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[Test] - Hellblade Senua's Sacrifice

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Von der Geschichte getriebene Spiele gibt es sicherlich viele. Jedoch nur wenige erreichen solch ein intensives Maß, wie es beispielsweise die Quantic-Titel. Ein Spiel, welches sich einem ähnlichen, wenn auch sehr viel subtilerem Ansatz verschrieben hat, ist Hellblade: Senua's Sacrifice von Ninja Theory. Wir haben uns auf diese surreale Reise begeben und möchten hier unsere Eindrücke mitteilen. 

 

Die namensgebende Heldin Senua begibt sich auf eine düstere Reise in den Norden des 7.Jahrhunderts. Ihr Ziel ist Helheim, welches in der nordischen Mythologie als Totenreich gehandelt wird. Nach einem grausamen Angriff auf ihr Dorf und den damit verbundenen Tod ihres geliebten, Dillion, will Senua mit der Totengöttin Hela verhandeln, um ihn wieder zurück zu bekommen. 

 

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Der Charakter Senua ist dabei alles andere als heldenhaft oder gar stabil. Vielmehr spielt der Titel mit Labilität, Zweifeln und auch härteren Themen wie Schizophrenie und Wahnvorstellungen im allgemeinen. Als Kind bereits als "Verflucht" gebrandmarkt, weist Senua psychische Störungen auf, die zu keiner Zeit konkret angesprochen, aber auch nicht gerade selten als eventuelle Ursache von alledem angesehen werden können. Dabei spielt der Titel gekonnt mit ihren inneren Dämonen, lässt sie lebendig werden und erschafft so eine massive bedrohende Atmosphäre. 

 

Ninja Theory hat mit Experten und auch an Schizophrenie erkrankten Menschen über Jahre zusammengearbeitet, um diese Szenerie zu so realitätsnah wie möglich darstellen zu können. Und man merkt es zu jeder Sekunde, dass hier mit Sorgfalt und dem nötigen Respekt recherchiert und umgesetzt wurde. Wer das narrative Skelett von Hellblade: Senua's Sacrifice versteht, wird es nicht so schnell wieder vergessen. So wird Senua permanent von mehreren Stimmen mit Zuversicht, Zweifeln, Rat und Rätsel belagert und so durch das komplett HUD-freie Spiel geleitet, ohne dabei wirklich eine Einleitung in Mechaniken und dergleichen zu erhalten. Die innere Zerrissenheit des Charakters kommt sehr konkret und zu jeder Zeit zum tragen. 

 

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Um die Handlung voranzutreiben und so präsent wie möglich zu halten, sind die eigenen Handlungen daher kompakt und meist recht geradlinig aufgesetzt. Intensiv inszenierte Kämpfe gegen übermächtig wirkende Dämonenkrieger, mysteriöse Verfolgung von Schatten und die ständige Frage "Ist das alles real oder nicht?" liegen wie ein drückender Schirm über dem Spiel und lassen den Spieler nur selten zur Ruhe kommen. 

 

Gekämpft wird gegen physikalisch übermächtige Feinde, die zumeist nur wenige Hiebe benötigen würden, um Senua zu erledigen. Daher ist es wichtig, den Vorteil der Agilität auszunutzen, Feinde mit Tritten zum straucheln zu bringen und mit Ausweichmanövern um Gegner herum zu wirbeln, um diese effizient zu beharken. 

 

Rätsel und Kampfeinlagen passen sich gekonnt mit den starken, auch visuell beeindruckenden Szenen ab, die dann die Geschichte vorantreiben und dabei Nutzen aus dem hervorragenden Motion-Capture-Aufnahmen ziehen, die sich mit dem intensivem Sound abstimmen. Nicht ohne Grund wird beim Start empfohlen, den Titel mit Kopfhörern zu spielen, damit die unterschiedlichen Stimmen, die in Senuas Kopf herumschwirren, auch wirklich von allen Seiten des wirken können. Die starke Performance von Melina Juergens, die Senua verkörpert und auch spricht, ist definitiv eine der stärksten der letzten Jahre. 

 

Die oben erwähnten stimmen lassen sich übrigens auch visuell wahrnehmen. So verändert sich die Szenerie gelegentlich, bleibt aber stets optisch ansprechend und stabil. Die bereits erwähnten Motion-Capturing-Leistungen, in Kombination mit realen Schauspielern, die in manchen Szenen schemenhaft eingebettet, aber nie deplatziert, wirken, funktioniert unerwartet gut und bricht nie mit der Immersion.

