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[Test] - Dragon Quest Builders 2

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Mit Dragon Quest Builders hat Square Enix ihre beliebte RPG-Reihe mit der Tugend eines Minecrafts verbunden. Der erste Teil, der noch für manch hochgezogene Augenbraue sorgte, konnte insgesamt durchweg positive Bewertungen einheimsen. Kein Wunder also, dass nun Teil 2 auf der virtuellen Matte steht.

 

Die Story ist wieder ein zentrales Element des Spiels und wird in vielen (sehr vielen) Textboxen à la 90er Jahre erweitert. Es gilt, viele „Dialoge“ zu führen und so immer mehr über die Welt zu erfahren. In der Welt herrscht absolutes Bauverbot. Jegliche Art von Schöpfung wurde durch den korrupten Kleriker Hargon verboten. Seine Kirche und deren Jünger treten diesbezüglich mit aller Härte auf und unterdrücken alle lebenden Wesen. Der Protagonist, ein Erbauer wie auch schon der in Teil 1, hat sein Gedächtnis verloren und wird zu Beginn bei einem Sturm von einem Gefängnisboot ins Meer geschleudert. Er landet auf einer kleinen Insel, zusammen mit dem mysteriösen Malroth. Dieser hat ebenso sein Gedächtnis verloren, hat aber scheinbar kein angeborenes Talent zum Erbauen. Eher im Gegenteil, ihm fällt es denkbar leicht, Dinge zu zerstören. Zum Vorteil des Erbauers, da dieser wie gewohnt er schwächelnd im Kampf daherkommt und Malroth den Spieler zu jeder Zeit begleitet.

 

Auf dem Weg zur eigenen Erinnerung und dem Kampf gegen Hargon beginnt eine wahre Missionierungs-Mission für den Helden und seinen Freund, da die „frei“ lebenden Menschen davon überzeugt werden müssen, dass es Zeit ist, sich der dunklen Kirche entgegenzustellen und wieder zu erschaffen. Eine übersichtliche Geschichte, mit vielen niedlichen Charakteren und lustigen Aufgaben wartet hier, doch sollte erwähnt werden, dass Dragon Quest Builders 2 sehr, sehr textlastig ist und eine/n somit manches Mal aus dem Bau-Flow reißt.

 

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Denn das Bauen macht so richtig Spaß und wurde an vielen Stellen noch verbessert. Zum einen gibt es viel mehr verschiedene Räume und zum anderen kann ein leicht variierender Inhalt auch schon darüber entscheiden, um was für einen Raum es sich handelt. Anstatt von Siedlung zu Siedlung zu wandern muss der Erbauer diesmal auf unterschiedlichen Inseln aushelfen, eine einstige Kultur wieder zu errichten. So muss man in den einzelnen Gebieten jedes Mal einen komplett anderen Fokus setzen. So befindet man sich zunächst auf einem Bauernhof, auf dem ausgefeilte Räume nicht so wichtig sind, wie unterschiedlich angelegte Felder. Große Felder, Felder mit Stecken für Ranken, geflutete Felder; die Varianz der anzupflanzenden Lebensmittel ist hier im frühen Spiel schon enorm.  Eine weitere Aufgabe führt das Duo in eine alte Minenschürfer-Stadt, die es mit Kneipen und Wellness-Arealen zu versorgen gilt. Massive Stahl- und Steinkonstruktionen sind hier genau so wichtig wie die richtige Verarbeitung von Erzen. Damit diese auch Zutage gefördert werden können, muss man zunächst ein funktionierendes Schienensystem zusammenflicken. Diese Abwechslung macht den Charme des Titels aus und lässt die jeweils neu zu erkundenden Areale nicht langweilig daherkommen.

