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Wolfbyte

[Test] - Shadow Tactics: Blades of the Shogun

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Strategie und/oder Taktik-Spiele auf Konsole sind eine Seltenheit. Wirklich gute, die dann auch noch mit einer gescheiten Steuerung daherkommen sind demensprechend noch seltener. Legendäre Titel wie „Desperados“ oder die sagenumwobenen „Commandos“-Reihe sind da ein paar Beispiele, die uns einfallen. Ach, wie schön wäre das, im Jahre 2017 einen Titel von ähnlicher Qualität auf der PS4 spielen zu können. Moment Mal… was ist das? Shadow Tactics: Blades of the Shogun?Das sieht interessant aus…

Und so befinden wir uns auch schon im Test zu besagtem Titel. Dieser verspricht nicht mehr und nicht weniger als ein geistiger Nachfahre der „Commandos“-Spiele zu sein, katapultiert sich dabei aber in die Edo-Zeit Japans, die beginnend im Jahre 1603 weit mehr als 200 Jahre anhielt. Die Hauptpersonen der Geschichte sind der Samurai Mugen und der Shinobi Hayato, die dem amtierenden Shogun dabei helfen wollen, dass vom ihm befriedete Land auch im Frieden zu halten. Sich ihnen entgegen stellt sich der mysteriöse Kriegstreiber Kage-sama, über dessen Identität wenig bekannt ist, der jedoch mit gezielten Aktionen am Frieden Japans rüttelt. Gelingt es Mugen und Hayato nicht, die Identität Kage-samas herauszufinden und ihn zu stoppen, könnte dies das Ende des Friedens bedeuten.

 

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Auch während der Mission unterhalten sich die Charaktere gelegentlich. Auch (nicht im Bild): Mugen und Yuki verstecken sich in einem Wagen, um an den Wachen vorbeizukommen.


Unterstützt werden sie dabei von Yuki, einer jungen Diebin, Aiko, einer Kunoichi (jap. für weibliche Ninja) und Takuma, einem in die Jahre gekommenen, aber dennoch immer noch präzisen Scharfschützen. Die fünf Verbündeten haben allesamt andere Bestreben, vereinen sich jedoch in der Freundschaft und dem gemeinsamen Ziel zu einer eingeschworenen Truppe. Auch wenn die Geschichte ab einem gewissen Punkt vorhersehbar wird und sich mit einer ordentlichen Portion Schmalz in den Dialogen gefettet. Das trübt jedoch nicht über die guten Momente hinweg, in denen die Mädels und Jungs der Mimimi Productions den Flair der ehrvollen, japanischen Geschichte einfangen und sowohl Samurai als auch Ninja mit der gewissen Portion Atmosphäre rüberbringen.

Wie bereits angemerkt, präsentiert sich Shadow Tactics: Blades of the Shogun als waschechter Echtzeit-Taktik-Tüftler, ganz im Sinne von Commandos. Die weitläufigen, verwinkelten Areale, die von komplexen Straßenzügen, über Festungen und Reisfeldern, bis hin zu Gebirgsketten und Gefängnissen reichen, sind stets aus einer angeschrägten Vogelperspektive zu erkunden. Die Kamera kann hierbei jedoch zu jeder Zeit frei gedreht werden und auch rein- und rauszoomen ist möglich. So lässt sich auch noch die hinterste Ecke gut auskundschaften, um ja keine Wache zu übersehen.


Die Gruppe von bis zu fünf Personen steuert man dann niemals gleichzeitig, sondern stets nur ein einzelnes Individuum. Bis zu fünf? Ja, denn je nach Mission sind nicht immer alle Charaktere mit an Bord. Muss Hayato-san die umliegenden Provinzen auskundschaften, müssen Mugen und Yuki halt mal alleine ran. Je nach Story spielt man also nur einen Teil der Gruppe, wobei der maximale Spaß natürlich aufkommt, wenn man alle fünf vereint hat und ihre Fähigkeiten ideal miteinander kombinieren kann.

 

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Die Sichtkegel der Wachen sind in der Nacht eingeschränkt. Dafür werden Feuerquellen, ob nun stationäre oder in Form von tragbaren Fackeln, zur Gefahr.


