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Daniel Bubel

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Reputationsaktivitäten

  1. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Roxas1997 in PS5 Sammelthread   
    Ja, aber auf allen Seiten.
     
    Klar, legt Microsoft JETZT ordentlich vor, aber bis dato und wenn wir die oben eingebundene Liste mal als Maßstab nehmen, sieht das auf keiner Seite allzu prickelnd aus.
     
    Xbox One - PC  - 27 Titel
    PS4 - PC - 29 Titel
    PS4 - PC - Xbox One - 9 Titel
    PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch - 15 Titel
    PC, Xbox One und Switch - 16 Titel
    PS4 und Xbox One - 6 Titel
    PS4 und Switch - 1 Titel
    Xbox One und Switch - 0 Titel.
     
    Ja, die Menge ist nicht beeindruckend. Aber ich sehe da nirgends so den gigantischen Unterschied, ob mit oder ohne Sony. Da dürfen sich also alle gerne noch ein wenig steigern. Und wenn man sich die Aktualisierungen mal genauer ansieht, sieht man das ja auch schon bei allen.
     
    Heißt, es wird langsam. Microsoft hat sich da gefühlt schon besser positioniert, aber Sony hat sich dahingehend auch schon ordentlich geöffnet. Es scheint aktuell eher Sache der Entwickler zu sein, als eine des PlayStation-Managements. Jetzt heißt es abwarten, ob das für uns spieler mehr Überschneidungen bei den Listen bringt, aber de fakto kochen da viele Plattformen ihre eigenen Süppchen, wenn ich das nicht falsch herausgelesen habe aus dieser Aufzählung.
  2. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Nightcrow in PS5 Sammelthread   
    Und einfach um noch mehr Verwirrung zu stiften: Gleichzeitig erhalten Käufer der PlayStation 4-Version von Spider-Man: Miles Morales nicht nur ein kostenloses Upgrade, sondern die Spielstände der PS4-Version werden auch auf die PS5-Version übertragbar sein.
     
    Das hat zumindest James Stevenson (Community Manager bei Insomniac) via Twitter bestätigt.
     
    Ich vermute fast, dass das kostenlose Upgrade von beispielsweise Yakuza nicht nur neue Trophäen, sondern eventuell weitere Inhalte mit sich bringt. Anders kann ich mir das nicht so wirklich erklären... Oder es wird den ENtwicklern freigestellt und die haben einfach keine Lust
     
  3. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Kingston in PlayStation 5 - Sogenanntes Shared Control-Feature als Patent aufgetaucht   
    Ein neues Patent, das Sony eingereicht hat und das die Kollegen von Let's Go Digital entdeckt haben, spricht vom sogenannten Shared Control-Feature für DualShock 5-Controller, beziehungsweise die PlayStation 5. Mit diesem Feature könnte aus jedem x-beliebigen Singleplayer-Spiel ein Multiplayer-Titel werden, den man gemeinsam mit Freunden spielt.
     
    So könnten entweder mehrere Personen an einem Controller verschiedene Funktionen in einem Spiel unabhängig voneinander steuern oder aber sogar von verschiedenen Controllern aus ein und den selben Charakter auf dem Bildschirm steuern. Dabei müssten diese Personen theoretisch nicht einmal vor der gleichen Konsole sitzen, sondern könnten das gleiche Spiel gemeinsam spielen - unabhängig des Ortes an dem sie sich befinden.
     

     
     
    Ob das überhaupt lagfrei funktionieren und ob das letzten Endes bei allen Spielen funktionieren könnte, oder nur bei einigen ausgewählten, steht aktuell natürlich noch nicht fest. Genausowenig ist klar, ob es sich dabei nur um eine "Spinnerei" handelt, die als Patent angemeldet wird, für den Fall, dass man sie nutzen möchte, oder ob eine solche oder ähnliche Funktion auf der PlayStation 5 tatsächlich zur Verfügung stehen könnte.
     
    Interessant sind solche Ideen aber allemal.
     
    Danke an @joschi486 für den Hinweis!
     
