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Bereits zum Launch des PlayStation VR-Headsets hat Sonys London Studio bewiesen, dass sie sich im Genre des britischen Gangsterfilms wohlfühlen. The London Heist war eine circa halbstündige Spielerfahrung, die man beim Kauf der PlayStation VR Worlds genannten Spielesammlung erleben konnte. Hier schoss und spielte man sich durch einen Kurzfilm, in dessen Rahmen es eine Verfolgungsjagd, ein Verhör und andere brenzlige Situationen zu überstehen galt. Da das bei Spielern gut ankam und es mindestens ebenso gut spielbar wie hübsch war, gab Sony grünes Licht und den Entwicklern freie Hand, ihren Kurzfilm in einen Blockbuster-Spielfilm zu verwandeln. Heraus kam Blood & Truth, das seit kurzem exklusiv für das PS VR-Headset erhältlich ist. Ob sich der virtuelle Ausflug nach London lohnt, wollen wir folgend herausfinden.

 

 

Die Handlung von Blood & Truth gewinnt gewiss keinen Innovationspreis. Der Elitesoldat Ryan Marks kehrt nach einem Einsatz außerhalb der Landesgrenzen zurück nach London, um dort mit seiner Familie wiedervereint zu werden. Der Anlass dafür ist allerdings kein allzu freudiger, denn sein alter Herr hat das Zeitliche gesegnet und dessen Beerdigung steht nun an. Als wären das und die unter der Oberfläche brodelnden Familienstreitigkeiten nicht schon genug des Dramas, versucht ein krimineller Geschäftsmann das Imperium der Marks an sich zu reißen, wofür ihm alle Mittel recht zu sein scheinen. Doch wie bereits Newton wusste, folgt auf jede Aktion auch eine Reaktion, und so sieht sich der Protagonist und Soldat Marks gezwungen all seine Fähigkeiten dazu zu nutzen, um sich sowie seine Familie aus dem Schussfeld zu bringen.

 

Dass die Story dabei zu Beginn im Rahmen eines Verhörs Stück für Stück in der Form von Rückblenden erzählt wird, passt dabei wunderbar zum Genre des britischen Gangsterkinos und weckt in den besten Momenten durchaus Erinnerungen an die frühen Werke Guy Ritchies. Diesen Eindruck bestätigen auch die toll gezeichneten Haupt- und Nebencharaktere, denen man im Laufe der circa 6 Stunden dauernden Kampagne begegnen wird. Klar, sie bedienen alle mal mehr mal weniger unterhaltsame und glaubwürdige Klischees, aber es handelt sich bei Blood & Truth eben auch nicht um Der Pate, sondern eher um eine actionreichere Variante von Bube, Dame, König, GrAs, oder meinetwegen Snatch. Daneben wartet vor allem eine gute Prise Mission Impossible oder Bourne Ultimatum, was hier so viel bedeuten soll wie: Eine cool inszenierte "Bang, Bang, Boom"-Action-Überdosis.

 

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Und davon gibt es reichlich, also von der Action eben, wenn man sich immer wieder Mittendrin im Gefecht findet. Ähnlich wie in dem (leider mieserablen) Bravo Team kann man sich zwar nicht frei bewegen, Ryan Marks aber auf Knopfdruck von Punkt A nach Punkt B laufen lassen. Hinter niedrigen Deckungen geht er automatisch in die Hocke, ansonsten muss man sich eben selbst ducken. Hey, es ist ein VR-Titel, so viel Bewegungsbereitschaft muss man mitbringen. Oder eben doch die Knöpfe nutzen um zumindest nach links oder rechts zu strafen und so den feindlichen Geschossen auszuweichen. Nutzbar sind hierfür sowohl der DualShock 4-Controller als auch die Move Controller. Der Aim Controller wird nicht unterstützt.

 

Und während letzteres zwar generell sehr schade ist, hätte er einem in diesem Spiel auch einfach keine Freude gebracht, sondern hätte aufgrund des Designs schlicht gestört. Umso besser also, dass sich die Entwickler auf die zwei ohnehin gängigsten Steuerungsmethoden konzentrieren konnten. Und selbst dazu muss gesagt werden, dass der DualShock 4 zwar funktioniert, aber nur mit den Move Controllern wirklich Spaß aufkommt. Hier kann man die beiden Hände unabhängig voneinander bewegen, was - wie im echten Leben auch - den ein oder anderen Vorteil mit sich bringt. So muss man beispielsweise vorne an die eigene Brust, bzw. den dort angebrachten Waffengurt, fassen, um ein Magazin zu entnehmen, sollte das jetzige leer sein oder bald werden. Was in anderen Spielen mit einem einfachen Knopfdruck erledigt ist, wird hier zum befriedigenden Erlebnis. Um nachzuladen, schiebt man das Magazin nun in die dafür vorgesehene Waffe. Klack!, weiter gehts.

