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Calvin Rimpel

[Test] - Hitman 2

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Nach der Abspaltung IO Interactives von Square Enix erscheint mit Hitman 2 nun die erste Solo-Nummer des Entwicklerstudios. Ob Agent 47 auch dieses Mal wieder ins Schwarze trifft oder doch sein Ziel verfehlt? Wir finden es heraus.

 

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Die Geschichte von Hitman 2 setzt genau da an, wo die vorherige Staffel ihr Ende nahm. Der sogenannte „Shadow Client“ ist nach seinem Täuschungsmanöver immer noch auf freiem Fuß und Agent 47 nimmt die Verfolgung auf. Beauftragt von einer zweiten Organisation, reist der glatzköpfige Killer in mehrere Länder, um hochrangige Ziele in der Miliz des „Shadow Clients“ auszuschalten und diesem ein für alle Mal das Handwerk zu legen.

 

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Wer in seinem Leben schon einmal mit dem langjährigen Hitman-Franchise in Berührung gekommen ist, wird sich auch in der zweiten Season sofort heimisch fühlen. Die Neurungen halten sich dementsprechend in Grenzen. Doch einer der zentralen und wichtigsten Aspekte der Serie, pumpt auch hier weiterhin im Herzen des Gameplays– spielerische Freiheit.

Das Ziel jeder in sich abgeschlossenen Mission besteht zwar ultimativ in der Eliminierung der Zielperson(en). Die Art und Weise jedoch, wie ihr dieses Ziel erfüllt, ist das, was Hitman als Stealth-Titel dermaßen aus der Masse der Genrekollegen abhebt. Lasst mich euch einmal exemplarisch auf die Durchführung einer Mission entführen, damit klar wird, wie viele Varianten zur Lösung des tödlichen Puzzles zur Verfügung stehen.

 

Der Einsatzort ist das strahlend schöne Miami, welches aufgrund eines Autorennens gerade in absoluter Hochstimmung ist. Die Touristen quellen nur so aus ihren Sitzen hervor und für Agent 47 gilt es zwei Zielpersonen, eine davon Teilnehmerin des Rennens, auszuschalten. Ihr startet mit einem Briefing, in dem ihr rein theoretisch den Starpunkt innerhalb des Levels und potentielle Waffen für euer blutiges Unterfangen auswählen könnt. In der Praxis jedoch, stellt sich rasch heraus, dass es für unseren lautlosen Jäger alles andere als einfach wird und er sich sein Equipment während des Einsatzes selbst besorgen muss. Denn Mitbringsel wie Klavierseiten, Schusswaffen, Tazer oder anderes Handwerkszeug, das im Repertoire keines professionellen Auftragsmörders fehlen darf, muss zunächst über Herausforderungen freigeschaltet werden.

 

Diese bestehen zumeist aus spezifischen Aufgaben. Sei es, dass ihr die Zielperson etwa auf eine bestimmte Art und Weise umbringen sollt, keinen Alarm schlagen dürft oder das Level in windeseile abgeschlossen werden muss. Ein wiederholtes Spielen der ausgefeilten Levels ist also dem Missionsdesign inhärent, wodurch der Wiederspielwert dank der zahlreichen Herausforderungen enorm ansteigt.

 

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Wurde der erste Schock verdaut, kann es losgehen. Mit fescher Sonnenbrille und adrettem Polohemd mischte ich mich unters jubelnde Folk, bis mich nach wenigen Sekunden ein bulliger Wächter bereits unsanft am Vorankommen hindern wollte.

 

Nun bin ich selbstverständlich nicht auf den Kopf gefallen und ließ meinen Blick über das Gelände schweifen. Rechts noch mehr Wachen, die scheinbar den Zugang zu einem farbenprächtigen Hotelgarten versperren, geradeaus der vollgestopfte Eingang für alldiejenigen, die ein Ticket gelöst haben, während links eine unscheinbare Unterführung in eine Tiefgarage führt. Die Wahl, ist eindeutig.

 

Während ich also so unauffällig wie möglich durch das Parkhaus schlendere, könnte ich schwören, dass mich ein Brecheisen schelmisch anlacht, weswegen ich unseren universal einsetzbaren kleinen Freund freilich nicht alleine lassen kann. Plötzlich höre ich jedoch die genervten Schreie eines Mannes aus einem der dunklen Gänge hallen.