    Quelle
  4. Like
    Daniel Bubel got a reaction from joschi486 in PS5 Sammelthread   
    Und einfach um noch mehr Verwirrung zu stiften: Gleichzeitig erhalten Käufer der PlayStation 4-Version von Spider-Man: Miles Morales nicht nur ein kostenloses Upgrade, sondern die Spielstände der PS4-Version werden auch auf die PS5-Version übertragbar sein.
     
    Das hat zumindest James Stevenson (Community Manager bei Insomniac) via Twitter bestätigt.
     
    Ich vermute fast, dass das kostenlose Upgrade von beispielsweise Yakuza nicht nur neue Trophäen, sondern eventuell weitere Inhalte mit sich bringt. Anders kann ich mir das nicht so wirklich erklären... Oder es wird den ENtwicklern freigestellt und die haben einfach keine Lust
     
  5. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Nightcrow in PS5 Sammelthread   
    Ja, aber auf allen Seiten.
     
    Klar, legt Microsoft JETZT ordentlich vor, aber bis dato und wenn wir die oben eingebundene Liste mal als Maßstab nehmen, sieht das auf keiner Seite allzu prickelnd aus.
     
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    Ja, die Menge ist nicht beeindruckend. Aber ich sehe da nirgends so den gigantischen Unterschied, ob mit oder ohne Sony. Da dürfen sich also alle gerne noch ein wenig steigern. Und wenn man sich die Aktualisierungen mal genauer ansieht, sieht man das ja auch schon bei allen.
     
    Heißt, es wird langsam. Microsoft hat sich da gefühlt schon besser positioniert, aber Sony hat sich dahingehend auch schon ordentlich geöffnet. Es scheint aktuell eher Sache der Entwickler zu sein, als eine des PlayStation-Managements. Jetzt heißt es abwarten, ob das für uns spieler mehr Überschneidungen bei den Listen bringt, aber de fakto kochen da viele Plattformen ihre eigenen Süppchen, wenn ich das nicht falsch herausgelesen habe aus dieser Aufzählung.
  6. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from joschi486 in PS5 Sammelthread   
    Ja, aber auf allen Seiten.
     
    Klar, legt Microsoft JETZT ordentlich vor, aber bis dato und wenn wir die oben eingebundene Liste mal als Maßstab nehmen, sieht das auf keiner Seite allzu prickelnd aus.
     
    Xbox One - PC  - 27 Titel
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    Ja, die Menge ist nicht beeindruckend. Aber ich sehe da nirgends so den gigantischen Unterschied, ob mit oder ohne Sony. Da dürfen sich also alle gerne noch ein wenig steigern. Und wenn man sich die Aktualisierungen mal genauer ansieht, sieht man das ja auch schon bei allen.
     
    Heißt, es wird langsam. Microsoft hat sich da gefühlt schon besser positioniert, aber Sony hat sich dahingehend auch schon ordentlich geöffnet. Es scheint aktuell eher Sache der Entwickler zu sein, als eine des PlayStation-Managements. Jetzt heißt es abwarten, ob das für uns spieler mehr Überschneidungen bei den Listen bringt, aber de fakto kochen da viele Plattformen ihre eigenen Süppchen, wenn ich das nicht falsch herausgelesen habe aus dieser Aufzählung.
  7. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Roxas1997 in PS5 Sammelthread   
    Also ich habe mir das Video angesehen, das ja lediglich auf der Analyse des gezeigten Trailers basiert. Es wird mehrfach angemerkt, dass das Gezeigte auf einem nicht finalisierten Code basiert und davon ausgegangen wird, dass es sich hierbei um den Performance-Modus handeln wird (1440p / 60 fps), während es noch einen Modus für 4K / 30fps geben wird (inklusive Raytracing, etc). Es scheint zu klitzekleinen Framerate-Einbrüchen und minimalem Tearing nur im oberen Bildschirmrand zu kommen, die laut DF von SpielerInnen wahrscheinlich nicht einmal bemerkt werden. Unter 50 fps habe zumindest ich nicht sehen können, aber vielleicht habe ich das auch vergessen?
     
