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Daniel Bubel

[Test] - Final Fantasy VII Remake

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Im Jahr 1997 erschien mit Final Fantasy VII der siebte Ableger der vor allem in Japan populären JRPG-Reihe. Es war ein Spiel, das nicht nur im Laufe der Jahre eine große Menge heißblütiger Fans um sich scharen konnte, sondern auch eines, das viele Neuerungen für die Reihe bedeutete. So erschien das Spiel erstmals nicht mehr für ein Nintendo-System, sondern für Sonys PlayStation. Außerdem nutzte man vorgerenderte Hintergründe und 3D-Grafiken. Das sorgte in Kombination mit den für die damalige Zeit äußerst beeindruckenden CGI-Filmsequenzen, die das Spiel auf drei CDs streckten, für offene Münder und eine begeisterte Fachpresse.

 

Rund 23 Jahre später hat die Begeisterung für das Spiel kaum nachgelassen und die epische Geschichte rund um den Ex-Soldaten Cloud Strife und die bunt zusammengewürfelte Widerstandsgruppe Avalanche ist wieder in aller Munde. Der Grund hierfür ist natürlich das von Square Enix entwickelte Final Fantasy VII Remake, das seit kurzem zeitlich exklusiv für die PlayStation 4 veröffentlicht wurde und das wir uns folgend mal etwas genauer anschauen werden.

 

 

 

Zwei Seiten

 

Doch bevor wir das tun, müssen wir einen Blick in unser Inneres werfen, sollten kurz verweilen und nachdenken. Wer das nicht möchte, springt zur nächsten Überschrift. Alle anderen lesen weiter. Worüber nachdenken? Nun, das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Aber ich versuche es dennoch. Da wäre einmal die Erwartungshaltung, die wir als Spieler oder Spielerin haben, wenn wir an ein Remake denken. Wie nah am Original muss es denn sein? Soll es lediglich eine angepasste 1:1-Version des urprünglichen Spiels sein, das den Schritt in Richtung aktueller Spiele geht, sich gerade so weit anzupassen versteht, dass es in Hinblick auf Gameplay und Erzählung nicht antiquiert wirkt. Oder darf es freier werden? Dürfen erzählerische Lücken geschlossen und vormals nur angedeutete Erzählstränge ausformuliert werden? Wie weit dürfen die Entwickler bei den spielerischen Anpassungen gehen? Daneben ist es natürlich auch wichtig zu wissen, ob man das Original überhaupt jemals gespielt hat, oder nicht. Und wenn ja, wann? Damals in Kinderschuhen steckend auf der originalen PlayStation, oder hat man es im Laufe der Jahre im Rahmen eines digitalen Re-Releases das erste Mal beendet?

 

Diese Fragen sollte man nach Möglichkeit für sich selbst beantworten, weil diese Antworten einen anderen Blick auf das vorliegende Produkt gewährleisten könnten. Mit der Erwartungshaltung ist das nämlich immer so eine Sache, welche die Gewichtung auf einige oder alle Elemente eines Spiels - um nun doch langsam wieder die richtige Richtung für diesen Test einzuschlagen - komplett verändern kann. Der Grund, aus dem ich das einleitend erwähne, statt mich direkt auf die Beschreibung besagter Elemente zu stürzen, ist eben der, dass es gleichzeitig zwei Versionen dieses Tests gibt. Der eine, der im folgenden vorliegt, ist so objektiv, wie es einem Menschen nur möglich ist. Erzählung, Gameplay, Technik, Sound. Was funktioniert und was funktioniert nicht so gut?

 

Der andere Test, der im folgenden ebenfalls vorliegt, wurde von einem Menschen geschrieben, der mit Final Fantasy VII das erste Mal tief in die Welt der JRPGs eintauchte und der von einigen Szenen noch heute, auf eine eigenartig melancholische und doch positive Art, leicht traumatisiert ist. Hinter den objektiv betrachtenden Augen des mitunter viel zu abgebrühten Erwachsenen sitzt eben auch ein in Nostalgie schwelgendes Kind, das sich diebisch auf das Final Fantasy VII Remake gefreut hat und potentielle Änderungen anders gewichtet. Beide werden zu Wort kommen.

