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Calvin Rimpel

[Test] - Fimbul

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Finstere Wälder, axtschwingende Barbaren und jede Menge Gewalt. Ob das ausreicht, damit das nordische Abenteuer Fimbul in die Annalen der Geschichte eingehen kann? Wir finden es heraus.

 

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Die Geschichte beginnt mit einer mythischen Prophezeiung. Der Fimbul-Winter naht, in welchem Freunde zu Feinden werden und familiäre Blutsbände erbarmungslos zerrissen werden. Kvelduver erfährt diese unglückselige Zukunftsvision daraufhin am eigenen Leib, wenn er zunächst aus seinem lichterloh in Flammen stehenden Haus entkommen muss, nur um infolgedessen von seinen Brüdern hinterrücks niedergestreckt zu werden. Hohn und Spott erwarten ihn, während sein lebeloser Körper den Schnee karmesinrot färbt und er seinen letzten kläglichen Atemzug vollzieht.

 

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Zeitgleich sieht sich Ulf gezwungen, den lodernden Blicken der Jötnar zu entkommen, die ihn bereits in den allabendlichen Speiseplan integriert hatten. Gefahren lauern hinter jeder Ecke und in den wabernden Schatten lauert doch etwas, oder etwa nicht? Nach einigen angsterfüllten Minuten kann er der finsteren Grotte auf wundersame Weise entkommen und die schneekalte Luft am zitternden Leib spüren.

 

Der kühle Wind umspielt seine Nase, aber sein Gesicht scheint blass, als er bemerkt, dass ihn ein weiterer Jötun erblickt hat. Doch dieses eine Mal ist ihm der Gott des Glückes hold, denn dieser Jötun scheint freundlich gesinnt. Sie überreicht ihm das Amulett Ymnerfir, welches laut einer alten Legende fähig ist, Ragnarök heraufzubeschwören, um Rache an den Göttern von Midgard zu nehmen. Der junge Recke Ulf zieht fortan aus, jenes Midgard vor dem Untergang zu bewahren, während Kvelduver dank göttlicher Intervention aus dem tiefsten aller Schläfe aufwacht und das Rad der Gewalt weiterdreht, steht ihm der Sinn doch nur nach einem – Rache.

 

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Was sich zunächst als interessante Prämisse präsentiert, entpuppt sich allerdings als eine äußerlich wunderschön dekorierte Fassade, die bei einem genaueren Blick allerhand unliebsame Makel aufweist. Während Entwickler Zaxis es zwar schafft, nordische Mythologie und somit eine relativ unverbrauchte Thematik in das erzählerische Korsett des Spiels zu zwängen, sind es insbesondere die Teile der Geschichte abseits der mythischen Sagen, bei denen Fimbul zu straucheln beginnt.

 

Gerade andere Titel wie etwa „The Red Strings Club“ oder „Unavowed“ haben letztes Jahr erneut bewiesen, dass Indie-Spiele mit einer fesselnden und komplexen Narration aufwarten und mit den ganz Großen mithalten können. Fimbul reiht sich leider nicht in diese exklusive Riege ein.

 

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Wenn der Plot also nicht überzeugt, vielleicht reißt es ja dann das Gameplay heraus. Doch auch hier stolpert Fimbul. Denn abseits einiger einfacher Puzzels, in welchen ihr beispielsweise mit Wasser gefüllte Fässer zerstören müsst, um dadurch eine brennende Straßensperre zu löschen, hat der Titel nicht sonderlich viel parat, um euch bei der Stange zu halten.

 

Und hier offenbart sich auch der zugrundeliegende Schwachpunkt Fimbuls – fehlende Abwechslung sowie mangelnde Spieltiefe. Es wartet mit einem rudimentären Kampfsystem auf, indem leichte und schwere Angriffe zu einfachen Kombos verwoben werden können. Jede Feindbegegnung spielt sich nichtsdestotrotz gleich. Man wirft euch dutzende Gegner vor die blutgetränkte Klinge, ihr rollt und rollt und rollt, während ihr zwischenzeitlich mit schnellen Hieben auf die wuchtigen Leiber eindrescht.

