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Wolfbyte

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Reputationsaktivitäten

  1. Haha
    Wolfbyte got a reaction from StadionGehn in [Gewinnspiel] - 1x AVICII Invector zu gewinnen   
    Liebe Community,
     
    wir freuen uns mit freundlicher Unterstützung von Wired Productions & Marchsreiter einen Key für das Rhytmus-Spiel "AVICII Invector" verlosen zu können!
     

     
    AVICII Invector ist ein Rhythmus-Spiel, das sich ganz um die Musik von AVICII dreht. Spieler erfahren in hypnotisierenden Soundscapes allein oder im Multiplayer eine komplett neue Art von Musikspiel.
    AVICII – mit bürgerlichem Namen Tim Bergling – war zu Lebzeiten leidenschaftlicher Gamer und arbeitete selbst zwei Jahre an AVICII Invector mit. Der kommende Multi-Plattform-Release am 10. Dezember bringt Rhythmus-Spiele auf ein neues Level und ehrt dabei Berglings Musik.
    Ein Teil der Einnahmen geht direkt an die Tim Bergling Foundation, die sich dafür einsetzt, dass Selbstmord als gesundheitliches Problem von internationaler Tragweite anerkannt wird und Gespräche über mentale Gesundheit entstigmatisiert werden.
     
     
     
    Was ist zu tun?
    Nennt uns in den Kommentaren euren Lieblings-Track von AVICII und erklärt, was euch an dem Song gefällt.
     
    Das Gewinnspiel läuft bis zum 01.12.2019, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 02.12.2019 benachrichtigt und erhält auch direkt den Code per PN!
     
    Das P4M-Team wünscht allen Teilnehmern viel Glück.
     
     
    Wenn ihr mehr über die Tim Bergling Foundation erfahren wollt, könnt ihr euch hier informieren.
  2. Like
    Wolfbyte got a reaction from xXGAMER14 in [Gewinnspiel] - 1x AVICII Invector zu gewinnen   
    Liebe Community,
     
    wir freuen uns mit freundlicher Unterstützung von Wired Productions & Marchsreiter einen Key für das Rhytmus-Spiel "AVICII Invector" verlosen zu können!
     

     
    AVICII Invector ist ein Rhythmus-Spiel, das sich ganz um die Musik von AVICII dreht. Spieler erfahren in hypnotisierenden Soundscapes allein oder im Multiplayer eine komplett neue Art von Musikspiel.
    AVICII – mit bürgerlichem Namen Tim Bergling – war zu Lebzeiten leidenschaftlicher Gamer und arbeitete selbst zwei Jahre an AVICII Invector mit. Der kommende Multi-Plattform-Release am 10. Dezember bringt Rhythmus-Spiele auf ein neues Level und ehrt dabei Berglings Musik.
    Ein Teil der Einnahmen geht direkt an die Tim Bergling Foundation, die sich dafür einsetzt, dass Selbstmord als gesundheitliches Problem von internationaler Tragweite anerkannt wird und Gespräche über mentale Gesundheit entstigmatisiert werden.
     
     
     
    Was ist zu tun?
    Nennt uns in den Kommentaren euren Lieblings-Track von AVICII und erklärt, was euch an dem Song gefällt.
     
    Das Gewinnspiel läuft bis zum 01.12.2019, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 02.12.2019 benachrichtigt und erhält auch direkt den Code per PN!
     
    Das P4M-Team wünscht allen Teilnehmern viel Glück.
     
     
    Wenn ihr mehr über die Tim Bergling Foundation erfahren wollt, könnt ihr euch hier informieren.
  3. Like
    Wolfbyte got a reaction from Schwarze-Mamba in [Test] - Vambrace: Cold Soul   
    Mit Rogue-likes ist es wie mit Battle Royales, Souls-likes oder MOBAs; es gibt sie schon lange, ein besonderer Titel erregt große Aufmerksamkeit und dann, ja dann gibt es auf einmal unzählige, in allen möglichen Ausführungen. Vambrace: Cold Soul wird ebenfalls als solch ein rogue-like gelistet, doch fällt es uns schwer, dieses narrativ getriebenes RPG so einfach in eine Schublade zu stecken. Unser Test erklärt, wieso.
     
    Die Geschichte von Vambrace: Cold Soul ist so simpel wie auch zugkräftig. Die Stadt Icenair ist von einer eisigen Kuppel umgeben, die magischer Natur ist und alle Lebewesen, die von Innen oder Außen versuchen, die Barriere zu durchqueren, mit frostigen Präzision tötet. Doch als Elevia Lyric in der eisigen Kälte außerhalb der Stadt gefunden wird, ändert sich diese scheinbar ausweglose Situation schlagartig.
     

     
    Die vom Schattenkönig, einer mysteriösen und bösen Entität, erschaffene Barriere kann also doch durchquert werden und besagte Protagonistin hat die Antwort auf dieses Rätsel parat, jedoch steht es um ihre Erinnerungsgabe nicht so gut. Man stellt jedoch recht schnell fest, dass Elevias Armschiene dazu in der Lage ist, es mit der frostigen Magie des Schattenkönigs aufzunehmen.
     
    Zwar kann die Armschiene die Barriere nicht zerstören, jedoch sind kleinere Fragmente der Magie, an denen die hiesigen Bewohner bereits gescheitert sind, kein Problem. Und so begibt sich Elevia mit der Hilfe der örtlichen Verteidiger auf die Suche nach den richtigen Antworten und – ultimativ – auf die Suche nach dem Schattenkönig.
     
    Die Geschichte hat einiges an Atmosphäre zu bieten und spannt dabei einen ordentlichen Bogen über weit mehr als den direkten Plot. Viele Charaktere lassen sich auf dem Weg treffen, die nicht zwangsweise etwas mit der Handlung zu tun haben müssen, aber dafür sorgen, dass selbst diese kleine Welt Icenair, lebendig und dramatisch gut inszeniert wirkt. Und obwohl der Hauptstrang einiges an Potenzial auf dem Weg liegen lässt, schafft es Vamprace: Cold Soul, eine hervorragende Welt zu skizzieren. Der Fokus auf narrativen Inhalt wird hier deutlich spürbar.
     

     
    Und auch spielerisch stellt der Titel nicht in jeder Hinsicht eine bekannte Rezeptur dar. Gehandelt wird Vamprace als „rogue-like“, obwohl uns hierbei einige Aspekte fehlen, beziehungsweise einige interessante Zutaten dem Titel sehr viel mehr Tiefe verleihen.
    Mit einer Gruppe von bis zu vier Helden, die – außer Evelia – frei rekrutiert werden können, begibt man sich in die zugefrorenen Landen von Icenair, um unterschiedlichste Quests zu erfüllen und Schätze zu sammeln. Dabei begegnen sie nicht nur Individuen, mit denen Dialoge geführt werden können, sondern feindseligen Geistern, Dieben und Monstern.
     
    Der rundenbasierte Kampf erinnert im groben Rahmen an so manches Final Fantasy-Spiel, so hat jeder Charakter, ob nun Freund oder Feind, einen Zug pro Runde. Je nach Aktionspunkten können dann entweder normale oder spezielle Angriffe genutzt werden. Je nach Typ des Angriffs, beziehungsweise des Gegners sind diese Attacken effektiv oder kaum spürbar. Ein bisschen Stein-Schere-Papier ist also auch mit von der Partie.
     

     
    Neben der Lebensenergie muss man bei Streifzügen außerhalb der schützenden Stadt jedoch noch auf andere Werte achten. Jeder Charakter verfügt über eine zweite Leiste, die den sogenannten Vital-Wert angibt. Dieser sinkt auf Reisen langsam und – genauso wie Lebensenergie – führt zum Tode des Charakters, wenn er auf 0 sinkt. Außer Elevia sterben Charaktere übrigens permanent, daher sollte man gegebenenfalls einfach den Rücktritt antreten und auf die gesammelte Erfahrung verzichten. Diese wird nämlich wieder abgezogen, wenn man den Rückteleport nutzt. Gleichzeitig werden auch freigelegte Wege wieder verschlossen, da sich die Konstellationen der Areale immer neu anordnen. (Das ist so richtig rogue-like… like).
     
    Darüber hinaus muss man auf den sogenannten Terror-Wert achten, der innerhalb eines Gebietes ansteigt. Jedes Mal, wenn man von einem Raum in den nächsten wechselt oder an einem Lagerfeuer übernachtet, steigt die Terror-Leiste ein wenig an. Ist sie voll aufgefüllt, tauchen häufiger starke Gegner auf, die die ohnehin schon limitierten Ressourcen ganz schön in Mitleidenschaft ziehen. Wechselt man außerhalb der Stadt von einem Gebiet zum nächsten, wird der Terror-Wert jedoch zurückgesetzt.
     

     
    Apropos Lagerfeuer. Nur an eben solchen kleinen Lagern kann man nützliche Gegenstände verwenden, die beispielsweise Gesundheit oder Vitalität auffrischen oder negative Effekte, wie Blindheit, entfernen können. Vorbereitung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Hat man genug Hellion – die örtliche Währung – gesammelt, kann man bei Händlern diese gegen Nutzgegenstände eintauschen. Die Tasche der Reisegruppe ist nicht begrenzt, zu viel Gewicht wirkt sich jedoch negativ aus.
     
    Vamprace: Cold Soul ist eine umfangreiche, tiefgreifende Spielerfahrung, die dank des Rekrutierung-Systems und der vielen (wenn auch generischen) Charaktere durchaus für eine längere Sessions geeignet ist. Und auch wenn einige Zufallsbegegnungen sich ab und an Mal wiederholen und der Schwierigkeitsgrad auch mal schwanken kann, kann das RPG-System im Hintergrund einiges abfedern und bietet einiges an relevanten Entscheidungsmöglichkeiten.
    Und die Tiefe der Geschichte spiegelt sich auch in der audiovisuellen Komponente wider. Von Hand gezeichnete Kulissen und Charaktere, stimmige, mysteriöse Szenarien und eine sehr subtile, aber starke Sound-Untermalung fügen sich hier zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Mit geschickt Nutzung des Parallax-Effekts wird eine glaubhafte Tiefe simuliert, die die begehbaren Areale in die Tiefe hinein wachsen lässt und so Icenair hervorragend darstellt.
     
    Vambrace: Cold Soul wirkt auf den ersten Blick wie „noch so ein JRPG“. Weibliche Charaktere tragen fragwürdig geschnittene Rüstungen, überzeichnete Muskelpakete und viele – sehr viele – nicht vertonte Dialoge. Blickt man hinter diese Fassade, öffnet sich ein hervorragendes RPG, welches mit vielen eigenen, netten Ideen daherkommt und nicht unterschätzt werden sollte. Optisch eine Augenweide, narrative mehr als passabel und spielerisch weit mehr als solide; Vambrace: Cold Soul kann man sich definitiv anschauen!
     
     
  4. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Tekks23 in [Test] - Vambrace: Cold Soul   
    Mit Rogue-likes ist es wie mit Battle Royales, Souls-likes oder MOBAs; es gibt sie schon lange, ein besonderer Titel erregt große Aufmerksamkeit und dann, ja dann gibt es auf einmal unzählige, in allen möglichen Ausführungen. Vambrace: Cold Soul wird ebenfalls als solch ein rogue-like gelistet, doch fällt es uns schwer, dieses narrativ getriebenes RPG so einfach in eine Schublade zu stecken. Unser Test erklärt, wieso.
     
    Die Geschichte von Vambrace: Cold Soul ist so simpel wie auch zugkräftig. Die Stadt Icenair ist von einer eisigen Kuppel umgeben, die magischer Natur ist und alle Lebewesen, die von Innen oder Außen versuchen, die Barriere zu durchqueren, mit frostigen Präzision tötet. Doch als Elevia Lyric in der eisigen Kälte außerhalb der Stadt gefunden wird, ändert sich diese scheinbar ausweglose Situation schlagartig.
     

     
    Die vom Schattenkönig, einer mysteriösen und bösen Entität, erschaffene Barriere kann also doch durchquert werden und besagte Protagonistin hat die Antwort auf dieses Rätsel parat, jedoch steht es um ihre Erinnerungsgabe nicht so gut. Man stellt jedoch recht schnell fest, dass Elevias Armschiene dazu in der Lage ist, es mit der frostigen Magie des Schattenkönigs aufzunehmen.
     
    Zwar kann die Armschiene die Barriere nicht zerstören, jedoch sind kleinere Fragmente der Magie, an denen die hiesigen Bewohner bereits gescheitert sind, kein Problem. Und so begibt sich Elevia mit der Hilfe der örtlichen Verteidiger auf die Suche nach den richtigen Antworten und – ultimativ – auf die Suche nach dem Schattenkönig.
     
    Die Geschichte hat einiges an Atmosphäre zu bieten und spannt dabei einen ordentlichen Bogen über weit mehr als den direkten Plot. Viele Charaktere lassen sich auf dem Weg treffen, die nicht zwangsweise etwas mit der Handlung zu tun haben müssen, aber dafür sorgen, dass selbst diese kleine Welt Icenair, lebendig und dramatisch gut inszeniert wirkt. Und obwohl der Hauptstrang einiges an Potenzial auf dem Weg liegen lässt, schafft es Vamprace: Cold Soul, eine hervorragende Welt zu skizzieren. Der Fokus auf narrativen Inhalt wird hier deutlich spürbar.
     

     
    Und auch spielerisch stellt der Titel nicht in jeder Hinsicht eine bekannte Rezeptur dar. Gehandelt wird Vamprace als „rogue-like“, obwohl uns hierbei einige Aspekte fehlen, beziehungsweise einige interessante Zutaten dem Titel sehr viel mehr Tiefe verleihen.
    Mit einer Gruppe von bis zu vier Helden, die – außer Evelia – frei rekrutiert werden können, begibt man sich in die zugefrorenen Landen von Icenair, um unterschiedlichste Quests zu erfüllen und Schätze zu sammeln. Dabei begegnen sie nicht nur Individuen, mit denen Dialoge geführt werden können, sondern feindseligen Geistern, Dieben und Monstern.
     
    Der rundenbasierte Kampf erinnert im groben Rahmen an so manches Final Fantasy-Spiel, so hat jeder Charakter, ob nun Freund oder Feind, einen Zug pro Runde. Je nach Aktionspunkten können dann entweder normale oder spezielle Angriffe genutzt werden. Je nach Typ des Angriffs, beziehungsweise des Gegners sind diese Attacken effektiv oder kaum spürbar. Ein bisschen Stein-Schere-Papier ist also auch mit von der Partie.
     

     
    Neben der Lebensenergie muss man bei Streifzügen außerhalb der schützenden Stadt jedoch noch auf andere Werte achten. Jeder Charakter verfügt über eine zweite Leiste, die den sogenannten Vital-Wert angibt. Dieser sinkt auf Reisen langsam und – genauso wie Lebensenergie – führt zum Tode des Charakters, wenn er auf 0 sinkt. Außer Elevia sterben Charaktere übrigens permanent, daher sollte man gegebenenfalls einfach den Rücktritt antreten und auf die gesammelte Erfahrung verzichten. Diese wird nämlich wieder abgezogen, wenn man den Rückteleport nutzt. Gleichzeitig werden auch freigelegte Wege wieder verschlossen, da sich die Konstellationen der Areale immer neu anordnen. (Das ist so richtig rogue-like… like).
     
    Darüber hinaus muss man auf den sogenannten Terror-Wert achten, der innerhalb eines Gebietes ansteigt. Jedes Mal, wenn man von einem Raum in den nächsten wechselt oder an einem Lagerfeuer übernachtet, steigt die Terror-Leiste ein wenig an. Ist sie voll aufgefüllt, tauchen häufiger starke Gegner auf, die die ohnehin schon limitierten Ressourcen ganz schön in Mitleidenschaft ziehen. Wechselt man außerhalb der Stadt von einem Gebiet zum nächsten, wird der Terror-Wert jedoch zurückgesetzt.
     

