Jump to content
PS4-Magazin auf allen Kanälen - Folge uns!
PS4-Magazin.de
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Wolfbyte

[Test] - God of War

Recommended Posts

Im antiken Griechland hat Kratos bereits ordentlich aufgeräumt. Ares den Rang abgelaufen, Hades im Totenreich erledigt, Poseidon endgültig in die Tiefen des Meeres geschickt, Rabenvater Zeus zu Brei geschlagen; die Liste von mythologischen Wesen, die der hitzköpfige Spartaner in seinen Gier nach Rache in die Knie gezwungen hat, ist unendlich lang. Doch erinnern wir uns zurück, an den Moment nach dem finalen Kampf gegen Zeus, so kommt nicht viel mehr als eine Blutspur zurück vor das geistige Auge. Eine Blutspur, die suggerierte, dass Kratos nicht tot ist und zurückkehren wird. Und genau das ist nun geschehen, im ersten (vollwertigen) God of War für die PS4, welches sich keiner Nummerierung unterordnet und auch keinen Beinamen trägt. Einfach nur God of War.

 

gow1yus8i.jpg

 

Kratos hat es mittlerweile in den kalten Norden verschlagen. Wie er dort hingekommen ist oder warum er die eisigen Gipfel Midgards, wie die Nordmänner unsere Welt nennen, zu seiner Wahlheimat auserkoren hat, ist zunächst unklar und - wie üblich - hüllt sich Kratos in Schweigen. Die Geschichte beginnt mit Kratos und seinem Sohn Atreus, die sich inmitten der Vorbereitungen für den Abschied von Atreus‘ Mutter befinden. Die gute Frau ist erst vor kurzem verstorben und soll verbrannt werden. Ihre Asche, so hat sie es sich gewünscht, wollen die beiden auf dem höchsten Punkt dieser ihnen bekannten Welt verstreuen.

 

So viele Fragen umringen den Plot bereits zu dieser Zeit. Wer war Atreus‘ Mutter? Worauf bereitet Kratos seinen Sohn vor? Was ist seit seinem Kampf gegen Zeus alles passiert? Der zornige Spartaner geleitet durch eine einfache, aber zugleich tiefgreifende Geschichte voller Emotionen und geheimnisvollen Individuen und bewegt sich dabei in äußerst akkurat recherchierten Bahnen der nordischen Mythologie.

 

gow23ws4w.jpg

 

Die Handlung wird dabei wie bei Uncharted primär durch die Erfahrungen der Hauptcharaktere erzählt, so interagieren Kratos und sein Sohn die ganze Zeit miteinander. Sie streiten, koordinieren ihre Handlungen im Kampf, trauern - auf ihre Art - um die geliebte Frau und Mutter. Diese äußerst lebendige Art des Charakteraufbaus ist so authentisch, dass man gar nicht anders kann, als mit den beiden mitzufiebern. Atreus steht Kratos in Willen und Engstirnigkeit in nichts nach, repräsentiert jedoch auch dessen verletzlichen Seiten, die normalerweise unter der harten Schale verborgen bleiben.

 

Kurz gesagt: God of War ist eine meisterlich erzählte Geschichte, die qualitativ auch den größten Hollywood-Produktionen in nichts nachsteht und auf der PS4 nur ganz wenige Titel auf Augenhöhe vorfindet. Kratos war noch nie so gut, wie jetzt. Noch nie so ehrlich in dem, was ihn ausmacht. Noch nie so bewegend und erheiternd zugleich.

