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[Special] Lootboxen Teil 3: Die Geburtsstunde der Lootbox und deren trauriger Höhepunkt

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Jetzt wissen wir, wie es zur Einführung der Ingame Shops und deren Ausweitung gekommen ist, und welche Unternehmen maßgeblich an der Einführung ebendieser beteiligt waren. Aber nicht nur EA und Microsoft sind die großen Nummern mit diesem Geschäft – Fifa Ultimate Team hat nur gezeigt, wie man mit den kleinen Dingen das große Geld generieren kann. Ganz schnell sind auch andere Größen der Branche auf den Zug aufgesprungen und haben sich Wege überlegt, wie Überraschungskisten mit zufälligen Inhalten in ihren Games auftauchen können – die Lootbox war geboren. Blizzard hat dieses Konzept in ihrem Teamshooter Overwatch dann auch gleich ausprobiert, und der massive Erfolg der Boxen stärkt dem Unternehmen in ihrer Entscheidung den Rücken. Auch wenn sich Overwatch auf rein kosmetische Objekte wie neue Kostüme oder Posen beschränkt, war jetzt der erste Schritt getan, und die Lootbox wurde begeistert angenommen.

 

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Mittlerweile sind wir dann auch schon wieder in der Gegenwart angekommen: Fast jedes größere Spiel auf dem Markt hat eine Art von Lootbox die, mehr oder weniger aufdringlich, Spieler zum Geld ausgeben verleiten soll. Das Konzept der Spieleentwicklung hat sich in der Zwischenzeit sogar so weit gewandelt, dass Konzepte und Inhalte explizit auf den Einsatz von Lootboxen oder Mikrotransaktionen hin entwickelt werden. Spiele die sich in der Entwicklung befanden, wie ein nicht näher bekanntes Star Wars Game wird sogar mitsamt dem Entwicklerstudio Visceral Games eingestampft, um vom Konzept der Offline-Singleplayer Games weg zu Onlinetiteln mit Echtgeldshop und Lootboxen ersetzt zu werden. Laut Electronic Arts Analysten seien Singleplayer Games unter der Spielerschaft nicht mehr attraktiv – eine Aussage, die ich doch sehr stark anzweifeln muss.

 

Eines der unrühmlichen Highlights in dieser Hinsicht ist auch Activision: Der Publisher ließ sich vor Kurzem ein Konzept patentieren, in dem Spieler mit gekauften Waffen gezielt als Werbeträger mit Nichtkäufern in Partien oder Levels gesteckt werden, in denen die jeweils gekaufte Waffe ihre Vorzüge besonders gut präsentieren kann. Auch wenn dieses Patent angeblich noch nicht im Einsatz sein soll, hat dessen pure Existenz bereits für Sorge und Unruhe in der Community gesorgt.

 

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Es werden immer und immer weiter die Toleranzgrenzen von Spielern und Kritikern ausgetestet, um die Möglichkeiten zur Geldgenerierung weiter auszureizen. Speerspitze dieses Vorgehens ist wiederum Electronic Arts, das Unternehmen das sich sowieso schon durch seine Preis- und Veröffentlichungspolitik zum Buhmann der Nation gemacht hat.

 

Das jüngst erschienene Mittelerde: Schatten des Krieges beinhaltet auch wieder Lootboxen – diesmal sind diese allerdings derart einschneidend, dass man als Spieler auf jeden Fall schon von Pay to Win reden MUSS. Mit den neuen Boxen können Einheiten und Fähigkeiten im Spiel freigeschaltet werden, für die man sonst stundenlang farmen und kämpfen muss; eine Erleichterung die sich gerade im Endgame extrem auf das Erlebnis auswirkt. Diese Lootboxen mit ihren Auswirkungen auf das im Spiel so wichtige und hoch beworbene Nemesis System haben auch für sehr harte Kritik, sehr viele negative Schlagzeilen und sehr viel Gegenwind gesorgt – und sich absolut nicht auf das Spiel ausgewirkt. Die Verkaufszahlen sind in Millionenhöhe, Testwertungen weit in den 80er Bereichen, und im Endeffekt meckert jeder, aber trotzdem wird gespielt. Auch hier zeigt sich wieder die schon bekannte Doppelmoral, bzw. riesengroße Lücke zwischen Kritik und Realität.

 

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Auch wenn die ersten Medien wie die Gamestar in Sachen Berichterstattung auf die Probleme des Trends eingehen und überlegen, spiele mit Lootboxen in ihren Tests abzuwerten, wird der Umstand, dass diese Boxen mittlerweile das Tagesgeschäft in der Spieleindustrie darstellen, nahezu klaglos hingenommen. Die kritische Betrachtung dieses einschneidenden Themas wird einfach viel zu spät und oberflächlich behandelt.

Nachdem die Kunden diese Pille geschluckt haben, können wir ja noch eins draufsetzen – und schon wieder lesen wir den Namen EA: Mit Star Wars: Battlefront II hat der Publisher dann endgültig den Vogel abgeschossen, zumindest vorerst. Lootboxen? Check! Im Vollpreisspiel? Check! Massive Vorteile durch die Lootboxen? Check! In einem Multiplayergame? Würde doch niema…. Check! Ja, tatsächlich. Battlefront II bringt das altbekannte Pay to Win Prinzip ganz offen und sogar stolz beworben in Form von Lootboxen in den Multiplayer-AAA-Vollpreistitel Markt.

 

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An dem Punkt war dann aber doch das Fass voll, und die Fangemeinde ging derart massiv und lautstark gegen die Machenschaften vor, dass Electronic Arts nach einigen Shitstorms und dem Redditpost mit den meisten Negativbewertungen in der Geschichte der Plattform, zurückrudern und das Lootboxsystem gegen Echtgeld bis auf weiteres aus dem Spiel entfernen musste. Dieser Schritt soll nicht zuletzt auch durch Druck seitens Disney (der Mutterkonzern hinter der Marke Star Wars) geschehen sein.

 

Am Sonntag werden wir uns abschließend mit einer persönlichen Wertung zu dem Thema befassen, und auch versuchen die eigentlichen Probleme und mögliche Lösungswege zu beleuchten. Zusätzlich ist das Thema Lootboxen mittlerweile ein Politikum geworden und wird auch in großem Rahmen in der Öffentlichkeit besprochen. Dementsprechend heißt unser Thema am Sonntag:

 

Teil 4: Wie geht es mit der Lootbox weiter?

 

 

 

Kleiner Nachtrag am 7.12.2017:

 

Aufgrund mehrfacher Nachfrage sind hier nochmals die Links zu den alten Artikeln. Von meiner Seite ein großes Sorry dass ich nicht von selbst dran gedacht hab! ;-)

 

Lootboxen Special Teil 1

Lootboxen Special Teil 2

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Schöner Artikel, hat Spaß gemacht zu lesen :)

Deinen Worten sei auch im Großen und Ganzen nicht viel hinzuzufügen, die Debatte wurde ja schon intensivst besprochen, auch hier im Forum ^^

Erstaunlich finde ich nur dass du Overwatch nennst, aber kein CoD - dabei hat es Lootboxen in CoD doch schon vor Overwatch gegeben, und sogar Waffen die andere dann nicht haben konnten, gab es schon - ist in diesem Fall zwar kein P2W direkt, da die Waffen meist nicht wirklich besser als die Standardwaffen waren, aber auch hier gab's schon kleine Shitstorms und die Kuh wurde noch mehr gemolken seitens Activision.... 

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