     
    Apropos Lagerfeuer. Nur an eben solchen kleinen Lagern kann man nützliche Gegenstände verwenden, die beispielsweise Gesundheit oder Vitalität auffrischen oder negative Effekte, wie Blindheit, entfernen können. Vorbereitung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Hat man genug Hellion – die örtliche Währung – gesammelt, kann man bei Händlern diese gegen Nutzgegenstände eintauschen. Die Tasche der Reisegruppe ist nicht begrenzt, zu viel Gewicht wirkt sich jedoch negativ aus.
     
    Vamprace: Cold Soul ist eine umfangreiche, tiefgreifende Spielerfahrung, die dank des Rekrutierung-Systems und der vielen (wenn auch generischen) Charaktere durchaus für eine längere Sessions geeignet ist. Und auch wenn einige Zufallsbegegnungen sich ab und an Mal wiederholen und der Schwierigkeitsgrad auch mal schwanken kann, kann das RPG-System im Hintergrund einiges abfedern und bietet einiges an relevanten Entscheidungsmöglichkeiten.
    Und die Tiefe der Geschichte spiegelt sich auch in der audiovisuellen Komponente wider. Von Hand gezeichnete Kulissen und Charaktere, stimmige, mysteriöse Szenarien und eine sehr subtile, aber starke Sound-Untermalung fügen sich hier zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Mit geschickt Nutzung des Parallax-Effekts wird eine glaubhafte Tiefe simuliert, die die begehbaren Areale in die Tiefe hinein wachsen lässt und so Icenair hervorragend darstellt.
     
    Vambrace: Cold Soul wirkt auf den ersten Blick wie „noch so ein JRPG“. Weibliche Charaktere tragen fragwürdig geschnittene Rüstungen, überzeichnete Muskelpakete und viele – sehr viele – nicht vertonte Dialoge. Blickt man hinter diese Fassade, öffnet sich ein hervorragendes RPG, welches mit vielen eigenen, netten Ideen daherkommt und nicht unterschätzt werden sollte. Optisch eine Augenweide, narrative mehr als passabel und spielerisch weit mehr als solide; Vambrace: Cold Soul kann man sich definitiv anschauen!
     
     
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    Wolfbyte got a reaction from joschi486 in [Test] - Dragon Quest Builders 2   
    Mit Dragon Quest Builders hat Square Enix ihre beliebte RPG-Reihe mit der Tugend eines Minecrafts verbunden. Der erste Teil, der noch für manch hochgezogene Augenbraue sorgte, konnte insgesamt durchweg positive Bewertungen einheimsen. Kein Wunder also, dass nun Teil 2 auf der virtuellen Matte steht.
     
    Die Story ist wieder ein zentrales Element des Spiels und wird in vielen (sehr vielen) Textboxen à la 90er Jahre erweitert. Es gilt, viele „Dialoge“ zu führen und so immer mehr über die Welt zu erfahren. In der Welt herrscht absolutes Bauverbot. Jegliche Art von Schöpfung wurde durch den korrupten Kleriker Hargon verboten. Seine Kirche und deren Jünger treten diesbezüglich mit aller Härte auf und unterdrücken alle lebenden Wesen. Der Protagonist, ein Erbauer wie auch schon der in Teil 1, hat sein Gedächtnis verloren und wird zu Beginn bei einem Sturm von einem Gefängnisboot ins Meer geschleudert. Er landet auf einer kleinen Insel, zusammen mit dem mysteriösen Malroth. Dieser hat ebenso sein Gedächtnis verloren, hat aber scheinbar kein angeborenes Talent zum Erbauen. Eher im Gegenteil, ihm fällt es denkbar leicht, Dinge zu zerstören. Zum Vorteil des Erbauers, da dieser wie gewohnt er schwächelnd im Kampf daherkommt und Malroth den Spieler zu jeder Zeit begleitet.
     
    Auf dem Weg zur eigenen Erinnerung und dem Kampf gegen Hargon beginnt eine wahre Missionierungs-Mission für den Helden und seinen Freund, da die „frei“ lebenden Menschen davon überzeugt werden müssen, dass es Zeit ist, sich der dunklen Kirche entgegenzustellen und wieder zu erschaffen. Eine übersichtliche Geschichte, mit vielen niedlichen Charakteren und lustigen Aufgaben wartet hier, doch sollte erwähnt werden, dass Dragon Quest Builders 2 sehr, sehr textlastig ist und eine/n somit manches Mal aus dem Bau-Flow reißt.
     

     
    Denn das Bauen macht so richtig Spaß und wurde an vielen Stellen noch verbessert. Zum einen gibt es viel mehr verschiedene Räume und zum anderen kann ein leicht variierender Inhalt auch schon darüber entscheiden, um was für einen Raum es sich handelt. Anstatt von Siedlung zu Siedlung zu wandern muss der Erbauer diesmal auf unterschiedlichen Inseln aushelfen, eine einstige Kultur wieder zu errichten. So muss man in den einzelnen Gebieten jedes Mal einen komplett anderen Fokus setzen. So befindet man sich zunächst auf einem Bauernhof, auf dem ausgefeilte Räume nicht so wichtig sind, wie unterschiedlich angelegte Felder. Große Felder, Felder mit Stecken für Ranken, geflutete Felder; die Varianz der anzupflanzenden Lebensmittel ist hier im frühen Spiel schon enorm.  Eine weitere Aufgabe führt das Duo in eine alte Minenschürfer-Stadt, die es mit Kneipen und Wellness-Arealen zu versorgen gilt. Massive Stahl- und Steinkonstruktionen sind hier genau so wichtig wie die richtige Verarbeitung von Erzen. Damit diese auch Zutage gefördert werden können, muss man zunächst ein funktionierendes Schienensystem zusammenflicken. Diese Abwechslung macht den Charme des Titels aus und lässt die jeweils neu zu erkundenden Areale nicht langweilig daherkommen.
     
    Ein großer Vorteil von Dragon Quest Builders 2 ist, dass man nicht mehr alles komplett verlernt, wenn man weiterzieht. So gibt es neben den Themen-Gebieten, die allesamt eine in sich geschlossene Geschichte parat halten, eine Hauptinsel, die man komplett - ja, komplett - nach seinen Wünschen gestalten kann und für die Handlung auch muss. Was der Erbauer daher in den einzelnen Arealen lernt, fließt alles im Zentrum zusammen. Wälder und Wiesen schnell anlegen, Flüsse erschaffen oder Flussläufe verändern; der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, die beim Bauen von Räumen aufhören. Diese Freiheit wird von Anschlagtafeln unterstützt, die dann grobe Vorgaben, wie etwa „baue 4 Räume“ gibt. Mit der in Herzform dargestellten Zufriedenheit der Bewohner lässt sich diesmal nicht nur das jeweilige Dorf upgraden, sondern auch neue Herstellungsrezepte für die eigene Insel erlernen.
     
    Diese Gegenstände sind in der Regel jedoch nicht für den Ablauf einer Quest oder dergleichen relevant, sondern sind rein praktischer oder kosmetischer Natur. Jeder Raum hat einen Indikator für seine insgesamt Qualität, die durch das hinzufügen von Dekoration oder weiteren Funktionen aufgewertet werden kann. Je mehr Sterne, desto besser. So einfach.
     

     
    Nach Materialien und Gegenständen sucht man immer noch in der freien Natur, ganz im Sinne vom Paten Minecraft. Findet man einen neuen Block oder eine Struktur, erlernt der Protagonist in der Regel dazugehörige Rezepte automatisch und kann so sein Repertoire stetig erweitern. Im weiteren Verlauf werden durch den Abschluss von Erkundungsmissionen, in denen es lediglich darum geht, jedes Material eines Areals einmal gesehen zu haben, gewisse Zutaten, wie beispielsweise Holz, auch in unendlichen Mengen verfügbar.
     
    Angenehm, da man sich für Großbauprojekte, wie etwa eine Pyramide, die Hilfe aller Dorfbewohner hinzuziehen muss, die dann fleißig und im Akkord mitbauen. Die benötigten Bausteine für solche Projekte schaffen die Mit-Erbauer dann ebenfalls eigenständig ran. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme epischen Ausmaßes, sozusagen.
     
    Das Bauen in Dragon Quest Builders 2 ist sehr viel effizienter und umfangreicher gestaltet, als es noch im Erstling der Fall war. Neue Werkzeuge, die beispielsweise Wasserläufe beeinflussen oder großflächig die Textur von Wänden oder Böden verändern, helfen dabei, alles genau nach eigenem Wunsch zu erbauen. Toilettenhäuschen da hin, Küche darüber, Gruppendusche hier rein; wer viel Zeit und Spaß am Basteln mitbringt, wird reich belohnt.
     
    Und auch wenn es in der Natur des Protagonisten liegt, im Kampf sieht die Sache etwas schmaler aus. Malroth ist, wie oben erwähnt, eher der destruktive Typ und ein stetiger Begleiter. Neben stumpfen Button-Gedrücke und ab und an eine Kombo-Attacke mit Malroth ist aus dem Kampf nicht viel rauszuholen. Durch eben diese fehlende Varianz fühlen sich auch Boss-Kämpfe künstlich gestreckt an und bleiben hinter ihrem Potenzial, welches durch interessante Mechaniken durchaus gegeben ist.
     
    Viel spaßiger ist es dann jedoch, wenn man online mit Freunden spielt. Hat man einen gewissen Fortschritt im Spiel erreicht, kann man entweder Freunde auf ihrer Insel besuchen oder sich besuchen lassen. Einschränkungen für das Verwenden von Kisten hilft dabei, auch nach der Session noch befreundet zu bleiben. Der Online-Modus ist sicherlich keine Wucht, die mit einzigartigen Herausforderungen aufwartet, läuft aber stabil und bringt Spaß in den Baualltag.
     

     
    Und natürlich ist Dragon Quest Builders 2 kein audiovisueller Meilenstein und baut komplett auf die niedliche Formel auf, die gepaart mit der quadratischen Anmutung der Welt eine gut aufeinander abgestimmtes Atmosphäre schafft. Und umso verwunderlicher ist es, dass die Framerate des Titels manches Mal ganz schön in die Knie geht, wenn man beispielsweise mal einen größeren Umbau durchführt oder dergleichen.
     
    Stabil und stetig trällert dafür jedoch die angenehme Musik im Hintergrund, die sich im Kampf anpasst und so "dramatische" Momente unterstützt. Die Musik an sich ist eine typische, von Dragon Quest zu erwartende, Aneinanderreihung von seichten Tracks, die sich nicht aufdrängen aber auch nichts in Bewegung setzen.
     
    Mit Dragon Quest Builders 2 habe ich schon einiges an Zeit verbracht und es sieht auch nicht danach aus, dass sich dieser Umstand so schnell ändern wird. Abseits der Hauptgeschichte, die natürlich relativ vorhersehbar und leicht zu verdauen ist, gibt es so viel auszuprobieren und zu erkunden, dass die Story mich sogar ab und an gestört hat. Online im Mehrbauermodus dann mit Freunden zusammen zu basteln und sich gegenseitig Schnappschüsse aus den eigenen Kreationen zukommen zu lassen, setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Dragon Quest Builders 2 ist kein Meilenstein der Videospiel-Historie, möchte aber auch genau das nicht sein. Es ist bescheiden, es ist fokussiert, es ist herrlich leicht bekömmlich. Perfekt!
     
    Hinweis: Die Bilder stammen aus der englischen Fassung. Der Titel kommt jedoch komplett mit deutschen Texten daher!
  6. Like
    Wolfbyte got a reaction from Daniel Bubel in [Test] - Dragon Quest Builders 2   
    Mit Dragon Quest Builders hat Square Enix ihre beliebte RPG-Reihe mit der Tugend eines Minecrafts verbunden. Der erste Teil, der noch für manch hochgezogene Augenbraue sorgte, konnte insgesamt durchweg positive Bewertungen einheimsen. Kein Wunder also, dass nun Teil 2 auf der virtuellen Matte steht.
     
    Die Story ist wieder ein zentrales Element des Spiels und wird in vielen (sehr vielen) Textboxen à la 90er Jahre erweitert. Es gilt, viele „Dialoge“ zu führen und so immer mehr über die Welt zu erfahren. In der Welt herrscht absolutes Bauverbot. Jegliche Art von Schöpfung wurde durch den korrupten Kleriker Hargon verboten. Seine Kirche und deren Jünger treten diesbezüglich mit aller Härte auf und unterdrücken alle lebenden Wesen. Der Protagonist, ein Erbauer wie auch schon der in Teil 1, hat sein Gedächtnis verloren und wird zu Beginn bei einem Sturm von einem Gefängnisboot ins Meer geschleudert. Er landet auf einer kleinen Insel, zusammen mit dem mysteriösen Malroth. Dieser hat ebenso sein Gedächtnis verloren, hat aber scheinbar kein angeborenes Talent zum Erbauen. Eher im Gegenteil, ihm fällt es denkbar leicht, Dinge zu zerstören. Zum Vorteil des Erbauers, da dieser wie gewohnt er schwächelnd im Kampf daherkommt und Malroth den Spieler zu jeder Zeit begleitet.
     
    Auf dem Weg zur eigenen Erinnerung und dem Kampf gegen Hargon beginnt eine wahre Missionierungs-Mission für den Helden und seinen Freund, da die „frei“ lebenden Menschen davon überzeugt werden müssen, dass es Zeit ist, sich der dunklen Kirche entgegenzustellen und wieder zu erschaffen. Eine übersichtliche Geschichte, mit vielen niedlichen Charakteren und lustigen Aufgaben wartet hier, doch sollte erwähnt werden, dass Dragon Quest Builders 2 sehr, sehr textlastig ist und eine/n somit manches Mal aus dem Bau-Flow reißt.
     

     
    Denn das Bauen macht so richtig Spaß und wurde an vielen Stellen noch verbessert. Zum einen gibt es viel mehr verschiedene Räume und zum anderen kann ein leicht variierender Inhalt auch schon darüber entscheiden, um was für einen Raum es sich handelt. Anstatt von Siedlung zu Siedlung zu wandern muss der Erbauer diesmal auf unterschiedlichen Inseln aushelfen, eine einstige Kultur wieder zu errichten. So muss man in den einzelnen Gebieten jedes Mal einen komplett anderen Fokus setzen. So befindet man sich zunächst auf einem Bauernhof, auf dem ausgefeilte Räume nicht so wichtig sind, wie unterschiedlich angelegte Felder. Große Felder, Felder mit Stecken für Ranken, geflutete Felder; die Varianz der anzupflanzenden Lebensmittel ist hier im frühen Spiel schon enorm.  Eine weitere Aufgabe führt das Duo in eine alte Minenschürfer-Stadt, die es mit Kneipen und Wellness-Arealen zu versorgen gilt. Massive Stahl- und Steinkonstruktionen sind hier genau so wichtig wie die richtige Verarbeitung von Erzen. Damit diese auch Zutage gefördert werden können, muss man zunächst ein funktionierendes Schienensystem zusammenflicken. Diese Abwechslung macht den Charme des Titels aus und lässt die jeweils neu zu erkundenden Areale nicht langweilig daherkommen.
     
    Ein großer Vorteil von Dragon Quest Builders 2 ist, dass man nicht mehr alles komplett verlernt, wenn man weiterzieht. So gibt es neben den Themen-Gebieten, die allesamt eine in sich geschlossene Geschichte parat halten, eine Hauptinsel, die man komplett - ja, komplett - nach seinen Wünschen gestalten kann und für die Handlung auch muss. Was der Erbauer daher in den einzelnen Arealen lernt, fließt alles im Zentrum zusammen. Wälder und Wiesen schnell anlegen, Flüsse erschaffen oder Flussläufe verändern; der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, die beim Bauen von Räumen aufhören. Diese Freiheit wird von Anschlagtafeln unterstützt, die dann grobe Vorgaben, wie etwa „baue 4 Räume“ gibt. Mit der in Herzform dargestellten Zufriedenheit der Bewohner lässt sich diesmal nicht nur das jeweilige Dorf upgraden, sondern auch neue Herstellungsrezepte für die eigene Insel erlernen.
     
