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Wolfbyte

[Test] - Final Fantasy XII: The Zodiac Age

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Vor gut zehn Jahren erschien auf der damals quasi bereits am Ende ihres Zyklus stehenden PS2 der zwölfte Teil einer der erfolgreichsten RPG-Serien der Welt, Final Fantasy XII (12). Und obgleich es nicht selten HD Remastered Editions in der heutigen Zeit gibt, so hält sich die Anzahl jener, die aus der PS2-Zeit stammen, in Grenzen. Mit Final Fantasy XII: The Zodiac Age portiert Square Enix nach beiden X-Teilen nun auch die Geschichte um Vaan und seine Freunde auf die PS4 und lässt es sich dabei nicht nehmen, auch hier Verbesserungen vorzunehmen.

 

Aber zunächst rufen wir uns kurz einmal das narrative Gerüst zurück ins Gedächtnis. Ivalice wird vom Krieg zweier Mächte in Mitleidenschaft gezogen; Rozarria und Archadia, wobei Archadia hier der vermeintliche „Bösewicht“ ist und mit seiner Expansionspolitik keine Rücksicht auf die Nachbarländer nimmt. Ganz zum Leidwesen der beiden kleineren Staaten, Dalmasca und Nabradia, die zwischen den beiden Supermächten liegen und deren Willkür ausgesetzt sind. In Dalmascas Hauptstadt, Rabanastre, lebt Vaan, ein Waisenjunge und Dieb, der dem regierenden Regime von Archadia defintiv nicht die Treue geschworen hat und sich getrieben vom Hass und der Abneigung ein besseres Leben wünscht.

 

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Relativ schnell wird klar, dass optisch nicht viel zu holen ist.

 

Vaan, der familienlose und einsame Diebesjunge, ist dabei kein besonders vielschichtiger Charakter und von einfachen Interessen gelenkt, findet aber mit der Zeit komplexere Individuen, die sich ihm zur Seite stellen und den von politischen Intrigen und Verrat getriebenen Plot mit Tiefe füllen. Die Geschichte, die – wenn man sich allein nur auf eben diese konzentriert – mit ihren 40-50 Stunden Spielzeit fühlt sich irgendwie schnell an, so als ob es sich um eine Aneinanderkettung von Zufällen und nicht selbst gelenkten Ereignisse handelt. Doch je weiter man voranschreitet, desto authentischer wird diese zunächst so dünn wirkende Welt. Bei kaum einen Final Fantasy zuvor wirkte die Geschichte in den ersten Stunden so fad und trist, um dann – Schlag auf Schlag – mit einem Kracher nach dem nächsten aufzuwarten. Sicherlich, warum man soll man erst abwarten, bis es gut wird? Weil es sich lohnt.

 

Und ob es sich lohnt, dem inhaltlichen Aspekten des Gameplays etwas Zeit zu geben, ist ebenso eine Frage der Perspektive. Seiner Zeit sicherlich voraus war das Kampfsystem schon vor zehn Jahren. So wich Square Enix vom rundenbasierten Kampfsystem der vorherigen Teile ab, um einen ersten Schritt in eine automatisierte Welt zu gehen. Eine Welt, die man in Final Fantasy XIII und XV dann weiter austesten würde, noch weiter automatisieren würde. Im 12er jedoch, da nennt sich das ganze Gambits und ist ein simples, aber dennoch komplexes „Wenn > Dann“-Gerüst, welches jedem Charakter Verhaltensmuster zuordnen lässt, die dann aus dem Kontext des Kampfes heraus automatisch genutzt werden. Automatisch bedeutet in dem Falle genau das: Die Charaktere machen alles von ganz allein und wenden beispielsweise einen Heilzauber auf sich selbst oder Gruppenmitglieder an, wenn diese unter x% Lebensenergie fallen oder bestehlen jeden Gegner, der noch 100% Lebensenergie hat.

 

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Obgleich man nicht immer alle Charaktere im Blick hat, durch das Gambit-System muss man nicht immer den vollen Überblick haben...insofern die selbst erstellten Gambits gut durchdacht sind.

 

Steigt man durch dieses System durch, erhält man Zugriff auf eine derart komplexe Trickkiste, dass die eigentliche Interaktion im Kampf dann schon gar nicht mehr sooo vermisst wird. Es ist vielmehr das genaue Analysieren der unterschiedlichen Feindtypen und der Anpassbarkeit der eigenen Gruppe. Funktionieren meine Gambits gut? Habe ich ein Loch in meiner Strategie, welches ich dringend stopfen muss? Wie bereits erwähnt, seiner Zeit weit voraus, heute nur ein Titel von vielen, die mit Autoplay-Funktionen dem Spieler einiges an Geklicke und Gedrücke abnehmen. Zusätzlich lässt sich das Spielgeschehen nun um das 2- und sogar 4-fache beschleunigen, um langatmige Passagen und/oder Kämpfe schneller ablaufen zu lassen. Ob man sich damit anfreunden kann, ist jedem selbst überlassen.

