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Daniel Bubel

[Test] - Final Fantasy XIV: Shadowbringers

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Mit Shadowbringers ist vor kurzem die nunmehr dritte große Erweiterung für das bereits 2010 erstmals für den PC veröffentlichte MMORPG Final Fantasy XIV erschienen. Dass es überhaupt soweit kommen konnte, mag heute keinen mehr überraschen, erfreut sich der Titel doch ungebrochener Beliebtheit, aber das war vor nunmehr neun Jahren vieles, nur nicht abzusehen. Denn der erste Launch des Hauptspiels erwies sich als Katastrophe und sorgte dafür, dass sich Square Enix nicht nur öffentlich für das abgelieferte Produkt entschuldigte, sondern das Online-Rollenspiel komplett überarbeitete. Der Neustart mit dem Untertitel A Realm Reborn erfolgte dann 2013 und legte den Grundstein für den numehr ungebrochenen Erfolg, sowie die kostenpflichtigen Erweiterungen Heavensward und Stormblood. Gemeinsam mit der neuesten Erweiterung Shadowbringers bedeutet das sehr viel Content für alle interessierten Spieler. Und für alle Neueinsteiger - zu denen ich mich zählen muss - eine scheinbar unüberwindbare Fülle an Aufgaben.

 

 

Natürlich können sich all jene Spieler, die sich nicht mit den bisher veröffentlichten Inhalten aufhalten wollen, auch direkt in die mit Shadowbringers gestartete Fortsetzung der Handlung stürzen und all die neuen Inhalte direkt genießen, solange sie noch als "frisch" wahrgenommen werden. Die großen Zusammenhänge werden sich allerdings nicht erschließen. Glaubt mir, ich spreche da aus eigener Erfahrung, wenn ich schreibe, dass es generell gewiss sehr viel mehr Spaß machen muss mit ausreichend Vorkenntnissen in die neueste Erweiterung einsteigen zu können. Ausflüge in Foren und vor allem das umfangreiche Wiki waren die stetige Konsequenz meines Willens direkt nach Norvrandt in der ersten Splitterwelt zu reisen.

 

Das geht natürlich auch, ist die generelle Handlung doch ein Stück weit losgelöst von den bisherigen Ereignissen, beziehungsweise entwickelt diese in eine neue Richtung weiter. Insofern ist es - und auch da spreche ich aus eigener Erfahrung - eigentlich das einsteigerfreundlichste Add-On. Nicht spielerisch, aber narrativ gesehen. Denn der Krieger des Lichts wird von einer mysteriösen Stimme zu sich gerufen und durch einen Spalt in eine andere Dimension geschickt. Der Kontinent Norvrandt wird von einem alles verschlingenden Licht heimgesucht, dass neue, bösartige Wesen namens Sündenvertilger hervorbringt und die Welt ins Chaos stürzt. Was fehlt ist Dunkelheit, der friedliche Sternenhimmel und die Macht des Schattens. Und so liegt es an dem Krieger des Lichts plötzlich Dunkelheit zu verbreiten, wo Licht dominiert.

 

Final Fantasy XIV: Shadowbringers erfindet das narrative Rad natürlich nicht komplett neu, allerdings überzeugt die außergewöhnliche Variante der klassischen "Dunkelheit gegen Licht"-Erzählung absolut. Die Handlung entfaltet sich Stück für Stück und erzeugt einen Sog und eine epische Tiefe, die man sonst wohl eher in den Singleplayer-JRPG-Ablegern der Reihe vermuten könnte. Dazu tragen natürlich die zahlreichen, voll vertonten Videosequenzen bei, die jene von der Hauptreihe gewohnte Qualität aufweisen. Hier haben Director Naoki Yoshida und ihr Team ganze Arbeit geleistet.