    Diese Gegenstände sind in der Regel jedoch nicht für den Ablauf einer Quest oder dergleichen relevant, sondern sind rein praktischer oder kosmetischer Natur. Jeder Raum hat einen Indikator für seine insgesamt Qualität, die durch das hinzufügen von Dekoration oder weiteren Funktionen aufgewertet werden kann. Je mehr Sterne, desto besser. So einfach.
     

     
    Nach Materialien und Gegenständen sucht man immer noch in der freien Natur, ganz im Sinne vom Paten Minecraft. Findet man einen neuen Block oder eine Struktur, erlernt der Protagonist in der Regel dazugehörige Rezepte automatisch und kann so sein Repertoire stetig erweitern. Im weiteren Verlauf werden durch den Abschluss von Erkundungsmissionen, in denen es lediglich darum geht, jedes Material eines Areals einmal gesehen zu haben, gewisse Zutaten, wie beispielsweise Holz, auch in unendlichen Mengen verfügbar.
     
    Angenehm, da man sich für Großbauprojekte, wie etwa eine Pyramide, die Hilfe aller Dorfbewohner hinzuziehen muss, die dann fleißig und im Akkord mitbauen. Die benötigten Bausteine für solche Projekte schaffen die Mit-Erbauer dann ebenfalls eigenständig ran. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme epischen Ausmaßes, sozusagen.
     
    Das Bauen in Dragon Quest Builders 2 ist sehr viel effizienter und umfangreicher gestaltet, als es noch im Erstling der Fall war. Neue Werkzeuge, die beispielsweise Wasserläufe beeinflussen oder großflächig die Textur von Wänden oder Böden verändern, helfen dabei, alles genau nach eigenem Wunsch zu erbauen. Toilettenhäuschen da hin, Küche darüber, Gruppendusche hier rein; wer viel Zeit und Spaß am Basteln mitbringt, wird reich belohnt.
     
    Und auch wenn es in der Natur des Protagonisten liegt, im Kampf sieht die Sache etwas schmaler aus. Malroth ist, wie oben erwähnt, eher der destruktive Typ und ein stetiger Begleiter. Neben stumpfen Button-Gedrücke und ab und an eine Kombo-Attacke mit Malroth ist aus dem Kampf nicht viel rauszuholen. Durch eben diese fehlende Varianz fühlen sich auch Boss-Kämpfe künstlich gestreckt an und bleiben hinter ihrem Potenzial, welches durch interessante Mechaniken durchaus gegeben ist.
     
    Viel spaßiger ist es dann jedoch, wenn man online mit Freunden spielt. Hat man einen gewissen Fortschritt im Spiel erreicht, kann man entweder Freunde auf ihrer Insel besuchen oder sich besuchen lassen. Einschränkungen für das Verwenden von Kisten hilft dabei, auch nach der Session noch befreundet zu bleiben. Der Online-Modus ist sicherlich keine Wucht, die mit einzigartigen Herausforderungen aufwartet, läuft aber stabil und bringt Spaß in den Baualltag.
     

     
    Und natürlich ist Dragon Quest Builders 2 kein audiovisueller Meilenstein und baut komplett auf die niedliche Formel auf, die gepaart mit der quadratischen Anmutung der Welt eine gut aufeinander abgestimmtes Atmosphäre schafft. Und umso verwunderlicher ist es, dass die Framerate des Titels manches Mal ganz schön in die Knie geht, wenn man beispielsweise mal einen größeren Umbau durchführt oder dergleichen.
     
    Stabil und stetig trällert dafür jedoch die angenehme Musik im Hintergrund, die sich im Kampf anpasst und so "dramatische" Momente unterstützt. Die Musik an sich ist eine typische, von Dragon Quest zu erwartende, Aneinanderreihung von seichten Tracks, die sich nicht aufdrängen aber auch nichts in Bewegung setzen.
     
    Mit Dragon Quest Builders 2 habe ich schon einiges an Zeit verbracht und es sieht auch nicht danach aus, dass sich dieser Umstand so schnell ändern wird. Abseits der Hauptgeschichte, die natürlich relativ vorhersehbar und leicht zu verdauen ist, gibt es so viel auszuprobieren und zu erkunden, dass die Story mich sogar ab und an gestört hat. Online im Mehrbauermodus dann mit Freunden zusammen zu basteln und sich gegenseitig Schnappschüsse aus den eigenen Kreationen zukommen zu lassen, setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Dragon Quest Builders 2 ist kein Meilenstein der Videospiel-Historie, möchte aber auch genau das nicht sein. Es ist bescheiden, es ist fokussiert, es ist herrlich leicht bekömmlich. Perfekt!
     
    Hinweis: Die Bilder stammen aus der englischen Fassung. Der Titel kommt jedoch komplett mit deutschen Texten daher!
  7. Haha
    Wolfbyte reacted to ak666mod in Death Stranding - Coverbilder der Retailfassungen veröffentlicht   
    Hey, das ist ja Norman Reedus! Das werd ich mir mal anschauen. 
  8. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Sebi82 in [Test] - Team Sonic Racing   
    Kart Racing Games sind eine Seltenheit, immerhin ist diese Nische kaum mit Gewinnerwartungen verknüpft. Logisch, dominiert Super Mario mit seinen Freunden dieses Genre schon mehr als fünf Konsolen-Generationen lang unumstößlich. Dennoch versucht SEGA es immer mal wieder, ihre eigene Riege an Helden in das virtuelle Rennen zu schicken, um selbst einen Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. So wie auch dieses Jahr, mit Team Sonic Racing.
     
    Und anders als Mario Kart spendiert SEGA ihrem blauen Igel und seinen Freunden sogar eine Story zu ihrem Rennabenteuer. Diese beginnt, wenn der mysteriöse Dodon Pa Sonic, Knuckles und Tails einlädt, die technisch fortgeschrittensten Boliden in einem Rennen auf einem fremden Planeten zu testen. Prompt laden sich sich auch andere Charaktere aus dem Sonic-Universum ein, wie beispielsweise Rose oder Big.
     

     
    Die Geschichte wird primär in Dialogen erzählt, in denen sich die Helden gegenüberstehen und ist auch ansonsten nur ein schmuckloses Beiwerk, welches die Kampagne relativieren soll. Wer nicht zu 100%, und damit meinen wir von A bis Z, in Sonic vernarrt ist, kann die Dialoge gut und gerne überspringen und sich auf die Kampagne konzentrieren. Die Geschichte selbst versucht zwar mit einigen Wendungen aufzuwarten, bleibt aber von Anfang bis Ende träge und belanglos.
     
    Irgendwie will dieses Genre mit Text-schweren Geschichten nicht warm werden. Erinnern wir uns zurück an Diddy Kong Racing, welches auch eine Story im Gepäck hatte, diese aber mit so wenig Text und Cutscenes wie möglich erzählte. Ein dünner Faden, der durch das erlebte leitet. Der reicht. Der muss reichen, denn schließlich geht es ums Kart Racing.
     
    Und bevor wir zur Kampagne an sich kommen, wollen wir zunächst ein paar Worte zum Gameplay an sich verlieren. Wie auch der Konkurrent aus der Klempnerzunft fahren bei  Team Sonic Racing alle Teilnehmer in kompakten Rennboliden über abwechslungsreiche Kurse, die hier und da auch Vertikalität zu bieten haben. In - zumeist - drei Runden geht es darum, eine möglichst gute Platzierung zu ergattern.
     
    Abhilfe schaffen unterschiedliche Funktionen, die zum Teil aus dem Konkurrenten entliehen, zum Teil aber auch Innovationen im Genre darstellen. So gibt es natürlich wieder Power-Ups, mit denen offensive oder passive Fähigkeiten ausgelöst werden können. Raketen auf Gegner schießen, Würfel-Blockaden platzieren, Turbos zünden; das Sortiment ist überschaubar und leicht verständlich gehalten, wobei die zugehörigen Icons manches Mal zum Rätsel raten einladen. Eine deutlichere Symbolik-Sprache hätte diesem System geholfen. Außerdem kann man sich im Windschatten eines jeden Spielers an eben diesen heranziehen, um dann mit erhöhter Geschwindigkeit an ihm/ihr vorbeizujagen.
     

     
    Und wie der Name schon suggeriert, formieren sich die Teilnehmer hier in Teams, die miteinander kooperieren können. Jeweils drei Flitzer formen ein Team, so wie beispielsweise Sonic, Tails und Knuckles. Während man in der Kampagne feste Teams, wie das oben genannte, nutzen muss, kann man in den anderen Modi freie Zusammenstellungen nutzen.
     
    Teammitglieder im Windschatten fahren lassen oder ihnen mit Power-Ups aushelfen, die sowohl gegeben als auch angefragt werden können, generiert Team-Energie. Ist diese voll aufgeladen, kann man einen Superboost ausführen, der die Geschwindigkeit drastisch erhöht und die Chancen ausgleichen kann.
     
    Und so toll diese Funktionen auch klingen, so überfrachtet wirken die Rennen dadurch. Passive Synergien sind ja ganz nett, jedoch das aktive Eingreifen in das Spielgeschehen durch ständige Kommentare der Teamkollegen, der unablässige Strom an Power-Up-Anfragen, die beantwortet oder ignoriert werden wollen und die damit einhergehende Unstetigkeit im UI zerfasern das Erlebnis leider ungemein.
     

     
    In der Kampagne bewegt man sich auf einer Spielbrett-artigen Karte von Aufgabe zu Aufgabe. Abzuschließen sind diese Missionen auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und mit bis zu drei Sternen. Neben gewöhnlichen Rennen gibt es hier zudem noch Serien oder auch Zeitrennen zu gewinnen und bewegt sich so von Szenario zu Szenario. Da sich die Abwechslung an Strecken nicht mit der einer Mario Karts messen kann, fährt man hier relativ häufig auf den gleichen Kursen umher, was vor allem zu Beginn schnell den Spielspaß dimmen kann.
     
    In anderen Modi können beispielsweise Grand Prix gefahren werden, die klassisch nach einem Punktesystem ablaufen oder aber auch im Exhibition Mode eigene Regeln festlegen. Einige Beispiele, wie diese eigenen Rennen aussehen können, erhält man ja bereits beim Durchspielen der Kampagne, wie etwa eine Ring-Jagd.
     
    Mit gesammeltem Geld lassen sich in der Garage dann Einzelteile für die Boliden der fünfzehn Fahrer freischalten. Neue Chassis, schnittige Heckspoiler oder auch kosmetische Accessoires in Form von Farbmustern wollen hier erspielt werden. Die Auswahl ist für jeden Fahrer ordentlich und durch das zufällige Erkaufen durch Gachas auf eine deutlich längere Spielzeit ausgelegt.
     

     
    Und um mit dem erspielten dann auch was anfangen zu können, kann man auch Online und Einzel- oder Spezialrennen antreten. Die Server waren bei unseren Tests zu verschiedenen Tageszeiten gut besucht und überzeugten in jedem Rennen mit Stabilität.
     
    Als stabil kann man auch die Technik bezeichnen. Die bekannten Sprecher leihen den Helden ihre Stimmen, die Dialoge sind typisch Sonic-esque und gut inszeniert. Das Streckendesign ist ähnlich dem Design vom aktuellen Mario Kart, krankt hier und da aber an klarer Kommunikation und sorgt somit ab und an für Frust aufgrund von unerwarteten Kurven. Nichts, was man jedoch nicht schnell lernen könnte. Optisch machen die meisten Karten einen guten Eindruck und werden mit zumeist typisch Sonic-rockigen Klängen untermauert, die ein gutes Fahrgefühl und Tempo aufkommen lassen.
     
    Naja, mit Team Sonic Racing ist Sega leider nicht der große Wurf gelungen. Es ist nicht schlecht, hat aber mit zu vielen halbgaren Systemen zu kämpfen, die den Spielspaß mindern. Das aufgezwungene Team-System fügt einen Komplexitätslevel hinzu, den das Spiel nicht gebraucht hätte. Anstatt sich hier einfach auf den Rennspaß konzentrieren zu können, Eine wirklich starke Alternative zu Mario Kart bleibt also aus.
  9. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Red Sun King in [Test] - Team Sonic Racing   
    Kart Racing Games sind eine Seltenheit, immerhin ist diese Nische kaum mit Gewinnerwartungen verknüpft. Logisch, dominiert Super Mario mit seinen Freunden dieses Genre schon mehr als fünf Konsolen-Generationen lang unumstößlich. Dennoch versucht SEGA es immer mal wieder, ihre eigene Riege an Helden in das virtuelle Rennen zu schicken, um selbst einen Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. So wie auch dieses Jahr, mit Team Sonic Racing.
     
    Und anders als Mario Kart spendiert SEGA ihrem blauen Igel und seinen Freunden sogar eine Story zu ihrem Rennabenteuer. Diese beginnt, wenn der mysteriöse Dodon Pa Sonic, Knuckles und Tails einlädt, die technisch fortgeschrittensten Boliden in einem Rennen auf einem fremden Planeten zu testen. Prompt laden sich sich auch andere Charaktere aus dem Sonic-Universum ein, wie beispielsweise Rose oder Big.
     

     
    Die Geschichte wird primär in Dialogen erzählt, in denen sich die Helden gegenüberstehen und ist auch ansonsten nur ein schmuckloses Beiwerk, welches die Kampagne relativieren soll. Wer nicht zu 100%, und damit meinen wir von A bis Z, in Sonic vernarrt ist, kann die Dialoge gut und gerne überspringen und sich auf die Kampagne konzentrieren. Die Geschichte selbst versucht zwar mit einigen Wendungen aufzuwarten, bleibt aber von Anfang bis Ende träge und belanglos.
     
    Irgendwie will dieses Genre mit Text-schweren Geschichten nicht warm werden. Erinnern wir uns zurück an Diddy Kong Racing, welches auch eine Story im Gepäck hatte, diese aber mit so wenig Text und Cutscenes wie möglich erzählte. Ein dünner Faden, der durch das erlebte leitet. Der reicht. Der muss reichen, denn schließlich geht es ums Kart Racing.
     
    Und bevor wir zur Kampagne an sich kommen, wollen wir zunächst ein paar Worte zum Gameplay an sich verlieren. Wie auch der Konkurrent aus der Klempnerzunft fahren bei  Team Sonic Racing alle Teilnehmer in kompakten Rennboliden über abwechslungsreiche Kurse, die hier und da auch Vertikalität zu bieten haben. In - zumeist - drei Runden geht es darum, eine möglichst gute Platzierung zu ergattern.
     
    Abhilfe schaffen unterschiedliche Funktionen, die zum Teil aus dem Konkurrenten entliehen, zum Teil aber auch Innovationen im Genre darstellen. So gibt es natürlich wieder Power-Ups, mit denen offensive oder passive Fähigkeiten ausgelöst werden können. Raketen auf Gegner schießen, Würfel-Blockaden platzieren, Turbos zünden; das Sortiment ist überschaubar und leicht verständlich gehalten, wobei die zugehörigen Icons manches Mal zum Rätsel raten einladen. Eine deutlichere Symbolik-Sprache hätte diesem System geholfen. Außerdem kann man sich im Windschatten eines jeden Spielers an eben diesen heranziehen, um dann mit erhöhter Geschwindigkeit an ihm/ihr vorbeizujagen.
     

     
    Und wie der Name schon suggeriert, formieren sich die Teilnehmer hier in Teams, die miteinander kooperieren können. Jeweils drei Flitzer formen ein Team, so wie beispielsweise Sonic, Tails und Knuckles. Während man in der Kampagne feste Teams, wie das oben genannte, nutzen muss, kann man in den anderen Modi freie Zusammenstellungen nutzen.
     
