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Daniel Bubel

[Test] - Deliver Us The Moon

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In einer nicht allzu fernen Zukunft sind die natürlichen Rohstoffe der Erde aufgebraucht und die Menschheit muss sich nach anderen Alternativen umsehen, möchte sie die drohende Krise überleben. Während es sich auf der einen Seite um ein Problem handelt, mit dem wir uns eventuell noch konfrontiert sehen werden, hat das niederländische Entwicklerstudio KeoneK auf Basis dessen mit Deliver Us The Moon ein Videospiel entwickelt, in dem genau das eingetreten ist. Nur gibt es dort bereits eine mögliche Lösung, nämlich das auf dem Mond vorkommende Helium 3 als alternative Energiequelle. Allerdings ist der Kontakt zu der Forschungsstation abgebrochen und ein letzter verzweifelter Ausflug ins All soll Klärung bringen: Was ist auf dem Mond geschehen? Und gibt es eine Zukunft für den ehemals blauen Planeten?

 

 

Die Prämisse des von Wired Productions vertriebenen SciFi-Thrillers Deliver Us The Moon ist nicht nur spannend, sondern auch realistisch. Gleich zwei Punkte, die mich als selbsternannten Science Fiction-Nerd ansprechen und wohlwollend auf den knapp sechs Stunden dauernden Titel blicken lassen. Der Bezug zu aktuellen Theorien und möglichen Szenarien überzeugt, wobei es die Entwickler gleichzeitig weitestgehend vermeiden sich mit erhobenem Zeigefinger in der Narrative zu verlieren.

 

Diese wird übrigens nur selten in Zwischensequenzen, dafür aber in Form von Audio-Logs, Tagebucheinträgen und Funkübertragungen - egal ob aufgezeichnet oder über die verbleibende Kontaktperson auf der Erde übermittelt - erzählt. Ab und an hat man auch die Möglichkeit bereits Geschehenes über ein holografisch dargestelltes Marionettenspiel nachzuvollziehen. Hier werden die Abbilder der Besatzungsmitglieder der Forschungsstation rudimentär dargestellt und man beobachtet diese bei verschiedenen Tätigkeiten und Ereignissen. Man ist also sehr oft Zuschauer oder auch Zuhörer, während man rekonstruiert, was dort in den letzten Jahren geschehen ist.

 

Das klingt erst einmal stark nach einer Art Walking Simulator, was gewiss auch zutreffen mag, aber Deliver Us The Moon ist dann doch mehr als das und präsentiert sich als überaus ambitionierter Genremix. Die Indie-Entwickler bringen nämlich nicht nur mehrere Perspektiven, sondern auch spielerische Abwechslung in den Thriller. Da muss man einmal unter Zeitdruck die Rakete starten, die einen ins All befördern soll, ein anderes Mal in Schwerelosigkeit einen Weg durch die verlassene Raumstation finden, nur um dann mit einem Buggy über die Mondoberfläche heizen zu können. Daneben gilt es einfache Rätsel der Marke "Finde das richtige Passwort", "Setze die Energiezellen in der richtigen Reihenfolge ein" oder "Welcher Schalter regelt was?" zu lösen.

 

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Allzu knifflige Kopfnüsse sucht man hier zwar vergeblich, aber das Gebotene reicht allemal, um das Spielgeschehen im Laufe der doch sechs Kapitel langen Geschichte immer wieder aufzulockern. Gleiches gilt für den Perspektivwechsel, der automatisch vonstatten geht, aber immer wieder zum Geschehen passt. So orientiert man sich im schwerelosen Zustand aus der Ego-Perspektive, befreit blockierte passagen mit Hilfe des Plasmaschneiders von störenden Objekten und driftet auf Knopfdruck nach oben oder unten, dreht sich in die richtige Richtung und passt sich somit der Umgebung an. Das ein oder andere Mal, gilt es zudem noch auf den Sauerstoff zu achten. Geht dieser aus, ist das Spiel vorbei. Doch auch hier entsteht nicht der größte Druck, die dazugehörigen Behälter sind eher großzügig in den entsprechenden Arealen verteilt.