 

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Nicht alles beim Alten...

 

Selbstverständlich vermeide ich im folgenden Review alle handlungsspezifischen Spoiler, wenn ich über das Spiel schreibe. Dabei muss erwähnt werden, dass das Final Fantasy VII Remake keinesfalls das komplette Originalspiel nachbildet, sondern lediglich einen Teil dessen, die Eröffnung quasi, die damals gute fünf Stunden in Anspruch nahm. Es ist also eine erste Episode, die wir in diesem Remake zu Gesicht bekommen. Wie viele noch kommen werden, ist aktuell nicht bekannt. Und nichtsdestotrotz fühlt sich der Release wie ein komplett eigenständiges Spiel an. Das liegt einmal an der grafischen Darstellung des Titels, die sich natürlich weg von vorgerenderten Hintergründen und hin zu komplett begehbaren dreidimensionalen Umgebungen entwickelt hat. Laufwege, die 1997 wenige Sekunden in Anspruch nahmen, weil man sie aus der isometrischen Perspektive nachvollziehen konnte, führen einen nun  in einer Third Person-Ansicht durch mehrere verzweigte Gassen und Korridore.

 

Nein, das Remake ist nicht per se freier als das ursprüngliche Spiel und es erwartet uns auch keine offen begehbare Spielwelt, aber alleine durch die Art der Fortbewegung und die realistischere Darstellung der Umgebung können die erwähnten Laufwege gefühlt doppelt oder auch dreimal so lang sein. Zudem wurden viele der bekannten Areale glaubwürdig ergänzt und erweitert. Fans des Originals erkennen die detailliert nachgebildeten Orte aus ihrem ersten Besuch natürlich wieder, müssen sich aber unter Umständen auch neu orientieren. Die Slums der beeindruckenden Metropole Midgard sind nun lebendiger und glaubwürdiger. Aus fünf Häusern, die auf einem Bildschirm Platz fanden wurde ein kleines Dorf, in dessen Ecken und Gassen so manche Geheimnisse darauf warten entdeckt zu werden. Es sind viele kleine Neuerungen, die an vielen der bekannten Orten Einzug halten, dass sich der Besuch nach so vielen Jahren zwar auf der einen Seite immer noch wie Heimkommen anfühlt, man aber auch bemerkt, dass die Zeit nicht stillgestanden ist.

 

Natürlich bedeutet dies auch, dass sich die Charaktere nun nicht länger in wegklickbaren Sprechblasen Ausdruck verschaffen, sondern sich vollvertont in meist filmreif inszenierten Zwischensequenzen austauschen. Das erschafft auf der einen Seite sehr viel mehr Dynamik als es die rudimentär animierten Polygonmodelle im Jahr 1997 jemals gekonnt hätten, verändert aber im direkten Vergleich eben auch die Dauer dieser Sequenzen. Wo damals eine mit drei Punkten versehene Sprechblase "(...)" ausreichte, um eine Gesprächspause zu simulieren, schaltet man im Jahr 2020 die Kamera eben in eine musikalisch unterlegte Nahaufnahme, oder lässt sie über die Umgebung schweifen. Es ist eine konsequente Umsetzung des technischen Fortschritts, die dem Remake gerade narrativ, aber auch atmosphärisch auf jeden Fall mehr Tiefe verleiht. Und es verändert die Spielzeit eben auch enorm.