    Teammitglieder im Windschatten fahren lassen oder ihnen mit Power-Ups aushelfen, die sowohl gegeben als auch angefragt werden können, generiert Team-Energie. Ist diese voll aufgeladen, kann man einen Superboost ausführen, der die Geschwindigkeit drastisch erhöht und die Chancen ausgleichen kann.
     
    Und so toll diese Funktionen auch klingen, so überfrachtet wirken die Rennen dadurch. Passive Synergien sind ja ganz nett, jedoch das aktive Eingreifen in das Spielgeschehen durch ständige Kommentare der Teamkollegen, der unablässige Strom an Power-Up-Anfragen, die beantwortet oder ignoriert werden wollen und die damit einhergehende Unstetigkeit im UI zerfasern das Erlebnis leider ungemein.
     

     
    In der Kampagne bewegt man sich auf einer Spielbrett-artigen Karte von Aufgabe zu Aufgabe. Abzuschließen sind diese Missionen auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und mit bis zu drei Sternen. Neben gewöhnlichen Rennen gibt es hier zudem noch Serien oder auch Zeitrennen zu gewinnen und bewegt sich so von Szenario zu Szenario. Da sich die Abwechslung an Strecken nicht mit der einer Mario Karts messen kann, fährt man hier relativ häufig auf den gleichen Kursen umher, was vor allem zu Beginn schnell den Spielspaß dimmen kann.
     
    In anderen Modi können beispielsweise Grand Prix gefahren werden, die klassisch nach einem Punktesystem ablaufen oder aber auch im Exhibition Mode eigene Regeln festlegen. Einige Beispiele, wie diese eigenen Rennen aussehen können, erhält man ja bereits beim Durchspielen der Kampagne, wie etwa eine Ring-Jagd.
     
    Mit gesammeltem Geld lassen sich in der Garage dann Einzelteile für die Boliden der fünfzehn Fahrer freischalten. Neue Chassis, schnittige Heckspoiler oder auch kosmetische Accessoires in Form von Farbmustern wollen hier erspielt werden. Die Auswahl ist für jeden Fahrer ordentlich und durch das zufällige Erkaufen durch Gachas auf eine deutlich längere Spielzeit ausgelegt.
     

     
    Und um mit dem erspielten dann auch was anfangen zu können, kann man auch Online und Einzel- oder Spezialrennen antreten. Die Server waren bei unseren Tests zu verschiedenen Tageszeiten gut besucht und überzeugten in jedem Rennen mit Stabilität.
     
    Als stabil kann man auch die Technik bezeichnen. Die bekannten Sprecher leihen den Helden ihre Stimmen, die Dialoge sind typisch Sonic-esque und gut inszeniert. Das Streckendesign ist ähnlich dem Design vom aktuellen Mario Kart, krankt hier und da aber an klarer Kommunikation und sorgt somit ab und an für Frust aufgrund von unerwarteten Kurven. Nichts, was man jedoch nicht schnell lernen könnte. Optisch machen die meisten Karten einen guten Eindruck und werden mit zumeist typisch Sonic-rockigen Klängen untermauert, die ein gutes Fahrgefühl und Tempo aufkommen lassen.
     
    Naja, mit Team Sonic Racing ist Sega leider nicht der große Wurf gelungen. Es ist nicht schlecht, hat aber mit zu vielen halbgaren Systemen zu kämpfen, die den Spielspaß mindern. Das aufgezwungene Team-System fügt einen Komplexitätslevel hinzu, den das Spiel nicht gebraucht hätte. Anstatt sich hier einfach auf den Rennspaß konzentrieren zu können, Eine wirklich starke Alternative zu Mario Kart bleibt also aus.
  10. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Prodigy in [Test] - Team Sonic Racing   
    Kart Racing Games sind eine Seltenheit, immerhin ist diese Nische kaum mit Gewinnerwartungen verknüpft. Logisch, dominiert Super Mario mit seinen Freunden dieses Genre schon mehr als fünf Konsolen-Generationen lang unumstößlich. Dennoch versucht SEGA es immer mal wieder, ihre eigene Riege an Helden in das virtuelle Rennen zu schicken, um selbst einen Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. So wie auch dieses Jahr, mit Team Sonic Racing.
     
    Und anders als Mario Kart spendiert SEGA ihrem blauen Igel und seinen Freunden sogar eine Story zu ihrem Rennabenteuer. Diese beginnt, wenn der mysteriöse Dodon Pa Sonic, Knuckles und Tails einlädt, die technisch fortgeschrittensten Boliden in einem Rennen auf einem fremden Planeten zu testen. Prompt laden sich sich auch andere Charaktere aus dem Sonic-Universum ein, wie beispielsweise Rose oder Big.
     

     
    Die Geschichte wird primär in Dialogen erzählt, in denen sich die Helden gegenüberstehen und ist auch ansonsten nur ein schmuckloses Beiwerk, welches die Kampagne relativieren soll. Wer nicht zu 100%, und damit meinen wir von A bis Z, in Sonic vernarrt ist, kann die Dialoge gut und gerne überspringen und sich auf die Kampagne konzentrieren. Die Geschichte selbst versucht zwar mit einigen Wendungen aufzuwarten, bleibt aber von Anfang bis Ende träge und belanglos.
     
    Irgendwie will dieses Genre mit Text-schweren Geschichten nicht warm werden. Erinnern wir uns zurück an Diddy Kong Racing, welches auch eine Story im Gepäck hatte, diese aber mit so wenig Text und Cutscenes wie möglich erzählte. Ein dünner Faden, der durch das erlebte leitet. Der reicht. Der muss reichen, denn schließlich geht es ums Kart Racing.
     
    Und bevor wir zur Kampagne an sich kommen, wollen wir zunächst ein paar Worte zum Gameplay an sich verlieren. Wie auch der Konkurrent aus der Klempnerzunft fahren bei  Team Sonic Racing alle Teilnehmer in kompakten Rennboliden über abwechslungsreiche Kurse, die hier und da auch Vertikalität zu bieten haben. In - zumeist - drei Runden geht es darum, eine möglichst gute Platzierung zu ergattern.
     
    Abhilfe schaffen unterschiedliche Funktionen, die zum Teil aus dem Konkurrenten entliehen, zum Teil aber auch Innovationen im Genre darstellen. So gibt es natürlich wieder Power-Ups, mit denen offensive oder passive Fähigkeiten ausgelöst werden können. Raketen auf Gegner schießen, Würfel-Blockaden platzieren, Turbos zünden; das Sortiment ist überschaubar und leicht verständlich gehalten, wobei die zugehörigen Icons manches Mal zum Rätsel raten einladen. Eine deutlichere Symbolik-Sprache hätte diesem System geholfen. Außerdem kann man sich im Windschatten eines jeden Spielers an eben diesen heranziehen, um dann mit erhöhter Geschwindigkeit an ihm/ihr vorbeizujagen.
     

     
    Und wie der Name schon suggeriert, formieren sich die Teilnehmer hier in Teams, die miteinander kooperieren können. Jeweils drei Flitzer formen ein Team, so wie beispielsweise Sonic, Tails und Knuckles. Während man in der Kampagne feste Teams, wie das oben genannte, nutzen muss, kann man in den anderen Modi freie Zusammenstellungen nutzen.
     
    Teammitglieder im Windschatten fahren lassen oder ihnen mit Power-Ups aushelfen, die sowohl gegeben als auch angefragt werden können, generiert Team-Energie. Ist diese voll aufgeladen, kann man einen Superboost ausführen, der die Geschwindigkeit drastisch erhöht und die Chancen ausgleichen kann.
     
    Und so toll diese Funktionen auch klingen, so überfrachtet wirken die Rennen dadurch. Passive Synergien sind ja ganz nett, jedoch das aktive Eingreifen in das Spielgeschehen durch ständige Kommentare der Teamkollegen, der unablässige Strom an Power-Up-Anfragen, die beantwortet oder ignoriert werden wollen und die damit einhergehende Unstetigkeit im UI zerfasern das Erlebnis leider ungemein.
     

     
    In der Kampagne bewegt man sich auf einer Spielbrett-artigen Karte von Aufgabe zu Aufgabe. Abzuschließen sind diese Missionen auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und mit bis zu drei Sternen. Neben gewöhnlichen Rennen gibt es hier zudem noch Serien oder auch Zeitrennen zu gewinnen und bewegt sich so von Szenario zu Szenario. Da sich die Abwechslung an Strecken nicht mit der einer Mario Karts messen kann, fährt man hier relativ häufig auf den gleichen Kursen umher, was vor allem zu Beginn schnell den Spielspaß dimmen kann.
     
    In anderen Modi können beispielsweise Grand Prix gefahren werden, die klassisch nach einem Punktesystem ablaufen oder aber auch im Exhibition Mode eigene Regeln festlegen. Einige Beispiele, wie diese eigenen Rennen aussehen können, erhält man ja bereits beim Durchspielen der Kampagne, wie etwa eine Ring-Jagd.
     
    Mit gesammeltem Geld lassen sich in der Garage dann Einzelteile für die Boliden der fünfzehn Fahrer freischalten. Neue Chassis, schnittige Heckspoiler oder auch kosmetische Accessoires in Form von Farbmustern wollen hier erspielt werden. Die Auswahl ist für jeden Fahrer ordentlich und durch das zufällige Erkaufen durch Gachas auf eine deutlich längere Spielzeit ausgelegt.
     

     
    Und um mit dem erspielten dann auch was anfangen zu können, kann man auch Online und Einzel- oder Spezialrennen antreten. Die Server waren bei unseren Tests zu verschiedenen Tageszeiten gut besucht und überzeugten in jedem Rennen mit Stabilität.
     
    Als stabil kann man auch die Technik bezeichnen. Die bekannten Sprecher leihen den Helden ihre Stimmen, die Dialoge sind typisch Sonic-esque und gut inszeniert. Das Streckendesign ist ähnlich dem Design vom aktuellen Mario Kart, krankt hier und da aber an klarer Kommunikation und sorgt somit ab und an für Frust aufgrund von unerwarteten Kurven. Nichts, was man jedoch nicht schnell lernen könnte. Optisch machen die meisten Karten einen guten Eindruck und werden mit zumeist typisch Sonic-rockigen Klängen untermauert, die ein gutes Fahrgefühl und Tempo aufkommen lassen.
     
    Naja, mit Team Sonic Racing ist Sega leider nicht der große Wurf gelungen. Es ist nicht schlecht, hat aber mit zu vielen halbgaren Systemen zu kämpfen, die den Spielspaß mindern. Das aufgezwungene Team-System fügt einen Komplexitätslevel hinzu, den das Spiel nicht gebraucht hätte. Anstatt sich hier einfach auf den Rennspaß konzentrieren zu können, Eine wirklich starke Alternative zu Mario Kart bleibt also aus.
  11. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Pulverblitz in [Test] - Team Sonic Racing   
    Kart Racing Games sind eine Seltenheit, immerhin ist diese Nische kaum mit Gewinnerwartungen verknüpft. Logisch, dominiert Super Mario mit seinen Freunden dieses Genre schon mehr als fünf Konsolen-Generationen lang unumstößlich. Dennoch versucht SEGA es immer mal wieder, ihre eigene Riege an Helden in das virtuelle Rennen zu schicken, um selbst einen Platz auf dem Siegertreppchen zu ergattern. So wie auch dieses Jahr, mit Team Sonic Racing.
     
    Und anders als Mario Kart spendiert SEGA ihrem blauen Igel und seinen Freunden sogar eine Story zu ihrem Rennabenteuer. Diese beginnt, wenn der mysteriöse Dodon Pa Sonic, Knuckles und Tails einlädt, die technisch fortgeschrittensten Boliden in einem Rennen auf einem fremden Planeten zu testen. Prompt laden sich sich auch andere Charaktere aus dem Sonic-Universum ein, wie beispielsweise Rose oder Big.
     

     
    Die Geschichte wird primär in Dialogen erzählt, in denen sich die Helden gegenüberstehen und ist auch ansonsten nur ein schmuckloses Beiwerk, welches die Kampagne relativieren soll. Wer nicht zu 100%, und damit meinen wir von A bis Z, in Sonic vernarrt ist, kann die Dialoge gut und gerne überspringen und sich auf die Kampagne konzentrieren. Die Geschichte selbst versucht zwar mit einigen Wendungen aufzuwarten, bleibt aber von Anfang bis Ende träge und belanglos.
     
    Irgendwie will dieses Genre mit Text-schweren Geschichten nicht warm werden. Erinnern wir uns zurück an Diddy Kong Racing, welches auch eine Story im Gepäck hatte, diese aber mit so wenig Text und Cutscenes wie möglich erzählte. Ein dünner Faden, der durch das erlebte leitet. Der reicht. Der muss reichen, denn schließlich geht es ums Kart Racing.
     
    Und bevor wir zur Kampagne an sich kommen, wollen wir zunächst ein paar Worte zum Gameplay an sich verlieren. Wie auch der Konkurrent aus der Klempnerzunft fahren bei  Team Sonic Racing alle Teilnehmer in kompakten Rennboliden über abwechslungsreiche Kurse, die hier und da auch Vertikalität zu bieten haben. In - zumeist - drei Runden geht es darum, eine möglichst gute Platzierung zu ergattern.
     
    Abhilfe schaffen unterschiedliche Funktionen, die zum Teil aus dem Konkurrenten entliehen, zum Teil aber auch Innovationen im Genre darstellen. So gibt es natürlich wieder Power-Ups, mit denen offensive oder passive Fähigkeiten ausgelöst werden können. Raketen auf Gegner schießen, Würfel-Blockaden platzieren, Turbos zünden; das Sortiment ist überschaubar und leicht verständlich gehalten, wobei die zugehörigen Icons manches Mal zum Rätsel raten einladen. Eine deutlichere Symbolik-Sprache hätte diesem System geholfen. Außerdem kann man sich im Windschatten eines jeden Spielers an eben diesen heranziehen, um dann mit erhöhter Geschwindigkeit an ihm/ihr vorbeizujagen.
     

     
    Und wie der Name schon suggeriert, formieren sich die Teilnehmer hier in Teams, die miteinander kooperieren können. Jeweils drei Flitzer formen ein Team, so wie beispielsweise Sonic, Tails und Knuckles. Während man in der Kampagne feste Teams, wie das oben genannte, nutzen muss, kann man in den anderen Modi freie Zusammenstellungen nutzen.
     
    Teammitglieder im Windschatten fahren lassen oder ihnen mit Power-Ups aushelfen, die sowohl gegeben als auch angefragt werden können, generiert Team-Energie. Ist diese voll aufgeladen, kann man einen Superboost ausführen, der die Geschwindigkeit drastisch erhöht und die Chancen ausgleichen kann.
     
    Und so toll diese Funktionen auch klingen, so überfrachtet wirken die Rennen dadurch. Passive Synergien sind ja ganz nett, jedoch das aktive Eingreifen in das Spielgeschehen durch ständige Kommentare der Teamkollegen, der unablässige Strom an Power-Up-Anfragen, die beantwortet oder ignoriert werden wollen und die damit einhergehende Unstetigkeit im UI zerfasern das Erlebnis leider ungemein.
     

     
    In der Kampagne bewegt man sich auf einer Spielbrett-artigen Karte von Aufgabe zu Aufgabe. Abzuschließen sind diese Missionen auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und mit bis zu drei Sternen. Neben gewöhnlichen Rennen gibt es hier zudem noch Serien oder auch Zeitrennen zu gewinnen und bewegt sich so von Szenario zu Szenario. Da sich die Abwechslung an Strecken nicht mit der einer Mario Karts messen kann, fährt man hier relativ häufig auf den gleichen Kursen umher, was vor allem zu Beginn schnell den Spielspaß dimmen kann.
     
    In anderen Modi können beispielsweise Grand Prix gefahren werden, die klassisch nach einem Punktesystem ablaufen oder aber auch im Exhibition Mode eigene Regeln festlegen. Einige Beispiele, wie diese eigenen Rennen aussehen können, erhält man ja bereits beim Durchspielen der Kampagne, wie etwa eine Ring-Jagd.
     