 

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Das Charakter- und Monsterdesign sind zudem herausragend, weswegen sich sowohl neue Verbündete und Stämme als auch Feinde und Bosse im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen können. Ohnehin ist das MMORPG eine Augenweide, zumindest gemessen an den durch das Genre bedingten Möglichkeiten und technischen Limitierungen. Die neuen Landstriche Norvrandts sind mitunter atemberaubend schön. Das Feenreich Titanias beispielsweise, Il Mheg, überzeugt durch weitläufige, bunte Blumenwiesen, geheimnisvolle Wälder, verwinkelte Schlösser, gefährliche Verliese und beklemmende Dungeons. Fans des Hauptspiels werden sich hier sicherlich schnell wohl fühlen.

 

Und auch die Neuerungen wissen zu gefallen. Mit dem Tänzer und der Revolverklinger warten zwei neue Jobs darauf gemeistert zu werden. Während ersterer als Support-Klasse fungiert und die Gruppe dauerhaft unterstützt, ist die Revolverklinge ein an Final Fantasy VIII angelegter Beruf, mit dem sich Tank-Spieler wohlfühlen werden. Die von Squall und Erzrivale Cifer geführte Gunblade genießt nicht umsonst einen kultigen Status. Schnell werden mächtige Kombos entfesselt, die auch den stärksten Gegner auszuschalten vermögen.

 

Und wer noch mehr Abwechslung möchte, darf sich über die neuen Rassen freuen, die ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Die ausschließlich weiblichen Viera sind Spielern aus Final Fantasy XII bekannt und bleiben nicht nur aufgrund ihrer Hasenohren in Erinnerung, während die Hrothgar mächtige Biester sind, die mit ihrem fellbewachsenen Äußeren wie allzu bedrohliche Löwen wirken. Hier ist das Geschlecht allerdings auf das Männliche begrenzt.

 

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Ab sofort können alle Klassen und Jobs auf das neue Maximallevel von 80 gebracht werden, wobei die neuen Quests sich automatisch anpassen. Das Crafting wurde vereinfacht und die FATE-Events geben nun mehr Erfahrung, wenn man sie mit Höchstleistung abschließt. Es gibt also ausreichend Gründe die Spielumgebungen sorgfältig abzugrasen. Auch wirken die Quests nicht mehr wie reine Hol- und Bringaufgaben, sondern überzeugen durch Abwechslungreichtum und teilweise auch überraschend treffsicheren Humor. Es ist also nicht immer alles düster und ernst auf der Reise durch Shadowbringers.

 

Ein neuer Raid, der ebenfalls an den achten Teil der Final Fantasy-Reihe zu erinnern versteht und viele Dungeons können auch langfristig überzeugen. Zumal nun auch Solisten auf ihre Kosten kommen können. Dank des neuartigen NPC-Koop-Systems kann man nun auch alleine mit von der KI gesteuerten Charakteren in die düsteren Verliese ziehen. Die unterschiedlichen Figuren, die teilweise beispielsweise aus Mitgliedern des Bundes der Morgenröte bestehen können, kämpfen auf ihre Art und Weise und passen sich den Gegebenheiten stets zuverlässig an. Wer sich allerdings lieber auf echte Menschen und somit andere Spieler verlassen möchte, kann das natürlich auch weiterhin tun. Für mich persönlich war es allerdings eine durchaus willkommene Ergänzung, die ich - als "Noob" - nicht missen möchte.

 

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Neben den Zwischensequenzen, der Story und der grafischen Kulisse besticht die Final Fantasy-Reihe seit jeder auch durch den Soundtrack. Egal, welchen Fan man auch fragen mag, ein jeder wird mindestens eins, zwei Stücke aus seinem Lieblingsteil nennen oder gar summen können. Final Fantasy XIV: Shadowbringers ist hier nicht die Ausnahme. Auch hier wirken die komponierten Stücke stets passend und schwanken zwischen ruhiger Kulisse, die lediglich der Untermalung dient und epischen, wie Wellen brandende, Melodien. Hier gibt es nichts zu meckern.