 

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... und vieles neu

 

Das alles hätte wohlgemerkt auch funktioniert, wenn Square Enix das ursprüngliche Spiel genommen und - vereinfacht ausgedrückt - in eine zeitgemäße Engine verpackt hätte. Aber das Final Fantasy VII Remake ist ein mutiges Projekt. Enorm mutig sogar, wenn man alle Veränderungen miteinbezieht. Denn es wurden eben nicht nur bestehende Dinge sinnvoll ergänzt oder eben etwas ausgeschmückt, um das Geamtkapitel Midgard runder erscheinen zu lassen, sondern es wurden auch neue Handlungsstränge hinzugefügt oder bestehende verändert, um sich besser in die Gesamtnarrative einfügen zu können. Gerade im neunten Kapitel des Spiels ist die Veränderung sehr stark spürbar, wenn man das legendäre Honeybee Inn besucht. Diese Veränderung ist indes absolut willkommen - zumindest meiner Meinung nach - da hier ein durchaus veraltetes Weltbild in die moderne Zeit übertragen wurde, ohne sich zu sehr lächerlich zu machen, gleichzeitig aber auch ohne die humorvolle Seite dieses Aufeinandertreffens aus den Augen zu verlieren.

 

Andere Dinge sind komplett neu. Nebencharaktere wie die im Original sehr blassen Avalanche-Mitglieder und reine NPCs Jessie, Biggs und Wedge werden sehr viel besser ausgeleuchtet und dadurch greifbarer. Leider bleibt gerade Wedge der übergewichtige Comic-Relief, der er schon im Original war, unterm Strich fühlt sich die ausgearbeitete Charakterisierung aber authentischer und stimmiger an. In ihren besten Momenten wirken diese Veränderungen wahre Wunder. Selbst der nostalgischste Part von mir, der mitunter nahe am Puristen stand und den insgeheimen Wunsch hegte, Final Fantasy VII nochmals in "schön" zu erleben, musste anerkennend nicken und sich eingestehen, dass ein Remake eben auch die Möglichkeit bieten sollte, Dinge in ein neues Licht zu rücken.

 

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Das funktioniert aber leider nicht immer und einige Änderungen machen das Ursprungsmaterial kein bißchen besser, sondern im Gegenteil schlechter. Da wären Dungeons, die 1997 innerhalb weniger Minuten beendet werden konnten, Areale wie Kanalisationen und Tunnelabschnitte, die lediglich dazu dienten zwei Bildschirme miteinander zu verbinden. Diese wurden nun ebenfalls weiter ausgearbeitet und fühlen sich mitunter zu sehr gestreckt an. Das funktioniert mal besser wie in einem übernatürlich angehauchten Szenario mit Zügen, mal sehr viel schlechter, wie in erwähnter Kanalisation. Wer das Original kennt, wird sich zwangsläufig fragen, ob man aus so einem genretypischen Setting gleich einen knapp eine Stunde langen, monotonen Dungeon machen musste und  wer es nicht kennt ... wird sich vermutlich das gleiche fragen, machen wir uns mal nicht vor. Das gleiche gilt für die Nebencharaktere. Während es bei manchen eine wahre Freude ist, sie näher kennenzulernen, erwischt man sich bei den anderen bei der Frage, was einen all das überhaupt kümmern soll. Hier schafft die Regie leider nicht immer die Balance zwischen angemessen bis willkommen und aufgesetzt bis unglaubwürdig.

 

Dann hätten wir noch die neuen Nebenmissionen, die man in größeren Arealen des Spiels nun annehmen und beenden kann. Diese strecken die Spielzeit selbstverständlich enorm und sind gewiss ein Beugen gegenüber des Fortschritts in der Welt der Videospiele, wo kein Rollenspiel wahrlich komplett zu sein scheint, wenn man sich nicht in optionalen Aufgaben verlieren kann. Aber sowohl qualitativ als auch inhaltlich scheinen sie nicht so ganz auf der Höhe der Zeit zu sein. Die Questgebenden NPCs wirken wie aus einer anderen Ära und die Aufgaben sind nur selten mehr als reine Hol- und Bring-, beziehungsweise Monstertötungs-Missionen. Es gibt sogar - so viel Spoiler muss nun sein - eine Quest, bei der man buchstäblich die Rattenplage ausmerzen muss, die dem Besitzer eines Ladens zusetzt. Wo andere Spiele solch eine Nebenmission zumindest  versuchen mit einem Augenzwinkern zu präsentieren, gehören sie im Final Fantasy VII Remake zum ernstgemeinten Repertoire angeblich sinniger Aufgaben.