    Mit gesammeltem Geld lassen sich in der Garage dann Einzelteile für die Boliden der fünfzehn Fahrer freischalten. Neue Chassis, schnittige Heckspoiler oder auch kosmetische Accessoires in Form von Farbmustern wollen hier erspielt werden. Die Auswahl ist für jeden Fahrer ordentlich und durch das zufällige Erkaufen durch Gachas auf eine deutlich längere Spielzeit ausgelegt.
     

     
    Und um mit dem erspielten dann auch was anfangen zu können, kann man auch Online und Einzel- oder Spezialrennen antreten. Die Server waren bei unseren Tests zu verschiedenen Tageszeiten gut besucht und überzeugten in jedem Rennen mit Stabilität.
     
    Als stabil kann man auch die Technik bezeichnen. Die bekannten Sprecher leihen den Helden ihre Stimmen, die Dialoge sind typisch Sonic-esque und gut inszeniert. Das Streckendesign ist ähnlich dem Design vom aktuellen Mario Kart, krankt hier und da aber an klarer Kommunikation und sorgt somit ab und an für Frust aufgrund von unerwarteten Kurven. Nichts, was man jedoch nicht schnell lernen könnte. Optisch machen die meisten Karten einen guten Eindruck und werden mit zumeist typisch Sonic-rockigen Klängen untermauert, die ein gutes Fahrgefühl und Tempo aufkommen lassen.
     
    Naja, mit Team Sonic Racing ist Sega leider nicht der große Wurf gelungen. Es ist nicht schlecht, hat aber mit zu vielen halbgaren Systemen zu kämpfen, die den Spielspaß mindern. Das aufgezwungene Team-System fügt einen Komplexitätslevel hinzu, den das Spiel nicht gebraucht hätte. Anstatt sich hier einfach auf den Rennspaß konzentrieren zu können, Eine wirklich starke Alternative zu Mario Kart bleibt also aus.
  12. Haha
    Wolfbyte got a reaction from Christopher Grünewald in Besser als The Last of us? - Videotest und kleines Special zu A Plague Tale: Innocence   
    Eher "Ügoo"
     
    Und ich mein, es spielt knapp 650 Jahre in der Vergangenheit...was hast du erwartet? Kevin? Jason? Santino-Sky?
  13. Haha
    Wolfbyte got a reaction from Neodamus in Besser als The Last of us? - Videotest und kleines Special zu A Plague Tale: Innocence   
    Eher "Ügoo"
     
    Und ich mein, es spielt knapp 650 Jahre in der Vergangenheit...was hast du erwartet? Kevin? Jason? Santino-Sky?
  14. Danke
    Wolfbyte got a reaction from joschi486 in Besser als The Last of us? - Videotest und kleines Special zu A Plague Tale: Innocence   
    Eher "Ügoo"
     
    Und ich mein, es spielt knapp 650 Jahre in der Vergangenheit...was hast du erwartet? Kevin? Jason? Santino-Sky?
  15. Haha
    Wolfbyte reacted to BiGBuRn83 in Besser als The Last of us? - Videotest und kleines Special zu A Plague Tale: Innocence   
    Wusste ja nicht, dass Hugo so ein Massenname war vor 650 Jahren^^ Kevin fänd ich cool  Noch besser ein Doppelname. Kevin-Jerome oder so.
  16. Haha
    Wolfbyte got a reaction from BiGBuRn83 in Besser als The Last of us? - Videotest und kleines Special zu A Plague Tale: Innocence   
    Eher "Ügoo"
     
    Und ich mein, es spielt knapp 650 Jahre in der Vergangenheit...was hast du erwartet? Kevin? Jason? Santino-Sky?
  17. Danke
    Wolfbyte reacted to Bottlethrower in Baldo - Top-down Zelda-like Adventure im Gameplay Trailer   
    Ich hatte erst Balko gelesen.
    Gut, hätte mir Balko und Krapp aber auch schlecht in einem Zelda-ähnlichen Spiel vorstellen können.
     

     
    @ Topic
    Sieht wirklich sehr gut aus vom Art-Style. Wird weiter beobachtet.
     
  18. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Pulverblitz in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Spiele mit einer guten Mischung aus Gameplay und narrativen Elementen sind heutzutage zwar keine Seltenheit mehr, nur lassen sich die wirklich guten Titel an einer Hand abzählen und - noch viel wichtiger - meist den Studios mit großen Budgets und ebenso großen Partnern im Gepäck zuordnen. Doch zwischen Santa Monica Studios und ihrem Kratos und Naughty Dog und ihrem Nathan, da wollen die Asobo Studios mit dem den Geschwistern Amicia und Hugo nun ihren eigenen Teil zu eben diesem von Hochkarätern beherrschendem Sub-Genre beitragen.
     

     
    Die Geschichte der beiden ungleichen Kinder beginnt in Frankreich im Jahr 1358. Amicia, eine jugendliche Frohnatur, lebt mit ihren Eltern, ihres Zeichens Lord und Lady, auf einem Gut in Frankreich. Mit ihrem Bruder, dem fünfjährigen Hugo, hatte sie bisher so gut wie keinen Kontakt, leidet dieser doch an einer seltenen, unerklärlichen Krankheit und wird, isoliert von allen anderen, von seiner Mutter gepflegt.
     
    Eines Tages häufen sich die Berichte einer mysteriösen Epidemie, die Tiere wild und Menschen krank werden lässt. Rattenschwärme attackieren Menschen und brechen in Scharen durch Boden und Wände, Menschen gehen unter grauenvollen Schmerzen zugrunde. Und auf einmal, da geht alles ganz schnell, ja viel zu schnell.
     

     
    Als Amicia ihre Mutter über die Geschehnisse in Kenntnis setzen möchte, treffen fremde auf dem Hof ein. Die bewaffneten Fremden, die sich als Streiter der Inquisition zu erkennen geben, suchen nach dem kleinen Hugo. Warum, das wissen weder Amicia noch Hugo, jedoch sehen die beiden sich auf einmal einer Übermacht an brutalen und schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die mit aller Grausamkeit durch das Land streifen und unschuldige Bürger gerade zu abschlachten.
     
    Auf einem von Blut und Tot getränktem Pfad müssen sich die beiden Kinder auf die Suche nach dem Alchemisten Laurentius begeben, von dem sie sich Hilfe, aber ebenso wichtige Antworten erhoffen. Eine Reise, auf der nicht nur bluthungrige, gierige Monstren auf die Geschwistern warten, sondern auch manische Ratten. Eine Reise, auf der Amicia zunächst das wohl wichtigste Gut überhaupt finden und erlangen muss; Das Vertrauen einer fast fremden Bruders, der alles verloren hat und in einer Welt wandeln muss, die er nur aus Fabeln zu kennen scheint.
     

     
    A Plague Tale Innocence beschreibt den Zerfall eben dieser Unschuld zweier Kinder, die für ihr Überleben Dinge tun müssen, die aus den tiefsten, dunkelsten Abgründen der Menschlichkeit nach ihnen greifen und sie nie wieder loslassen werden.
     
    Und in einer Nusschale beschrieben, müssen Amicia und Hugo sich durch das von Leichenbergen und Blutlachen durchzogene Land schleichen und kämpfen, um ihre wechselnden Ziele zu erreichen. Amicia ist keine erfahrene Kämpferin und nicht im Umgang mit Hieb- oder Stichwaffen geschult, kann aber mit einer soliden Schleudertechnik aufwarten. Mit diesem Wurfriemen kann sie Steine mit hervorragender Präzision auf Gegner schießen, um sie entweder abzulenken oder - insofern diese nicht stark gepanzert sind - zu töten. Da sich der Kampf gegen mehrere Gegner aufgrund von Amicias Schleudergeschwindigkeit als ein zu gefährliches Unterfangen darstellt, konzentriert sich das Duo auf Distraktion.
     

     
    Krüge werfen oder Steine gegen metallerne Gegenstände schmeißen; einzelne Wachen abzulenken und so den Weg in das nächste, schützende Grasbüschel oder Scheune zu ebnen sind ihre bevorzugen Methoden. Gegen Menschen wohlgemerkt, denn die wildgewordene Rattenplage lässt sich nicht vom Klirren eines Eimers oder dem Scheppern eines Krugs beeindrucken. Wo wir bei dem unvorhersehbaren Element der Ratten wären. Absurde Schwärme brechen aus Wänden und dem Boden hervor und verhindern so, dass die beiden und auch alle anderen Lebewesen, sich frei bewegen können. Nur das Licht hält die Allesfresser fern und so müssen Amicia und Hugo sich stets im Schein einer Fackel oder im Licht der Sonne fortbewegen.
     
    Dieses Element wurde von den Entwicklern sehr stark in Rätsel und Umgebungen eingebunden. Alte Gemäuer müssen zunächst mit Hölzern mit kurzer Brenndauer ausgeleuchtet werden, bevor die beiden vorankommen, eine mobile Feuerschale wird über ein grauenvolles Schlachtfeld geschoben, um unbehelligt über die Leichenberge waten zu können oder die Lichtquelle eines Feindes muss zerstört werden, um ihn als Ablenkung den Ratten zu servieren. Die unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten sind allesamt sehr stark in die glaubhafte Welt eingebunden, sei es nun ein Rüstungsständer der Soldaten oder ein Schinken in der Speisekammer; alles hat einen Platz und eine Funktion außerhalb des Gameplays und wirkt dadurch natürlich und authentisch.
     

     
    In den bespielten Arealen, die zwar zumeist einem linearen Verlauf folgen, aber dennoch hier und da Raum für Erkundungen zulassen, lassen sich allerhand Gegenstände, wie Leder oder Alkohol, finden, mit denen Amicia an einer Werkbank ihre Taschen und Schleuder aufwerten kann, um so beispielsweise die Kapazität zu erhöhen oder die Angriffe leiser werden zu lassen.
     
    Unabhängig von der Werkbank kann sie außerdem unterschiedliche Geschosse herstellen, um so beispielsweise nicht erreichbare Feuerstellen in Flammen zu setzen, um neue Pfade zu erschließen. Mit der Zeit wächst das Arsenal und so auch die Komplexität in den Rätseln, was zwar nie die Qualität eines waschechten Puzzle-Adventures à la Myst erreicht, aber dennoch die eine oder andere knifflige Aufgabe parat hält, die auch ab und an die Interaktion mit mehr Personenen als nur Hugo vorraussetzen und so - neben der Steuerung von Amicia selbst - ein oder zwei NPCs befehligen lässt.
     

     
    Gerade zu Beginn stellt sich ein möglicher Lösungsansatz nur indirekt dar, sodass es hier und da zu Game Over-Bildschirmen kommen kann. Zum Glück sind diese erfrischend kurz auf dem TV, bevor das Spiel den zuletzt erreichten - und großzügig verteilten - Checkpoint lädt. Außerdem kommentieren Hugo und Amicia die Szenerie nicht selten und streuen dabei Hinweise für den Spieler ein, welche zur Lösung führen können.
     

     
    Und auch wenn die KI der Feinde nicht die beste ist, verzeiht sie dennoch keinen Fehltritt und keine Ungeduld. Dank eines Indikators an den Gegnern und einer unfassbar unangenehmen Akkustik (im positiven Sinne!) wird man rechtzeitig gewarnt, obgleich das Zeitfenster für Kurskorrekturen kurz ist. Kurz, aber fair. Kurz, aber „Naja, da bin ich selbst schuld“.
     
    A Plague Tale Innocence’s Gameplay ist eine beeindruckt eng geschnürte, sich auf die starken Momente konzentrierende, 10-15 stündige Reise durch eine atmosphärisch perfekt inszenierte Mittelalter-Welt. Eine erschreckend realistische Welt, die trotz der fantastischen Superlative der Rattenplage aufzeigt, mit welcher Willkür und Ungleichheit die Menschen sich konfrontiert sahen.
     
    Und so stark die Geschichte und das Spielerlebnis zusammengeflochten wurden, so hervorragend passt auch die audiovisuelle Präsentation dazu. Sicher, Animationen, Modelle und Environment sind nicht auf dem hohen Niveau eines God of War, spielen aber trotzdem in einer hohen Liga mit. Im speziellen jedoch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, ein Kernelement des Spiels, ist dem Team von Asobo fantastisch gelungen.
     

     
    Dank implusartig genutzten Streichinstrumenten wird die Schrecklichkeit dieser Welt mit aller Durchschlagskraft skizziert, was den Titel atmosphärisch auf ein ganz neues Niveau hievt. Die teils sehr guten, teils soliden Synchronsprecher verleihen den Figuren zudem einen durchaus erträglichen, deutschen Charakter, der sich in die gut geschriebene Geschichte eingliedert und weitere Authentizität liefert.
     

     
    Wer jedoch nach farbenfroher Abwechslung und einer Vielzahl an abenteuerlichen Schauplätzen sucht, wird nur bedingt fündig. A Plague Tale Innocence spielt in einer tristen, von Traurigkeit und schlechtem Wetter durchzogenen Welt. Einer Welt, von erschreckend realistischen Nachkriegs-Schlachtfeldern, einer Welt von zerfallenen Festungen, einer Welt von scheinbar endlosen, braunen Wäldern. Und dies ist keine Kritik, haben sich die Mädels und Jungs von Asobo doch eher darauf konzentriert, diese außergewöhnliche Geschichte in eine „echte“ Welt zu drängen, als Historie gegen Hektik zu tauschen.
     
    A Plague Tale Innocence hat mich komplett umgehauen. Die gelebte Echtheit in der Geschichte, das clevere Gameplay und der Wechsel zwischen Angst und Panik funktionieren einfach unglaublich gut. In den letzten Jahren habe ich selten mit angehaltenem Atem dagesessen, aber während Amicias und Hugos Abenteuer habe ich mich mehr als nur einmal dabei erwischt. Die Luft ist zum zerreißen gespannt. Von Anfang bis Ende.
  19. Danke
    Wolfbyte got a reaction from BiGBuRn83 in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Spiele mit einer guten Mischung aus Gameplay und narrativen Elementen sind heutzutage zwar keine Seltenheit mehr, nur lassen sich die wirklich guten Titel an einer Hand abzählen und - noch viel wichtiger - meist den Studios mit großen Budgets und ebenso großen Partnern im Gepäck zuordnen. Doch zwischen Santa Monica Studios und ihrem Kratos und Naughty Dog und ihrem Nathan, da wollen die Asobo Studios mit dem den Geschwistern Amicia und Hugo nun ihren eigenen Teil zu eben diesem von Hochkarätern beherrschendem Sub-Genre beitragen.
     

     
    Die Geschichte der beiden ungleichen Kinder beginnt in Frankreich im Jahr 1358. Amicia, eine jugendliche Frohnatur, lebt mit ihren Eltern, ihres Zeichens Lord und Lady, auf einem Gut in Frankreich. Mit ihrem Bruder, dem fünfjährigen Hugo, hatte sie bisher so gut wie keinen Kontakt, leidet dieser doch an einer seltenen, unerklärlichen Krankheit und wird, isoliert von allen anderen, von seiner Mutter gepflegt.
     
    Eines Tages häufen sich die Berichte einer mysteriösen Epidemie, die Tiere wild und Menschen krank werden lässt. Rattenschwärme attackieren Menschen und brechen in Scharen durch Boden und Wände, Menschen gehen unter grauenvollen Schmerzen zugrunde. Und auf einmal, da geht alles ganz schnell, ja viel zu schnell.
     

     
    Als Amicia ihre Mutter über die Geschehnisse in Kenntnis setzen möchte, treffen fremde auf dem Hof ein. Die bewaffneten Fremden, die sich als Streiter der Inquisition zu erkennen geben, suchen nach dem kleinen Hugo. Warum, das wissen weder Amicia noch Hugo, jedoch sehen die beiden sich auf einmal einer Übermacht an brutalen und schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die mit aller Grausamkeit durch das Land streifen und unschuldige Bürger gerade zu abschlachten.
     
