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Wolfbyte

[Test] - Dragon Ball Fighter Z

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Die Geschichte um den außerirdischen Jungen, Goku, der mit seiner entwaffnenden Naivität und schier grenzenlosem Willen dem Bösen die Stirn bietet, bietet Stoff für eine der erfolgreichsten und am längsten andauernden Anime-Reihe aller Zeiten, Dragon Balls, welche mit Z, GT und Super fortgesetzt und stetig erweitert wurde. Goku kämpft an der Seite vieler unterschiedlicher Freunde und begegnet sehr abwechslungsreichen Feinden, wie etwa den besiegte Feinde konsumierenden Cell oder die Androiden C17&C18, die mit ihrer jugendlichen Arroganz und unfassbarer Stärke für Ärger sorgten. Aus all diesen, sich stets eskalatorisch nach oben bewegenden Geschichten formte sich eine unglaublich einfallsreiche Saga, die mit einem kleinen Jungen begann und bisher in gottgleichen Sphären gipfelt. Dragon Ball ist Kult und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Bandai Namco es nicht nehmen lässt, immer weitere Titel für dieses Universum zu produzieren.

 

Der neueste Streich nennt sich Dragon Ball Fighter Z und bringt aufgrund der Perspektive und Spielerfahrung klassischen - und dennoch frischen Wind - in die Reihe. Narrativ jedoch bewegt man sich in gefühlt funktionierenden Bahnen und baut auf existierende Gerüste auf, versucht dabei jedoch originell zu bleiben. Im Zentrum steht der Androide C16, der während der Cell-Spiele seinen bisher größten Auftritt hatte und aufgrund seines überaus korrekten und gerechten Naturell aus der Riege der Androiden heraussticht.

 

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Auf unerklärliche Art und Weise wird eine C16-Einheit erweckt und mit ihm eine ganze Reihe von Klonen, die den Z Fightern nachempfunden wurden. Die Z Fighters werden in diesem Plot nach und nach ausgeschaltet, sodass es hier primär um die Fragen „Wieso?“ und „Wie kann man es stoppen?“ geht. Goku beherbergt zudem eine fremde Seele in seinem Körper und zu allem Überfluss wurden Frieza und Cell ebenfalls wiederbelebt.

 

Mit C21 taucht zudem ein komplett neuer, weiblicher Android auf, der ebenfalls mit dem Ganzen zu tun hat. Um was es genau geht können und wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, jedoch sei so viel gesagt, dass es sich hierbei zwar um eine simple Abfolge von Ereignissen dreht, es der Geschichte dennoch gelingt, ein authentisches Dragon Ball Feeling aufzubauen. Um dies weiter zu verstärken gibt es noch zwei weitere Plots, in denen Frieza und Goku die Hauptakteure sind. Diese bringen weitere Perspektiven in die Geschichte, sind aber allesamt miteinander verzahnt. Das Episoden-Design lässt zudem vermuten, dass in der Zukunft weitere Geschichten hinzugefügt werden könnten.

 

Die wohl wichtigste Veränderung am Titel selbst stellt der Schritt zurück zu 2D-Arenen dar. Konnte man in vorhergegangenen Titeln noch frei herumfliegen und den Raum nutzen, steht man sich hier stets gegenüber und kann lediglich nach vorn und hinten manövrieren, beziehungsweise natürlich die Diagonale nutzen und sich ducken. Was dadurch passiert ist der Umstand, dass Kämpfe sehr viel konkreter, sehr viel direkter werden und der Fokus mehr auf kurzen Bewegungseinheiten liegt. Der Titel bewegt sein Zentrum so auf die Moves als solches und entfernt die Bewegungskomponente im Raum. Ein schneller Kampf ist das Resultat, welches sich mehr an ähnlichen Spielen, wie der Marvel VS Capcom-Reihe, orientiert.