 

Nachdem die Lage unter Kontrolle zu sein scheint, riskiere ich einen heimlichen Blick und entdecke einen jungen Kerl, der in das Maskottchenkostüm eines pinken Flamingos gehüllt zu sein scheint. Ein fixer Schlag auf den Kopf und das pinke Federvieh befindet sich im Reich der Träume, was es mir erlaubt, jenes Kostüm an mich zu nehmen und mich als unschuldiges Vögelchen zu verkleiden.

 

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Dies ermöglicht mir nun den Zugang zu Orten, an denen ich in meiner schnittigen Alltagskleidung ungewollte Aufmerksamkeit erregt hätte. Dementsprechend mache ich mich auf in Richtung des Hotelgartens und bemerke, dass eine Leiter in Richtung des Daches führt. Nachdem ich mein morgendliches Sportprogramm hinter mich gebracht habe, treffe ich auf einen schlafenden Sicherheitsbeamten, der kurzerhand ein unfreiwilliges Nickerchen einlegt und in einer Mülltone abgelegt wird, damit der Körper aus dem Blickfeld potentieller Schaulustiger verschwindet.

 

Mit der neuen Verkleidung erhalte ich daraufhin nicht nur Zugriff auf noch mehr Areale und somit weitere Ansatzpunkte, an meine Zielpersonen heranzukommen, sondern freundlicherweise besitzt der Mann auch noch eine Pistole, die als Wachmann bei einer Durchsuchung keinerlei Aufmerksamkeit erregen wird. Diese verleibe ich mir selbstredend sofort ein - nur für den Fall, natürlich.

 

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Vermeintlich gut ausgestattet, mache ich mich nun endlich auf den Weg zu der ersten Zielperson, die scheinbar auf multiplen Ebenen innerhalb eines Gebäudes hin und her wandert. Unglücklicherweise scheinen zahlreiche Leibwächter präsent, was die Arbeit für Agent 47 unnötig erschwert. Glücklicherweise besitzt jedes Level zahlreiche alternative Routen, um der Zielperson das Licht auszuschalten.

 

So könnte ich es einerseits wie einen Unfall aussehen lassen, bei dem die Zielperson, ein rücksichtsloser Tech-Mogul, bei einem verpatzten Waffentest, der auf der oberen Ebene durchgeführt wird, ums Leben kommt. Ich hingegen wählte die „Metzger-Methode“, indem ich einem Leibwächter nach dem anderen das Lämpchen ausknipste, bis das Mordopfer isoliert keine Chance mehr hatte, zu entkommen und mit einem Ruck unsanft mehrere Etagen in die Tiefe stürzte.

 

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Bei der zweiten Zielperson entschied ich mich hingegen dazu, etwas subtiler vorzugehen. Scheinbar verlangt unsere gute Rennfahrerin nach dem stressigen Rennen eine Spritze, um ihre Energiereserven wieder aufzufüllen. Was spricht also dagegen, die Rolle eines Sanitäters anzunehmen und den Tropf des ahnungslosen Opfers mittels einer Giftspritze zu manipulieren? Richtig, gar nichts.

 

Und genau dies ist das entscheidende Argument, dass ich zu Beginn dieses Tests angesprochen habe. Nur wenige Spiele besitzen ein solch diverses, ausgeklügeltes Leveldesign und die spielerische Freiheit, ein Missionsziel auf so viele verschiedene Arten und Weisen anzugehen. Ihr wollt das Ziel per Scharfschützengewehr aus der Entfernung ausschalten? Kein Problem. Ihr wollt den Whiskey des Opfers mit Rattengift „veredeln“? Nichts leichter als das. Tragischer Unfall bei einem misslungenen Experiment? Auf jeden Fall. Oder doch lieber oldschool per Klavierseite? Sehr gern, Agent 47.

 

Nur selten gehe ich bereits abgeschlossene Missionen bei Spielen zum wiederholten Male an, doch Hitman hat mit der geschickten Integration von Herausforderungen exakt diese Reaktion bei mir ausgelöst.

 

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Abseits der normalen Einzelspielerinhalte verfügt Hitman 2 überraschenderweise auch über Mehrspielerinhalte. Zum einen können andere Spieler die verschiedenen Gebiete des Titels nutzen, um selbst erstellte Missionen mit verschiedenen vorgefertigten Parametern zu teilen. Zum anderen findet sich mit dem Ghost Mode ein kompetitiver Duellmodus, in dem Zielpersonen so schnell wie möglich ausgeschaltet werden müssen.