    Der Tester zeigt sich indes grundsätzlich beeindruckt und merkt mehrfach an, dass dieser Kompromiss sowie die verschiedenen Modi für Bluepoint absolut Sinn macht. Animationen, Foliage, Details, Licht- und schattenspiele sowie Animationen sind seiner Meinung nach schon hier auf hervorragendem Niveau und zeigen, was in Zukunft noch auf uns zukommen könnte. Außerdem empfindet er die Ladezeiten von unter 1 Sekunde als äußerst bemerkenswert.
     
    Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei lediglich um eine Videoanalyse eines Trailers handelt, der auf frühem Code basiert.
     
     
    Hab mir den Teil noch mal angeschaut und ja, das Spiel bricht einmal kurz ein, auf 56 fps für eine Sekunde oder so....
     
    Edit: Es bricht an mehreren Stellen kurz ein, meist aber nur von 60 auf 59. Die 56 fps gab es eben einmal ganz kurz in einer Szene.
  8. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from m0rcin in PS5 Sammelthread   
    Also ich habe mir das Video angesehen, das ja lediglich auf der Analyse des gezeigten Trailers basiert. Es wird mehrfach angemerkt, dass das Gezeigte auf einem nicht finalisierten Code basiert und davon ausgegangen wird, dass es sich hierbei um den Performance-Modus handeln wird (1440p / 60 fps), während es noch einen Modus für 4K / 30fps geben wird (inklusive Raytracing, etc). Es scheint zu klitzekleinen Framerate-Einbrüchen und minimalem Tearing nur im oberen Bildschirmrand zu kommen, die laut DF von SpielerInnen wahrscheinlich nicht einmal bemerkt werden. Unter 50 fps habe zumindest ich nicht sehen können, aber vielleicht habe ich das auch vergessen?
     
    Der Tester zeigt sich indes grundsätzlich beeindruckt und merkt mehrfach an, dass dieser Kompromiss sowie die verschiedenen Modi für Bluepoint absolut Sinn macht. Animationen, Foliage, Details, Licht- und schattenspiele sowie Animationen sind seiner Meinung nach schon hier auf hervorragendem Niveau und zeigen, was in Zukunft noch auf uns zukommen könnte. Außerdem empfindet er die Ladezeiten von unter 1 Sekunde als äußerst bemerkenswert.
     
    Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei lediglich um eine Videoanalyse eines Trailers handelt, der auf frühem Code basiert.
     
     
    Hab mir den Teil noch mal angeschaut und ja, das Spiel bricht einmal kurz ein, auf 56 fps für eine Sekunde oder so....
     
    Edit: Es bricht an mehreren Stellen kurz ein, meist aber nur von 60 auf 59. Die 56 fps gab es eben einmal ganz kurz in einer Szene.
  9. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Nightcrow in PS5 Sammelthread   
    Also ich habe mir das Video angesehen, das ja lediglich auf der Analyse des gezeigten Trailers basiert. Es wird mehrfach angemerkt, dass das Gezeigte auf einem nicht finalisierten Code basiert und davon ausgegangen wird, dass es sich hierbei um den Performance-Modus handeln wird (1440p / 60 fps), während es noch einen Modus für 4K / 30fps geben wird (inklusive Raytracing, etc). Es scheint zu klitzekleinen Framerate-Einbrüchen und minimalem Tearing nur im oberen Bildschirmrand zu kommen, die laut DF von SpielerInnen wahrscheinlich nicht einmal bemerkt werden. Unter 50 fps habe zumindest ich nicht sehen können, aber vielleicht habe ich das auch vergessen?
     
    Der Tester zeigt sich indes grundsätzlich beeindruckt und merkt mehrfach an, dass dieser Kompromiss sowie die verschiedenen Modi für Bluepoint absolut Sinn macht. Animationen, Foliage, Details, Licht- und schattenspiele sowie Animationen sind seiner Meinung nach schon hier auf hervorragendem Niveau und zeigen, was in Zukunft noch auf uns zukommen könnte. Außerdem empfindet er die Ladezeiten von unter 1 Sekunde als äußerst bemerkenswert.
     
    Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei lediglich um eine Videoanalyse eines Trailers handelt, der auf frühem Code basiert.
     
     
    Hab mir den Teil noch mal angeschaut und ja, das Spiel bricht einmal kurz ein, auf 56 fps für eine Sekunde oder so....
     
    Edit: Es bricht an mehreren Stellen kurz ein, meist aber nur von 60 auf 59. Die 56 fps gab es eben einmal ganz kurz in einer Szene.
  10. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Andy (Raptor__MUC) in PS5 Sammelthread   
    Also ich habe mir das Video angesehen, das ja lediglich auf der Analyse des gezeigten Trailers basiert. Es wird mehrfach angemerkt, dass das Gezeigte auf einem nicht finalisierten Code basiert und davon ausgegangen wird, dass es sich hierbei um den Performance-Modus handeln wird (1440p / 60 fps), während es noch einen Modus für 4K / 30fps geben wird (inklusive Raytracing, etc). Es scheint zu klitzekleinen Framerate-Einbrüchen und minimalem Tearing nur im oberen Bildschirmrand zu kommen, die laut DF von SpielerInnen wahrscheinlich nicht einmal bemerkt werden. Unter 50 fps habe zumindest ich nicht sehen können, aber vielleicht habe ich das auch vergessen?
     
    Der Tester zeigt sich indes grundsätzlich beeindruckt und merkt mehrfach an, dass dieser Kompromiss sowie die verschiedenen Modi für Bluepoint absolut Sinn macht. Animationen, Foliage, Details, Licht- und schattenspiele sowie Animationen sind seiner Meinung nach schon hier auf hervorragendem Niveau und zeigen, was in Zukunft noch auf uns zukommen könnte. Außerdem empfindet er die Ladezeiten von unter 1 Sekunde als äußerst bemerkenswert.
     
    Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hierbei lediglich um eine Videoanalyse eines Trailers handelt, der auf frühem Code basiert.
     
     
    Hab mir den Teil noch mal angeschaut und ja, das Spiel bricht einmal kurz ein, auf 56 fps für eine Sekunde oder so....
     
    Edit: Es bricht an mehreren Stellen kurz ein, meist aber nur von 60 auf 59. Die 56 fps gab es eben einmal ganz kurz in einer Szene.
  11. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from monthy19 in [Test] - Marvel's Avengers   
    Ja, wenn ich von Bugs rede, dann ja nicht nur die Spielzerstörenden, sondern all die kleinen Fehlerteufelchen und Probleme, die sich so im Lauf der Kampagne und späterhin summiert haben. Gamebreaking Bugs hatte ich zwei oder drei, aber dass das alles dennoch nicht zu tragisch war, steht ja im Test. Denn dann wären nicht die 7/10 drin gewesen, oder die ursprünglich geplanten 6,5.
     
    Hoffe das kam im Text nicht falsch rüber... 
     
    Das mit der Synchro hatte ich nicht, da überwiegend eh auf Englisch gespielt wurde, aber ganze Zwischensequenzen komplett ohne Ton. Ich fürchte da gab es einfach Probleme beim Laden der Daten...
     
  12. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from xButchx in [Test] - Marvel's Avengers   
    Ja, wenn ich von Bugs rede, dann ja nicht nur die Spielzerstörenden, sondern all die kleinen Fehlerteufelchen und Probleme, die sich so im Lauf der Kampagne und späterhin summiert haben. Gamebreaking Bugs hatte ich zwei oder drei, aber dass das alles dennoch nicht zu tragisch war, steht ja im Test. Denn dann wären nicht die 7/10 drin gewesen, oder die ursprünglich geplanten 6,5.
     
    Hoffe das kam im Text nicht falsch rüber... 
     
    Das mit der Synchro hatte ich nicht, da überwiegend eh auf Englisch gespielt wurde, aber ganze Zwischensequenzen komplett ohne Ton. Ich fürchte da gab es einfach Probleme beim Laden der Daten...
     