 

Und damit auch zurück zur Action: Ist die Waffe geladen, sind die Feinde nur selten ein Problem. Zwar muss man sich manches Mal mit besonders gut gepanzerten Gegnern herumärgern, aber meist laufen sie doch eher bereitwillig in den Kugelhagel - sie sind ein wenig mit besonders flinken sowie ab und an den Kopf einziehenden Moorhühnern zu vergleichen, deren größte intellektuelle Errungenschaft es ist, verstanden zu haben, dass man sich hinter Deckungen ducken kann. Dass der Feindkontakt dennoch so großen Spaß macht, liegt wiederum am Sog der virtuellen Realität. Denn Hand aufs Herz: Als 2D-TV-Titel wäre Blood & Truth im besten Fall ein durchschnittlicher Shooter, nach dem kein Hahn krähen würde. Hier aber fühlt sich jeder Headshot nach einer Errungenschaft an und jede überstandene Begegnungen nach einer selbst erbrachten Leistung.

 

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Alles fühlt sich eben so unmittelbar, so glaubwürdig und irgendwie echt an. Diesen Effekt, den VR auf Spieler hat, man kann ihn jenen, die noch nie ein gutes Virtual Reality-Headset auf dem Kopf hatten, ohnehin nicht beschreiben. Man muss ihn erleben, um es fassen zu können. Das klingt natürlich doof, ist aber leider wahr. Allen anderen sei gesagt, dass Sonys London Studio die Nutzung dieses Effekts einfach fantastisch beherrscht. Man fühlt sich eben wie in einem spielbaren Hollywood-Film wenn man über Kimme und Korn in Gegnermaßen zielt, das Maschinengewehr zusätzlich mit der zweiten Hand greift, um für (spürbar) mehr Stabilität zu sorgen, oder die Granate an den Mund führt, um den Stift "mit den Zähnen" zu ziehen. "Jetzt aber schnell weg damit", schießt es einem da durch den Kopf.

 

Aber so richtig badass, so richtig John Wick-like fühlt man sich dann eben erst, wenn man sich irgendwann mit der offensichtlichen Tatsache konfrontiert sieht, dass zwei unabhängige Hände eben auch die Nutzung von zwei unabhängigen Schusswaffen ermöglicht. Im Akimbo mit zwei Uzis gleichzeitig durch den angesagten virtuellen Techno-Club zu tänzeln, einem bleilastigen Ballett gleich, das hat eben jenen "Du bist der Actionheld"-Effekt, den bisher wohl nur Superhot VR vermitteln konnte. Dagegen stinkt es beinahe ab, wenn man ein neues Magazin in die Luft wirft, um es mit der Waffe zu fangen. Solcher Momente gibt es noch zahlreiche, aber es macht viel mehr Spaß sie alle selbst zu entdecken und sich diebisch darüber zu freuen wie toll man sich dabei fühlt.

 

Neben den unzähligen Schusswechseln, die durch zahlreiche abwechslungsreich designte Setpieces führen, gibt es auch ruhigere Momente, die unter anderem in Form von Minispielen daherkommen. So müssen mit dem Dietrich-Set Schlösser entriegelt oder die Stromversorgung eines Schaltkasten unterbrochen werden. All das macht in der virtuellen Realität durchaus Spaß, da man die dazugehörigen Werkzeuge eben selbst führen muss.  Daneben wird man durchaus belohnt, wenn man sich die Umgebungen genauer anschaut. In jedem Level sind Zielscheiben versteckt, die einem Sterne bringen, wenn man sie zerstört. Diese können wiederum in neue Ausrüstung investiert werden. So lassen sich dann Waffen verbessern und neue Visiere freischalten.