Gesteuert wird ein Charakter mit dem rechten Stick, die Kamera wird mit dem linken Stick nachjustiert, kommt aber auch von alleine hinterher, wenn der Charakter sich zu weit vom Fokus entfernt. Die Grundlegenden Aktionen, wie etwa Ducken oder sich in Schränken oder Häusern verstecken, beherrschen alle. Die taktische Tiefe bringen die individuellen Fähigkeiten der Helden mit. So ist Mugen der beste Nahkämpfer und kann gleich mehrere Feinde mit nur einem Angriff besiegen. Außerdem ist er der einzige, der einen Samurai im direkten Konflikt besiegen kann. Lockt er ahnungslose Feinde mit seiner Sake-Flasche in einen Hinterhalt, lässt er die Fetzen fliegen. Hayato nutzt hingegen eher die diskreteren Mittel, wie etwa lautlose Shuriken. Außerdem kann er mit einem gezielten Steinwurf Gegner verwirren oder ablenken. Die kleine Yuki kann Gegner gezielt an eine Position locken, indem sie mit ihrer Flöte ein paar Töne trällert. Begeben sich die gemeinen Wachen an diese Stelle, kann Yuki ihnen mit einer platzierten Falle den Garaus machen. Takuma nutzt hingegen am liebsten die Waffen, die aus weiter Ferne abgefeuert werden. So kann er mit seinem Scharfschützen-Gewehr über lange Strecken Gegner effizient ausschalten. Um Gegner aus der Deckung oder in einen Hinterhalt zu locken, kann er seinen Tanuki Kuma verwenden, der auf Befehl laute Geräusche von sich gibt. Die letzte im Bunde, Aiko, nutzt die Kunst der Verwirrung, um ihre Feinde mit ihrer Haarnadel lautlos zu besiegen. Hierfür kann sie sie entweder mit Puder einnebeln, um ihre Sicht zu behindern oder aber sich in ein gefundenes Kostüm zwängen, um so unbemerkt durch die feindlichen Reihen zu spazieren. Lediglich Samurai fallen auf diesen Trick nicht rein.

Und somit lässt sich sagen, dass die fünf Charaktere ihre ganz eigenen Attribute mit einbringen und jede Mission von neuem interessant gestalten. Da sich Missionen auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erneut spielen lassen und – zusätzlich zu den gewöhnlichen Missionszielen – auch noch mit speziellen Herausforderungen à la „Schließe die Mission ab, ohne eine Wache auszuschalten“ winken, wird das Repertoire komplett genutzt, muss verstanden und gemeistert werden.

Aber nicht immer ist es so leicht, wenn man nicht mehr als einen Charakter zur gleichen Zeit steuern kann. Daher kommt Shadow Tactics: Blades of the Shogun mit dem sogenannten Schattenmodus daher. Wechselt man in eben diesen, wird die Zeit etwas verlangsamt und die als nächstes ausgeführte Aktion des jeweiligen Charakters wird gespeichert, jedoch nicht sofort ausgeführt. So kann man für jedes Mitglied der Gruppe eine Aktion vorplanen, die dann gleichzeitig geschehen sollen. Ideal, wenn man schnell eine Gruppe von 2-4 Gegnern erledigen will, bevor auch nur einer davon Alarm schlägt. Auch gut, wenn man gleichzeitig eine postierte Wache weglocken möchte, während ein schnelles Mitglied der Gruppe durchschlüpft, um sich hinter feindlichen Linien zu verstecken. Um einen Überblick über die auf der Karte befindlichen Wachen und dergleichen zu haben, kann der Sichtkegel einer jeden Wache zu jeder Zeit visualisiert werden. So sieht man genau, wo man gehen kann, wo man sich lieber ducken oder eher ganz fernbleiben sollte.

 

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Wenn es das Terrain hergibt, können sich einige Charaktere auch im Wasser fortbewegen und verstecken. Auch im Bild: Das Spiel erinnert daran, wann zuletzt gespeichert wurde.


Dies ist auch dringend notwendig, denn auf dem Weg müssen viele solcher normalen Wachen, Strohhut-Wachen, die sich nicht von ihrem Posten weglocken lassen und auch Samurai, die darüber im Nahkampf extrem gefährlich sind, weggeräumt werden. Doch hierbei ist auch auf die zwar nicht hochintelligente, aber dennoch dem Kontext entsprechend agierende, KI zu achten. Befindet sich die Position einer beseitigten Wache auf dem Weg einer Patrouille, wird diese stutzig und sucht die Gegend ab. Je nach Schwierigkeitsgrad und Art der Einheit kann diese Phase der erhöhten Aufmerksamkeit kürzer oder länger ausfallen. Wertvolle Zeitfenster können sich so wieder schließen oder nach hinten verlagern.

Nach einiger Zeit gehen diese jedoch üblicherweise wieder ihrem normalen Rhythmus nach. Es sei denn, sie finden ihre erledigten Kumpanen oder gar ein Gruppenmitglied. Dadurch werden zusätzliche Einheiten auf den Plan gerufen, die auch nach erfolgreichem Abtauchen nicht mehr verschwinden. Um hier den Überblick und die Kontrolle über die Situation nicht zu verlieren, ist es stets sinnvoll, mehr als einen Pfad offen zu halten, beziehungsweise von mehreren Blickwinkeln an ein Ziel heranzugehen.