  13. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Bottlethrower in [Test] - Marvel's Avengers   
    Wer sich an die 90er und frühen 2000er zurückerinnert, wird wissen, dass gerade Lizenzspiele einen (mitunter völlig zurecht) schlechten Ruf hatten. Viele der veröffentlichten Film- oder Comic-Umsetzungen waren Softwaregurken, die im besten Fall dazu geeignet waren, den größten Fans ein müdes Lächeln abzuringen. Klar, gab es hier und da Ausnahmen, aber generell wusste man meist schon bei der Ankündigung, was einen späterhin erwarten würde. Den Verkäufen tat dies zwar nicht unbedingt einen Abbruch, aber das ist eben auch der Reiz beliebter Marken und großer Namen. Sie locken an die Kassen, Heimcomputer und Konsolen dieser Welt. Diese Wahrnehmung änderte sich glücklicherweise gefühlt spätestens mit Rocksteadys grandiosem Batman: Arkham Asylum. Ein Verkaufsschlager, der nicht nur zahlreiche Fortsetzungen und ein mehr oder weniger beliebtes Prequel mit sich brachte, sondern auch andere Studios motivierte ihren Lizenzspielen ein größeres Budget zur Verfügung zu stellen. An letzterem hat sich bis heute nur wenig geändert und auch in Marvel's Avengers sieht und spürt man die eingeflossenen finanziellen Mittel an beinahe jeder Ecke. Warum sich der von Crystal Dynamics entwickelte Titel dennoch anfühlt, als wäre er Kind zweier Ären, soll der folgende Test klären.
     
     
    Dabei können wir den obligatorischen Elefanten im Raum auch direkt zu Beginn ansprechen: Marvel's Avengers präsentiert sich im Test als zweischneidiges Schwert. Oder - wenn wir noch etwas tiefer in die Floskelkiste greifen wollen - anders ausgedrückt, es ist weder Fisch noch Fleisch. Möchte aber beides sein. Das beweist schon ein Blick ins Hauptmenü und auf die Aufgliederung. Einigermaßen klassich im Videospielsinne ist, dass man sich zwischen einer Einzelspieler-Kampagne und dem Multiplayer-Modus entscheiden kann. Weniger klassisch ist, dass beides aufeinander aufbaut und die Strukturen mitunter verwaschen sind. So ist es durchaus möglich direkt in den kooperativen Mehrspieler-Modus einzusteigen, empfohlen wird dies aber erst nach Beenden der Kampagne, da diese Auswirkungen auf das Einstiegs-Level der Helden hat, gleichzeitig aber auch umgekehrt sonst Spoiler für die Kampagne beinhaltet. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht, wenn wir uns an die Reihenfolge halten, die von den Entwicklern empfohlen wird.
     
    Und so beginnen wir die Kampagne aus der Sicht von Protagonistin Kamala Khan (Ms. Marvel) im Rahmen des sogenannten Avengers Day, in dem sich die Helden und Heldinnen von versammeltem Fan-Publikum feiern lassen. Der Einstieg offenbart direkt, wie gut es das Entwicklerstudio geschafft hat, die grundsätzliche Stimmung einzufangen. Die vorgestellten Superhelden erinnern durchaus an die aus den Filmen bekannte Darstellung und überzeugen durch sympathische Wesenzüge und eigene Schrulligkeiten, die einem mindestens mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Hier gibt es generell - auch im weiteren Verlauf der knapp fünfzehnstündigen Kampagne - nur wenig auszusetzen. Egal ob das Hulk, Black Widow, Iron Man, Thor, Captain America oder natürlich auch Ms. Marvel ist, als Fan der Disney-Filme fühlt man sich sofort wohl.
     