 

Ein großer Vorteil von Dragon Quest Builders 2 ist, dass man nicht mehr alles komplett verlernt, wenn man weiterzieht. So gibt es neben den Themen-Gebieten, die allesamt eine in sich geschlossene Geschichte parat halten, eine Hauptinsel, die man komplett - ja, komplett - nach seinen Wünschen gestalten kann und für die Handlung auch muss. Was der Erbauer daher in den einzelnen Arealen lernt, fließt alles im Zentrum zusammen. Wälder und Wiesen schnell anlegen, Flüsse erschaffen oder Flussläufe verändern; der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, die beim Bauen von Räumen aufhören. Diese Freiheit wird von Anschlagtafeln unterstützt, die dann grobe Vorgaben, wie etwa „baue 4 Räume“ gibt. Mit der in Herzform dargestellten Zufriedenheit der Bewohner lässt sich diesmal nicht nur das jeweilige Dorf upgraden, sondern auch neue Herstellungsrezepte für die eigene Insel erlernen.

 

Diese Gegenstände sind in der Regel jedoch nicht für den Ablauf einer Quest oder dergleichen relevant, sondern sind rein praktischer oder kosmetischer Natur. Jeder Raum hat einen Indikator für seine insgesamt Qualität, die durch das hinzufügen von Dekoration oder weiteren Funktionen aufgewertet werden kann. Je mehr Sterne, desto besser. So einfach.

 

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Nach Materialien und Gegenständen sucht man immer noch in der freien Natur, ganz im Sinne vom Paten Minecraft. Findet man einen neuen Block oder eine Struktur, erlernt der Protagonist in der Regel dazugehörige Rezepte automatisch und kann so sein Repertoire stetig erweitern. Im weiteren Verlauf werden durch den Abschluss von Erkundungsmissionen, in denen es lediglich darum geht, jedes Material eines Areals einmal gesehen zu haben, gewisse Zutaten, wie beispielsweise Holz, auch in unendlichen Mengen verfügbar.

 

Angenehm, da man sich für Großbauprojekte, wie etwa eine Pyramide, die Hilfe aller Dorfbewohner hinzuziehen muss, die dann fleißig und im Akkord mitbauen. Die benötigten Bausteine für solche Projekte schaffen die Mit-Erbauer dann ebenfalls eigenständig ran. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme epischen Ausmaßes, sozusagen.

 

Das Bauen in Dragon Quest Builders 2 ist sehr viel effizienter und umfangreicher gestaltet, als es noch im Erstling der Fall war. Neue Werkzeuge, die beispielsweise Wasserläufe beeinflussen oder großflächig die Textur von Wänden oder Böden verändern, helfen dabei, alles genau nach eigenem Wunsch zu erbauen. Toilettenhäuschen da hin, Küche darüber, Gruppendusche hier rein; wer viel Zeit und Spaß am Basteln mitbringt, wird reich belohnt.

 

Und auch wenn es in der Natur des Protagonisten liegt, im Kampf sieht die Sache etwas schmaler aus. Malroth ist, wie oben erwähnt, eher der destruktive Typ und ein stetiger Begleiter. Neben stumpfen Button-Gedrücke und ab und an eine Kombo-Attacke mit Malroth ist aus dem Kampf nicht viel rauszuholen. Durch eben diese fehlende Varianz fühlen sich auch Boss-Kämpfe künstlich gestreckt an und bleiben hinter ihrem Potenzial, welches durch interessante Mechaniken durchaus gegeben ist.

 

Viel spaßiger ist es dann jedoch, wenn man online mit Freunden spielt. Hat man einen gewissen Fortschritt im Spiel erreicht, kann man entweder Freunde auf ihrer Insel besuchen oder sich besuchen lassen. Einschränkungen für das Verwenden von Kisten hilft dabei, auch nach der Session noch befreundet zu bleiben. Der Online-Modus ist sicherlich keine Wucht, die mit einzigartigen Herausforderungen aufwartet, läuft aber stabil und bringt Spaß in den Baualltag.

