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Mit dem Roman Metro 2033 erschuf Autor Dmitri Alexejewitsch Gluchowski ein dystopisches Horrorszenario, welches die Frags aufbrachte: „Was passiert, NACHDEM die Bomben gefallen sind?“. In Gluchowskis Bestseller leben die Überlebenden Moskauer in den U-Bahn-Stationen, der Metro, und bauen sich dort eine neue Gesellschaft auf. Der ständige Kampf um Ressourcen und politisch-orientierte Unterschiede lassen die Tunnel des moskauer Verkehrsnetzes zu einer von der Außenwelt abgeschnittenen Miniatur-Welt verkommen, in der Gruppierungen sich bekriegen und zeitgleich gegen Kreaturen kämpfen müssen, die von draußen kommen und somit der Strahlung ausgesetzt waren. 

Und weil Gluchowskis Szenario solche eine Zugkraft aufwies, hat er nicht nur zwei weitere Romane verfasst, sondern die Rechte auch der digitalen Unterhaltungsbranche zugänglich gemacht. Mit Metro Exodus erscheint nun der dritte Teil dieser Videospiel-Reihe, der einen komplett eigenen Weg beschreitet, aber die bekannten Gesichter der Saga weiterhin als Ensemble im Geschäft behält.

 

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Wie auch schon die Vorgänger ist Metro Exodus ein von der Story getriebenes Erlebnis, welches sich tief emotional mit der massiv durch den Atomkrieg beeinflussten Gesellschaft Russlands auseinandersetzt. Protagonist des Titels ist erneut Roman-Held Artjom, der mit der Vernichtung der Schwarzen, einer über Telepathie in den menschlichen Verstand eindringenden (aber im Endeffekt nur missverstandenen) Rasse, zum Helden geworden ist. Wir werden Aspekte der Geschichte umreißen, die sich innerhalb der ersten Spielstunde erfassen lassen. Wem das bereits zu viel, der möge den nächsten Abschnitt überspringen. Wir markieren ihn natürlich. 

 

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Und hier geht's mit der Story los!


Artjom zieht es ihn zumeist allein nach draußen, wo er den Radiofunk abhört und nach anderen Überlebenden sucht, außerhalb der Metro. Von Oberst Miller, Vater von Artjoms Partnerin Anna, argwöhnisch beäugt, entzieht er sich dem Leben in den Tunneln und jagt diesem Mythos der über die Grenzen der Metro hinausreichenden Welt hinterher, bis eines Tages ein echter Zug über das Schienennetz Moskaus fegt, am helllichten Tag. 

Nach einem unvermeidbaren Konflikt mit den Betreibern des Zuges erfährt Artjom, dass es doch Leben über die Grenzen Moskaus hinweg gibt. Durch Störsender hat die militärische Ordnung von Moskau die Metro versteckt gehalten, um weitere Angriffe zu vermeiden. Mit der Information, dass der Krieg noch nicht beendet ist und außerhalb der Stadtgrenzen eine intakte Regierung existiert, machen sich Artjom, Anna, Miller und einige weitere Soldaten auf, diese zu finden und darüber zu informieren, dass es in Moskau noch Menschen gibt, dass es noch nicht zu spät ist, sich das Land von den Kreaturen zurückzuerobern. Kurz gesprochen: Auf Schienen fahren Sie dem Grauen entgegen. 

 

Und vorbei!

 

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Metro Exodus ist, wie die Vorgänger ebenfalls, eine sehr intensive First-Person-Erfahrung. Artjom trägt zu jeder Zeit einen schweren Rucksack mit allerlei nützlichen Gegenständen mit sich herum und kann bis zu drei Waffen mitführen und das merkt man auch. Generell bewegt er sich langsam, jeden Schritt kann man fast schon spüren, jede Aktion wird ausgespielt, jedes Klettern lässt den virtuellen Kopf mit in die Bewegung fahren. Unendliche Rennerei ist auch nicht drin, viel mehr sind es kurze, impulsartige Sprints, die Artjom hinlegen kann, wenn es nötig ist.