    Grundsätzlich ist der komplette Einstieg sehr stimmungsvoll erzählt und führt einen durch die Augen Kamalas blickend mit Minispielen hinein in eine als Tutorial fungierende Story-Mission. Dass sich die Ereignisse des Festtags schnell zuspitzen und sich die Avengers am Ende sogar auflösen und geächtet werden, dient dann als Prämisse für den weiteren Verlauf der Handlung, die zwar komplett vorhersehbar ist, aber dennoch weitestgehend überzeugen kann. Das liegt am generellen Flair und erträglichen Pathos, den man von solchen Geschichten erwarten kann, vor allem aber an der Darstellung von Ms. Marvel. Sie ist das Herz des Spiels, wenn man so möchte, da sie gleichzeitig Superfan und Superheldin ist. Wir werden buchstäblich zu ihr und versuchen die totgesagte Heldentruppe wieder zusammenzutrommeln.
     

     
    Selbstverständlich schlüpft man Regie-bedingt auch immer wieder in die Rolle anderer Figuren und lernt so deren Movesets und spielerische Feinheiten kennen, aber Kamala ist die Hauptfigur des Abenteuers. Schön ist dabei, dass es die Entwickler geschafft haben, dass sich alle spielbaren Protagonisten unterschiedlich anfühlen, gleichzeitig aber auf den gleichen Steuerungselementen basieren. Auf dem Papier verfügen alle über starke und leichte Angriffe, eine Support-Fähigkeit, einen Spezialangriff und eine ultimative Fähigkeit, die man nach einer bestimmten Abklingzeit, die sich durch das Verprügeln der zahlreichen Gegner beschleunigen lässt, auf die Gegner loslassen kann. Wer dann noch im richtigen Moment ausweicht oder kontert, beziehungsweise sich während einer Kombokette nicht von den Feinden erwischen lässt, kann so schnell gewaltigen Schaden anrichten. Im Kern ist der Titel ein Brawler, der seinen Figuren genügend Individualität einverleibt, um langfristig motivieren zu können. Ob das dann tatsächlich klappt, werden wir später etwas genauer betrachten.
     
    Prinzipiell ist auch das Movement außerhalb der Kämpfe gut gelungen. Wo sich Hulk mit gigantischen Sprüngen zu helfen weiß und an Wänden halt findet, greift Captain America auf Wallruns und einen Doppelsprung zurück, während Ms. Marvel ihre dehnbaren Glieder nutzt um weit entfernte Kanten zu greifen, Abgründe zu übrschwingen und Iron Man und Thor natürlich einfach in den Flugmodus wechseln. All diese Möglichkeiten weitesgehend zu verinnerlichen dauert seine Zeit, weswegen die Priorisierung der Kampagne vor dem separaten Multiplayer durchaus Sinn ergibt. Andererseits entsteht in der Handhabung des Story-Modus als gigantisches Tutorial für das Endgame eine gewisse Unstimmigkeit in der Präsentation der Missionen.
     
    Da hätten wir auf der einen Seite nämlich von der Regie toll inszenierte Level, die mit zwar gescripteter, aber nichtsdestotrotz kinoreifer Action samt entsprechender Einstellungen zu überzeugen wissen und in dieser Form auch in einem Uncharted oder eher Tomb Raider zu finden sein könnten. Und auf der anderen warten mehr oder wenige offene Areale, die sich nicht nur generell ähneln, sondern geradezu lieblos und leer wirken. Zwar kann man hier versteckte Beutekisten und besonders starke Gegner finden, aber sonst wirken sie im Vergleich zu den tatsächlichen Singleplayer-Missionen uninspiriert und repetitiv. Daran ändern auch die verschiedenen Locations wie verschneite Gebirgskämme oder Wüstenabschnitte am Ende nicht viel. Auch wenn so immerhin etwas Abwechslung ins Spiel kommt.
     
    Das Problem dabei ist selbstverständlich nicht, dass Crystal Dynamics hier einen Ausblick auf das "Endgame" gewährt und es sogar innerhalb der Kampagne ermöglicht mit anderen menschlichen Spielern zusammenzukommen, um Fortschritte zu erzielen, sondern vielmehr, dass sie inszenatorisch fast wie Fremdkörper wirken. Losgelöst entfalten sie eine eigene Wirkung, aber als Teil der Story fühlen sie sich ein wenig willkürlich an. Wer diese Missionen übrigens nicht mit anderen gemeinsam spielen möchte oder kann, deaktiviert einfach das Matchmaking und bekommt dann von der KI gesteuerte Charaktere an die Seite gestellt, die einen ordentlichen Job machen und nur selten von den massiven Gegnerscharen überfordert scheinen. Für Solisten sollte das eine gute Nachricht sein. Zumal sich so tatsächlich auch die komplette Kampagne alleine spielen und genießen lässt.
     

