Jump to content
PS4-Magazin auf allen Kanälen - Folge uns!
PS4-Magazin.de
Wolfbyte

[Test] - Star Wars Battlefront II

Recommended Posts

Seit nun mehr vier Jahren kümmert sich allein EA um die Distribution von Star Wars Spielen. In dieser Zeitspanne sind mehrere Mobile Games, wie etwa das sehr erfolgreiche Galaxy of Heroes, und ein Multiplayer-Shooter für PC und Konsole entstanden. Die Rede ist von Battlefront, welches vorab für seine beeindruckende Optik gefeiert und gelobpreist wurde. Das tatsächliche Spiel war dann zersetzt mit mager ausbalancierten Inhalten, wie die auf Grind basierenden Karten, von denen nur Langzeitspieler wirklich etwas hatten und dem nervigen Pickup-System, welches jeden Helden und jedes Fahrzeug zu seiner stressigen Hatz machte. Im November ist nun der zweite Teil erschienen und wir haben uns in den letzten Wochen in einer weit, weit entfernten Galaxie in die Schlacht gestürzt.

Anders als noch der Vorgänger kommt Battlefront II sogar mit einer Story daher. Diese beginnt mit der Zerstörung des zweiten Todessterns bei Endor. Iden Versio, ihres Zeichens Anführerin einer Spezialeinheit der Imperialen Truppen, und ihr Trupp befinden sich derzeit auf Endor und sehen die Zerstörung mit an. Nicht wissend, wie es weitergehen soll, beginnt ein zwiespältiger Kampf für das „Richtige“, der auch in Iden tobt und sie in den kommenden dreißig Jahren - das ist der Zeitraum, in dem die Kampagne spielt - immer weiter in eine eigene Direktive bewegt.

 

ap_d1631906-0b3f-4d6z5r4e.jpeg

Die Story bleibt dabei simpel, bedient sich an den existierenden Maps und ist nach einer guten Spielzeit von 4-8 Stunden auch schon wieder vorbei. Iden und Co. treffen dabei natürlich auf jede Menge Star Wars-Ikonen, wie etwa Luke, Han oder Lando, dennoch bleibt Iden, die ein echter Original-Charakter ist, der für diese Kampagne entwickelt wurde, stets die wichtigste Person in der Story. Ein Spagat, den das Team gut hinbekommen hat. Wie man sieht, die Story bietet zwar unterschiedliche Ansätze, bleibt aber dennoch eher ein Mittel zum Zweck. Nichtsdestotrotz ist der Versuch, eine Brücke zwischen Episode VI und VII zu schlagen, nicht vollends gescheitert. Neben der Kampagne gibt es noch den Arcade-Mode, der wahlweise auch mit einem Partner im Splitscreen gespielt werden kann, und das Herzstück des Titels, den Multiplayer-Part.

 

Zunächst ein paar Worte zum Arcade-Mode, ehe wir uns dem Multiplayer widmen. Im Arcade-Mode gibt es sowohl für die helle, als auch für die dunkle Seite diverse Szenarien, in denen bestimmte Ziele erfüllt werden müssen. Diese Aufgaben, in denen es primär und das Vernichten von X Bots geht, kommen jeweils in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die aufeinander aufbauen. Um Stufe 2 spielen zu können, muss zunächst Stufe 1 abgeschlossen sein und so weiter. Für den Sieg in solchen Szenarien erhält man Credits, die wiederum in Upgrades und Lootboxen investiert werden können. Darüber hinaus kann man auch seine eigenen Szenarien erstellen. Hierfür hat man eine Menge an Möglichkeiten zur Auswahl, wie etwa Örtlichkeiten, Spielmodus, Charaktere und viele, viele mehr. Hier lassen sich auch sehr spezielle Herausforderungen zusammenbasteln. Ein Besuch der Arcade lohnt sich also. Nicht nur für die Credits.