 

Die schwerfällige Detailverliebtheit schlägt sich auch auf die Nutzung der bereits angesprochenen Ausrüstung nieder. Artjom ist ausgerüstet wie ein Schweizer Taschenmesser und so ist es notwendig, mehrere Shortcut-Menüs über das Halten von L1/R1 durchzuschalten, um so beispielsweise das Feuerzeug, das Nachtsichtgerät, das Fernglas, unterschiedliche Waffen, das Ladegerät oder auch den Rucksack zu aktivieren.

 

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Dieser fungiert als Crafting-Werkzeug und ermöglicht es Artjom auch unterwegs das nötigste herzustellen. Medi-Packs, Stahlkugeln für das Luftdruckgewehr oder auch Wurfmesser können so jederzeit und überall hergestellt werden, insofern Artjom über die notwendigen Materialen verfügt. Außerdem muss die Ausrüstung auf diesem Wege regelmäßig gereinigt werden, um Fehlfunktionen zu vermeiden. Möchte man jedoch auf das gesamte Arsenal an Herstellungsmöglichkeiten zurückgreifen, muss man sich eine Werkbank suchen. An dieser können dann auch weitere Wurfgeschosse, wie Molotovs oder Granaten hergestellt werden, aber auch richtige Munition für andere Waffen.

 

Von denen gibt es tatsächlich nur eine überschaubare Menge, die aber durch Modifikationen, wie etwa ein längerer Lauf, ein manipuliertes Magazin oder Zielfernrohre mit oder ohne Nachtsichtfunktion verbessert werden können. Da man solche Upgrades auch an den Waffen feindlicher Menschen finden kann, wächst das Potential von Artjoms kleinem Arsenal stetig an.

 

Und so langsam und zäh (vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden) der Einstieg auch sein mag, je tiefer man in das verseuchte Russland vordringt und je mehr man sich mit den vielen Möglichkeiten, die Artjoms Ausrüstung bietet, vertraut macht, desto intensiver wird das Spielerlebnis. Erfolge kommen einem nicht zugeflogen, aber es ist ein verdammt gutes Gefühl, sich triumphierend aus einem, beispielsweise, leer gefegten Banditenlager zurückzuziehen, da man genau weiß, die Vorbereitung der Ausrüstung, das Ausspähen der Situation aus dem Schatten heraus und schlussendlich die effiziente Nutzung der wenigen Ressourcen hat dazu geführt, dass man siegreich aus der Situation hervorgegangen ist, obwohl man zunächst 20:1 unterlegen war.

 

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Apropos Schatten. Die Licht-Verhältnisse spielen eine unglaublich wichtige Rolle. Nicht nur, weil in dunklen Schächten die obligatorischen Mutanten lauern und man ohne Funzel nicht wirklich was reißen kann, sondern weil das Element der Dunkelheit auch gegen seine Feinde einsetzen kann. Nahezu jede erreichbare Lichtquelle kann ausgeschaltet werden, entweder mit Waffengewalt oder per Knopfdruck, was dazu genutzt werden muss, um Feinde zu isolieren und zu desorientieren. Hier spielt auch das Nachtsichtgerät mit in die eigenen Karten, da der Lichtkegel der Taschenlampe natürlich für Feinde sichtbar wäre (was aber auch genutzt werden kann, um Gegner auf eine falsche Fährte zu locken).

 

Aber jedes Aber hat ein Aber. Und so ist die Sicht mit dem Nachtsichtgerät, ähnlich wie bei der Atemmaske, natürlich eingeschränkt und teilweise auch von der Witterung abhängig. Bei der Atemmaske kann man jedoch den Sichtschutz abwischen, wenn es mal regnen oder stürmen sollte, bei dem Nachtsichtgerät geht das leider nicht. Aber Moment… regnen, stürmen? Metro zeichnet sich doch primär durch dunkle Tunnel und Schächte aus, oder? Die wenigen Abstecher an die Oberfläche waren doch stets vom nervösen Klickern des Geigerzählers begleitet und eher kurz gewürzt?