 

Gleiches gilt für die meisten Minispiele: Sie sind monoton, repetitiv und wirken genau wie einige der genannten Quests einfach deplatziert. Es ist, als hätte man eine Checkliste abgehakt, mit Dingen, von denen Square Enix ausgeht, dass sie in einem modernen Release nicht fehlen dürfen. Doch während die Nebenaufgaben dann zumindest spielerisch noch Spaß machen, kann ich das gleiche leider nicht über die Minispiele (mit Ausnahme von einem) sagen. Sie waren da, sie wurden gespielt und ebenso schnell wieder vergessen.

 

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Zwischen zwei Stühlen

 

Eine der größten und auffälligsten Änderungen ist selbstverständlich das Kampfsystem des Spiels, das sich von den rundenbasierten Kämpfen des Originals weitestgehend verabschiedet und sich eher in Richtung von Echtzeitkämpfen bewegt. Allerdings geschieht das hier nicht in einem Maße wie beispielsweise in Kingdom Hearts oder gar Final Fantasy XV, sondern in Form eines liebevoll gestalteten Spagats zwischen Alt und Neu.

 

Eindeutig vorbei sind die Zeiten von Zufallsbegegnungen, dank derer man - damals auch aus technischen Gründen - in einen separaten Bildschirm befördert wurde, um den Charakteren der eigenen Party abwechselnd Befehle zuraunen konnte, mit denen sie den oder die Gegner im Anschluss attackierten. Stattdessen sieht man die Gegner immer direkt im Bildschirm herumirren und wechselt direkt in den Kampfmodus. Dabei steuert man natürlich immer nur eine Figur und kann mit Viereck einen normalen Angriff mit der ausgerüsteten Waffe ausführen, während die Dreieck-Taste einen stärkeren Angriff triggert. Währenddessen bewegt man sich frei über den Bildschirm, kann mit R1 blocken und mit Kreis sogar ausweichen. Das ist zweifelsohne moderner, würde aber auch jeglichen Bezug zum Original vermissen lassen, hätte Square Enix es dabei belassen.

 

Das haben sie zum Glück aber nicht, sondern geben den Spielern die Möglichkeit durch Drücken der X-Taste das Spiel soweit zu verlangsamen, dass man in Ruhe taktierend weitere Schritte auswählen kann. So können Fähigkeiten ausgewählt werden, die durch das dauerhafte Tragen von neuen Waffen erlernt werden, oder Zauber gewirkt werden, die durch das Koppeln von Substanzen mit besagten Waffen und anderen Ausrüstungsgegenständen ihren Weg ins übersichtliche Menü finden.

 

Einzige Voraussetzungen sind entsprechend aufgefüllte Magiepunkte und ein voller ATB-Balken, ein Überbleibsel vergangener Zeiten, das sich mit der Zeit füllt, oder wenn man einen Gegner direkt attackiert. Durch einen Druck auf die Richtungstasten des Steuerkreuzes lassen sich die Charaktere wechseln, während ein Schnellzugriffsmenü es ermöglicht vorher ausgewählte Fähigkeiten sofort zu wirken. Eine weitere Dehnung dieses Spagats zwischen Echtzeit- und rundenbasiertem Kampfsystem ist die Möglichkeit durch Drücken der L2- oder R2-Taste den anderen am Kampf teilnehmenden Figuren Befehle zu erteilen und so die taktische Komponente auszunutzen.