    Auf einem von Blut und Tot getränktem Pfad müssen sich die beiden Kinder auf die Suche nach dem Alchemisten Laurentius begeben, von dem sie sich Hilfe, aber ebenso wichtige Antworten erhoffen. Eine Reise, auf der nicht nur bluthungrige, gierige Monstren auf die Geschwistern warten, sondern auch manische Ratten. Eine Reise, auf der Amicia zunächst das wohl wichtigste Gut überhaupt finden und erlangen muss; Das Vertrauen einer fast fremden Bruders, der alles verloren hat und in einer Welt wandeln muss, die er nur aus Fabeln zu kennen scheint.
     

     
    A Plague Tale Innocence beschreibt den Zerfall eben dieser Unschuld zweier Kinder, die für ihr Überleben Dinge tun müssen, die aus den tiefsten, dunkelsten Abgründen der Menschlichkeit nach ihnen greifen und sie nie wieder loslassen werden.
     
    Und in einer Nusschale beschrieben, müssen Amicia und Hugo sich durch das von Leichenbergen und Blutlachen durchzogene Land schleichen und kämpfen, um ihre wechselnden Ziele zu erreichen. Amicia ist keine erfahrene Kämpferin und nicht im Umgang mit Hieb- oder Stichwaffen geschult, kann aber mit einer soliden Schleudertechnik aufwarten. Mit diesem Wurfriemen kann sie Steine mit hervorragender Präzision auf Gegner schießen, um sie entweder abzulenken oder - insofern diese nicht stark gepanzert sind - zu töten. Da sich der Kampf gegen mehrere Gegner aufgrund von Amicias Schleudergeschwindigkeit als ein zu gefährliches Unterfangen darstellt, konzentriert sich das Duo auf Distraktion.
     

     
    Krüge werfen oder Steine gegen metallerne Gegenstände schmeißen; einzelne Wachen abzulenken und so den Weg in das nächste, schützende Grasbüschel oder Scheune zu ebnen sind ihre bevorzugen Methoden. Gegen Menschen wohlgemerkt, denn die wildgewordene Rattenplage lässt sich nicht vom Klirren eines Eimers oder dem Scheppern eines Krugs beeindrucken. Wo wir bei dem unvorhersehbaren Element der Ratten wären. Absurde Schwärme brechen aus Wänden und dem Boden hervor und verhindern so, dass die beiden und auch alle anderen Lebewesen, sich frei bewegen können. Nur das Licht hält die Allesfresser fern und so müssen Amicia und Hugo sich stets im Schein einer Fackel oder im Licht der Sonne fortbewegen.
     
    Dieses Element wurde von den Entwicklern sehr stark in Rätsel und Umgebungen eingebunden. Alte Gemäuer müssen zunächst mit Hölzern mit kurzer Brenndauer ausgeleuchtet werden, bevor die beiden vorankommen, eine mobile Feuerschale wird über ein grauenvolles Schlachtfeld geschoben, um unbehelligt über die Leichenberge waten zu können oder die Lichtquelle eines Feindes muss zerstört werden, um ihn als Ablenkung den Ratten zu servieren. Die unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten sind allesamt sehr stark in die glaubhafte Welt eingebunden, sei es nun ein Rüstungsständer der Soldaten oder ein Schinken in der Speisekammer; alles hat einen Platz und eine Funktion außerhalb des Gameplays und wirkt dadurch natürlich und authentisch.
     

     
    In den bespielten Arealen, die zwar zumeist einem linearen Verlauf folgen, aber dennoch hier und da Raum für Erkundungen zulassen, lassen sich allerhand Gegenstände, wie Leder oder Alkohol, finden, mit denen Amicia an einer Werkbank ihre Taschen und Schleuder aufwerten kann, um so beispielsweise die Kapazität zu erhöhen oder die Angriffe leiser werden zu lassen.
     
    Unabhängig von der Werkbank kann sie außerdem unterschiedliche Geschosse herstellen, um so beispielsweise nicht erreichbare Feuerstellen in Flammen zu setzen, um neue Pfade zu erschließen. Mit der Zeit wächst das Arsenal und so auch die Komplexität in den Rätseln, was zwar nie die Qualität eines waschechten Puzzle-Adventures à la Myst erreicht, aber dennoch die eine oder andere knifflige Aufgabe parat hält, die auch ab und an die Interaktion mit mehr Personenen als nur Hugo vorraussetzen und so - neben der Steuerung von Amicia selbst - ein oder zwei NPCs befehligen lässt.
     

     
    Gerade zu Beginn stellt sich ein möglicher Lösungsansatz nur indirekt dar, sodass es hier und da zu Game Over-Bildschirmen kommen kann. Zum Glück sind diese erfrischend kurz auf dem TV, bevor das Spiel den zuletzt erreichten - und großzügig verteilten - Checkpoint lädt. Außerdem kommentieren Hugo und Amicia die Szenerie nicht selten und streuen dabei Hinweise für den Spieler ein, welche zur Lösung führen können.
     

     
    Und auch wenn die KI der Feinde nicht die beste ist, verzeiht sie dennoch keinen Fehltritt und keine Ungeduld. Dank eines Indikators an den Gegnern und einer unfassbar unangenehmen Akkustik (im positiven Sinne!) wird man rechtzeitig gewarnt, obgleich das Zeitfenster für Kurskorrekturen kurz ist. Kurz, aber fair. Kurz, aber „Naja, da bin ich selbst schuld“.
     
    A Plague Tale Innocence’s Gameplay ist eine beeindruckt eng geschnürte, sich auf die starken Momente konzentrierende, 10-15 stündige Reise durch eine atmosphärisch perfekt inszenierte Mittelalter-Welt. Eine erschreckend realistische Welt, die trotz der fantastischen Superlative der Rattenplage aufzeigt, mit welcher Willkür und Ungleichheit die Menschen sich konfrontiert sahen.
     
    Und so stark die Geschichte und das Spielerlebnis zusammengeflochten wurden, so hervorragend passt auch die audiovisuelle Präsentation dazu. Sicher, Animationen, Modelle und Environment sind nicht auf dem hohen Niveau eines God of War, spielen aber trotzdem in einer hohen Liga mit. Im speziellen jedoch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, ein Kernelement des Spiels, ist dem Team von Asobo fantastisch gelungen.
     

     
    Dank implusartig genutzten Streichinstrumenten wird die Schrecklichkeit dieser Welt mit aller Durchschlagskraft skizziert, was den Titel atmosphärisch auf ein ganz neues Niveau hievt. Die teils sehr guten, teils soliden Synchronsprecher verleihen den Figuren zudem einen durchaus erträglichen, deutschen Charakter, der sich in die gut geschriebene Geschichte eingliedert und weitere Authentizität liefert.
     

     
    Wer jedoch nach farbenfroher Abwechslung und einer Vielzahl an abenteuerlichen Schauplätzen sucht, wird nur bedingt fündig. A Plague Tale Innocence spielt in einer tristen, von Traurigkeit und schlechtem Wetter durchzogenen Welt. Einer Welt, von erschreckend realistischen Nachkriegs-Schlachtfeldern, einer Welt von zerfallenen Festungen, einer Welt von scheinbar endlosen, braunen Wäldern. Und dies ist keine Kritik, haben sich die Mädels und Jungs von Asobo doch eher darauf konzentriert, diese außergewöhnliche Geschichte in eine „echte“ Welt zu drängen, als Historie gegen Hektik zu tauschen.
     
    A Plague Tale Innocence hat mich komplett umgehauen. Die gelebte Echtheit in der Geschichte, das clevere Gameplay und der Wechsel zwischen Angst und Panik funktionieren einfach unglaublich gut. In den letzten Jahren habe ich selten mit angehaltenem Atem dagesessen, aber während Amicias und Hugos Abenteuer habe ich mich mehr als nur einmal dabei erwischt. Die Luft ist zum zerreißen gespannt. Von Anfang bis Ende.
  20. Danke
    Wolfbyte got a reaction from kRiz-1988 in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Spiele mit einer guten Mischung aus Gameplay und narrativen Elementen sind heutzutage zwar keine Seltenheit mehr, nur lassen sich die wirklich guten Titel an einer Hand abzählen und - noch viel wichtiger - meist den Studios mit großen Budgets und ebenso großen Partnern im Gepäck zuordnen. Doch zwischen Santa Monica Studios und ihrem Kratos und Naughty Dog und ihrem Nathan, da wollen die Asobo Studios mit dem den Geschwistern Amicia und Hugo nun ihren eigenen Teil zu eben diesem von Hochkarätern beherrschendem Sub-Genre beitragen.
     

     
    Die Geschichte der beiden ungleichen Kinder beginnt in Frankreich im Jahr 1358. Amicia, eine jugendliche Frohnatur, lebt mit ihren Eltern, ihres Zeichens Lord und Lady, auf einem Gut in Frankreich. Mit ihrem Bruder, dem fünfjährigen Hugo, hatte sie bisher so gut wie keinen Kontakt, leidet dieser doch an einer seltenen, unerklärlichen Krankheit und wird, isoliert von allen anderen, von seiner Mutter gepflegt.
     
    Eines Tages häufen sich die Berichte einer mysteriösen Epidemie, die Tiere wild und Menschen krank werden lässt. Rattenschwärme attackieren Menschen und brechen in Scharen durch Boden und Wände, Menschen gehen unter grauenvollen Schmerzen zugrunde. Und auf einmal, da geht alles ganz schnell, ja viel zu schnell.
     

     
    Als Amicia ihre Mutter über die Geschehnisse in Kenntnis setzen möchte, treffen fremde auf dem Hof ein. Die bewaffneten Fremden, die sich als Streiter der Inquisition zu erkennen geben, suchen nach dem kleinen Hugo. Warum, das wissen weder Amicia noch Hugo, jedoch sehen die beiden sich auf einmal einer Übermacht an brutalen und schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die mit aller Grausamkeit durch das Land streifen und unschuldige Bürger gerade zu abschlachten.
     
    Auf einem von Blut und Tot getränktem Pfad müssen sich die beiden Kinder auf die Suche nach dem Alchemisten Laurentius begeben, von dem sie sich Hilfe, aber ebenso wichtige Antworten erhoffen. Eine Reise, auf der nicht nur bluthungrige, gierige Monstren auf die Geschwistern warten, sondern auch manische Ratten. Eine Reise, auf der Amicia zunächst das wohl wichtigste Gut überhaupt finden und erlangen muss; Das Vertrauen einer fast fremden Bruders, der alles verloren hat und in einer Welt wandeln muss, die er nur aus Fabeln zu kennen scheint.
     

     
    A Plague Tale Innocence beschreibt den Zerfall eben dieser Unschuld zweier Kinder, die für ihr Überleben Dinge tun müssen, die aus den tiefsten, dunkelsten Abgründen der Menschlichkeit nach ihnen greifen und sie nie wieder loslassen werden.
     
    Und in einer Nusschale beschrieben, müssen Amicia und Hugo sich durch das von Leichenbergen und Blutlachen durchzogene Land schleichen und kämpfen, um ihre wechselnden Ziele zu erreichen. Amicia ist keine erfahrene Kämpferin und nicht im Umgang mit Hieb- oder Stichwaffen geschult, kann aber mit einer soliden Schleudertechnik aufwarten. Mit diesem Wurfriemen kann sie Steine mit hervorragender Präzision auf Gegner schießen, um sie entweder abzulenken oder - insofern diese nicht stark gepanzert sind - zu töten. Da sich der Kampf gegen mehrere Gegner aufgrund von Amicias Schleudergeschwindigkeit als ein zu gefährliches Unterfangen darstellt, konzentriert sich das Duo auf Distraktion.
     

     
    Krüge werfen oder Steine gegen metallerne Gegenstände schmeißen; einzelne Wachen abzulenken und so den Weg in das nächste, schützende Grasbüschel oder Scheune zu ebnen sind ihre bevorzugen Methoden. Gegen Menschen wohlgemerkt, denn die wildgewordene Rattenplage lässt sich nicht vom Klirren eines Eimers oder dem Scheppern eines Krugs beeindrucken. Wo wir bei dem unvorhersehbaren Element der Ratten wären. Absurde Schwärme brechen aus Wänden und dem Boden hervor und verhindern so, dass die beiden und auch alle anderen Lebewesen, sich frei bewegen können. Nur das Licht hält die Allesfresser fern und so müssen Amicia und Hugo sich stets im Schein einer Fackel oder im Licht der Sonne fortbewegen.
     
    Dieses Element wurde von den Entwicklern sehr stark in Rätsel und Umgebungen eingebunden. Alte Gemäuer müssen zunächst mit Hölzern mit kurzer Brenndauer ausgeleuchtet werden, bevor die beiden vorankommen, eine mobile Feuerschale wird über ein grauenvolles Schlachtfeld geschoben, um unbehelligt über die Leichenberge waten zu können oder die Lichtquelle eines Feindes muss zerstört werden, um ihn als Ablenkung den Ratten zu servieren. Die unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten sind allesamt sehr stark in die glaubhafte Welt eingebunden, sei es nun ein Rüstungsständer der Soldaten oder ein Schinken in der Speisekammer; alles hat einen Platz und eine Funktion außerhalb des Gameplays und wirkt dadurch natürlich und authentisch.
     

     
    In den bespielten Arealen, die zwar zumeist einem linearen Verlauf folgen, aber dennoch hier und da Raum für Erkundungen zulassen, lassen sich allerhand Gegenstände, wie Leder oder Alkohol, finden, mit denen Amicia an einer Werkbank ihre Taschen und Schleuder aufwerten kann, um so beispielsweise die Kapazität zu erhöhen oder die Angriffe leiser werden zu lassen.
     
    Unabhängig von der Werkbank kann sie außerdem unterschiedliche Geschosse herstellen, um so beispielsweise nicht erreichbare Feuerstellen in Flammen zu setzen, um neue Pfade zu erschließen. Mit der Zeit wächst das Arsenal und so auch die Komplexität in den Rätseln, was zwar nie die Qualität eines waschechten Puzzle-Adventures à la Myst erreicht, aber dennoch die eine oder andere knifflige Aufgabe parat hält, die auch ab und an die Interaktion mit mehr Personenen als nur Hugo vorraussetzen und so - neben der Steuerung von Amicia selbst - ein oder zwei NPCs befehligen lässt.
     

     
    Gerade zu Beginn stellt sich ein möglicher Lösungsansatz nur indirekt dar, sodass es hier und da zu Game Over-Bildschirmen kommen kann. Zum Glück sind diese erfrischend kurz auf dem TV, bevor das Spiel den zuletzt erreichten - und großzügig verteilten - Checkpoint lädt. Außerdem kommentieren Hugo und Amicia die Szenerie nicht selten und streuen dabei Hinweise für den Spieler ein, welche zur Lösung führen können.
     

     
    Und auch wenn die KI der Feinde nicht die beste ist, verzeiht sie dennoch keinen Fehltritt und keine Ungeduld. Dank eines Indikators an den Gegnern und einer unfassbar unangenehmen Akkustik (im positiven Sinne!) wird man rechtzeitig gewarnt, obgleich das Zeitfenster für Kurskorrekturen kurz ist. Kurz, aber fair. Kurz, aber „Naja, da bin ich selbst schuld“.
     
    A Plague Tale Innocence’s Gameplay ist eine beeindruckt eng geschnürte, sich auf die starken Momente konzentrierende, 10-15 stündige Reise durch eine atmosphärisch perfekt inszenierte Mittelalter-Welt. Eine erschreckend realistische Welt, die trotz der fantastischen Superlative der Rattenplage aufzeigt, mit welcher Willkür und Ungleichheit die Menschen sich konfrontiert sahen.
     
    Und so stark die Geschichte und das Spielerlebnis zusammengeflochten wurden, so hervorragend passt auch die audiovisuelle Präsentation dazu. Sicher, Animationen, Modelle und Environment sind nicht auf dem hohen Niveau eines God of War, spielen aber trotzdem in einer hohen Liga mit. Im speziellen jedoch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, ein Kernelement des Spiels, ist dem Team von Asobo fantastisch gelungen.
     