Um darüber hinaus nicht den Faden in den meist recht langwierigen Aufträgen zu verlieren kann man sich die Missionsziele jederzeit ansehen und zudem auch Hinweise und nützliche Tipps, sowie die gesprochenen Dialoge immer wieder vor Augen rufen. Auf diese Weise bietet Shadow Tactics volle Kontrolle über die Karten, ohne dabei die Bewältigung oder den Lösungsweg vorwegzunehmen. Gut gelöst!

Und auch wenn die Steuerung für einen Titel dieses Genres verhältnismäßig solide umgesetzt wurde, gibt es ein paar Momente, in denen eben diese aufgrund der Komplexität und der von Hause aus trägen Kontrolle in hastigem Gedrücke endet. Gut nur, dass der Schattenmodus und das Schnellspeicher-System hier eine aus der Not geborene Tugend darstellen. Im Grunde ist es nur Gewöhnungssache, wie in den meisten Fällen.

 

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Es geht nicht immer ruhig zur Sache. Auch inmitten eines Schlachtfeldes müssen sich die Agenten des Shoguns bewährend.


Nicht lange gewöhnen muss man sich jedoch an die hervorragende Optik des Titels. Sicherlich, in den Cutscenes offenbaren sich recht rudimentäre Animationen und - bei näherem hinsehen - sind die Modelle auch nicht voller Details und Besonderheiten. Dafür sieht der Titel in der für ihn vorgesehenen Perspektive jedoch einfach nur klasse aus. Die Areale sind mit Details bespickt und atmosphärisch ausgeleuchtet und die Animationen der Hauptcharaktere sehen aus der Entfernung stets grazil aus. Der Samurai-Ninja-Flair kommt dank stilechter Musik auch schnell auf. Diese passt sich sogar der Situation an, wird epischer in finalen Arealen der Karte oder brisanter, wenn man entdeckt wurde. Lediglich die etwas überschwänglichen, englischen Synchronsprecher fallen ein wenig aus dem ansonsten sehr positiven Gesamtbild.

Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als Lobeshymnen sondergleichen zum besten zu geben. Ich bin ohne größere Erwartungen an den Titel ran gegangen und knabbere nun seit gut zwei Wochen alle Missionen und ihre Herausforderungen durch. Die Atmosphäre, das hervorragende Level- und Missionsdesign und die sehr individuellen Charaktere haben mich in ihren Bann gezogen. Die Mimimi Productions haben bereits ähnliche Titel, aber in anderen Settings, angekündigt und ich habe keinen Zweifel, dass auch diese einfach nur hervorragend werden. Kleinen Punktabzug gibt es für die Steuerung, die einem manches Mal aufgrund ihrer Komplexität den Dienst versagt und schnelles handeln erschwert. Aber ansonsten: Meisterlich!

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Geilo, habe mich erst vor kurzem gefragt wie die Remakes machen und keiner macht eins von commandos.
Geiler wäre noch komplett, aber man sollte schon froh sein das es überhaupt raus ist.
Werde mir mal die Demo reinziehen, ist ja zum Glück im Store und bei Amazon für 35 Euro zu holen, da jucken schon die kleinen kauffinger.

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Geilo, habe mich erst vor kurzem gefragt wieso die alles als Remakes rausbringen und keiner macht eins von commandos. Geiler wäre noch koop , aber man sollte schon froh sein das es überhaupt raus ist. Werde mir mal die Demo reinziehen, ist ja zum Glück im Store und bei Amazon für 35 Euro zu holen, da jucken schon die kleinen kauffinger.

Omg, erst lesen und dann rauschicken

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Das habe ich mir Day One auf Steam gekauft und total gesuchtet. Abnormal gut dieses Spiel. Wer auch nur entfernt was mit Strategie oder Taktik anfangen kann MUSS hier zugreifen. Wer nicht MUSS die Demo spielen und sich infizieren lassen.

 

Ich habe die Commandos Reihe sehr geliebt und finde dieses hier sogar noch besser. 

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Da gibts ne Demo? Muss ich heute Abend direkt mal testen... Commandos war super.


Jupp jupp, habe die gestern gezogen, zwei maps sind auf jeden Fall spielbar, die zweite hatte ich nicht mehr geschafft, ist auch egal, ich hole mir das Spiel heute. Das Spiel macht echt Bock und süchtig, wie damals commandos, habe gehofft das es so wird, Geile Sache

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Absolut geiles Spiel ich habe über 50 Stunden in dem Spiel schon verbracht, der Umfang ist so riesig. Es ist zwar sehr schwer aber Frust Momente hat man so gut wie gar keine. Das wichtigste ist speichern, speichern und nochmals speichern in dem Spiel.

Da war erst vor kurzem ein Entwickler bei Gronkh, die arbeiten schon an einem neuen Titel und wieder das gleiche Genre :).

Also das nächste Spiel wird auf jeden Fall gleich gekauft.

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