 

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Gekämpft wird wie gehabt mit schnellen und stärkeren Angriffen, beziehungsweise Energie- und Spezialattacken, wie etwa dem Kamehameha. Jeder Charakter hat dabei ein ganz eigenes Moveset und legt seinen Fokus anders. Die Balance ist dabei definitiv gegeben und zeigt deutlich den Anspruch, den Bandai Namco bei der Fertigstellung des Titels hatte. Mit ein wenig Einübung kann man jeden Charakter richtig manövrieren und seiner Vision entsprechend nutzen. Hinzu kommt das bei allen Charakteren recht ähnliche Moveset-Muster, welches auch den Wechsel zwischen den Kämpfern ermöglicht. Dieser ist ohnehin im Kampf erwünscht, da man stets ein Team aus drei Kämpfern auswählt.

 

Diese können sich dann im Kampf unterstützen, ausgewechselt werden oder auch aufeinander abgestimmte Spezialattacken ausführen. Für Energieattacken wird eben diese benötigt, die durch ausgeteilte und eingesteckte Treffer aufgebaut wird. Teilweise gibt es auch interessante Synergien zu entdecken, da - wie bereits angesprochen - unterschiedliche Charaktere auch ihren Fokus auf andere Bereiche des Kampfes legen.

 

Starke Gegner mit enorm mächtigen Würfen oder langsamen Angriffen, wie etwa C16 oder Ginyu, gibt es ebenso wie agile Fighter mit schnellen Schlagserien, wie Gotenks oder Kuririn; für jeden Typ ist was dabei und die Mischung macht’s. Insgesamt gibt es 22 Charaktere (24 mit den beiden DLC, bzw. sehr-umständlich-freischaltbar-Charakteren, SSGSS Goku & Vegeta) aus allen Epochen, so sind mit Beerus, Hit und Black Goku auch drei Super-Charaktere mit an Bord und - nach Abschluss der Story - auch die neue C21. Die Auswahl als solches wirkt jedoch etwas unausgewogen. Vergleicht man diese mit Ultimate Battle 22 (PS1), tut es schon ein wenig in der Seele weh. Unikate wie Mr. Satan, Muten Roshi oder auch Teile der Ginyu-Force fehlen komplett. Ja, einige Charaktere sind bei Spezialattacken als Seitenakteure dabei, aber das ist keine adequate Nutzung des Potenzials des DB-Universums. Der Charakterbildschirm wirkt, so wie auch der Story-Modus, als sei hier noch Platz für zukünftige Updates.

 

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Dreh- und Angelpunkt des Titels ist das Online-Hub, in welches man sich zunächst einwählen muss. Etwas nervig hierbei ist der Umstand, dass man jedes Mal die Region und einen offenen Raum wählen muss. Raum leuchtet ein, aber die Region könnte der Titel sich gut und gerne merken. Wie dem auch sei, befindet man sich erstmal im Hub, kann man bis zu 63 weitere Spieler mit ihren Chibi-haften Avataren umherwandern sehen und mit diesen interagieren. Für bis zu 8 Spieler offene Ringkämpfe abhalten, in der offenen Arena mit zufälligen Gegnern kämpfen oder in lockeren und / oder Ranglistenkämpfen sein Glück versuchen; alles steuert man von hier.

 

Des Weiteren kauft man hier neue Farben für seine Avatare oder gar ganz neue (aus Lootboxen) für Zeni, die Währung, die man quasi für jede Aktion erhält, tritt in lokalen Kämpfen gegen Freunde auf einer Couch an, spielt eine Runde Arcade oder verliert sich im Storymodus. Die Auswahl an Aktivitäten ist enorm und dennoch liegt der Kern des wohl größten Problems hier begraben: das Matchmaking.