 

FAZIT

 

Natürlich ist es für mich als Anfänger und Neueinsteiger in die Spielwelt ungemein schwierig, das Add-On als solches komplett zu bewerten. Aber Shadowbringers ist mit etwas Einarbeitungszeit eine auch eigenständig betrachtet hervorragende Erweiterung, die trotz der Thematik aus sehr viel Licht und nur wenig Schatten besteht. Die Handlung ist allgemein dermaßen und für mich überraschend gut erzählt, dass ich geradezu verblüfft war. So etwas hätte ich nicht von einem Spiel dieses Genres erwartet. Die gebotenen Neuerungen und überarbeiteten Elemente sind clever und wirken so rund, dass ich nicht verstehe, warum sie nicht von Anfang an Bestandteil des nunmehr mindestens sechs Jahre alten MMORPGs waren.

 

Wer das Hauptspiel und die darauf folgenden Erweiterungen gespielt hat, darf sich demnach über eine mehr als nur gelungene Fortsetzung freuen. Ich für meinen Teil, hatte während der Testsessions so viel Spaß, dass ich mich nun mit den noch fehlenden Inhalten der Erweiterung, aber zuerst mit A Realm Reborn und all den anderen DLCs beschäftigen will und werde. Eventuell nicht mit allen angebotenen Sidequests, das würde den Rahmen meiner Freizeit beileibe sprengen, wohl aber mit denen der Hauptstory, auch wenn die Spielzeit dann gewiss mindestens in den dreistelligen Bereich wandern wird.

 

Denn aus einem MMORPG-Muffel, der sich bisher nur an jenen Spielen des Genres versucht hat, die den Free to Play-Stempel trugen, wurde ein Fan von jenem, das den Namen Final Fantasy XIV trägt. So gut ist Shadowbringers alleine schon, dass ich mit Spannung und großer Erwartung in Richtung der vorhergehenden Inhalte blicke. Und sei es nur, um die Welt Eorzeas und deren Bewohner besser verstehen und kennenzulernen. Denn dieser Ausflug, das durfte ich nun lernen, lohnt sich. Zumindest wenn man bereit dazu ist die monatliche Gebühr zu zahlen.

Infos
Final Fantasy XIV - A Realm Reborn
Final Fantasy XIV - A Realm Reborn Packshot
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix
Release: 2014-04-13
Zusammenfassung
Final Fantasy XIV: Shadowbringers ist ein großartiges Add-On, über das sich alle Fans des MMORPGs freuen sollten. Neueinsteiger haben es natürlich etwas schwerer, aber die tolle Story, die beeindruckende Spielwelt und die vielen kleinen Verbesserungen, wie das NPC-Koop-System, entlohnen dafür allemal. Und jetzt entschuldigt mich, aber viele weitere Inhalte und das Hauptspiel warten auf mich! - 8,5 / 10
Positiv
  • Fantastisch geschriebene Story
  • Coole neue Jobs und Rassen
  • NPC-Koop-System für Solisten
Negativ
  • Erwartungsgemäß schwerer Einsteig für Anfänger
  • Überarbeitete Klassen verändern die Balance
  • Mitunter sehr hoher Schwierigkeitsgrad ...
  • ... der auf dem Fehlen eigener Erfahrung fußen kann.

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vor 2 Minuten schrieb Pulverblitz:

schön das du nun auch in die MMO-Konsolenwelt eingetaucht bist 

 

Den Grund dafür hat @Daniel Bubel auch selber im Test verlinkt:

 

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@ Topic

Ich glaube gerne, dass das Spiel bzw. das Addon sehr gut sind. Mir persönlich sagt nur leider der Graphik-Stil für ein MMORPG nicht zu. Hinzu kommt, dass ich selber auch große Probleme mit einem Spiel habe, wenn es historisch schon gewachsen ist (ähnlich ESO). Aber das sind schließlich nur Gründe, die für MICH gegen FFXIV sprechen.

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