 

gow3sysg7.jpg

 

Und erheiternd, nein eher erfrischend, ist auch das Gameplay des neuesten Ablegers. Anstatt auf fixe Kameraperspektiven zu setzen, wie es bisher der Fall war, klemmt das Spiel dem gealterten Gott die Kamera direkt hinter die Schulter. Ähnlich einem Batman: Arkham Knight bewegt sich Kratos nun von der Kamera ausgehend immer nach vorn, was bedeutet, dass er nicht zur Kamera geneigt, sondern immer davon weg läuft. So ist es nun möglich, zu “strafen“, sich seitlich zu bewegen, und das Geschehen voraus immer besser im Blick zu haben. Auf der anderen Seite lauert die Gefahr jedoch von nun an immer von den Seiten und von hinten, sodass ein kleiner Indikator, der die Positionen und Aktionen der Gegner symbolisiert, um Kratos‘ Hüfte herum dafür sorgt, dass man dennoch alles im Blick hat. Ist man dennoch mal unachtsam - oder es ist einfach wieder einmal viel zu viel los - warnt Atreus seinen Vater vor nahenden Gefahren. Einfach hervorragend.

 

Zudem weichen die Santa Monica Studios vom linearen Konzept der Vorgänger ab und erlauben Kratos und seinem Sohn, Midgard und andere Welten in eingeschränktem Maße auch frei zu erkunden. So gibt es neben der Hauptaufgabe auch diverse Nebenaufträge und Herausforderungen zu erledigen, die in dieser „halboffenen“ Welt zu finden sind. Halb offen, da sie dennoch in gelenkten Bahnen agieren und, auch wenn einige Areale weitläufiger sind, nicht alles erkunden können. Eine Weltkarte gibt Aufschluss über wichtige Orte und Ziele und kann bei Bedarf auch mit filtern versehen werden. Dieser Schritt in eine komplexere Welt hilft der Authentizität der Geschichte ungemein, da es diesen fremden, unentdeckten Norden ganz hervorragend skizziert.

 

gow43hs6m.jpg

 

Vom einfachen Button-Geschmetter sieht der Titel auch ab, so nutzt man beide R-Tasten für leichte und schwere Attacken (gerne auch diverse Kombinations-Angriffe) und zückt mit L seinen Schild, der - im richtigen Moment gehoben - auch Gegner zum Straucheln bringt und so das ideale Konterwerkzeug darstellt. Anstatt mit Schwertern und Ketten zu kämpfen, gibt sich Kratos diesmal mit der Leviathanaxt zufrieden. Dieses wertvolle Erbstück verfügt über zwergische Runenkräfte und kann jederzeit von Kratos zurückgerufen werden. Die Axt kann dadurch wie ein Boomerang genutzt werden, der Feinde auch von hinten attackieren kann.

 

Monster an der Wand festnageln, Gegner mit der eisigen Magie der Axt an Ort und Stelle festfrieren oder einfach nur bloße Gewalt auf die nordischen Ungetüme niederprasseln lassen; die Leviathanaxt ist das A und O im Kampf gegen den kalten Norden. Und auch in Rätseln kommt sie zum Einsatz. So müssen des Öfteren Kettenmechanismen an richtiger Stelle eingefroren werden, instabile Bauwerke zum Einsturz gebracht werden oder auch weit entfernte Schalter in der richtigen Reihenfolge oder mit dem richtigen Timing aktiviert werden. Teilweise sind die Lösungen recht knifflig, in der Regel beläuft es sich aber simplere Abfolgen, die mit Atreus‘ Hilfe leicht zu lösen sind.

 

gow5j8s0b.jpg

 

Als Belohnungen winken nicht selten Materialien und Runen zur Verbesserung der eigenen Ausrüstung oder gar komplett neue Ausrüstungsteile. Kratos kann diesmal nämlich seine Rüstung austauschen, kaufen und verkaufen oder eben aufwerten. Um dies zu bewerkstelligen, müssen Runenzauber in vorhandene Slots eingefügt werden, die dann beispielsweise neue Fähigkeiten aktivieren oder Attribute von Kratos verbessern. Ganz im Sinne der Soft-RPGs verfügt Kratos nun auch über Grundwerte, wie Abwehr, Schaden oder Abklingzeiten, die es stetig zu verbessern gilt. Eine Neuerung, die sich sehr geschmeidig in den Titeln einfügt und in den richtigen Intervallen auf sich aufmerksam macht. Durch die beiden Schmiedebrüder, die überall in der Welt ihre Lager aufgeschlagen haben, wird man immer zur rechten Zeit daran erinnert, seine Ausrüstung zu überprüfen und gegebenenfalls durch ein passenderes Outfit auszutauschen. Natürlich auch für Atreus, der zwar nicht über die Komplexität von Kratos verfügen darf, aber dennoch Teil der Progression ist.