 

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Also mit Sicherheit ist Hellblade Senua's Sacrifice spielerisch keine Innovationsbombe und bietet nur wenig Fläche für knackige Herausforderungen. Der Kampf ist eine Kombination aus Geschicklichkeit und Opportunismus, die Rätsel sind gut präsentiert, aber nichts wirklich unbekanntes. Vielmehr ist es die emotionale, zerbrechliche Reise, die es so besonders macht. Es wirkt zu jeder Sekunde äußerst intensiv und dramatisch, zugleich jedoch behutsam und vorsichtig. Diese besondere Mischung macht es aus und ist nur schwer in Worte zu fassen. 

 

Hellblade Senua's Sacrifices Darstellung ist - wenn man mit der Materie vertraut ist oder gar Berührungspunkte hatte - extrem unangenehm, weil so nah an der Realität. Für mich war es nicht immer ein leichtes, durch den Titel zu laufen, ohne dabei ernsthaftere Gedankengänge durchzuspielen. Wem es ähnlich geht, dem sei der Titel wärmstens empfohlen. Wer nur nach kurzweiliger Action sucht, wird enttäuscht werden. Hellblade Senua's Sacrifice ist definitiv kein Mainstream-Spiel!

 

 

Infos
Hellblade
Publisher: Ninja Theory
Entwickler: Ninja Theory
Zusammenfassung
Hellblade Senua's Sacrifice ist eine einmalige, kurzweilige Reise.
Positiv
  • Simplifizierte Steuerung
  • Hervorragende Optik & Mo-Cap
  • Grandiose Soundkulisse
Negativ
  • Gameplay nichts überragendes
  • Sehr kurze Spieldauer

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Für mich eins der besten Games dieser Generation, sogar eher eines der letzten Jahre - unglaublich dichte Atmosphäre, absolut atemberaubendes Storytelling durch den Schizophrenie-Twist und der Darstellung dessen, die so akkurat und erschreckend wirkt, dass man schon ins Grübeln kommt, wie es jemanden gehen muss der tatsächlich tagtäglich Stimmen hört oder dessen Optik sich verzieht, der unter Paranoia leidet etc. Dieses Spiel spiegelt diese Erfahrungen bewundernswert wider, und selbst davon Betroffene lobten den Detailgrad, also gehe ich mal davon aus man kann sich nun eindeutig mehr darunter vorstellen als zuvor - und allein das man so erwachsen und professionell mit einem solch heiklen Thema umgeht, dass man es in Form eines Videospiels in Szene setzt und damit bei uns Gamern ein Verständnis schafft für etwaige "Erkrankungen", eine neue Sicht darauf zur Verfügung stellt - das is einfach nur bewundernswert, und Ninja Theory erhält von mir echt allergrößten Respekt für ihre Arbeit, das haben sie wirklich toll gemacht. Bereue es keine Sekunde es direkt zu Release für den fairen Preis von 30 Euro gekauft zu haben.

Und was ich wirklich jedem ans Herz legen kann - schaut euch die im Spiel verfügbare Doku zur Entstehung an, dadurch lässt sich erst nachvollziehen wie schön das Ding entwickelt wurde in den letzten Jahren :)

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War mega cool das Spiel. Der Kauf hat sich wirklich gelohnt. Vorallem die scene im Dunkeln :) möchte aber nicht Spoilern. Das Spiel fesselt ein sehr Vorallem mit 7.1. Surround Kopfhörer ein richtiges Psycho spiel. War zwar etwas kurz aber das macht die unkomplizierte Steuerung und die Umgebung wieder gut. Und für alle platinjäger ist ne easy Platin Trophäe. 