     
    Und das ist als Zwischenbilanz tatsächlich einer der Vorteile von Marvel's Avengers. Der Story-Modus gewinnt zwar keinen Innovationspreis, wohl aber einen für eine spaßig inszenierte Handlung, die sich auch vor den Filmen nicht wirklich verstecken muss. Ob es einem wert ist für die gut fünzehn bis maximal zwanzig Stunden Spielzeit (je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad) den Vollpreis zu bezahlen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber qualitativ gibt es hier grundsätzlich nur wenig auszusetzen.
     
    Auch wenn ich das im gleichen Atemzug relativieren muss. So simpel gestrickt die Steuerung auch sein mag, kommt sie grundsätzlich nicht ohne ihre Tücken und Fehler aus. Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass Hulk beispielsweise wild mit leichten Attacken um sich schlug, statt diese eine doofe Truhe zu öffnen, vor der ich eigentlich stand. Der Fluch des gleichen Knopfs, der kontextabhängig für andere Aktionen genutzt wird, ich weiß, aber andere Entwickler haben das schon weniger frustrierend gelöst. Oder wieso reicht es nicht die Kamera auszurichten, um weit entfernte Objekte oder Vorsprünge anzuvisieren? Stattdessen funktioniert das nur in Blickrichtung der Spielfigur. Das sind erst einmal nur Kleinigkeiten, gar keine Frage, aber hier wäre mehr Feinschliff erforderlich gewesen, da es den positiven Eindruck trübt.
     
    Zumal sich diese Kleinigkeiten unterm Strich summieren. Oder viel eher summierten. Square Enix und Crystal Dynamics haben nämlich in den vergangenen Tagen einen Patch veröffentlicht, der über 1.000 Bugs und Fehler behoben hat. Das bedeutet längst nicht, dass der Titel nun komplett fehlerfrei ist, bezeichnet aber in welchem technischen Zustand sich das Spiel zum Release befand. Und ja, Fehler wie einen kompletten Absturz des Spiels während des Herumirrens innerhalb der verschachtelten und unübersichtlichen Menüs konnte ich nicht mehr reproduzieren und auch innerhalb der Kampagne sind einige der nervtötenden Progressions-Bugs endlich verschwunden. Das verbessert schlussendlich den Gesamt- nicht aber den Ersteindruck. Da es mir nun aber zeitlich nicht mehr möglich ist, den Titel nochmals komplett durchzuspielen um alle angekündigten Verbesserungen im Detail zu würdigen, schlage ich pauschal 0,5 Punkte auf die eigentlich geplante Wertung drauf. Nichtsdestotrotz empfehle ich selbst Offline-Spielern mit eher unbeständiger oder langsamer Internetverbindung dringend den aktuellen Patch zu installieren.
     
     
    Alle anderen müssen das sowieso tun, wenn sie die Online-Modi nutzen und sich ins eigentliche Spiel und dann ins Endgame stürzen wollen. Und diesen widmet sich nun der zweite Part dieser Besprechung. Grundsätzlich bleibt das Gameplay selbstverständlich identisch und man muss keine neuen Moves oder Vorgehensweisen erlernen. Wer aus der Kampagne kommt, wird sich dementsprechend gleich heimisch fühlen. Gleiches gilt für Spieler von Bungies MMO-Shooter Destiny (2), der eine große Inspirationsquelle für diesen Teil von Marvel's Avengers gewesen zu sein scheint.
     
