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Calvin Rimpel

[Test] - Slay the Spire

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Vor annähernd zwei Jahren erschien Slay the Spire im Early Access auf Steam und schlägt nun endlich auch auf Konsolen auf. Ob die ungewöhnliche Mischung aus Rogue-like und CCG-Deckbuilder aufgeht, klärt der folgende Test.

 

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Mit Rogue-likes und Story verhält es sich so wie mit Katzen und dem Wasser. Es gibt zwar durchaus solche, die nicht davor zurückschrecken, doch jene bilden eher die Ausnahme als die Regel, weswegen sich Slay the Spire in eine lange Riege von Titeln einreiht, die nur anhand ihres Gameplays überzeugen können. Und meine Güte, überzeugt Slay the Spire dort an allen Fronten. Doch von vorn.

 

Sobald ihr Slay the Spire das erste Mal startet, begrüßt euch ein relativ rudimentärer Startbildschirm, der euch lediglich den Standardspielmodus als mögliche Auswahl präsentiert. Zwar bietet man euch darüber hinaus sowohl den zufallsgenerierten täglichen Aufstieg, der mit eigenen Leaderboards daherkommt, auf denen ihr euch mit Freunden aus aller Welt messen könnt, als auch den sogenannten Spezialmodus, doch als blutiger Anfänger heißt es erst mal ab in die Kampagne, denn erst durch ein erfolgreiches Bestehen, schaltet ihr die zusätzlichen Modi frei.

 

Dieses Muster der quälerischen Vorenthaltung wird sogleich fortgeführt, schottet man doch ebenso zwei der drei kampfeslustigen Helden von euren ungeübten Anfängerhänden ab. Die daraus resultierenden Konsequenzen für den Spielverlauf sind deutlich weitreichender, als es zunächst den Anschein hat, verfügt ein jeder Charakter doch nicht nur über andere Startboni, nein, auch die Karten, auf welche ihr während den Runs Zugriff erhaltet, sind vollkommen unterschiedlich. Jeder Held wartet dementsprechend mit einem unterschiedlichen Spielstil auf und eröffnet somit neue Strategien, die es zu meistern gilt, um den letzten Akt erfolgreich abzuschließen.

 

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Sobald der Durchlauf gestartet wurde, gibt es kein Zurück mehr. Der sehnsüchtig erwartete erste Kampf steht bevor und rasch werdet ihr feststellen, wie simpel der eigentliche Gameplaykern von Slay the Spire doch ist. Das gilt insbesondere für alldiejenigen unter euch, die schon einmal mit einem Auge auf Hearthstone geschielt haben.

 

Nachdem ihr eure Starthand zieht, könnt ihr so viele Karten ausspielen, wie euer Energiepool, welcher sich in jeder Runde neu auffüllt, erlaubt. Verläuft alles nach eurer Zufriedenheit, verschwinden daraufhin die restlichen Karten im Ablagestapel. Sollten alle Karten aufgebraucht sein, verliert ihr nicht etwa, wie es beispielsweise in einem Magic The Gathering der Fall ist, bei denen die sogenannten Mill-Decks sogar vollständig auf diese fiese Gewinn-Kondition abzielen, sondern der Stapel wird einfach neu durchgemischt und es geht von vorne los.

 

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Eine Reihe mannigfaltiger Effekte können allerdings diesen sowie weitere unzählige Aspekte des Spiels beeinflussen. Sei es nun die permanente Entfernung einer Aktion aus dem Spiel, ein steigender Giftstapel, der regelmäßig Schaden hinzufügt, die tiefe Wunde, welche dem Helden einen satten 25% Schadens-Malus aufbürdet oder doch der stapelbare 500% Schadens-Buff.

 

Diese Kombinationen aus positiven sowie negativen Statuseffekten, die so wundervoll mit den kreativen Kartensynergien als auch abwechslungsreichen Feinden, welche jeweils divergierende Herangehensweisen erfordern, harmonieren, verleihen Slay the Spire seinen unglaublichen Widerspielwert.

 

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Seid ihr etwa eher ein vorsichtiger, dafür aber auch langsamerer Spieler? Dann baut doch einfach ein Block-Deck und verfallt in einen kindlichen Freudentaumel, wenn über den Köpfen der Gegner der nächste Zug mit 25 Schadenspunkten auftaucht, der einen kurzen Moment später einfach im nichts verpufft.

 

Oder geht ihr doch lieber „All-In“ und quetscht pro Zug so viele Lebenspunkte wie nur irgend möglich aus dem garstigen Ungeheuer? Dann sind die exponentiell im Schaden steigenden Angriffe genau euer Ding.

