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Wolfbyte

[Test] - Predator: Hunting Grounds

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Videospieladaption von Filmproduktionen ist immer ein schwieriges Thema. In den meisten Fällen scheitern die Umsetzungen an mangelnder Qualität, entstanden durch einen zu straffen Zeitplan, ein zu knappes Budget und die fehlende Expertise des Entwicklers. In der Regel halten sich kleinere oder gänzlich neue Studios mit solchen Auftragsarbeiten über Wasser, was natürlich auch am finalen Produkt ersichtlich wird.  

 

Die Illfonic Studios haben sich bereits in der Vergangenheit mit der Zusammenarbeit größerer Film-IPs einen Namen verdient, so wie etwa zuletzt mit dem asymmetrischen Multiplayer-Horror-Spiel zur Film-Reihe „Friday the 13th“. Dieser Titel hatte noch durchwachsene Wertungen erhalten und hielt auch den einen oder anderen Skandal bereit. Mit Predator: Hunting Grounds soll sich dieser Umstand nun ändern. Unser Test beleuchtet dies Vorhaben näher. 

 

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Mit Predator: Hunting Grounds bleiben die Entwickler ihrem Genre treu und schicken erneut einen asymmetrischen Mutliplayer-Titel ins Rennen. Diesmal jedoch einen waschechten Shooter, der sowohl mit einer First-, als auch einer Third-Person-Kamera daherkommt. Wie der Name suggeriert, dreht sich hier alles um die legendären Jäger aus dem All, die seit 1987 Jagd auf menschliche Beute machen. Damals auf Dutch (Arnorld Schwarzenegger), heute auf vier zusammengewürfelte Online-Spieler.  

 

Das „Feuerteam“, wie sich die vierköpfige Gruppe menschlicher Soldaten nennt, muss unterschiedliche Missionen im grünen Dickicht des südamerikanischen Dschungels erledigen, wie beispielsweise hochrangige Kriminelle eliminieren, Daten beschaffen oder Drogenlager vernichten. Eine Mission ist dabei auf eine durchschnittliche Dauer von 15 Minuten ausgelegt, aufgeteilt in kleinere Teilaufgaben, die es zu erfüllen gilt. Am Ende einer jeden Mission steht die erfolgreiche Extraktion des Teams aus dem Missionsgebiet. Wäre da nicht eine weitere Komponente, die quasi das Salz in der ansonsten recht monotonen Suppe darstellt: Der Predator. 

Spielt man diesen außerweltlichen Krieger, rastet die Kamera bereits vor dem Charakter ein und blickt über die Schulter des Jägers. Während das Feuerteam eine tatsächliche Mission zu erledigen hat, ist der Predator nur auf Beute aus. Also heißt es, das Areal oberservieren und das gegnerische Team zunächst erst Mal aufspüren. Das Abgeben von Schüssen setzt Schallwellen frei, die in der Wärmesicht des Predator als visuelle Impulse in der Umgebung ersichtlich werden. Außerdem heben sich Lebewesen von der Umgebung ab, da sie natürlich Wärme abgeben. Gewiefte Feuerteams können sich mit Schlamm einreiben, um sich für einen kurzen Augenblick außerhalb des Spektrums der Wärmesicht zu bewegen. Clever. 

 

Hat der Predator seine Beute jedoch aufgespürt, kann er ihnen mit allerhand technischem Gerät auf den Leib rücken. Akustische Ablenkungsmanöver, Fangnetze oder auch Wurf-Discs; die Auswahl an Waffen und Gerätschaften sorgt durchaus für Abwechslung. Natürlich verfügt der Predator auch über seine ikonische Tarnvorrichtung und ist aufgrund seiner übermenschlichen Physis und Agilität in der Lage, sich wie ein Parcours-Sportler mit dem sogenannten „Predcour“ in luftiger Höhe fortzubewegen.  

 

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Es hat schon etwas für sich, wenn man als Feuerteam am Boden jede Astbewegung beobachtet und nach einer transparenten, reflektierenden Gestalt Ausschau hält, während ein Team-Mitglied gerade dabei ist, einen feindlichen Laptop zu manipulieren und somit für mehrere Sekunden kampfunfähig ist. Die bekannten Grunz- und Schnalzgeräusche ortend muss man sich so auf eine Attacke aus allen Richtungen gefasst machen.  

 

Wenn ein Predator seinen Job gut macht, bietet sich so eine Matchqualität, die von der Intensität der (besseren) Filme, kaum weit entfernt ist. Ist der Predator nicht in der Nähe oder kann das Feuerteam nicht finden, können Matches jedoch schnell eine unterdurchschnittliche Co-Op-Erfahrung abdriften oder gar gänzlich ohne Action und mit einem faden Beigeschmack enden. 

Mit der Zeit wird der Titel jedoch immer abwechslungsreicher, da sich weitere Klassen freischalten lassen, die dann beispielsweise neue Waffen und Gadgets tragen können und/oder über andere Grundattribute verfügen. Auch Skins und Designs beinhaltet diese Progression. Benötigt werden dafür lediglich Erfahrungspunkte und Geld. 