     
    Dank implusartig genutzten Streichinstrumenten wird die Schrecklichkeit dieser Welt mit aller Durchschlagskraft skizziert, was den Titel atmosphärisch auf ein ganz neues Niveau hievt. Die teils sehr guten, teils soliden Synchronsprecher verleihen den Figuren zudem einen durchaus erträglichen, deutschen Charakter, der sich in die gut geschriebene Geschichte eingliedert und weitere Authentizität liefert.
     

     
    Wer jedoch nach farbenfroher Abwechslung und einer Vielzahl an abenteuerlichen Schauplätzen sucht, wird nur bedingt fündig. A Plague Tale Innocence spielt in einer tristen, von Traurigkeit und schlechtem Wetter durchzogenen Welt. Einer Welt, von erschreckend realistischen Nachkriegs-Schlachtfeldern, einer Welt von zerfallenen Festungen, einer Welt von scheinbar endlosen, braunen Wäldern. Und dies ist keine Kritik, haben sich die Mädels und Jungs von Asobo doch eher darauf konzentriert, diese außergewöhnliche Geschichte in eine „echte“ Welt zu drängen, als Historie gegen Hektik zu tauschen.
     
    A Plague Tale Innocence hat mich komplett umgehauen. Die gelebte Echtheit in der Geschichte, das clevere Gameplay und der Wechsel zwischen Angst und Panik funktionieren einfach unglaublich gut. In den letzten Jahren habe ich selten mit angehaltenem Atem dagesessen, aber während Amicias und Hugos Abenteuer habe ich mich mehr als nur einmal dabei erwischt. Die Luft ist zum zerreißen gespannt. Von Anfang bis Ende.
  21. Danke
    Wolfbyte got a reaction from R123Rob in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Spiele mit einer guten Mischung aus Gameplay und narrativen Elementen sind heutzutage zwar keine Seltenheit mehr, nur lassen sich die wirklich guten Titel an einer Hand abzählen und - noch viel wichtiger - meist den Studios mit großen Budgets und ebenso großen Partnern im Gepäck zuordnen. Doch zwischen Santa Monica Studios und ihrem Kratos und Naughty Dog und ihrem Nathan, da wollen die Asobo Studios mit dem den Geschwistern Amicia und Hugo nun ihren eigenen Teil zu eben diesem von Hochkarätern beherrschendem Sub-Genre beitragen.
     

     
    Die Geschichte der beiden ungleichen Kinder beginnt in Frankreich im Jahr 1358. Amicia, eine jugendliche Frohnatur, lebt mit ihren Eltern, ihres Zeichens Lord und Lady, auf einem Gut in Frankreich. Mit ihrem Bruder, dem fünfjährigen Hugo, hatte sie bisher so gut wie keinen Kontakt, leidet dieser doch an einer seltenen, unerklärlichen Krankheit und wird, isoliert von allen anderen, von seiner Mutter gepflegt.
     
    Eines Tages häufen sich die Berichte einer mysteriösen Epidemie, die Tiere wild und Menschen krank werden lässt. Rattenschwärme attackieren Menschen und brechen in Scharen durch Boden und Wände, Menschen gehen unter grauenvollen Schmerzen zugrunde. Und auf einmal, da geht alles ganz schnell, ja viel zu schnell.
     

     
    Als Amicia ihre Mutter über die Geschehnisse in Kenntnis setzen möchte, treffen fremde auf dem Hof ein. Die bewaffneten Fremden, die sich als Streiter der Inquisition zu erkennen geben, suchen nach dem kleinen Hugo. Warum, das wissen weder Amicia noch Hugo, jedoch sehen die beiden sich auf einmal einer Übermacht an brutalen und schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die mit aller Grausamkeit durch das Land streifen und unschuldige Bürger gerade zu abschlachten.
     
    Auf einem von Blut und Tot getränktem Pfad müssen sich die beiden Kinder auf die Suche nach dem Alchemisten Laurentius begeben, von dem sie sich Hilfe, aber ebenso wichtige Antworten erhoffen. Eine Reise, auf der nicht nur bluthungrige, gierige Monstren auf die Geschwistern warten, sondern auch manische Ratten. Eine Reise, auf der Amicia zunächst das wohl wichtigste Gut überhaupt finden und erlangen muss; Das Vertrauen einer fast fremden Bruders, der alles verloren hat und in einer Welt wandeln muss, die er nur aus Fabeln zu kennen scheint.
     

     
    A Plague Tale Innocence beschreibt den Zerfall eben dieser Unschuld zweier Kinder, die für ihr Überleben Dinge tun müssen, die aus den tiefsten, dunkelsten Abgründen der Menschlichkeit nach ihnen greifen und sie nie wieder loslassen werden.
     
    Und in einer Nusschale beschrieben, müssen Amicia und Hugo sich durch das von Leichenbergen und Blutlachen durchzogene Land schleichen und kämpfen, um ihre wechselnden Ziele zu erreichen. Amicia ist keine erfahrene Kämpferin und nicht im Umgang mit Hieb- oder Stichwaffen geschult, kann aber mit einer soliden Schleudertechnik aufwarten. Mit diesem Wurfriemen kann sie Steine mit hervorragender Präzision auf Gegner schießen, um sie entweder abzulenken oder - insofern diese nicht stark gepanzert sind - zu töten. Da sich der Kampf gegen mehrere Gegner aufgrund von Amicias Schleudergeschwindigkeit als ein zu gefährliches Unterfangen darstellt, konzentriert sich das Duo auf Distraktion.
     

     
    Krüge werfen oder Steine gegen metallerne Gegenstände schmeißen; einzelne Wachen abzulenken und so den Weg in das nächste, schützende Grasbüschel oder Scheune zu ebnen sind ihre bevorzugen Methoden. Gegen Menschen wohlgemerkt, denn die wildgewordene Rattenplage lässt sich nicht vom Klirren eines Eimers oder dem Scheppern eines Krugs beeindrucken. Wo wir bei dem unvorhersehbaren Element der Ratten wären. Absurde Schwärme brechen aus Wänden und dem Boden hervor und verhindern so, dass die beiden und auch alle anderen Lebewesen, sich frei bewegen können. Nur das Licht hält die Allesfresser fern und so müssen Amicia und Hugo sich stets im Schein einer Fackel oder im Licht der Sonne fortbewegen.
     
    Dieses Element wurde von den Entwicklern sehr stark in Rätsel und Umgebungen eingebunden. Alte Gemäuer müssen zunächst mit Hölzern mit kurzer Brenndauer ausgeleuchtet werden, bevor die beiden vorankommen, eine mobile Feuerschale wird über ein grauenvolles Schlachtfeld geschoben, um unbehelligt über die Leichenberge waten zu können oder die Lichtquelle eines Feindes muss zerstört werden, um ihn als Ablenkung den Ratten zu servieren. Die unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten sind allesamt sehr stark in die glaubhafte Welt eingebunden, sei es nun ein Rüstungsständer der Soldaten oder ein Schinken in der Speisekammer; alles hat einen Platz und eine Funktion außerhalb des Gameplays und wirkt dadurch natürlich und authentisch.
     

     
    In den bespielten Arealen, die zwar zumeist einem linearen Verlauf folgen, aber dennoch hier und da Raum für Erkundungen zulassen, lassen sich allerhand Gegenstände, wie Leder oder Alkohol, finden, mit denen Amicia an einer Werkbank ihre Taschen und Schleuder aufwerten kann, um so beispielsweise die Kapazität zu erhöhen oder die Angriffe leiser werden zu lassen.
     
    Unabhängig von der Werkbank kann sie außerdem unterschiedliche Geschosse herstellen, um so beispielsweise nicht erreichbare Feuerstellen in Flammen zu setzen, um neue Pfade zu erschließen. Mit der Zeit wächst das Arsenal und so auch die Komplexität in den Rätseln, was zwar nie die Qualität eines waschechten Puzzle-Adventures à la Myst erreicht, aber dennoch die eine oder andere knifflige Aufgabe parat hält, die auch ab und an die Interaktion mit mehr Personenen als nur Hugo vorraussetzen und so - neben der Steuerung von Amicia selbst - ein oder zwei NPCs befehligen lässt.
     

     
    Gerade zu Beginn stellt sich ein möglicher Lösungsansatz nur indirekt dar, sodass es hier und da zu Game Over-Bildschirmen kommen kann. Zum Glück sind diese erfrischend kurz auf dem TV, bevor das Spiel den zuletzt erreichten - und großzügig verteilten - Checkpoint lädt. Außerdem kommentieren Hugo und Amicia die Szenerie nicht selten und streuen dabei Hinweise für den Spieler ein, welche zur Lösung führen können.
     

     
    Und auch wenn die KI der Feinde nicht die beste ist, verzeiht sie dennoch keinen Fehltritt und keine Ungeduld. Dank eines Indikators an den Gegnern und einer unfassbar unangenehmen Akkustik (im positiven Sinne!) wird man rechtzeitig gewarnt, obgleich das Zeitfenster für Kurskorrekturen kurz ist. Kurz, aber fair. Kurz, aber „Naja, da bin ich selbst schuld“.
     
    A Plague Tale Innocence’s Gameplay ist eine beeindruckt eng geschnürte, sich auf die starken Momente konzentrierende, 10-15 stündige Reise durch eine atmosphärisch perfekt inszenierte Mittelalter-Welt. Eine erschreckend realistische Welt, die trotz der fantastischen Superlative der Rattenplage aufzeigt, mit welcher Willkür und Ungleichheit die Menschen sich konfrontiert sahen.
     
    Und so stark die Geschichte und das Spielerlebnis zusammengeflochten wurden, so hervorragend passt auch die audiovisuelle Präsentation dazu. Sicher, Animationen, Modelle und Environment sind nicht auf dem hohen Niveau eines God of War, spielen aber trotzdem in einer hohen Liga mit. Im speziellen jedoch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, ein Kernelement des Spiels, ist dem Team von Asobo fantastisch gelungen.
     

     
    Dank implusartig genutzten Streichinstrumenten wird die Schrecklichkeit dieser Welt mit aller Durchschlagskraft skizziert, was den Titel atmosphärisch auf ein ganz neues Niveau hievt. Die teils sehr guten, teils soliden Synchronsprecher verleihen den Figuren zudem einen durchaus erträglichen, deutschen Charakter, der sich in die gut geschriebene Geschichte eingliedert und weitere Authentizität liefert.
     

     
    Wer jedoch nach farbenfroher Abwechslung und einer Vielzahl an abenteuerlichen Schauplätzen sucht, wird nur bedingt fündig. A Plague Tale Innocence spielt in einer tristen, von Traurigkeit und schlechtem Wetter durchzogenen Welt. Einer Welt, von erschreckend realistischen Nachkriegs-Schlachtfeldern, einer Welt von zerfallenen Festungen, einer Welt von scheinbar endlosen, braunen Wäldern. Und dies ist keine Kritik, haben sich die Mädels und Jungs von Asobo doch eher darauf konzentriert, diese außergewöhnliche Geschichte in eine „echte“ Welt zu drängen, als Historie gegen Hektik zu tauschen.
     
    A Plague Tale Innocence hat mich komplett umgehauen. Die gelebte Echtheit in der Geschichte, das clevere Gameplay und der Wechsel zwischen Angst und Panik funktionieren einfach unglaublich gut. In den letzten Jahren habe ich selten mit angehaltenem Atem dagesessen, aber während Amicias und Hugos Abenteuer habe ich mich mehr als nur einmal dabei erwischt. Die Luft ist zum zerreißen gespannt. Von Anfang bis Ende.
  22. Like
    Wolfbyte got a reaction from Schwarze-Mamba in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Spiele mit einer guten Mischung aus Gameplay und narrativen Elementen sind heutzutage zwar keine Seltenheit mehr, nur lassen sich die wirklich guten Titel an einer Hand abzählen und - noch viel wichtiger - meist den Studios mit großen Budgets und ebenso großen Partnern im Gepäck zuordnen. Doch zwischen Santa Monica Studios und ihrem Kratos und Naughty Dog und ihrem Nathan, da wollen die Asobo Studios mit dem den Geschwistern Amicia und Hugo nun ihren eigenen Teil zu eben diesem von Hochkarätern beherrschendem Sub-Genre beitragen.
     

     
    Die Geschichte der beiden ungleichen Kinder beginnt in Frankreich im Jahr 1358. Amicia, eine jugendliche Frohnatur, lebt mit ihren Eltern, ihres Zeichens Lord und Lady, auf einem Gut in Frankreich. Mit ihrem Bruder, dem fünfjährigen Hugo, hatte sie bisher so gut wie keinen Kontakt, leidet dieser doch an einer seltenen, unerklärlichen Krankheit und wird, isoliert von allen anderen, von seiner Mutter gepflegt.
     
    Eines Tages häufen sich die Berichte einer mysteriösen Epidemie, die Tiere wild und Menschen krank werden lässt. Rattenschwärme attackieren Menschen und brechen in Scharen durch Boden und Wände, Menschen gehen unter grauenvollen Schmerzen zugrunde. Und auf einmal, da geht alles ganz schnell, ja viel zu schnell.
     

     
    Als Amicia ihre Mutter über die Geschehnisse in Kenntnis setzen möchte, treffen fremde auf dem Hof ein. Die bewaffneten Fremden, die sich als Streiter der Inquisition zu erkennen geben, suchen nach dem kleinen Hugo. Warum, das wissen weder Amicia noch Hugo, jedoch sehen die beiden sich auf einmal einer Übermacht an brutalen und schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die mit aller Grausamkeit durch das Land streifen und unschuldige Bürger gerade zu abschlachten.
     
    Auf einem von Blut und Tot getränktem Pfad müssen sich die beiden Kinder auf die Suche nach dem Alchemisten Laurentius begeben, von dem sie sich Hilfe, aber ebenso wichtige Antworten erhoffen. Eine Reise, auf der nicht nur bluthungrige, gierige Monstren auf die Geschwistern warten, sondern auch manische Ratten. Eine Reise, auf der Amicia zunächst das wohl wichtigste Gut überhaupt finden und erlangen muss; Das Vertrauen einer fast fremden Bruders, der alles verloren hat und in einer Welt wandeln muss, die er nur aus Fabeln zu kennen scheint.
     

     
    A Plague Tale Innocence beschreibt den Zerfall eben dieser Unschuld zweier Kinder, die für ihr Überleben Dinge tun müssen, die aus den tiefsten, dunkelsten Abgründen der Menschlichkeit nach ihnen greifen und sie nie wieder loslassen werden.
     
    Und in einer Nusschale beschrieben, müssen Amicia und Hugo sich durch das von Leichenbergen und Blutlachen durchzogene Land schleichen und kämpfen, um ihre wechselnden Ziele zu erreichen. Amicia ist keine erfahrene Kämpferin und nicht im Umgang mit Hieb- oder Stichwaffen geschult, kann aber mit einer soliden Schleudertechnik aufwarten. Mit diesem Wurfriemen kann sie Steine mit hervorragender Präzision auf Gegner schießen, um sie entweder abzulenken oder - insofern diese nicht stark gepanzert sind - zu töten. Da sich der Kampf gegen mehrere Gegner aufgrund von Amicias Schleudergeschwindigkeit als ein zu gefährliches Unterfangen darstellt, konzentriert sich das Duo auf Distraktion.
     

     
    Krüge werfen oder Steine gegen metallerne Gegenstände schmeißen; einzelne Wachen abzulenken und so den Weg in das nächste, schützende Grasbüschel oder Scheune zu ebnen sind ihre bevorzugen Methoden. Gegen Menschen wohlgemerkt, denn die wildgewordene Rattenplage lässt sich nicht vom Klirren eines Eimers oder dem Scheppern eines Krugs beeindrucken. Wo wir bei dem unvorhersehbaren Element der Ratten wären. Absurde Schwärme brechen aus Wänden und dem Boden hervor und verhindern so, dass die beiden und auch alle anderen Lebewesen, sich frei bewegen können. Nur das Licht hält die Allesfresser fern und so müssen Amicia und Hugo sich stets im Schein einer Fackel oder im Licht der Sonne fortbewegen.
     