 

Durch das Nutzen eines solchen Hubs werden potenzielle Gegner eingeschränkt und die Stabilität leidet ganz massiv darunter. Des Öfteren wird man aus dem Hub geworfen und muss sich wieder einwählen, was die Suche eines Matches natürlich unterbricht. Darüber hinaus sucht das Spiel viel zu lange nach passenden Gegnern und matched dann doch Spieler miteinander, die im Ranking weit auseinander liegen, Noobs mit Veteranen. Hat man einen Spieler gefunden, haben beide Gegner 60 Sekunden Zeit, das Match zu akzeptieren? Sechzig Sekunden? Yep, viel zu lang für diese geringe Chance auf Matches und außerdem zu subtil in der Aufforderung. Am unteren, rechten Bildschirmrand zeigt eine Lupe an, das nach einem Match gesucht wird. Wurde ein Gegner gefunden, ertönt ein Gong und man muss den Option-Button drücken. Warum? Warum taucht nicht eine Bildschirm füllende Meldung auf, dass ein Gegner gefunden wurde? Sobald die 60 Sekunden langsam ablaufen, merkt man, dass der andere es wohl mal wieder nicht mitbekommen hat. Da man ohnehin nichts (außer rumlaufen) machen darf, während der Suche, da sämtliche Aktionen die Suche pausieren, hätte ein prominentes Popup diesen Umstand garantiert verbessert.

 

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Fassen wir zusammen. Das Spiel als solches spielt sich göttlich. Es ist unglaublich schnell, man fühlt sich zu jederzeit sehr mächtig und durch die simplifizierte, aber dennoch anspruchsvolle Steuerung wird Einsteigern und eSports-Pros etwas geboten, womit man arbeiten kann. Lokale Matches, Arcade und der Story-Mode sorgen für direkte Action und der Roster könnte mehr bieten, stellt aber dennoch genug Abwechslung bereit. Einzig und allein die Online-Anbindung ist momentan ein katastrophales Geflecht aus Warten, Frust und seltenen Glücksgefühlen. Hier muss erst noch Arbeit reingesteckt werden, bevor das so richtig gut wird. Stabilere Server und verbessertes Matchmaking werden kommen, da sind wir uns sicher. Bis dahin ist man lokal besser aufgehoben.

 

Kommen wir auf die Präsentation zu sprechen. Kurz gesagt: Dragon Ball Fighter Z ist ein interaktiver Anime, der vor Action und visueller Perfektion nur so strotzt. Die 3D-Charaktere sind mit passendem Filterwerk so nah an die TV-Umsetzungen angepasst, dass man - vor allen den Cutscenes- manchmal glaubt, man schaue einen Film. Hinzu kommt die Verwendung der japanischen Sprachausgabe, die den Flair so authentisch wie möglich rüber bringt und sich mit Serie-typischen Sounds und rockiger Musik abklatscht. Es ist fast schon absurd, wie begeistert wir von der audiovisuellen Umsetzung des Spiels sind. Dragon Ball Fighter Z ist - in dieser Hinsicht - die perfekte Portion Goku & Co.! Der Schritt zur 2D-Arena mit Fokus auf Charakteren und Qualität war genau richtig. Mehr davon!

 

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Und so schließe ich diesen Test mit einer wahren Lobeshymne in Punkto Gameplay und Präsentation, muss jedoch nochmals meinen Ärger über die desolate Online-Präsenz Luft machen. Da müssen die Mädels und Jungs von Arc System Works nochmal ans Reißbrett. Sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie das können! Nichtsdestotrotz: Dragon Ball Fighter Z spielt sich einmalig gut und ist vor allem für diejenigen, die sich mit ihren Freunden messen wollen, ein Garant für wunde Finger und eine Menge Spaß.

Infos
Dragon Ball FighterZ
Publisher: Bandai Namco Games
Entwickler: Arc System Works
Release: 2018-01-25
Zusammenfassung
Dragon Ball Fighter Z ist im Kern ein grandioses Spiel, welches mit enormer Instabilität zu kämpfen hat. Wenn die Entwickler von Arc System Works das in den Griff bekommen, steht einem soliden Lebenszyklus nichts im Wege.
Positiv
  • Unglaubliche Präsentation
  • Hervorragende Kampfsystem für Einsteiger & Pros
  • Umfangreiches Angebot an Modi
  • Solide Kämpferauswahl...
Negativ
  • ...die leider einige Unikate vermissen lässt
  • Desolate Online-Präsenz
  • Unvorteilhaftes Matchmaking

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