 

Ganz so wie beim Ausbau der Skills, die sich Stück für Stück freischalten und dann käuflich erwerben lassen. Mit anschaulichen Videos und einer ausreichenden Erläuterung wird einem das verfügbare Repertoire nahelegt. Zusätzliche Axt-Angriffe, Verbesserungen für die Sparta Rage - die natürlich nicht fehlen darf -, nützliche Assist-Attacken für Atreus; die Auswahl bleibt überschaubar, aber dennoch abwechslungsreich genug, um dem Team genau die richtige Entwicklung zu ermöglichen.

 

gow6ans1i.jpg

 

Betrachtet man den Wandel des Titels im Verhältnis zu den Vorgängern, so wirkt der Wechsel der Kamera und des Gameplays zunächst massiv. Den Santa Monica Studios ist es jedoch gelungen, den Kern des Spiels und das Tempo beizubehalten, ja gar zu verbessern. God of War war noch nie so intuitiv und intensiv wie jetzt auf der PS4, was daher rührt, dass die Action sehr viel näher an den Protagonisten herangerückt ist und ihn sowohl spielerisch als auch emotional mit dem Controller verschmelzen lässt. Die Synergien zwischen Kratos und seinem Sohn erzeugen einen hervorragenden Spielfluss und fühlen sich in jeder Sekunde kontrollierbar an. Es war noch nie so spaßig und fordernd, sich durch Gegnermassen zu schnetzeln, wie in diesem Spiel. Man sollte den Begriff nicht zu inflationär benutzen, aber God of War ist in jeglicher Hinsicht ein Meisterwerk.

 

Und natürlich trifft das auch auf die Technik zu. Grafisch spielt der Titel in einer Liga mit Grafikbomben wie Uncharted 4 oder Batman: Arkham Knight. Unglaublich detaillierte Charaktermodelle, die imstande sind, auch subtilste Emotionen darzustellen, wunderschöne, farbenfrohe und fantasievolle Landschaften, die nur von den teilweise gigantischen Kreaturen überboten werden und pointierte Effekte, die im Eifer des Gefechts besonders schön wirken erzeugen ein Gesamtbild, welches qualitativ kaum zu überbieten ist.

 

gow7u0s6z.jpg

 

Begleitet wird diese Mystische Reise von stimmungsvoller Musik, die nie wirklich abklingt und das jeweils aktuelle Szenario - wenn auch subtil - begleitet und atmosphärisch untermalt. Die exzellenten, deutschen, Synchronsprecher tun dann ihr bestes, um den Charakteren Leben einzuhauchen und auch wenn Kratos mittlerweile eine neue, ältere, rauchigere Stimme hat, befindet er sich über all dem und verbindet diese neue, noch unverbrauchte, Welt auf allen Ebenen. Natürlich verfügt der Titel über zusätzliche Optionen, wie etwa HDR-Unterstützung, und generell auch die Möglichkeit, zwischen Performance und Qualität zu entscheiden.

 

Das Fazit fällt heute recht kurz aus. God of War ist das beste, was ich bisher in diesem Jahr spielen durfte und ich kann mir kaum vorstellen, dass ich diese Aussage noch in diesem Jahr revidieren werde. Die Geschichte, die Welt und die sehr emotionale Verbindung zwischen Vater und Sohn haben mich dermaßen begeistert, ich summe schon im Alltag das Hauptthema des Spiels leise vor mich hin. Hollywood kann einpacken. Kratos ist zurück.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Da gibts nicht mehr viel hinzuzufügen. Auch für mich die Nummer 1 des Jahres 2018. Ich könnte mir aber vorstellen, dass in diesem Jahr noch Konkurrenz kommt. Mal abwarten.

