem Tier zugeordnet werden, wie etwa einem Fuchs oder einem Hirsch, und gibt außerdem Auskunft darüber, in welche Richtung sich das Tier bewegt und wie alt die Spur ist. Je frischer die Spur, desto wichtiger ist es, die nächsten Bewegungen vorsichtig und vorausschauend anzugehen.

 

Sobald man ein Tier in der unmittelbaren Umgebung entdeckt hat, gilt es, dieses mit dem Zielfernrohr des Gewehres zu überprüfen. Ein dem Kontext zugeordnetes UI spannt sich auf, welches die Wahrnehmung des Tieres in unterschiedliche Faktoren unterteilt. So geben diese Aufschluss über die Sichtbarkeit des Jägers, die Geruchswahrnehmung des Tieres und den Geräuschpegel, der durch die eigenen Bewegungen beeinflusst wird.

 

Schießen einer oder mehrere Pegel nach oben, kann das Tier aufschrecken und die Flucht ergreifen. Um dies zu vermeiden, müssen Vorkehrungen getroffen werden. Von einer anderen, dem Wind abgeneigten Seiten annähern, geduckt oder liegend fortbewegen oder Hügel und andere Objekte als Sichtschutz benutzen; die Jagd muss stets mit der Geduld einhergehen.

 

Im späteren Verlauf des Spiels werden die Areale vielfältiger, dichte Wälder wechseln sich mit kargen Steppen ab, wässriges Dickicht folgt auf blühende Ebenen. Und so werden auch die Aufgaben immer interessanter, das zu jagende Wild wird schneller und schwieriger zu fassen. Lockstoffe und andere Hilfsmittel werden mit der Zeit freigeschaltet und können - wie auch andere Waffen - vor dem Jagdbeginn in das Equipment-Set aufgenommen werden. Der Schlüssel zum Erfolg ist hier ganz klar eine gute Vorbereitung. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich über das Verhalten von Tieren zu informieren und die Ausrüstung und Herangehensweise auf das Ziel abzustimmen.

 

[align=center]img_9634i8s7f.jpg

Unspektakuläre Landschaften und matte Texturen; optisch gewinnt Hunting Simulator keinen Blumenstrauß.[/align]

 

So detailreich die Beschreibungen über die Tiere und Waffen und das instinktive Verhalten der Tiere auch sein mag, es muss klar sein, dass sich wenig Action im Hunting Simulator versteckt hält. Es ist eher die gemächliche, ruhige Progression, die den Titel ausmacht.

 

Der Monotonie des Jagens stellen sich zudem einige Unwegsamkeiten in den Weg, die dem Spiel den Anspruch eines Simulators fast schon verlieren lassen. Da wäre zum Beispiels das Fehlen des Bezugs zum Charakter. Ja, es gibt Ausdauer, die einem das endlose Sprinten untersagt, jedoch füllt sich diese im Nu wieder auf. Hunger, Durst, Erschöpfung; diese Bedürfnisse sind nicht existent und hätten dazu beitragen können, den Schwierigkeitsgrad anzuheben und auch zwischen den Jagdaufträgen für Beschäftigung zu sorgen. Außerdem kann die eigene Figur mühelos von Klippen fallen und Schrägen überwinden, ohne sich zu verletzen. Hier tun sich Abgründe von verschenktem Potenzial auf, die deutlich den Fahrtwind aus dem "Simulator" nehmen. Schade.

 

[align=center]img_96333vssq.jpg

Es gibt aber auch schöne Momente. Vor allem, wenn die Sonne langsam untergeht.[/align]

 

Und auch die Technik bleibt unter dem technischen Durchschnitt zurück und kann bis auf eine solide Licht- und Schattenbasis nur wenige Höhepunkte vorweisen. Die Animationen von Mensch und Tier wirken hölzern, die Flora kommt kantig und texturschwach daher und es mangelt an Dekoration. Wer sich auf einen Simulator stürzt, erwartet sicherlich auch keine AAA-Optik, kann sich hier jedoch direkt darauf einstellen, mit dieser realistischen Erwartungshaltung auch nicht enttäuscht zu werden.

 

Der Hunting Simulator hat seine Macken, gibt sich aber alle Mühe, möglichst akkurate Darstellungen der Jagd zu präsentieren und kommt daher mit so wenig Action wie möglich um die Ecke. Für alle Jagd-Enthusiasten ist der Titel sicherlich etwas, wer aber einfach nur ein Spiel für Zwischendurch sucht, wird hier enttäuscht werden. Das Thema ist einfach zu spezial, um groß Spannung aufbauen zu können.

 

Infos
Hunting Simulator
Publisher: Bigben Interactive
Entwickler: Neopica
Zusammenfassung
Der Hunting Simulator ist trockene, zähe und vor allem langsame Jagd-Kunst mit einem Auge für Details. Nichts für Action-Junkies und Menschen, die zu dem Thema keinen Bezug haben.
Positiv
  • Jagdtechniken und Dokumentation top
  • Gute Licht-Stimmung
Negativ
  • Zu wenig Bezug zur eigenen Figur
  • Ansonsten technisch sehr schwach

Share this post


Link to post
Share on other sites

Reizt mich schon, das Game. Aber ich glaube, wenn man lange das gleiche sieht, sollte die Grafik auf höchstem Niveau sein, von daher schreckt mich das schon wieder ab.

Share this post


Link to post
Share on other sites

ich hab's und find das Ding echt gut.zum entschleunigen mal was anderes.Spannung wird schon aufgebaut,wenn man sich an die Tiere ran pirscht,sitzt der Schuss?werd ich vorher bemerkt?

Share this post


Link to post
Share on other sites

Gerade bei so einem Spiel leg ich wert auf die Optik und auch sonst hat es zu viel Schwächen als dass ein Kauf für mich in Frage kommen würde.

 

Für mich die immernoch beste Jagdsimulation ist theHunter (2009). Der Konsolenableger der überarbeiteten Version theHunter: Call of the Wild (2017) wird ja gerade entwickelt und erscheint hoffentlich noch dieses Jahr für Konsolen. Da bin ich mehr gespannt drauf.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Gerade bei so einem Spiel leg ich wert auf die Optik und auch sonst hat es zu viel Schwächen als dass ein Kauf für mich in Frage kommen würde.

 

Für mich die immernoch beste Jagdsimulation ist theHunter (2009). Der Konsolenableger der überarbeiteten Version theHunter: Call of the Wild (2017) wird ja gerade entwickelt und erscheint hoffentlich noch dieses Jahr für Konsolen. Da bin ich mehr gespannt drauf.

Danke für die Info, hab grad mal gegoogelt und das sieht von der Atmosphäre natürlich schon gravierend anders aus :love:8o Da bleib ich definitiv dran!

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now