 

ap_71566133-dfd9-414gppdo.jpeg

 

Kommen wir zum Hauptaugenmerk des Spiels. Der Multiplayer, in dem diverse Modi zur Auswahl stehen, von kleinen Scharmützeln bis hin zu großen Schlachten. In „Angriff“ kämpfen zwei Team zu je acht Spielern in missionsbasierten Szenarien gegeneinander an. Hierbei dreht sich alles jedoch mehr um „Erobere X“ oder „Zerstöre Y“. Keine wirklich komplexen Missionen also, aber genug, um das Team strukturiert in eine Richtung zu bewegen. Im „Gefechts“-Modus bekämpfen sich zwei 10er-Teams und sind versucht, das gegnerische Team auszuschalten. In „Helden vs. Schurken“ bekämpfen sich zwei 4er Teams, bestehend aus ikonischen Star Wars Charakteren. Hierbei spielen die Epochen keine Rolle, wie auch im Rest des Spiels, was bedeuten soll, dass Darth Maul auch gemeinschaftlich mit Kylo Ren gegen Lando und Luke kämpfen können. Meister Yoda, Leia, Rey, Boba Fett, Bossk, Imperator Palpatine und noch einige mehr machen diesen Modus zu einer spaßigen und schnellen Hatz. Hierbei wird immer ein Ziel im Team auserkoren, welches es zu attackieren, beziehungsweise zu beschützen gilt. Andere Kills zählen zwar für das eigene Seelenheil, aber nicht für den tatsächlichen Spielstand. Diese kurzweiligen Modi sind allesamt simpel gestrickt und bieten genau das, was man erwarten würde: Action, Blasterfeuer und Star Wars-Atmosphäre.

 

Darüber hinaus gibt es erneut den Sternenjäger-Angriff und diesmal auch direkt mit Raumschlachten. Wie auch alle anderen Modi springt man hier auch zwischen den Epochen, was bedeuten soll, dass man zum einen Maps aus allen drei Trilogien hat, und auch namenhafte Piloten und Schiffe aus unterschiedlichen Epochen steuern darf, wie etwa den Millenium Falcon, Slave-1, aber auch Darth Mauls Scimitar, A- und X-Wings, diverse Tie-Variationen und noch einige mehr. Auch wenn die Steuerung mancher Schiffe nach wie vor etwas zäh ist und die Cockpit-Perspektive weiterhin eher für die Stimmung, als für Effektivität genutzt werden kann, präsentiert sich hier ein durchaus spaßiger Modus, der mit passender Musikuntermalung und stets anwesenden Atmosphäre-Bots für echtes Star Wars-Feeling sorgt.

 

Der größte und aufwendigste Modus ist der „Galaktische Angriff“. In diesem Modus muss eine Seite einen taktisch wichtigen Punkt halten, während die andere Seite – in der Regel die dunkle – versucht, ihn einzunehmen. Ob nun Kashyyk zur Zeit der Klon-Kriege, Der zweite Todesstern, auf dem ein Rebellenschiff abgestürzt ist oder auch Takodana, in dem es darum geht, Maz Kanatas Kastell zu verteidigen. Die Maps sind dabei alle abwechslungsreich strukturiert und biete viele unterschiedliche Wege für diverse Taktiken. „Immer feste Druff“ kann man machen. Man kann aber auch von der Seite eine gezielte Störaktion durchführen. Cool.

 

Wie für alle Modi, in denen es auch beispielsweise Helden gibt, gilt hier (und vor allem hier) auf eben diese, auf Spezialtruppen und Fahrzeuge jeglicher Art zurückzugreifen. Wir erinnern uns an Battlefront 1, in dem Helden und Fahrzeuge nur durch das Aufsammeln von Pickups möglich gewesen war. Dieser Umstand sorgte oft für Frust und nerviges Hin- und Her-Gerenne, wobei nicht selten andere Spieler ein Ticken schneller waren oder man erledigt wurde, ehe man das Helden-Power-Up benutzen konnte.