 

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Ohnehin gelingt es der Regie durchaus die ruhigen Momente zu nutzen, um zwischen der Action für kurze Verschnaufpausen zu sorgen - zumindest dann, wenn die Story einen nicht gerade mit dramatischen Auflösungen, Twists und komödiantischen Szenen überrascht. Denn auch letzteres kommt durchaus vor und lockert die Stimmung ungemein auf. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei so viel angedeutet, dass gerade ein Ausflug in eine Kunstgallerie hier für einige richtig tolle Momente sorgt. Wer den Titel bereits gespielt hat, wird wissen was ich meine, alle anderen sollten die Augen offen halten.

 

Was bleibt noch zu erwähnen? Ah ja, der Soundtrack ist genauso gelungen wie die Präsentation. Dabei gilt zu ersterem noch anzumerken, dass es sowohl eigens komponierte Stücke gibt, die in den besten Momenten Erinnerungen an James Bond wecken können, als auch lizenzierte Songs, deren Bandbreite mehrere Genres abdeckt. Grafisch sind vor allem die Schauspieler, beziehungsweise deren virtuelle Abbilder eine wahre Augenweide. Ähnlich wie in Inpatient sehen die Gesichter realistisch aus und gerade die Mimik überzeugt auf ganzer Linie. Aber auch die Animationen wissen zu gefallen. Dagegen sind die Umgebungsgrafiken von schwankender Qualität. Nie wirklich schlecht, das nicht, aber einfach nicht so gut, wie die Figuren.

 

Die Synchro des Titels ist übrigens herausragend. Und jetzt kommt die große Überraschung: Egal ob ihr auf Deutsch oder Englisch spielt. Klar, die englische Tonspur fängt das britische Gangsterfilmflair besser ein, aber die deutsche ist genauso wunderbar gespielt und eingesprochen. Alle jene Spieler, die sich vollkommen auf den Titel einlassen wollen und sich im Deutschen sicherer fühlen, dürfen also erleichtert aufatmen. So macht man Lokalisierung richtig!

 

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Fazit

 

Erfindet Blood & Truth das Rad neu? Nein, das ganz gewiss nicht. tatsächlich ist es eines jener Spiele, die außerhalb der virtuellen Realität kaum eine Daseinsberechtigung hätten. Zu banal ist die Rache-Story, zu altbacken das Shooter-Gameplay. Das große Aber versteckt sich aber quasi schon einige Sätze vor diesem. Denn Sony London Studios Titel ist nun mal ein VR-Spiel und profitiert von all jenen Effekten, die einen gedanklich Ahhh und Ohhh rufen lassen, auch wenn man nur etwas so Banales tut, wie eine Schraube mit einem Schraubenzieher zu lösen.

 

Und wenn man dann au der Deckung heraus auf heranstürmende Gegner schießt, das Magazin vom Brustgurt reißt und in Luft wirft, nur um dann aufzustehen, die 9mm-Wumme mittels einer lässigen Bewegung nachzuladen und erneut leer zu ballern, ehe man sich mit der linken Hand das Sturmgewehr vom Rücken holt, nun... das ist noch mal ein klein wenig intensiver. Noch länger gezogene gedankliche Ahhhhs und Ohhhhs sind da vorprogrammiert. Und da ist noch niemand aus hundert Metern Höhe... ach egal.

 

Blood & Truth ist trotz der kurzen Spielzeit ein wahnsinnig unterhaltsamer Shooter, der am Ende des ersten Durchgangs einfach nur Spaß gemacht hat. Die Erfassung der Move Controller funktioniert sehr gut und die kleinen VR-Spielereien wissen genauso zu gefallen wie die großen Überraschungen. Da überlegt man nicht lange, ob man noch einen zweiten Spieldurchgang starten soll, um alle Sammelobjekte und eventuell die Platin-Trophäe zu ergattern. Und für alle anderen gibt es noch einen Herausforderungsmodus. Dort kann man sich auf die Jagd nach dem Highscore begeben. Zum Preis von 39,99 € machen PlayStation VR-Besitzer definitiv nichts falsch - zumindest wenn sie sich für das Genre interessieren.