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vor 12 Stunden schrieb Roxas1997:

Für mich eins der besten Games dieser Generation, sogar eher eines der letzten Jahre - unglaublich dichte Atmosphäre, absolut atemberaubendes Storytelling durch den Schizophrenie-Twist und der Darstellung dessen, die so akkurat und erschreckend wirkt, dass man schon ins Grübeln kommt, wie es jemanden gehen muss der tatsächlich tagtäglich Stimmen hört oder dessen Optik sich verzieht, der unter Paranoia leidet etc. Dieses Spiel spiegelt diese Erfahrungen bewundernswert wider, und selbst davon Betroffene lobten den Detailgrad, also gehe ich mal davon aus man kann sich nun eindeutig mehr darunter vorstellen als zuvor - und allein das man so erwachsen und professionell mit einem solch heiklen Thema umgeht, dass man es in Form eines Videospiels in Szene setzt und damit bei uns Gamern ein Verständnis schafft für etwaige "Erkrankungen", eine neue Sicht darauf zur Verfügung stellt - das is einfach nur bewundernswert, und Ninja Theory erhält von mir echt allergrößten Respekt für ihre Arbeit, das haben sie wirklich toll gemacht. Bereue es keine Sekunde es direkt zu Release für den fairen Preis von 30 Euro gekauft zu haben.

Und was ich wirklich jedem ans Herz legen kann - schaut euch die im Spiel verfügbare Doku zur Entstehung an, dadurch lässt sich erst nachvollziehen wie schön das Ding entwickelt wurde in den letzten Jahren :)

Stimme ich in allen Punkten zu!! 

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Hatte mich auch lange darauf gefreut. Als ich jedoch erfuhr, dass hier einmal mehr an einer deutschen Synchro gespart wurde und die kleinen Untertitel alles andere als gut lesbar seien, da oft weiss auf weiss (3 m Sitzabstand zur Glotze) war ich doch sehr schnell ernüchtert und ließ die Finger davon. Da ja erst über viel Dialoge, bzw. Texte, sich einem eröffnet. Geiz-ist-geil-Entwicklungen brauche ich da wahrlich nicht.

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Hatte mich auch lange darauf gefreut. Als ich jedoch erfuhr, dass hier einmal mehr an einer deutschen Synchro gespart wurde und die kleinen Untertitel alles andere als gut lesbar seien, da oft weiss auf weiss (3 m Sitzabstand zur Glotze) war ich doch sehr schnell ernüchtert und ließ die Finger davon. Da ja erst über viel Dialoge, bzw. Texte, sich einem eröffnet. Geiz-ist-geil-Entwicklungen brauche ich da wahrlich nicht.



Stimmt doch gar nicht. rockstar hat kleingeschriebene Untertitel aber net hellblade abgesehen davon ist das englisch Hauptschule Niveau und des andere ist das die Gespräche meistens außerhalb von kämpfen stattfinden, sprich man hat sogar Zeit sich alles durchzulesen. Ich weiss nicht wie gross deine glotze ist aber ab 42 Zoll kann man eigentlich alles sehr gut lesen, ich Sitz 4,5 Meter von einem 55zoller entfernt und kann wenn ich will alles deutlich erkennen.

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vor 2 Stunden schrieb M3lloW:

ohne disc kein Kauf. Digital zeugs kann ich nicht brauchen. schade um den guten titel

Joa, jeder wie er meint, du lässt dir nur echt was entgehen mit der Einstellung. Vor allen Dingen sind digitale Inhalte die Zukunft, auch was Umweltschutz und Kosteneinsparungen anbelangen. 

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Eines meiner Top Titel der letzten Jahre.

Für jeden der bei der Geschichte wie ich nicht ganz durchblicken, guckt euch nach den ersten mal Durchspielen die Extras an. Da wird einiges zum Hintergrund erzählt.

 

vor 3 Stunden schrieb M3lloW:

ohne disc kein Kauf. Digital zeugs kann ich nicht brauchen. schade um den guten titel

 

Hab mich Anfangs auch dagegen gestrebt, wollte mein Spiel im Regal haben.

Mittlerweile kauf ich nur noch Digital.

Aber jeden das seine.

 

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Ich hab es mir zum Release gekauft und erst gestern beendet. War erst hin und weg vom Spiel, doch leider wurde ich am Ende etwas enttäuscht.

Die Story, die Aufmachung etc. sind alles super, doch leider ist das Kampfsystem sehr eintönig, die wenigen Bosse sind keine Herausforderung und die Rätsel auch nur wenig abwechslungsreich. Das Ende des Spiels hat mich auch nicht so umgehauen ...

In Schulnoten würde ich dennoch ne 2- geben, da die Story unfassbar gut war.

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unbedingt mit Kopfhörern zocken, die Atmosphäre war der Wahnsinn im wahrsten Sinne ;)

Für mich auch eines der außergewöhnlichsten Titel was ich bis dato gespielt habe, Hut ab vor solch einem mutigen und unfassbar gut umgesetzten Spiel -> Ninja Theory!!!

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