 

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ihr eine Axt oder ein Schwert ausrüstet. Sicherlich, die Schadenszahlen mögen höher sein und die Angriffsgeschwindigkeit niedriger, doch der generelle Kampfablauf verändert sich nicht.

 

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Während andere Spiele wie etwa „Devil May Cry“ dieses Problem mit langen Komboketten und einem ausufernden Arsenal an Angriffen kontern und ein „Batman“ dank butterweicher Animationen sein oberflächliches Kampfsystem kaschiert, wählt Fimbul einen Mittelweg, der letztendlich niemanden befriedigt.

 

Dies führt ultimativ zu einer eintönigen Spielerfahrung, die mich lautstark seufzen ließ, wenn nach drei Gegnerwellen bereits zwei weitere darauf warteten, sich an meinem nordischen Ledergurt zu vergreifen. Da helfen auch die zugegebenermaßen besseren Bosskämpfe nicht wirklich.

 

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Wenn es also auch beim Gameplay hapert, wie schaut es denn bei der Technik aus. Nun, zumindest hier kann ich größtenteils Lob verteilen. Insbesondere das clevere Spiel mit der Kamera und dem Fokus, was teilweise einen in Videospielen selten verwendeten Tilt-Shift-Effekt zur Folge hat, sind mein persönliches Highlight.

 

Hierdurch wirken vor allem die haushohen Riesen noch angsteinflößender, während der Entwickler Ressourcen spart, da der verschwommene Hintergrund detailärmer ausfallen kann – aber pscht, das habt ihr nicht von uns gehört.  

 

Die dynamische Verwendung von Licht und Schatten ist ebenfalls positiv zu erwähnen und konnte direkt zu Beginn des Spiels seine Stärken ausspielen, wenn ihr mithilfe einer Fakel durch eine dunkle Höhle stapft und der Fackelschein mit den feuchten Wänden sowie dunklen Korridoren kollidiert.

 

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Der krude Comicstil, mit dem die Geschichte vorangetragen wird, ist Geschmackssache und abseits dessen leidet Fimbul teilweise an Texturen-Pop-Ins sowie ein paar Bugs. So musste ich etwa einen Checkpoint neu laden, da der Miniboss verschwunden war.  

 

Im Soundbereich erwartet euch nur wenig Außergewöhnliches. Die Musik hält sich die meiste Zeit eher bedeckt, während die Soundeffekte ihr Bestes tun, Authentizität zu erzeugen.

 

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Fazit

Es ist schade, Fimbul hatte definitiv Potenzial. Dennoch kann ich trotz des unverbrauchten Settings Fimbul nicht wirklich empfehlen, es sei denn, es sehnt euch nach einer Geschichte umwoben von Legenden und Sagen aus der nordischen Mythologie.

 

Mittlerweile reicht eine ansprechende Ästhetik auf dem in den letzten Jahren immer stärker gewordenen Indie-Markt einfach nicht mehr aus, um aus der Masse hervorzustechen und erst recht nicht, um deswegen Unzulänglichkeiten im Gameplay zu akzeptieren. Und leider patzt Fimbul bei Letzterem an zu vielen essenziellen Stellen, als dass ich eine eindeutige Kaufempfehlung aussprechen könnte.

Infos
Fimbul
Fimbul Packshot
Publisher: EuroVideo
Entwickler: Wild River
Release: 2018-11-28
Zusammenfassung
Abseits des unverbrauchten Settings, besitzt Fimbul einfach zu viele Probleme, sodass wir leider keine volle Kaufempfehlung aussprechen können.
Positiv
  • Cooles Setting
  • Klevere Verwendung der Kameraperspektive
Negativ
  • Repetetiv
  • Kampfsystem ist zu simpel

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