 

Vielleicht verlasst ihr euch aber lieber auf die gute alte Schule der Alchemie. In dem Fall bandeln Schaden-über-Zeit-Effekte mit den unliebsamen Widersachern an, während ihr hämisch grinsend dabei zuschaut, wie diese in ihre einzelnen Molekülstränge zerlegt werden.

 

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Der regelmäßig auftauchende Händler stellt auf diesem Weg zur Spitze ein unverzichtbares Werkzeug dar. So verschachert er doch nicht nur neue Kärtchen, sondern offeriert darüber hinaus weiteren äußerst hilfreichen Schnick Schnack.

 

Sei es nun der heißersehnte Karten-Entfernungs-Service oder doch die wohlschmeckende Tränke-Bar, an der ihr eine vielseitige Auswahl an Potions erwerben könnt, welche beispielsweise eure angeschlagenen Lebenspunkte regenerieren. Für jeden noch so angeschlagenen Kämpfer, hat der pfiffige Kaufmann etwas auf Lager – sofern ihr die passende Menge Gold dabeihabt, versteht sich.

 

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Gold erhaltet ihr in der Regel von Monstern, doch manchmal stolpert ihr während eures unaufhaltbaren Streifzugs auf unbekannte Fragezeichen, welche euch den Weg versperren. Überlegt euch daraufhin zwei Mal, ob ihr herausfinden möchtet, was hinter dem ominösen Tor auf euch lauert.

 

Manchmal warten zwar unschätzbare Reichtümer oder seltene Relikte auf eure Entdeckung, doch mehr als nur einmal bin ich mit meiner Nase in einem stinkenden Morast gelandet, welcher nicht nur meinen Zaster, sondern auch einen ansehnlichen Teil meines Lebens gekostet hat.

 

Egal wie man es dementsprechend ultimativ dreht und wendet, der erfolgreiche Abschluss eines Rogue-likes ist oftmals mit einer ordentlichen Portion Glück behaftet und alles, was eure Fertigkeiten ausrichten, ist jenes Glück einen kleines bisschen auf eure Seite zu schieben. Macht aber nicht gerade das den Reiz dieses allseits beliebten Genres aus?

 

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Während Slay the Spire beim Gameplay auftrumpft, legt es grafisch eine solide, wenn auch nicht außerordentliche Kür aufs Parkett. Der Grafikstil inklusive der dazugehörigen Kartenportraits ist stimmig, obwohl die Effekte etwas bombastischer ausfallen könnten.

 

Was mich jedoch wurmt, sind die für mich unerklärlichen Ruckler im Interface, welche auftauchen, wenn ihr an einem Lagerfeuer beispielsweise eine Karte aufwerten möchtet. Die sonst so butterweichen 60 Bilder pro Sekunde fallen auf einmal in den einstelligen Bereich, was bei einem größeren Deck durchaus den Spielfluss stören kann.

 

Auch bei den Kämpfen bewirkt das Ziehen des Decks vereinzelt einen unangenehmen Slowdown. Hoffen wir mal, dass Mega Crit Games einen Patch nachschieben kann, um diese nervigen Fehler zu beseitigen.

 

Auch musikalisch haut mich der Titel nicht unbedingt vom Hocker. Die Songs, welche wie zu erwarten, hauptsächlich orchestraler Natur waren, gingen bei mir ins eine Ohr rein und ins andere Ohr heraus. Hinzukommt die repetitive Natur des Soundtracks, bei dem ich teilweise verunsichert war, ob der Track nun wechselte oder ich doch noch alten Klängen lauschte.

 

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Fazit:

Bereits im Vorfeld machte sich in mir die Vermutung breit, dass ich Slay the Spire lieben und absolut verschlingen würde, sofern es auch nur einen Hauch der Features einhalten würde, die auf der virtuellen Box zu finden sind.

 

Und was soll ich sagen – meine Erwartungen wurden nicht nur nicht enttäuscht, sondern sogar übertroffen. Slay the Spire bietet mir all das, was ich in einem erstklassigem Deckbuilder suche. Abwechslung, Effektreichtum, Deckdiversität, Gegnervielfalt und clevere Kartensynergien.

 

All diejenigen unter euch, die auch nur die geringste Affinität gegenüber PVE-Sammelkartenspielen besitzen, denen kann ich das Spiel gar nicht zur Genüge empfehlen.

 

 

Aufgrund von Datenbankproblemen, kein Testkasten:

 

Positiv:

- Karten und dazugehörige strategische Vielfalt

- hoher Wiederspielwert

 

Negativ:

- Framerateeinbrüche

- repetitiver Soundtrack

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