 

Metro Exodus stellt dahingehend ein virtuelles Schisma dar, denn Artjom bewegt sich einen Großteil des Titels an der Oberfläche und kann auch ohne Atemschutz überleben, da nicht nur stark verstrahlte Areale aufgesucht werden, sondern auch weit von der Metro entfernte, riesige Regionen durchstreift werden müssen. Das schlauchige Level Design der Vorgänger gehört Größtenteils der Vergangenheit an, so muss Artjom sich, unter anderem, in überfluteten Arealen mit einem Boot und in Teilen der kaspischen Wüste sogar mit einem Truck durch die weitläufigen Zonen kämpfen. Diesen Schritt, mehr in Richtung Exploration, können wir nur befürworten, da die dicht erzählte Geschichte mitnichten darunter leidet und sich so eine weitaus größere Spielwiese für Artjoms Fähigkeiten bietet.

 

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Wilde Kreaturen, wie beispielsweise mutierte Riesenhundratten-Dinger oder ekelhafte Fledermaus-Abnormalitäten durchstreifen diese großzügigen Regionen ebenso wie Banditen oder Kannibalen und sorgen dafür, dass man nicht einfach durch die Gegend rennen kann. Sichtachsen müssen stets berücksichtigt werden, jedes Gewässer kann eine Giganto-Krabbe beherbergen und mit leeren Magazinen in eine alte Lagerhalle reinzuwandern ist auch keine gute Idee. Kurz gesagt: das Gameplay von Metro Exodus ist ein langsames (im positiven Sinne), ist ein belohnendes, aber ist auch nichts verzeihendes Monstrum, welches sich einem erst nach einer leichten Unterkühlung am Anfang so richtig zeigt, dann aber nicht mehr loslassen will. Das Jahr ist noch jung, aber bis Dato der wohl beste First-Person-Shooter des Jahres. Und das alles ohne Micro-Schnickschnack und Multiplayer-Wahn. So muss das sein! Очень хорошо!

 

Und die Fürsorge, die dem Titel in spielerischer Hinsicht widerfahren ist, zeigt sich auch in der visuellen und auditiven Präsentation. Die Charaktermodelle sind, wie auch schon bei den Vorgängern, unglaublich detailliert und kommen mit einem butterweichen Set an Animationen daher. Vor allem bei den wichtigeren Charakteren sind Gesichtszüge und die dazugehörigen Expressionen sehr wohl wahrzunehmen. Es ist einfach eine gewisse Menschlichkeit in diesen Figuren, obgleich hier kein Durchbruch geschaffen wurde, kann sich die Qualität durchaus sehen lassen.

 

Das gleiche gilt nicht unbedingt für die Monster, die so durch die Gegend streifen. Bewegen sie sich schnell und in Massen ist eigentlich alles im passablen Bereich, da vor allem die hervorragenden Licht- und Schatteneffekte ihr Möglichstes tun, um Schwächen und dergleichen auszugleichen. Beäugt man aber so ein Vieh aus der Nähe oder nach erfolgreicher Liquidierung, fallen einem schwache Texturen und eine generelle Detailarmut auf. Alles halb so wild, da man von den nicht selten lustig in der Gegend rumglitchenden Leichen ohnehin abgelenkt wird. Das Ragdoll-System fällt der Inszenierung hier ein wenig auf die Füße, da wildes Gezucke zur Tagesordnung gehört.

 

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Der wirklich starke Soundtrack, der sich in den meisten Fällen nur ganz subtil aus dem Hintergrund heraus offenbart und nur in narrativ wichtigen Augenblicken ordentlich aufs Gaspedal tritt, wird von einer durchaus soliden, deutschen Sprecherriege unterstützt, die allesamt ihr Bestes geben, um den Charakteren der russischen Einöde Leben einzuhauchen. Und – endlich, endlich, endlich – hat das zuständige Synchronstudio erkannt, dass eine ins deutsche übersetzte Fassung nichts weiter macht, als die russische Sprache für den deutschen Markt hörbar zu machen. Endlich gibt es keine unangenehmen und einfach nur klischeehaften Russen-Akzente mehr. Es wird klares deutsch gesprochen, so wie sie auch klares russisch sprechen würde. Halleluja!