 

Bei Sniper Assassin ist der Name Programm und es gilt kooperativ Leibwächter und VIPs aus der Entfernung zu töten. Während die letzten beiden Modi eine kurzweilige Unterhaltung darstellen, nutzt sich insbesondere Sniper Assassin aufgrund der fehlenden Levelvielfalt leider rapide ab. Der Multiplayer ist definitiv nicht die Stärke von Hitman 2.

 

Abschließend sei auch noch auf die zeitlich begrenzten Missionen hingewiesen, in denen ihr nur einen Versuch habt, ein Ziel (beispielweise gespielt von Sean Bean) auszuschalten. Vergeigt ihr es, ist die Mission für immer gescheitert. Coole Grundidee, die manchen Spielern jedoch sauer aufstoßen wird.

 

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Während Hitman 2 beim Gameplay auftrumpft, kommt es auf technischer Ebene nicht über den guten Durchschnitt hinaus. Die teilweise exzessive Darstellung von Menschenmengen ist zwar beeindruckend, doch regelmäßige Framedrops trüben die Spielerfahrung. IO Interactive kriegt jedoch einen dicken goldenen Stern dafür, dass sie auf der PS4-Pro zumindest 60 FPS angepeilt haben, auch wenn es die Konsole nicht immer stemmt.

 

Mit den verschneiten Bergen Japans, windigen Küsten Neuseelands, den Rennstrecken Miamis oder dem tropischen Dschungel Kolumbiens wird darüber hinaus auch visuell einiges an Abwechslung geboten, jedoch löst es nicht das grafische Staunen eines Red Dead Redemption 2 oder Spiderman aus. Die englische Sprachausgabe ist hingegen solide und der unaufdringliche Soundtrack dient eher der Hintergrunduntermalung, als dass er mit bombastischen Stücken auftrumpft.

 

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Fazit:

Um es kurz zu machen – Hitman 2 ist ein fantastischer Repräsentant des nun mittlerweile achtzehnjährigen Franchises. Vom raffinierten Leveldesign bis hin zur spielerischen Freiheit weiß es in fast jedem Punkt maßlos zu überzeugen. Etwaige Neuerungen sind zwar rar gesät und auch an der Technik hapert es ein wenig, doch wenn die Kernkomponenten von Hitman so wunderbar harmonieren, wie es hier der Fall ist, lässt sich dies verschmerzen.

Infos
Hitman 2
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
Entwickler: IO Interactive
Release: 2018-11-12
Zusammenfassung
Für Liebhaber von exzellenten Stealth-Spielen führt kein Weg an Hitman 2 vorbei. Absolute Kaufempfehlung.
Positiv
  • Spielerische Freiheit
  • Ausgeklügeltes Leveldesign
  • Herausforderungen
Negativ
  • Technisch nicht viel mehr als Mittelmaß
  • Framerateeinbrüche
  • Multiplayer wirkt aufgesetzt

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Guter Test. Bin zwar noch nicht mit allen Schauplätzen durch, momentan in Mumbai, aber macht wieder richtig viel Spaß. Die enorme Vielfalt an Möglichkeiten die Missionen zu bestreiten ist echt grandios.

Mir hat der 1 Teil (2016) schon sehr gut gefallen. Teil 2 gefällt mir bisher sogar nochmal eine Ecke besser.

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vor 21 Minuten schrieb ak666mod:

 

Ist Teil 1 nicht direkt in Teil 2 integriert? 

 

Integriert ja, aber du musst dennoch die Episoden bzw. die 1 Season gekauft haben. Dann kannst du die alten Episoden kostenlos als Legacy Update komplett mit Hitman 2 spielen ohne das man zwischen den Spielen hin und her wechseln muss.

 

https://www.gamestar.de/artikel/hitman-2-alle-missionen-aus-dem-vorgaenger-mit-neuen-features-spielbar,3333713.html

 

 

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Danke für den Test.

 

Schön ,dass sie wieder solide Hitman Kost liefern.

Hitman Absolution habe ich noch übelst gesuchtet, aber beim direkten Vorgänger bin ich immer noch im 4ten oder 5ten Lvl.

 

Keine Ahnung, aber irgendwann war die Motivation weg. Ich kann nichtmal sagen, woran es lag, ob es das Episodenformat war, oder es immer wieder neu und anders ausprobieren zu müssen...

 

Evtl kann ich mich nochmal irgendwann dazu durchringen, es zu beenden, aber wenn nicht, wird auch Teil 2 nicht mehr gekauft...

 

Trotzdem allen anderen viel Spaß bei diesem Hitman Teil

 

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