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Calvin Rimpel

[Test] - Children of Morta

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Ein Schüppchen Bastion, eine Prise Zelda, ein Löffelchen Rogue Legacy sowie eine ordentliche Menge Rollenspiel. Alles abgeschmeckt mit einer betörend schaurigen Pixel-Optik. Ob diese äußerst schmackhafte Mischung Erfolg verspricht?

 

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Ein zerstörter heiliger Baum, der die Welt einst vor Bösem beschützte, fiese Glibberwesen, welche die trübe Landschaft mit ihrem stinkenden Schleim überziehen sowie mies gelaunte Orks, die die letzten Fetzen Fleisch der unschuldigen Waldbewohner abnagen. Soweit, so unspektakulär.

 

Inmitten dieses schauderhaften Albtraums befindet sich die Familie Bergson – und zwar die gesamte Familie Bergson. Seien es nun die in die Jahre gekommenen Großeltern, der tüchtige Ehemann der höchstschwangeren Ehefrau oder seine drei mehr oder minder niedlichen Kinder. Mehrere Generationen tummeln sich im geräumigen Häuschen und das ist auch gut so, denn die Rettung der Welt ist fortan Familiensache.

 

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Und gerade jene Familienbande, welche während der Angriffe der blutrünstigen Dämonen auf die Probe gestellt und im Feuer des drohenden Untergangs geschmiedet werden, machen Children of Morta zu etwas Besonderem, ja, fast schon Einzigartigem, im Rogue-like-Einerlei.

 

Wer vor seinem erneuten Aufbruch in die vor Gefahren geradezu wimmelnden anspruchsvollen Dungeons eine kurze Zeit in dem einladenden Häuschen der Bergsons verweilt, wird rasch bemerken, dass die Entwickler jedem der Charaktere nicht nur eine individuelle Persönlichkeit spendierten, sondern ebenfalls ein herzliches Familienleben erster Klasse kreiert wurde, welches sich sowohl in Zwischensequenzen als auch in Textform über den Köpfen der charmanten Protagonisten ausspielt.

 

So unterhalten sich Großvater und Vater etwa angestrengt über den rebellierenden Sohn, welcher sich in seiner pubertierenden Art sträubt, auszuhelfen. Gleichzeitig schwirren die Gedanken der ältesten Tochter um die Schützenhilfe, die sie ihren Eltern geben muss, um ihrem hart arbeitenden Vater während der Kämpfe nicht zur Last zu fallen, während die Kleinste im anderen Raum mit ihrer Mutter über ulkig aussehende Fische schwatzt, die angeblich durch den Himmel fliegen.

 

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Die Familiendynamik in Children of Morta, welche auf eine dermaßen lässige Art und Weise demonstriert wird, erschafft eine emotionale Verbindung zu den einzelnen spielbaren Charakteren, sodass ich mich nach dem Tod eines Charakters zunächst teils grauenvoll fühlte, zerriss ich doch just in diesem Moment das Leben einer sich innig liebenden Familie.

 

Glücklicherweise handelt es sich bei Children of Morta um ein Rogue-like, soll heißen, unsere Protagonisten entschwinden auf magische Art und Weise selbst nach einer vernichtenden Niederlage der vermeintlich immerwährenden Ruhe. Als Konsequenz dieses seit einigen Jahren recht populären Spieldesigns erwartet uns auf der Gameplayebene ein recht formelhafter Ablauf.

 

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Dungeoncrawling, im Stile eines Diablo, lautet die Devise. Während Papa Bergson beispielsweise als klassischer Schwertkämpfer garstigen Dämonen den Kopf abschlägt, verdingt sich der Problemsohn als flinker Schurke. Die älteste Tochter hingegen, scheut den Nahkampf, und verdingt sich lieber als zielsichere Bogenschützin. Schnell wird euch dementsprechend ein spezifischer Spielstil besonders leicht von der Hand gehen, doch einen Favoriten zu haben, ist wie in jeder gesunden Familie, nicht drin. Je öfter ein individueller Held in den Kampf auszieht, desto stärker wird der Malus seiner Charakteristika. Gönnt ihm also einfach eine wohlverdiente Ruhepause und schon ist er im Nu wieder einsatzbereit.

 

Der somit forcierte Klassenwechsel birgt den immensen Vorteil, dass jedes spielbare Familienmitglied gleichmäßig auflevelt und dementsprechend nicht nur individuelle, sondern für die gesamte Sippe geltende Fähigkeiten freigeschaltet werden. Darüber hinaus lassen sich mit dem Gold, welches während der Dungeons erbeutet wird, weitere traditionelle Boni wie etwa Geschwindigkeit oder Schaden steigern.

 

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Abseits dessen, offeriert Children of Morta nichts Außergewöhnliches, mit dem Genre-Veteranen nicht bereits vertraut sind. So bieten die düsteren Katakomben eine Vielzahl magischer Gegenstände, welche temporär eure Kampfkraft erhöhen oder gar eine neue aktive Fähigkeit hinzufügen. All das also, was ihr bereits wahrscheinlich dutzende Male zuvor gesehen habt. Demzufolge wäre Children of Morta, ohne die einmalige Familiendynamik, immer noch ein gutes, aber sicherlich kein herausragendes Rogue-like.

 

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Abschließend verdient auch der sensationelle Pixel-Look einen kräftigen Applaus. Die Bilder sprechen für sich und sagen fast mehr aus, als meine Worte es an dieser Stelle könnten. Lasst mich lediglich erwähnen, dass auch die Animationen, sowohl die der scheußlichen Feinde als auch die unser kühner Recken, den Grafikschmaus wohlschmeckend abrunden.

 

Einzig und allein teils auftauchende kleine technische Unzulänglichkeiten wie Framedrops sowie die eher fade musikalische Untermalung Children of Mortas, versuchten mich vom imaginären „Hype-Train“ zu stoßen, schlugen ultimativ aber fehl.

 

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Fazit:

Ich bin seit jeher ein großer Rogue-like-Fan und Children of Morta hat mich förmlich umgehauen. In einem mittlerweile derart überfluteten Genre, ist es immer schwieriger geworden, ansprechende Titel aus dem vor Abfall überquellenden See der Rogue-likes herauszufischen.

 

Children of Morta fungiert allerdings als der lebensrettende funkelnde Polarstern, welcher uns vorerst erneut vor dem Untergang bewahrt und in den sicheren Hafen exzellenter Rogue-likes begleitet. Wunderschöne Pixel-Grafik, liebenswerte Charaktere sowie solides Gameplay resultieren in einem überaus ansprechenden Gesamtpaket, an dem kaum ein Weg vorbeiführt.

 

 

 

Aufgrund von Datenbankproblemen, kein Testkasten:

 

Positiv:

- Couch-Coop

- Familiendynamik

- Abwechslungsreiches Gameplay dank multipler Charakterklassen

 

Negativ:

- vergessliche Musik

- Technische Mängel

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