 

Enorm lange Ladezeiten – vor allem beim Starten des Spiels – flackernde Objekte und zu langsam nachladende Objekte dämpfen das Gesamtbild des Titels ein wenig ab und geben sich hierbei auch noch mit nervigen, aber äußerst seltenen Mikro-Rucklern die Klinke in die Hand. Während unserer Testphase wurde hier jedoch stetig mit Patches nachgebessert und der bereitstehende Day 1 Patch hat diese Probleme auf ein Minimum reduziert. Es ist also auch zu erwarten, dass weitere Optimierungen folgen können.

 

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Ich muss gestehen, dass ich in den ersten 30 Minuten im Spiel ein unsagbar schlechtes Gefühl hatte. Es hat mich einfach nicht begeistert und ich hatte die Befürchtung, dass es einfach „noch so ein Metro-Spiel“ ist. Dann aber, und ich kann den Moment, in dem Klick gemacht hat, gar nicht wirklich beschreiben, öffnete sich mir auf einmal eine hoch komplexe, aber unglaublich belohnende Spielwelt, die mich in ihren Bann gezogen hat. Jedem Game Designer oder versiertem Videospiel-Experten sollte der Begriff „Flow“, das wohl wichtigste Bindemittel für jedes Spiel, etwas sagen. Mit Metro Exodus haben 4A Games bewiesen, dass sie ihn kennen. Aufgrund der Technik- Sperenzchen gibt’s einen leichten Abzug und so schlittert Metro Exodus nur ganz knapp an der vollen Punktzahl vorbei!

Infos
Metro:Exodus
Metro:Exodus Packshot
Publisher: Deep Silver
Entwickler: 4 A Games
Release: 2019-02-21
Zusammenfassung
Metro Exodus ist eine unglaublich starke Single-Player-Erfahrung, die einem nichts schenkt, und ist dabei auch noch eine sehr erschreckende, weil realistische Gesellschaftskritik. Unbedingt ansehen!
Positiv
  • Beeindruckendes Zusammenspiel von Licht und Schatten
  • Tiefgreifende Individualisierungsmöglichkeiten
  • Sehr starke Grafik, wenn es drauf ankommt...
Negativ
  • ... mal abgesehen von den kleineren Problemchen hier und da
  • Extrem lange Ladezeiten, vor allem beim Start
  • Seltene Mikro-Ruckler

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danke Swarley

jetzt wissen wir alle wie man einen Text in einen Spoiler packt - hast du dir vielleicht überlegt eine kleine Youtube-Serie mit hilfreichen Tutorials wie diesem zu veröffentlichen?

 

@Sebi82 schöner erster Eindruck, hab das Spiel gestern beendet und du kannst dich noch auf einiges freuen 😎

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Ich habe das Spiel heute auch beendet. 
Insgesamt bin ich rundum zufrieden. 
Exodus knüpft an zwei sehr gute Spiele an und beinhaltet immer noch eine Menge Gutes aus den beiden Vorgängern. Ich fand die Level-Aufmachung ehrlich gesagt nie so schlimm - das Open World war cool und ich verstehe, dass Quests in dieser Welt schwer zu gestalten sind. Trotzdem muss man sich die Kritik gefallen lassen, dass sie hier und da etwas leer wirkt. Auch in solchen Situationen kann man coole (und vor allem nicht repetitive Quests aufnehmen - ähnlich wie in Prey beispielsweise). Das insgesamt doch eher langsame Movement, Aiming etc. empfand ich spätestens nach 2h nicht mehr störend und passt sehr gut zum Spiel. Die Story ist echt cool - auch wenn sie etwas braucht. 
War auf jeden Fall ein guter Kauf! 
Das zweite Mal durchspielen auf der Ranger Schwierigkeit spare ich mir dann allerdings doch ;)

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