 

Für mich hats das neue Kampfsystem rausgerissen, sowie das Looten und verbessern der Rüstung / Waffen. So mag ich das. Unkompliziert und sofort spürbar.

 

Danke für den Test 11/10 kann ich so unterschreiben!

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Super Anfang aber nun lässt meine Lust nach, dennoch gutes Spiel aber für mich definitiv kein Game of the Year!

Für mich eine 8.5/10!

 

- Teils hackelige Steuerung

- Übersicht in Kämpfen geht oft verloren

- Bosskämpfe nicht überragend

- Repetitives wird mit Variationen gut überdeckt, dennoch ein Kritikpunkt von mir

- Höhere Schwierigkeitsstufen mit Balancingproblemen

- Cineastische Cutscenes hätten manchmal gerne noch etwas mehr sein dürfen, bis auf den ersten "Boss" sind die nachherigen eher etwas mau 

 

Meckern auf großem Niveau, aber sie haben ihre Berechtigung wie ich finde :)

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Was ich im Artikel vermisse, was ich absolut Klasse finde ist der Punkt, dass ab Start des Spiels - also vom Hauptmenü aus, sobald man auf "neues Spiel" klickt - bis zum Abspann, wenn die Credits durchlaufen (also dem wahren Ende des Spiels) - es nicht einen einzigen Cut gibt, keine Millisekunde schwarzen Bild, selbst bei der Schnellreise werden die Ladezeiten so geschickt verborgen, das gefällt mir beinah am meisten an dem Game 🙃

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Super Test zu einem grandiosen Spiel 👍
Und um das ganze von ein bisschen besser zu machen: @Wolfbyte Wenn ich das richtig mitbekommen habe, gibt es inzwischen durch einen Patch die Möglichkeit, die Schrift zu vergrößern - müsste unter dem Menüpunkt "Barrierefreiheit" zu finden sein.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Danke für den tollen Test. Einen Punkt habe ich noch zu ergänzen, den viele scheinbar gar nicht auf dem Schirm haben:

 

vor 19 Stunden schrieb Wolfbyte:

Natürlich verfügt der Titel über zusätzliche Optionen für den Gebrauch mit einer PS4 Pro, wie etwa HDR-Unterstützung,

 

HDR kann auch die Release PS4. Wichtig ist nur die Firmware 4.0 und ein entsprechend gutes HDMI-Kabel.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 5 Stunden schrieb Red Sun King:

Danke für den tollen Test. Einen Punkt habe ich noch zu ergänzen, den viele scheinbar gar nicht auf dem Schirm haben:

 

 

HDR kann auch die Release PS4. Wichtig ist nur die Firmware 4.0 und ein entsprechend gutes HDMI-Kabel.

Danke für den Hinweis. Habe ich im Test ausgebessert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 11 Stunden schrieb _Raschi_:

@peter.iq wärst du so freundlich und würdest deine Antwort editieren und die letzte Zeile in Spoiler packen? 

Wir wollen doch den Leuten, die sich das Spiel erst noch kaufen werden, nicht den Spaß verderben 😉

Stimmt, hab's gelöscht, weiss nicht  wie das einfügen eines Spoilers funktioniert. 🤔🤔

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 3 Stunden schrieb ak666mod:

[ spoiler ] text [ / spoiler ] 

 

ohne leerzeichen in den eckigen klammern. 

 

oder oberhalb des nachrichtenfensters einfach auf das auge klicken

  Unsichtbaren Inhalt anzeigen

test

Danke!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Dieser Inhalt muss durch einen Moderator freigeschalten werden

Gast
Du kommentierst als Gast. Wenn du bereits einen Account hast kannst du dich hier anmelden.
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  

  • Wer ist Online   0 Benutzer

    Keine registrierten Benutzer online.

×

Wichtige Informationen!

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung und Community-Regeln.