 

Erfahrungspunkte und besagtes Geld erhalten beide Parteien nach Abschluss des Matches, der Predator kann diese Punkte zudem mit der richtigen Nutzung seiner Gadgets und mit einer möglichst stilvollen Art der Jagd erhöhen. Und als gewonnen gilt ein Match für den Predator nur, wenn alle Mitglieder des Feuerteams tot sind. Dies kann entweder durch das erfolgreiche Exekutieren der vier Mitglieder passieren oder durch die Selbstzerstörung, die den noch lebenden Feuerteam-Leuten nur wenig Zeit gibt, entweder aus dem Explosionsradius zu verschwinden oder die Bombe zu entschärfen. Das Feuerteam hingegen gewinnt, wenn sie entweder ihre Mission erfolgreich abschließen und mit dem Helikopter entkommen oder den Predator zur Strecke bringen, sobald er sich zeigt.  

 

Beim Stufenanstieg erhält die jeweilige Fraktion Zugriff auf neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände, wie etwa unterschiedliche Granaten, Kampfstäbe oder bereits erwähnte Wurf-Discs. Diese können jedoch nicht komplett frei miteinander kombiniert werden. So gibt es gewisse Limits einzuhalten, die bei der Wahl der mitgeführten Ausrüstung nicht überschritten werden darf. Zur Not nimmt man halt nur zwei Gegenstände mit, statt der drei möglichen.  

 

Geld investiert muss nur für kosmetische Objekte, die dann beispielsweise die Form oder das Muster der Predator-Maske verändern, deren Hautfarbe und Muster beeinflussen oder für das Feuerteam neue Hüte, Brillen oder Tarnfarben freischalten. Hierfür müssen Lootboxen gekauft oder gewonnen werden, die dann je 3 solcher Gegenstände beinhalten. Mikro-Transaktionen gibt es keine. Alles muss freigespielt werden. Auch Mal nett. 

 

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Was aktuell noch fehlt, ist etwas Abwechslung im Missions- und Level-Design des Titels. Lediglich drei Karten gibt es, die allesamt – durch das Dschungel-Design – sehr ähnlich daherkommen und mit einigen Gebäudestrukturen oder beispielsweise einer Pipeline versucht sind, sich voneinander abzuheben. Wir würden uns hier mehr von den Filmen inspirierte Schauplätze wünschen, wie beispielsweise alte Tempel, arktische Area, Gebirge oder auch Mal eine Großstadt. Wir werden sehen, was die DLC-Zukunft so bringt! 

 

Optisch ist der Titel durchaus solide und kann mit einer sehr lebhaften Flora und Fauna aufwarten. Einzig die etwas schwächeren Texturgewänder hier und da und das etwas langsame Hereinladen diverser Assets lässt dieses Gesamtbild etwas einknicken. Hinzu kommen Ruckel-Einlagen, die zwar nicht lange anhalten, dafür aber durch ihre Frequenz durchaus stören können. Mal abgesehen von den etwas steifen und detailarmen NPC-Feinden sieht der Titel jedoch durchaus ansehnlich aus. Kein PS4-Meilenstein, aber ansehnlich.

 

Der Dschungel sieht jedoch nicht nur toll aus, er hört sich auch ebenso toll an. Authentische Geräusche und eine den Film entliehene Hintergrundmusik erzeugen eine dichte Atmosphäre, die durch ihre gute Abmischung jedoch stets Raum für die subtilen Laute des Predator lässt. Hier werden das Gameplay und die Nutzung aller Sinne großgeschrieben. Klasse! 

 

Einziges wirkliches Manko sind die langen Wartezeiten zwischen den Matches, die vor allem die Predator-Spieler hart treffen wird. Teilweise wartet man 7-10 Minuten auf ein Match. Eine Wartezeit, die man absolut nicht mit den Anpassungsfeatures des Spiels verbringen kann. Hat man seine neuen Designs angelegt und freigeschaltete Gadgets aufeinander abgestimmt, sitzt man gut und gerne da und beobachtet den animierten Bildschirm des Hauptmenüs. Hier muss unbedingt eine Besserung her, da sich ebensolche Matchmaking-Höllen nicht selten als frühes Aus für Online-Titel darstellen. 

 

Predator: Hunting Grounds ist durchaus einer der besseren asymmetrischen Multiplayer-Titel. Mit einer beliebten und zugkräftigen Lizenz im Nacken bietet der Titel genug Abwechslung für viele Spielstunden, auch wenn es in Punkto Missionen und Maps etwas mehr sein könnte. Wenn da nicht die leichte Imbalance zu Beginn der Karriere wäre, die den Predator in seinen jungen Jahren mehr zur Zielscheibe, als zum gefürchteten Jäger macht. Dennoch kann das technisch etwas strauchelnde Abenteuer durchaus überzeugen. Wer gern mit PS4- und PC-Spielern zusammen spielt und sich auch vor Niederlagen nicht scheut, bekommt hier solide Actionkost serviert! 

Infos
Predator: Hunting Grounds
Predator: Hunting Grounds Packshot
Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwickler: IllFonic
Release: 2020-04-24
Zusammenfassung
Predator: Hunting Grounds ist ein solider, asymmetrischer Mutliplayer-Shooter, der die beliebte Jägerrasse aus dem All gegen ein vierköpfiges Team aus gut ausgebildeten Soldaten/innen antreten lässt. Dichte Dschungel-Atmosphäre aus den 1980ern vorprogrammiert!
Positiv
  • Viele freischaltbare Gegenstände und Designs
  • Unterschiedliche Klassen und Waffen sorgen für Abwechslungs
  • Predator spielt sich sehr agil und "authentisch"
Negativ
  • Lange Matchmaking-Zeiten nicht selten
  • Langsames Nachladen von Texturen
  • Performance durch Ruckler beeinträchtigt

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