 

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Und natürlich ist Dragon Quest Builders 2 kein audiovisueller Meilenstein und baut komplett auf die niedliche Formel auf, die gepaart mit der quadratischen Anmutung der Welt eine gut aufeinander abgestimmtes Atmosphäre schafft. Und umso verwunderlicher ist es, dass die Framerate des Titels manches Mal ganz schön in die Knie geht, wenn man beispielsweise mal einen größeren Umbau durchführt oder dergleichen.

 

Stabil und stetig trällert dafür jedoch die angenehme Musik im Hintergrund, die sich im Kampf anpasst und so "dramatische" Momente unterstützt. Die Musik an sich ist eine typische, von Dragon Quest zu erwartende, Aneinanderreihung von seichten Tracks, die sich nicht aufdrängen aber auch nichts in Bewegung setzen.

 

Mit Dragon Quest Builders 2 habe ich schon einiges an Zeit verbracht und es sieht auch nicht danach aus, dass sich dieser Umstand so schnell ändern wird. Abseits der Hauptgeschichte, die natürlich relativ vorhersehbar und leicht zu verdauen ist, gibt es so viel auszuprobieren und zu erkunden, dass die Story mich sogar ab und an gestört hat. Online im Mehrbauermodus dann mit Freunden zusammen zu basteln und sich gegenseitig Schnappschüsse aus den eigenen Kreationen zukommen zu lassen, setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Dragon Quest Builders 2 ist kein Meilenstein der Videospiel-Historie, möchte aber auch genau das nicht sein. Es ist bescheiden, es ist fokussiert, es ist herrlich leicht bekömmlich. Perfekt!

 

Hinweis: Die Bilder stammen aus der englischen Fassung. Der Titel kommt jedoch komplett mit deutschen Texten daher!

Infos
Dragon Quest Builders 2
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix
Zusammenfassung
Dragon Quest Builders 2 führt die Reihe konsequent fort und verbessert das funktionierende Konzept an vielen Ecken und Enden. Toll!
Positiv
  • Hervorragender Bau-Modus mit enorm viel Abwechslung
  • Spaßiger Mehrbauer-Modus
  • Erlernte Rezepte bleiben erhalten.
Negativ
  • Kampf-System etwas eintönig und wenig fordernd
  • Manchmal: Framerate aus der Hölle
  • Zuuuu viel Text

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Tolles Spiel, spiele aktuell auf der Switch und bin in der Minenstadt angekommen. Das Spiel ist genau das Richtige für einen alten Minecraft Fan wie mich, quasi ein Minecraft mit Story, "Arbeitssklaven" und Bauplänen für Gebäude :D

 

Noch nerviger als der phasenweise Textschwall sind die zum Teil erst nach gefühlt einer Minute wegklickbaren Infofenster (zumindest auf der Switch). Den normalen Text kann man gut überfliegen und weiterklicken, aber manchmal gibt kleine Einzeiler bei besonderen Ereignissen, die ich gefühlt eine Minute anstarren darf, bevor eine weitere Interaktion möglich ist. Das liegt vielleicht auch an der Switch im Handheld Modus, ich vermute, dass da Sachen im Hintergrund geladen werden. Spielstart und Spielstand laden dauert bei der Switch im Handheld Modus  etwas zu lange, der Spielfluss inerhalb der Session auf einer Insel klappt aber prima, wenn gerade keine Textunterbrechung kommt.

 

Das Bauen an sich macht mega viel Spaß, die Story läuft ganz gut im Hintergrund, nur die Kämpfe sind wie im Test erwähnt eher eintönig.

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vor 1 Stunde schrieb joschi486:

Den normalen Text kann man gut überfliegen und weiterklicken, aber manchmal gibt kleine Einzeiler bei besonderen Ereignissen, die ich gefühlt eine Minute anstarren darf, bevor eine weitere Interaktion möglich ist

 

Ist bei mir auf der PS4 Pro auch so.

Stört gewaltig...

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