 

ap_de44e32e-7f90-430o5pbb.jpeg

 

Glücklicherweise gehören diese Probleme der Vergangenheit an. In Battlefront 2 sammelt man hingegen während des Matches Kampfpunkte, für Kills, Aktivitäten, bloßes herumlaufen etc. Mit diesen Punkten lassen sich dann zwischen zwei Spawns weitere Einheiten auswählen. Luft-Unterstützung, Fahrzeuge, Helden, aber auch Spezialeinheiten, wie etwa den Raketen-Truppler oder einen Wookie kann man so auswählen. Helden-Einheiten müssen jedoch zunächst freigeschaltet werden, bevor man sie hier verwenden kann. Wir erinnern uns an dieser Stelle gern an den Aufschrei während der Beta. Die Preise, die pro Held veranschlagt wurden, waren exorbitant hoch und hätten surreale Spielzeiten verlangt, ehe der favorisierte Held genutzt werden hätte können.

 

EA reagierte und reduzierte die Preise, wodurch wir an dieser Stelle keinen Grund zur Kritik mehr haben. Die Preise sind nun in einem humanen Bereich und so darf man auch nicht vergessen, dass es auch bereits freigeschaltete Helden gibt, mit denen man theoretisch direkt loslegen könnte, wenn man sich in einem Match genug Punkte ranholt. Diese werden nämlich für jedes Match wieder zurückgesetzt. Es gilt also abzuwägen, ob man lieber spart, um einmal als Lando Calrissian den Umhang im Wind flattern lassen zu können oder eben ein, zwei, drei Mal als Flammen-Truppler durch die Gegend brutzelt.

Die Grundauswahl beinhaltet vier verschiedene Typen.

 

Die Aussault-Truppen sind die wendige Vorstoß-Truppe, die auf kurze und mittlere Distanz Schaden austeilt. Sie bilden die Spitze des Angriffs und sorgen für ordentlich Krach, während ihnen der Rücken freigehalten wird. Hierfür sind primär die Schweren Truppen zuständig, der mit schweren Geschützen und Körperschilden ausgerüstet ist, sowie die Möglichkeit besitzt, Sperrfeuer auf ein Gebiet niederregnen zu lassen, um es entweder zu halten oder zur Eroberung freizugeben. Offiziere sind hingegen Dritte-Reihe-Kämpfer. Sie stärken die Verbündeten mit ihrem Buff und platzieren automatische Geschütze, die dann entweder den Rücken schützen oder eben offene Seiten abdecken können, beziehungsweise als Frühwarnsysteme genutzt werden können. Wenn es darum geht, einen Trupp effektiver zu machen, sind Offiziere die richtige Wahl. Die letzten im Bunde sind die Spezialisten. Sie benutzen Scharfschützengewehre und allerhand Technik, um Fallen zu stellen oder Gegner zu sabotieren. Wer gern die Lage sondiert und aus großer Entfernung Schneisen in die gegnerische Verteidigung schießt, ist mit den Spezialisten am besten aufgehoben.

 

Sämtliche anwählbaren Einheiten, seien es nun Helden, Bodentruppen, Fahrzeuge oder Fluggeräte, lassen sich zudem individualisieren. Hierfür stehen erneut die Karten bereit, die man über Lootboxen freischalten kann. Hat man genügend Gegenstände beisammen, kann man sich ans Upgraden machen. So kann man sich für unterschiedliche Matches auch unterschiedliche Taktiken zusammenlegen und diese auch direkt vor dem Match noch anpassen. Also dahingehend alles wie gehabt, obwohl sich natürlich Design und auch System der Karten verändert hat. Primär bauen die Karten vielmehr darauf auf, was die einzelnen Klassen bereits können, verbessert oder verändert diese Fähigkeiten.

 

Hier stellt sich natürlich lediglich die Frage der Balance, denn Vielspieler haben schneller weitere Slots für Upgrades freigeschaltet und verfügen auch generell über mehr Inhalte, als Gelegenheitsspieler. Mit der Deaktivierung der PS Store-Verkäufe von Währungen (und somit Lootboxen), haben sich jedoch – zumindest für eine bestimmte Zeit – Pay2Win-Aspekte in Luft aufgelöst. Es gibt halt einfach keine Möglichkeit, in den Titel Geld zu investieren, um zusätzliche Vorteile zu erkaufen. Einzig und allein durch den Kauf der Elite Trooper Deluxe Edition erhält man zusätzliche Gegenstände, die einem einen Headstart verschaffen. Da der Titel aber mittlerweile einige Wochen alt ist, fallen diese Boni kaum noch ins Gewicht. Zudem kann sich jeder, der sich mit den Achievement- und Herausforderungs-Systemen auseinandersetzt, täglich einiges an Credits erspielen, mit denen weitere Inhalte gekauft werden können.