Infos
Blood & Truth
Blood & Truth Packshot
Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwickler: Sony Studio London
Release: 2019-05-28
Zusammenfassung
Blood & Truth ist ein spaßiger VR-Shooter, der für einige kurzweilige Spielsessions sorgen wird. Mit einer Spielzeit von 6-10 Stunden ist es zwar nicht der längste Titel, dafür aber einer der aktuell besten Neuerscheinungen. Shooter-Fans und VR-Enthusiasten werden eine gute Zeit haben. - 8/10 Punkten
Positiv
  • Tolles Shooter-Feeling
  • Tolle Immersion
  • Herausragende Lokalisierung
  • Unterhaltsame Gangster-Story
Negativ
  • Kurze Spielzeit
  • Repetitive Mini-Spiele

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vor einer Stunde schrieb m-giacobbe:

Meine VR ist nun auch endlich angekommen, kann  jedem das VR Pack für 230 € bei den aktuellen Days of Play empfehlen. Also gibt es derzeit Pflichttitel die man Spielen muss ? auch Indie Titel ? Stehe für Tipps gerne offen 😬

 

Nach Blood & Truth auf jeden Fall Resident Evil 7 und Astro Bot.

 

Die letzten beiden haben extrem geflasht!

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vor 58 Minuten schrieb m-giacobbe:

Meine VR ist nun auch endlich angekommen, kann  jedem das VR Pack für 230 € bei den aktuellen Days of Play empfehlen. Also gibt es derzeit Pflichttitel die man Spielen muss ? auch Indie Titel ? Stehe für Tipps gerne offen 😬

Mortal Blitz und Farpoint (das aber mit dem Aim-Controller) kann ich auch noch empfehlen :)

 

Ersteres eignet sich für den Anfang ganz gut, da es kurz ist und man sich nicht bewegen muss, sondern nur ballern braucht - und das dann nicht zu knapp 😁

 

 

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Astro Bot wird auf jeden Fall noch gezockt. Bei Resident Evil habe ich noch Bedenken bezüglich Motion Sickness. Werde erstmal bei London Heist testen, wie es mein Magen verträgt. Ich habe gelesen Superhot soll auch sehr gut sein. Kann das jemand hier auch bestätigen?

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vor 9 Minuten schrieb m-giacobbe:

Astro Bot wird auf jeden Fall noch gezockt. Bei Resident Evil habe ich noch Bedenken bezüglich Motion Sickness. Werde erstmal bei London Heist testen, wie es mein Magen verträgt. Ich habe gelesen Superhot soll auch sehr gut sein. Kann das jemand hier auch bestätigen?

 

Also Ja zu beidem! Astro Bot: Rescue Mission ist einfach fantastisch. Und Superhot VR wird dir bestimmt ebenfalls sehr gut gefallen. Es ist leider etwas kurz, aber wegen Motion Sickness brauchst du dir keine Gedanken machen und das Spielgefühl ist unbeschreiblich.

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vor 6 Stunden schrieb m-giacobbe:

Astro Bot wird auf jeden Fall noch gezockt. Bei Resident Evil habe ich noch Bedenken bezüglich Motion Sickness. Werde erstmal bei London Heist testen, wie es mein Magen verträgt. Ich habe gelesen Superhot soll auch sehr gut sein. Kann das jemand hier auch bestätigen?

 

Bei Resi einfach die Drehung in 30 Grad schritten einstellen dann ist alles cool, man ist aber immer noch super mobil in der VR.

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vor 18 Stunden schrieb Andy (Raptor__MUC):

 

Bei Resi einfach die Drehung in 30 Grad schritten einstellen dann ist alles cool, man ist aber immer noch super mobil in der VR.

Finde ich lustig, dass es den Leuten helfen soll. Mir persönlich schlägt ja immer genau dieses Springen auf den Magen, statt einfach ne flüssige Bewegung zu haben, wo ich immer die Übersicht behalten kann ^^

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Sehr schöner Test :thumbup:

..... ich wollte es mir eigentlich schon zu Pfingsten holen. Jetzt hätte ich Zeit, aber das Wetter schreit nach viel, nur nicht sich unter die Brille zu "pressen" .

Ich werde mir es noch holen. Ich mag solche Titel an sich schon.... dann noch in VR :love:

 

 

@m-giacobbe:

Sofern nicht in diesem Pack enthalten kann ich ganz klar noch "Rush of Blood" und "Batman" empfehlen. Beides Launch Titel, aber in jedemfall Genial.

RE7 sollte sich kein VR Besitzer entgehen lassen

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Mir hat das Spiel so gut gefallen das gleich 2 Stunden lang gespielt habe.

Leider ist mir das Netzteil dabei kaputt gegangen.

Ich empfehle bei der Hitze momentan nach einer Stunde das Netzteil unbedingt abkühlen zu lassen.

Einem Freund ist genau das gleiche passiert.

Ich hatte wenigstens das Glück das bei meinem Sony Blu Ray Player genau das gleiche beiliegt !

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