 

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Zudem lassen sich viele Gegner in einen gestaggerten Zustand versetzen, in dem sie handlungsunfähig werden und man selbst mehr Schaden verursacht. Das ist gerade bei den zahlreichen Bossen absolut notwendig, aber auch bei den vielen Standard-Gegnern von Vorteil. Nur so lernt man mit den unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Feinde umzugehen. Während man auf dem leichten Schwierigkeitsgrad gewiss auch mit Buttonsmashing seinen Weg finden wird, fordert schon der normale, dass man das Kampfsystem verinnerlicht.

 

Es ist ein Spagat, der albern aussehen würde, hätte Square Enix ihn nicht so gekonnt umgesetzt. Ob das neue Kampfsystem nun besser oder schlechter ist, als das des Originalspiels, kann ich abschließend nicht beantworten. Es ist anders, neu und auch frischer. Und ohne den Ballast der nostalgisch verblendeten Brille betrachtet, ist es objektiv wohl auch das Beste "Echtzeit"-Kampfsystem, das die Japaner seit langer Zeit entwickelt haben.

 

Die technische und die musikalische Seite der Medaille

 

Grafisch ist Final Fantasy VII Remake wohl eines der bestaussehendsten JRPGs dieser Generation. Die Charaktermodelle sind ebenso wunderbar animiert wie detailliert - zumindest die der Haupt- und Nebenfiguren - und in den meisten Situationen gilt gleiches auch für die Umgebungsgrafiken. Denn technisch hat das Spiel noch immer einen leichten Schluckauf. Texturen werden manchmal viel zu spät, wenn überhaupt (!) nachgeladen und wirken so wie aus einer vergangenen Ära. Und während man sich in manchen Arealen von wundervoll inszenierten Licht- und Schattenspielen begeistert  zeigen wird, wirken andere unausgereift und beinahe lieblos präsentiert.

 

Schlecht sieht das Remake zu keinem Zeitpunkt aus, es gibt sie aber leider, die zwei Seiten der Medaille. Ansonsten reagieren auch manche NPCs sehr spät darauf, dass man sie anspricht und die KI der Begleiter ist - wahrscheinlich um das neue Kampfsystem zu untersützen - gerade mal rudimentär vorhanden. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht, funktioniert aber im Großen und Ganzen, weshalb das nicht der größte Kritikpunkt sein soll. Auf der PlayStation 4 Pro sah das spiel unterm Strich immer beeindruckend aus und lief flüssig. Spürbare Framerate-Einbrüche konnte ich nur selten wahrnehmen.

 

Während die deutsche Übersetzung und vor allem die Synchronisation außerordentlich gut gelungen sind, können da Probleme mit der Lippensynchronizität störend auffallen. Ich für meinen Teil habe es in der nochmals etwas besseren englischen Fassung gespielt, da ich dort die Stimmen passender fand, aber auch auf Deutsch kann man den Titel vollends genießen.

 

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Wer eine gute Anlage - oder von mir aus auch Soundbar - hat, sollte im Übrigen die SFX- und die Dialoglautstärke des Spiels etwas herunterschrauben und die Musik auf voller Lautstärke lassen. Die Originalkompositionen von Final Fantasy VII sind für viele unvergessen und machen einen Großteil des Gefühls aus, das sie mit dem Rollenspiel verbinden. Das gilt auch für mich und so ist eine wahre Freude die neu arrangierten und etwas angepassten Versionen (meist durch orchestrale Inszenierung) aus den Lautsprechern zu hören. Das nostalgische Kind hinter meinen Augen sitzt natürlich in der Nähe der Ohren und ist gewillt, den Soundtrack des Remakes als einen der besten der letzten Jahre zu bezeichnen. Und der objektive Part ist gewillt dem zuzustimmen. Leider wirken die Übergange zwischen den Szenen nicht immer ganz sauber, wohl auch, weil sie das früher nicht waren, aber sobald sie das eigentliche Thema aufgreifen, entfalten sie ihre volle Wirkung. Es ist ein wundervoller Soundtrack, der in manchen Situationen Gänsehaut auszulösen vermag.