 

Um dieser auf Analyse und Optimierung basierenden Mechanik weitere Tiefe hinzuzufügen, haben Square Enix das Klassensystem überarbeitet und eine ursprünglich geplante, dann aber verworfene, Progressions-Stufe ins Spiel gebracht, die es dem Spieler nun ermöglicht, mehr als einen festgelegten Job pro Charakter zu aktivieren. Gleich zwei Jobs kann jedes Gruppenmitglied erlernen. Mit den sogenannten Lizenz-Boards können so passende Fähigkeiten aktiviert werden, die dann jedoch – genauso wie Ausrüstung – zunächst erworben werden müssen. Inhaltlich, sowie optisch wirkt das System so, als wäre es nie anders gewesen. Die Lizenz-Boards sind zwar etwas knobelig und unübersichtlich aufgebaut und auch das Fehlen eines umfangreichen Tutorials für die Jobs, die man übrigens nicht wieder abwählen kann, hätte der Entscheidungsfindung sicherlich geholfen.

 

Also fassen wir zusammen. Ein Kampfsystem, welches, ganz anders wie seine Vorgänger, primär auf Planung statt Aktion setzt, eine riesige Welt mit vielen Haupt- und Nebenaufgaben und ein nicht rundum erneuertes, aber durchaus erweitertes Klassensystem, welches weiteren Tiefgang hinzu addiert. Mit dem Beinamen „The Zodiac Age“ bietet Square Enix eine, spielerisch, definierte Version des zehn Jahre alten Rollenspiels, welches zu großen Teilen vom Ur-Team aufgewertet wurde. Ein Umstand, den man mehr als deutlich wahrnimmt.

 

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DIe Cutscenes sehen nach wie vor aber hervorragend aus. Ganz so, wie man es von Square Enix gewohnt ist.

 

Und ja, ein HD Remastered wäre kein HD Remastered, wenn man nicht dem Anspruch gerecht werden müsste, auch optisch Verbesserungen vorgenommen zu haben. Und so wurden Modelle und Areale überarbeitet und bieten jetzt weichere Kanten und weniger Flimmern. Aber nichtsdestotrotz, auch das Team von Square Enix kann nicht zaubern. Final Fantasy 12 ist und bleibt ein PS2-Spiel. Und so – wenn auch durchaus aufgehübscht – sieht es auch aus.

 

Nicht so beim klanglichen Erlebnis. Der gesamte Soundtrack kann so gehört werden, wie er auch schon auf der PS2 zu hören war oder aber wahlweise in einer neuen, orchestralen Fassung, die es qualitativ in sich hat. Wer sich dann auch noch über die Wahl zwischen englischer und japanischer Sprachausgabe freut, wird sich hier auditiv sicherlich gut aufgehoben fühlen.

 

Und so schließe ich mit einem Fazit, welches konkreter nicht sein könnte. Dieses „The Zodiac Age“ ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite erhalten wir auf PS4 Zugang zu einem grundsoliden und umfangreichen Final Fantasy, welches nun in noch besserer Form dargebracht wird. Auf der anderen Seite fehlt hier das gewisse, technische, Etwas, welches den Titel halt nur bedingt aus seinem PS2-Gewand ziehen kann. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält ein hervorragendes Rollenspiel-Erlebnis.

Infos
Final Fantasy XII: The Zodiac Age
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix
Zusammenfassung
The Zodiac Age ist kein einfaches HD-Update. Es ist die definierte Version eines ohnehin schon sehr guten RPGs. Wer diese Perle zu PS2-Zeiten verpasst hat und über die etwas ärmliche Optik hinwegsehen kann, der erhält hier was ganz feines!
Positiv
  • Neues Job-System bietet viel mehr Spieltiefe
  • Fast Forward-Funktion ist ein Segen
  • Gambit-System ist nach wie vor intelligent & komplex
  • Orchestraler Soundtrack ist einfach eine Wucht
Negativ
  • Geschichte hat ihre Längen
  • Vaan als Hauptcharakter etwas eindimensional
  • Visuelle Verbesserungen bei der Grundlage schwierig

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30euro bei Amazon ist ein guter preis. Spiele jetzt ca. 1 Stunde und Feier das Spiel bis zum geht nicht mehr. Einfach ein geniales FF . Das remastered einfach super gelungen. 

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