    Dieses Element wurde von den Entwicklern sehr stark in Rätsel und Umgebungen eingebunden. Alte Gemäuer müssen zunächst mit Hölzern mit kurzer Brenndauer ausgeleuchtet werden, bevor die beiden vorankommen, eine mobile Feuerschale wird über ein grauenvolles Schlachtfeld geschoben, um unbehelligt über die Leichenberge waten zu können oder die Lichtquelle eines Feindes muss zerstört werden, um ihn als Ablenkung den Ratten zu servieren. Die unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten sind allesamt sehr stark in die glaubhafte Welt eingebunden, sei es nun ein Rüstungsständer der Soldaten oder ein Schinken in der Speisekammer; alles hat einen Platz und eine Funktion außerhalb des Gameplays und wirkt dadurch natürlich und authentisch.
     

     
    In den bespielten Arealen, die zwar zumeist einem linearen Verlauf folgen, aber dennoch hier und da Raum für Erkundungen zulassen, lassen sich allerhand Gegenstände, wie Leder oder Alkohol, finden, mit denen Amicia an einer Werkbank ihre Taschen und Schleuder aufwerten kann, um so beispielsweise die Kapazität zu erhöhen oder die Angriffe leiser werden zu lassen.
     
    Unabhängig von der Werkbank kann sie außerdem unterschiedliche Geschosse herstellen, um so beispielsweise nicht erreichbare Feuerstellen in Flammen zu setzen, um neue Pfade zu erschließen. Mit der Zeit wächst das Arsenal und so auch die Komplexität in den Rätseln, was zwar nie die Qualität eines waschechten Puzzle-Adventures à la Myst erreicht, aber dennoch die eine oder andere knifflige Aufgabe parat hält, die auch ab und an die Interaktion mit mehr Personenen als nur Hugo vorraussetzen und so - neben der Steuerung von Amicia selbst - ein oder zwei NPCs befehligen lässt.
     

     
    Gerade zu Beginn stellt sich ein möglicher Lösungsansatz nur indirekt dar, sodass es hier und da zu Game Over-Bildschirmen kommen kann. Zum Glück sind diese erfrischend kurz auf dem TV, bevor das Spiel den zuletzt erreichten - und großzügig verteilten - Checkpoint lädt. Außerdem kommentieren Hugo und Amicia die Szenerie nicht selten und streuen dabei Hinweise für den Spieler ein, welche zur Lösung führen können.
     

     
    Und auch wenn die KI der Feinde nicht die beste ist, verzeiht sie dennoch keinen Fehltritt und keine Ungeduld. Dank eines Indikators an den Gegnern und einer unfassbar unangenehmen Akkustik (im positiven Sinne!) wird man rechtzeitig gewarnt, obgleich das Zeitfenster für Kurskorrekturen kurz ist. Kurz, aber fair. Kurz, aber „Naja, da bin ich selbst schuld“.
     
    A Plague Tale Innocence’s Gameplay ist eine beeindruckt eng geschnürte, sich auf die starken Momente konzentrierende, 10-15 stündige Reise durch eine atmosphärisch perfekt inszenierte Mittelalter-Welt. Eine erschreckend realistische Welt, die trotz der fantastischen Superlative der Rattenplage aufzeigt, mit welcher Willkür und Ungleichheit die Menschen sich konfrontiert sahen.
     
    Und so stark die Geschichte und das Spielerlebnis zusammengeflochten wurden, so hervorragend passt auch die audiovisuelle Präsentation dazu. Sicher, Animationen, Modelle und Environment sind nicht auf dem hohen Niveau eines God of War, spielen aber trotzdem in einer hohen Liga mit. Im speziellen jedoch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, ein Kernelement des Spiels, ist dem Team von Asobo fantastisch gelungen.
     

     
    Dank implusartig genutzten Streichinstrumenten wird die Schrecklichkeit dieser Welt mit aller Durchschlagskraft skizziert, was den Titel atmosphärisch auf ein ganz neues Niveau hievt. Die teils sehr guten, teils soliden Synchronsprecher verleihen den Figuren zudem einen durchaus erträglichen, deutschen Charakter, der sich in die gut geschriebene Geschichte eingliedert und weitere Authentizität liefert.
     

     
    Wer jedoch nach farbenfroher Abwechslung und einer Vielzahl an abenteuerlichen Schauplätzen sucht, wird nur bedingt fündig. A Plague Tale Innocence spielt in einer tristen, von Traurigkeit und schlechtem Wetter durchzogenen Welt. Einer Welt, von erschreckend realistischen Nachkriegs-Schlachtfeldern, einer Welt von zerfallenen Festungen, einer Welt von scheinbar endlosen, braunen Wäldern. Und dies ist keine Kritik, haben sich die Mädels und Jungs von Asobo doch eher darauf konzentriert, diese außergewöhnliche Geschichte in eine „echte“ Welt zu drängen, als Historie gegen Hektik zu tauschen.
     
    A Plague Tale Innocence hat mich komplett umgehauen. Die gelebte Echtheit in der Geschichte, das clevere Gameplay und der Wechsel zwischen Angst und Panik funktionieren einfach unglaublich gut. In den letzten Jahren habe ich selten mit angehaltenem Atem dagesessen, aber während Amicias und Hugos Abenteuer habe ich mich mehr als nur einmal dabei erwischt. Die Luft ist zum zerreißen gespannt. Von Anfang bis Ende.
  23. Danke
    Wolfbyte got a reaction from Philipp Schürmann in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Spiele mit einer guten Mischung aus Gameplay und narrativen Elementen sind heutzutage zwar keine Seltenheit mehr, nur lassen sich die wirklich guten Titel an einer Hand abzählen und - noch viel wichtiger - meist den Studios mit großen Budgets und ebenso großen Partnern im Gepäck zuordnen. Doch zwischen Santa Monica Studios und ihrem Kratos und Naughty Dog und ihrem Nathan, da wollen die Asobo Studios mit dem den Geschwistern Amicia und Hugo nun ihren eigenen Teil zu eben diesem von Hochkarätern beherrschendem Sub-Genre beitragen.
     

     
    Die Geschichte der beiden ungleichen Kinder beginnt in Frankreich im Jahr 1358. Amicia, eine jugendliche Frohnatur, lebt mit ihren Eltern, ihres Zeichens Lord und Lady, auf einem Gut in Frankreich. Mit ihrem Bruder, dem fünfjährigen Hugo, hatte sie bisher so gut wie keinen Kontakt, leidet dieser doch an einer seltenen, unerklärlichen Krankheit und wird, isoliert von allen anderen, von seiner Mutter gepflegt.
     
    Eines Tages häufen sich die Berichte einer mysteriösen Epidemie, die Tiere wild und Menschen krank werden lässt. Rattenschwärme attackieren Menschen und brechen in Scharen durch Boden und Wände, Menschen gehen unter grauenvollen Schmerzen zugrunde. Und auf einmal, da geht alles ganz schnell, ja viel zu schnell.
     

     
    Als Amicia ihre Mutter über die Geschehnisse in Kenntnis setzen möchte, treffen fremde auf dem Hof ein. Die bewaffneten Fremden, die sich als Streiter der Inquisition zu erkennen geben, suchen nach dem kleinen Hugo. Warum, das wissen weder Amicia noch Hugo, jedoch sehen die beiden sich auf einmal einer Übermacht an brutalen und schwer bewaffneten Soldaten gegenüber, die mit aller Grausamkeit durch das Land streifen und unschuldige Bürger gerade zu abschlachten.
     
    Auf einem von Blut und Tot getränktem Pfad müssen sich die beiden Kinder auf die Suche nach dem Alchemisten Laurentius begeben, von dem sie sich Hilfe, aber ebenso wichtige Antworten erhoffen. Eine Reise, auf der nicht nur bluthungrige, gierige Monstren auf die Geschwistern warten, sondern auch manische Ratten. Eine Reise, auf der Amicia zunächst das wohl wichtigste Gut überhaupt finden und erlangen muss; Das Vertrauen einer fast fremden Bruders, der alles verloren hat und in einer Welt wandeln muss, die er nur aus Fabeln zu kennen scheint.
     

     
    A Plague Tale Innocence beschreibt den Zerfall eben dieser Unschuld zweier Kinder, die für ihr Überleben Dinge tun müssen, die aus den tiefsten, dunkelsten Abgründen der Menschlichkeit nach ihnen greifen und sie nie wieder loslassen werden.
     
    Und in einer Nusschale beschrieben, müssen Amicia und Hugo sich durch das von Leichenbergen und Blutlachen durchzogene Land schleichen und kämpfen, um ihre wechselnden Ziele zu erreichen. Amicia ist keine erfahrene Kämpferin und nicht im Umgang mit Hieb- oder Stichwaffen geschult, kann aber mit einer soliden Schleudertechnik aufwarten. Mit diesem Wurfriemen kann sie Steine mit hervorragender Präzision auf Gegner schießen, um sie entweder abzulenken oder - insofern diese nicht stark gepanzert sind - zu töten. Da sich der Kampf gegen mehrere Gegner aufgrund von Amicias Schleudergeschwindigkeit als ein zu gefährliches Unterfangen darstellt, konzentriert sich das Duo auf Distraktion.
     

     
    Krüge werfen oder Steine gegen metallerne Gegenstände schmeißen; einzelne Wachen abzulenken und so den Weg in das nächste, schützende Grasbüschel oder Scheune zu ebnen sind ihre bevorzugen Methoden. Gegen Menschen wohlgemerkt, denn die wildgewordene Rattenplage lässt sich nicht vom Klirren eines Eimers oder dem Scheppern eines Krugs beeindrucken. Wo wir bei dem unvorhersehbaren Element der Ratten wären. Absurde Schwärme brechen aus Wänden und dem Boden hervor und verhindern so, dass die beiden und auch alle anderen Lebewesen, sich frei bewegen können. Nur das Licht hält die Allesfresser fern und so müssen Amicia und Hugo sich stets im Schein einer Fackel oder im Licht der Sonne fortbewegen.
     
    Dieses Element wurde von den Entwicklern sehr stark in Rätsel und Umgebungen eingebunden. Alte Gemäuer müssen zunächst mit Hölzern mit kurzer Brenndauer ausgeleuchtet werden, bevor die beiden vorankommen, eine mobile Feuerschale wird über ein grauenvolles Schlachtfeld geschoben, um unbehelligt über die Leichenberge waten zu können oder die Lichtquelle eines Feindes muss zerstört werden, um ihn als Ablenkung den Ratten zu servieren. Die unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten sind allesamt sehr stark in die glaubhafte Welt eingebunden, sei es nun ein Rüstungsständer der Soldaten oder ein Schinken in der Speisekammer; alles hat einen Platz und eine Funktion außerhalb des Gameplays und wirkt dadurch natürlich und authentisch.
     

     
    In den bespielten Arealen, die zwar zumeist einem linearen Verlauf folgen, aber dennoch hier und da Raum für Erkundungen zulassen, lassen sich allerhand Gegenstände, wie Leder oder Alkohol, finden, mit denen Amicia an einer Werkbank ihre Taschen und Schleuder aufwerten kann, um so beispielsweise die Kapazität zu erhöhen oder die Angriffe leiser werden zu lassen.
     
    Unabhängig von der Werkbank kann sie außerdem unterschiedliche Geschosse herstellen, um so beispielsweise nicht erreichbare Feuerstellen in Flammen zu setzen, um neue Pfade zu erschließen. Mit der Zeit wächst das Arsenal und so auch die Komplexität in den Rätseln, was zwar nie die Qualität eines waschechten Puzzle-Adventures à la Myst erreicht, aber dennoch die eine oder andere knifflige Aufgabe parat hält, die auch ab und an die Interaktion mit mehr Personenen als nur Hugo vorraussetzen und so - neben der Steuerung von Amicia selbst - ein oder zwei NPCs befehligen lässt.
     

     
    Gerade zu Beginn stellt sich ein möglicher Lösungsansatz nur indirekt dar, sodass es hier und da zu Game Over-Bildschirmen kommen kann. Zum Glück sind diese erfrischend kurz auf dem TV, bevor das Spiel den zuletzt erreichten - und großzügig verteilten - Checkpoint lädt. Außerdem kommentieren Hugo und Amicia die Szenerie nicht selten und streuen dabei Hinweise für den Spieler ein, welche zur Lösung führen können.
     

     
    Und auch wenn die KI der Feinde nicht die beste ist, verzeiht sie dennoch keinen Fehltritt und keine Ungeduld. Dank eines Indikators an den Gegnern und einer unfassbar unangenehmen Akkustik (im positiven Sinne!) wird man rechtzeitig gewarnt, obgleich das Zeitfenster für Kurskorrekturen kurz ist. Kurz, aber fair. Kurz, aber „Naja, da bin ich selbst schuld“.
     
    A Plague Tale Innocence’s Gameplay ist eine beeindruckt eng geschnürte, sich auf die starken Momente konzentrierende, 10-15 stündige Reise durch eine atmosphärisch perfekt inszenierte Mittelalter-Welt. Eine erschreckend realistische Welt, die trotz der fantastischen Superlative der Rattenplage aufzeigt, mit welcher Willkür und Ungleichheit die Menschen sich konfrontiert sahen.
     
    Und so stark die Geschichte und das Spielerlebnis zusammengeflochten wurden, so hervorragend passt auch die audiovisuelle Präsentation dazu. Sicher, Animationen, Modelle und Environment sind nicht auf dem hohen Niveau eines God of War, spielen aber trotzdem in einer hohen Liga mit. Im speziellen jedoch das Zusammenspiel von Licht und Schatten, ein Kernelement des Spiels, ist dem Team von Asobo fantastisch gelungen.
     

     
    Dank implusartig genutzten Streichinstrumenten wird die Schrecklichkeit dieser Welt mit aller Durchschlagskraft skizziert, was den Titel atmosphärisch auf ein ganz neues Niveau hievt. Die teils sehr guten, teils soliden Synchronsprecher verleihen den Figuren zudem einen durchaus erträglichen, deutschen Charakter, der sich in die gut geschriebene Geschichte eingliedert und weitere Authentizität liefert.
     

     
    Wer jedoch nach farbenfroher Abwechslung und einer Vielzahl an abenteuerlichen Schauplätzen sucht, wird nur bedingt fündig. A Plague Tale Innocence spielt in einer tristen, von Traurigkeit und schlechtem Wetter durchzogenen Welt. Einer Welt, von erschreckend realistischen Nachkriegs-Schlachtfeldern, einer Welt von zerfallenen Festungen, einer Welt von scheinbar endlosen, braunen Wäldern. Und dies ist keine Kritik, haben sich die Mädels und Jungs von Asobo doch eher darauf konzentriert, diese außergewöhnliche Geschichte in eine „echte“ Welt zu drängen, als Historie gegen Hektik zu tauschen.
     
    A Plague Tale Innocence hat mich komplett umgehauen. Die gelebte Echtheit in der Geschichte, das clevere Gameplay und der Wechsel zwischen Angst und Panik funktionieren einfach unglaublich gut. In den letzten Jahren habe ich selten mit angehaltenem Atem dagesessen, aber während Amicias und Hugos Abenteuer habe ich mich mehr als nur einmal dabei erwischt. Die Luft ist zum zerreißen gespannt. Von Anfang bis Ende.
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    Wolfbyte reacted to MaNuEeL in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Sehr geiler Test, kann dem nur zustimmen☺️
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    Wolfbyte reacted to Tekks23 in [Test] - A Plague Tale Innocence   
    Werd ich mir sicher mal anschaun. Danke für den Test.
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