 

Fazit

 

Ich habe viele Jahre auf dieses Remake gewartet und wurde letzten Endes nicht enttäuscht. Ja, die Zukunft von Final Fantasy VII mag noch in den Sternen stehen, hat sich Square Enix immerhin noch nicht zu der Veröffentlichungsstrategie der Nachfolger geäußert. Aber auch so ist es ein in sich rundes Spiel, bei dem man sehr schnell zu merken beginnt, warum es wohl unmöglich gewesen wäre das komplette Original in dieser Form auf einmal zu veröffentlichen.

 

Ja, es gibt einige Veränderungen und Erweiterungen - manche zum besseren, einige gewiss auch zum schlechteren. Und manche, die aus Spoiler-Gründen nicht genannt werden dürfen - und in einer besseren Welt teil eines eigenen Specials würden - beim Durchspielen aber letztlich dafür sorgen, dass man das Final Fantasy VII Remake mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet - um diese ausgelutschte Formulierung mal aufzugreifen. Man sieht nur einen Bruchteil dessen, was einen erwartet. Der Rest bleibt bis Square Enix das Schweigen beendet, noch eine Reise ins Ungewisse. Aber es war eine aufregende Reise!

 

Welches Spiel das bessere ist, Final Fantasy VII aus dem Jahr 1997 oder das Remake aus dem Jahr 2020, kann ich abschließend nicht bestimmen - nicht für mich zumindest. Aber das muss ich auch nicht. Denn es gibt weiterhin das Original und es gibt das Remake. Zwei Spiele, die so vieles gemeinsam haben, dass man sie vergleichen muss, die sich aber mitunter soweit unterscheiden, dass man sie kaum noch vergleichen kann.

 

Ich hatte vor vielen Jahren eine unvergessliche Erfahrung, als ich in die Rolle des Ex-Soldaten Cloud schlüpfte, der sich mehr oder weniger freiwillig Avalanche anschloss, einer Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Planeten ausbeutenden Konzern Shinra zu stürzen und dabei ein episches Abenteuer erlebten, das meinen jungen Verstand zu sprengen vermochte. Und ich hatte im Verlauf der letzten Wochen eine beinahe ebenso unvergessliche Erfahrung, unter den fast gleichen Voraussetzungen. Aber ich lernte Aerith und viele andere Figuren besser - und manchmal sogar neu kennen.

Es waren knapp 36 Stunden, in denen ich eine vertraute Geschichte nochmals erlebte und gleichzeitig aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Ein mutiges Spiel, in vielerlei Hinsicht, das mich mit der Frage konfrontierte "Was erwartest du von einem Remake?". Ich kenne die Antwort nun für mich - und alleine das war es schon wert. Aber ich freue mich auf mehr.

 

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Infos
Final Fantasy VII
Final Fantasy VII Packshot
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix
Zusammenfassung
Das Final Fantasy VII Remake ist ein hervorragendes JRPG, sowohl für Fans des Originals als auch jene, die es in dieser Form zum ersten Mal spielen werden. Inszenierung, Gameplay und Grafik sind top, während der Soundtrack absolut zu begeistern weiß. Lediglich die monotonen Nebenmissionen und Mini-Spiele hätten nicht sein müssen - 9 /10
Positiv
  • Grafisch mitunter herausragend
  • Tolle Inszenierung
  • Viele tolle Ergänzungen im Vergleich zum Original
  • Das wohl beste Echtzeit-Kampfsystem der Reihe
Negativ
  • Texturen laden manchmal sehr spät oder gar nicht
  • Ungewissheit ob des Releases zukünftiger Episoden
  • Monotone Mini-Spiele
  • Repetitive Nebenmissionen

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