 

An anderer Stelle erlebt man die Ereignisse aus der Third Person-Ansicht, was in den entsprechenden Situationen einmal die Übersicht erleichtert, aber auch atmosphärisch eine andere Richtung einschlägt. So oder so, der Perspektivwechsel ist geglückt und passt meist sehr gut zu dem jeweiligen Spielgefühl. Lediglich die doch etwas hölzernen Animationen fallen in der Verfolgerperspektive naturgemäß eher auf und auch erkennt man dort eher, dass der PC als Lead-Plattform fungierte und es sich bei den jetzt veröffentlichten Konsolenversionen lediglich um einen Port handelt. Tragisch ist das natürlich nicht, aber die Anpassungen haben eben gerade soweit stattgefunden, dass man die Wurzeln jederzeit noch aus der sonst hervorragend bepflanzten Erde herausragen sieht.

 

Ähnlich sieht es auf technischer und grafischer Seite aus. Deliver Us The Moon sieht mitunter wirklich fantastisch aus, aber ab und an kommt es zu Rucklern oder das Spiel hängt erst einmal für einen kurzen Moment, ehe es normal weiterläuft. Gerade beim automatischen Speichern kommt das grundsätzlich vor, was einen doch aus dem sonst so atmosphärischen Dickicht reißen kann. Abgesehen von vereinzelt etwas spät nachladenden, beziehungsweise matschigen Texturen gibt es aber auch hier nicht wirklich viel auszusetzen. Für einen Indie-Titel wird hier überdurchschnittliche Technik abgeliefert. Das gilt übrigens auch für die Sprachausgabe des Spiels: Egal ob Deutsch oder Englisch, die Synchro kann sich sehen, also vielmehr hören lassen natürlich. Der Soundtrack ist indes niemals zu aufdringlich, sondern hält sich meist im Hintergrund des Geschehens auf, vermittelt aber je nach Situation die nötige Spannung oder vermittelt die Dramatik, ohne einen mit dem Kopf darauf zu stoßen. Er ist, wie auch die Narrative selbst, ein überaus gelungener, eher subtiler Begleiter zur Reise auf den Mond.

 

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Fazit

 

Deliver Us The Moon ist ein sehr gutes Spiel, keine Frage. Und für mich als Science Fiction-Fan ohnehin grundsätzlich willkommen. Noch dazu hat der Titel für die zu erzählende Geschichte eine tolle Länge und überstrapaziert die Geduld der Spieler zu keiner Zeit. Lässt man den Sammelkram außer Acht, kann man gewiss auch in drei bis vier Stunden den Abspann über den Bidlschirm laufen sehen, aber sonst sind es gute sechs Stunden, mehr noch, wenn man die tolle Atmosphöre des Titels aufsaugt und die beeindruckenden Setpieces und Ausblicke genießt. Dementsprechend fallen die kleinen technischen Defizite nicht ins Gewicht und der von KeoneK entwickelte SciFi-Thriller lässt uns mit einem ebenso guten wie mulmigen Gefühl zurück. Dieses "Was geschieht, wenn..."-Szenario ist gleichzeitig so nah und wirkt doch noch weit entfernt. Unterm Strich also grundsätzlich sehr gute Science Fiction-Kost.

Infos
Deliver Us The Moon
Deliver Us The Moon Packshot
Publisher: Wired Productions
Entwickler: KeokeN Interactive
Release: 2020-04-24
Zusammenfassung
Spannender und gut erzählter Science Fiction-Thriller, der auch dank der nötigen Prise Realismus zu überzeugen weiß. Über kleinere technische Schwächen schauen Fans des Genres ohnehin wohlwollend hinweg. - 7,5 /10
Positiv
  • Tolle Atmosphäre
  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Gelungene Rätsel...
  • Sehr guter Soundtrack & Synchro
Negativ
  • Ruckler und spät nachladende Texturen
  • Rätsel aber meist zu leicht

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