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Calvin Rimpel

[Test] - The Church in the Darkness

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Eine ordentliche Prise Religion, ein skrupelloser Kult sowie eine gehörige Menge destillierte Verzweiflung – warum diese ungleiche zugleich allerdings ebenso reizende Formel leider nur bedingt Erfolg findet, klärt der folgende Test.

 

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Südamerika, 1977. Zehn Jahre zuvor, inmitten des tobenden Vietnamkrieges, etabliert sich in Oakland, Kalifornien die sogenannte „Collective Justice Mission“. Offiziell als aufrichtige Gemeinde getarnt, insgeheim jedoch eher an eine Senkte erinnernd, predigen ihre Mitglieder Integration, Gleichberechtigung sowie Sozialismus. Insbesondere letzteres scheint jedoch ein schmerzhafter Dorn im Auge der US-Regierung zu sein, weswegen es die illustre Gemeinschaft 1975 in Richtung des südamerikanischen Dschungels verschlägt, will Vater Staat doch jene „friedliche“ Einigkeit zerschlagen - so behaupten es zumindest die charismatischen Gründer der Bewegung Issac und Rebecca Walker.

 

Infolgedessen macht ihr euch zwei Jahre später auf, in den ungemütlichen Weiten des südamerikanischen Dickichts nach eurem verschwundenen Neffen zu suchen, brach der Kontakt zu ihm sowie weiteren Mitgliedern der Anhängerschaft vor einiger Zeit erschreckend abrupt ab.

 

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Als ich erstmalig vom Plot von The Church in the Darkness las, hatte mich auf Anhieb das Interesse gepackt. Eher selten tangieren Videospiele Themen wie Politik oder Religion und wenn, dann streifen sie eher die Oberfläche, als wirklich in dunkeln Abgründe jener Thematiken abzutauchen, welche Unmengen an ausgeschöpftem Potential für eine mitreißende Narrative bieten. Noch seltener gerät ein Kult, welcher an religiöse Organisationen wie etwa „Peoples Temple“ erinnert, die 1978 durch einen Massensuizid in Jonestown für internationale Schlagzeilen sorgte, in den Fokus des Geschehens.

 

Zuletzt versuchte sich Far Cry 5 an diesem kniffeligen Unterfangen, doch während Ubisoft auch auf Seiten des Gameplays überzeugen konnte, liegt unglücklicherweise gerade hier die Schwäche von The Church in the Darkness begraben.

 

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Generell präsentiert sich das Werk aus dem äußerst passend ernannten Paranoid Productions als ein Stealth-Spiel, welches aus einer isometrischen Perspektive gesteuert wird. Rasch wird jedoch deutlich, dass dies der falsche Ansatz war. Während Metal Gear Solid bereits 1998 kompetent bewies, dass eine solche Kameraperspektive innerhalb dieses Genres durchaus Erfolg verspricht, versagt The Church in the Darkness bei einer ähnlichen Herangehensweise auf ganzer Linie. Verborgen zwischen Schatten und Grünzeug, ballern euch die ameisengroßen Anhänger der Sekte regelmäßig über den Haufen, weil eure Augen überhaupt nicht wissen, auf welchen Bildschirmbereich sie sich fokussieren sollen.

 

Ein beherzter Druck auf die Kreistaste verrät euch zwar die Blickwinkel der Gegner, doch im Klartext bedeutet dies, dass ihr kontinuierlich auf die Knöpfe eures Controller hämmert, nur um nicht von einer Wache überrascht zu werden, die ihr erneut im Gestrüpp der Palmenlandschaft übersehen habt. Frustration sowie Resignation sind die Folge, denn die Schwierigkeit eines erfolgreichen Stealth-Titels sollte nicht darin bestehen „Wo ist Walter?“ mit den unfair getarnten Feinden zu spielen.

 

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Vic selbst besitzt aufgrund seines vermutlichen militärischen Hintergrundes zwar die passenden Fähigkeiten, sich lästiger Feinde zu erledigen, entscheidet ihr euch allerdings für die gewaltfreie Alternative und zückt einmal nicht Knarre, ist die Chance groß, bald vom halben Lager verfolgt zu werden. Gleichzeitig macht jedoch gerade diese Freiheit, jegliche Person, inklusive des gesuchten Neffen Alex, umbringen zu können, den Anreiz von The Church in the Darkness aus. Essenziell spielt sich der Titel nämlich wie ein Rogue-Like, welches jedoch anders als viele weitere Vertreter des Genres pro missglücktem Anlauf nicht das Gameplay verändert, sondern die Geschichte jedes Mal an eure Herangehensweise anpasst.

 

So ist etwa Vics fragile Persönlichkeit Schwankungen unterworfen oder einstige Freunde, die inmitten des abscheulichen Moskitoalptraums im Vorfeld zu einem netten Pläuschchen bereit waren, erfuhren einen plötzlichen Sinneswandel. Definitiv ein innovativer Ansatz, der jedoch aufgrund der erwähnten Probleme nie vollkommen zur Geltung kommen kann.

 

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Infolgedessen überrascht es kaum, dass die Kritik innerhalb der technischen Analyse eher gemischt ausfällt. Abseits der vorherrschenden Sichtproblematik, die ohne Zweifel das allergrößte und nervigste Problem darstellt, kämpft das Spiel mit matschigen Texturen sowie eine recht eintönigen Farbpalette. Dschungel, Dschungel und noch mehr Dschungel, soweit das Auge reicht, was, abgesehen von bungalowartigen Gebäuden, in denen ihr euer rudimentäres Arsenal aufstocken könnt, sein Übriges tut, um sich an der grafischen Präsentation satt zu sehen.

 

Darüber hinaus weicht etwaige musikalische Untermalung überwiegend den beunruhigenden tierischen Klängen des feucht Nassen Dschungels, welche die schwellende Hitze Südamerikas zumindest auditiv authentisch ins heimische Wohnzimmer transportieren. Auch bei den englischen Synchronsprechern gibt es nichts zu mäkeln, obwohl an dieser Stelle erwähnt werden muss, dass weder Sprache noch Text auf Deutsch

verfügbar sind.

 

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Fazit:

The Church in The Darkness große Stärke ist zweifellos sein narrativ mutiger Sprung auf die wenig betretenen Pfade innerhalb der Videospiellandschaft. Umso enttäuschender sind dementsprechend seine Gameplayschwächen, die ihre Wurzeln in einer frustrierenden Kameraperspektive sowie Rogue-Like-Elementen haben, welche unabdingbar mit dem Plot verwoben sind, dabei jedoch unausweichlich mit diesem kollidieren.

 

Demzufolge kann ich trotz innovativer Grundansätze sowie ansprechender Prämisse The Church in the Darkness aufgrund seiner spielerischen Mängel nicht wirklich empfehlen - zumindest nicht zum Vollpreis.

 

 

 

Aufgrund von Datenbankproblemen, kein Testkasten:

 

Positiv:

- Erfrischende Prämisse

- Storyverbundene Rouge-Like-Elemente...

 

Negativ:

- Unzulänglich identifizierbare Gegner

- Frustrierende Kameraperspektive

- ...welche jedoch negativ mit dem Gameplay verwoben sind

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