 

ap_e99df956-6efd-4730dpoq.jpeg

 

Da wir aber komplett auf Zusatzinhalte verzichtet haben und auch ansonsten nur rudimentär optimiert an die Sache herangegangen sind, können wir definitiv festhalten, dass sich ohne Weiteres Spaß - kein Frust - mit dem Titel haben lässt. Spielerisch ist Battlefront 2 ein grundsolider Shooter geworden, der nicht nur Spaß allein macht, sondern auch Couch-Koop bietet und – und das ist wohl am wichtigsten – einen stabilen Online-Modus, der sich nur selten mit Abbrüchen, Rubberbanding und anderen Problemen beschäftigen muss.

 

Generell ist der Titel weitaus solider als noch sein Vorgänger, was Technik und Präsentation angeht. Wie auch Teil 1 sieht der Titel optisch natürlich hervorragend aus. Man kann gut und gerne behaupten, dass es wohl aktuell auf PS4 keinen Online-Shooter gibt, der audiovisuell mehr zu bieten hat. Die Charaktere sind super inszeniert, die Helden haben allesamt recht gute Modelle spendiert bekommen und die Animationen sind sehr nah an der Filmreihe, sodass alles zusammen den gewissen Star Wars-Charme versprüht und Atmosphäre aufbaut.

 

Darüber hinaus bedient sich der Titel natürlich an dem legendären Soundtrack von John Williams, dessen orchestrale Untermalung ideal in die Szenerie passt und Gänsehaut erzeugt. Außerdem wurden die deutschen Sprecher der wichtigen Charaktere verpflichtet, was dazu führt, dass sich deren Auftritte an Authentizität kaum noch toppen lässt.

 

Ja, ich bin ein Star Wars Fan aus altvorderer Zeit und ja, ich hatte meinen Spaß mit Battlefront 2. Für die Testphase habe ich meine rosarote Brille jedoch abgelegt und mir ganz genau angesehen, was EA und Dice da fabriziert haben. Ich weiß um die harsche Kritik, die es im Vorfeld regnete und immer noch regnet und es lässt sich noch nicht abschätzen, was EA und Dice in der Zukunft mit dem „überarbeiteten Lootboxen“ und dem ganzen Schnick vorhaben, aber im Moment, da kann ich den Titel einfach mögen.

Infos
Star Wars: Battlefront 2
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Digital Illusions (DICE)
Zusammenfassung
Battlefront 2 hat mich in allen Belangen überzeugen können. Es ist eine Augenweide, baut enorm viel Atmosphäre auf und hat mir auch ohne großes Karten-Management das Gefühl gegeben, meinen Beitrag leisten zu können. Top!
Positiv
  • Abwechslungsreiches Gameplay durch alle drei Epochen
  • Viele Helden + Fähigkeiten
  • Grund-Klassen spielen sich sehr unterschiedlich
Negativ
  • Map-Cycle könnte ruhig öfter durch wirklich alle Maps leiten
  • Fähigkeiten-Icons der Helden teilweise nichtssagend

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Sehr fein, dass du es genauso objektiv betrachtest wie ich.

Denn dann erkennt man, dass es ein solider Shooter ist, der richtig Laune macht.

 

Von der fulminanten Optik obendrein (mit sauberen 60 FPS und HDR) gar nicht zu reden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Klasse Spiel, dass natürlich unter dem den ganzen Loot-Boxen Shitstorm gelitten hat. Durchschnittlich müsste ich nur mit blauen Karten equipped sein. Hindert mich jedoch nicht daran meine Gegner regelrecht zu bashen. :D Danke für den Objektiven Test.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Dieser Inhalt muss durch einen Moderator freigeschalten werden

Gast
Du kommentierst als Gast. Wenn du bereits einen Account hast kannst du dich hier anmelden.
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Wer ist Online   0 Benutzer

    Keine registrierten Benutzer online.

×

Wichtige Informationen!

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung und Community-Regeln.