    Egal ob das die täglichen und wöchentlichen Aufgaben kann, denen man sich widmen kann, beziehungsweise das Besuchen zweier unterschiedlicher Hubs, die wiederum eigenständige Fraktionen beheimaten, von denen man Aufgaben annehmen kann, das erinnert stark an den SciFi-Shooter. Beutezüge lassen sich genauso annehmen wie gefundene Engramme Blaupausen sich in spezielle Ausrüstung umwandeln lassen, mit denen man seine Helden und Heldinnen wiederum schmückt. Zudem wird es wohl kaum jemanden überraschen, dass man die spielbaren Figuren nicht nur bis immerhin Level 50 pushen kann, sondern sie dank ihrer Ausrüstung zusätzlich noch durch das durchschnittliche Power-Level an Schlagkraft gewinnen.
     
    Das bedeutet im Detail erst einmal folgendes: Ihr helft durch das Erfüllen von Aufträgen und Missionen - entweder alleine oder mit drei weiteren Spielern - dabei euren gewählten Superhelden aufsteigen zu lassen. Gesammelte Erfahrung mündet schließlich in Skill-Punkten, die man wiederum in neue Moves und erweiterte Fähigkeiten investieren kann. Während die ersten beiden Skill-Fenster sich den eben genannten Erweiterungen widmen, dank derer dann Spezialattacken ausgebaut oder neue Kombos erlernt werden können, darf man sich im dritten schließlich mehr oder weniger spezialisieren. Das sieht bei allen Charakteren zwar weitestgehend gleich aus, kann aber den eigenen Vorlieben und dem Spielstil angepasst werden. Hier können beispielsweise Supportfähigkeiten erweitert, Abklingzeiten verkürzt oder die Dauer anhaltender Effekte verlängert werden. Es macht Spaß die vorgefertigten Charaktere in eine zumindest im Ansatz individuelle Richtung lenken und somit das Team entsprechend ergänzen zu können.
     

     
    Das Matchmaking funktioniert grundsätzlich ordentlich und passt den Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Stufe an, sodass man auch mit erfahreneren Spielern in die Schlacht ziehen kann, ohne sich hoffnungslos überfordert zu fühlen. Das gilt umgekehrt selbstverständlich genauso, nur ersetzen wir hier "hoffnungslos überfordert" eben mit "gelangweilt". Manchmal ist die Suche nach Mitspielern allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden, was nerven kann, wenn man nur eins, zwei Missionen zwischendurch spielen möchte. Da hilft es durchaus, das Matchmaking kurz aus- und dann wieder einzuschalten. Und sollten sich partout keine Spieler finden, zieht man eben mit KI-Begleitern los.
     
    Das ist prinzipiell begrüßenswert und funktioniert ordentlich, da die KI-Begleiter wie eingangs erwähnt generell gut auf die Gegner reagieren, einen auch mal wiederbeleben und den Einsatz von Spezialfähigkeiten nicht scheuen. Nichtsdestotrotz macht es mit anderen menschlichen Spielern am Ende einfach mehr Spaß. Egal ob Freunde oder Randoms, die menschlich-willkürliche Komponente hat eben ihren eigenen Reiz. Selbst wenn man dazu nicht Teil einer Party sein möchte, funktioniert es aufgrund des eher weniger taktischen Gameplays. Die Ziele sind meist klar definiert und durch die ohnehin gelungene Ergänzung der verschiedenen Charaktere entsteht ein wunderbarer Flow. Leider hätte man den Blick noch länger auf Titeln wie Destiny und Warframe ruhen lassen können. Die beiden überaus erfolgreichen Titeln kann man durchaus als Schablone für Mechaniken und Ideen nehmen, die funktionieren oder eben nicht funktionieren.
     
    So hätte es auch Marvel's Avengers nicht geschadet richtig große, offene Areale zu bieten, statt sich darauf zu verlassen, dass die Spieler vom War Table aus immer wieder Missionen wählen, warten bis das Areal geladen wurde, die entsprechende Aufgabe erledigen, warten bis der War Table geladen wurde, eine neue Mission wählen - rinse and repeat. Der Spielfluss wird dadurch einfach gestört, zumal die offeneren Areale vor allem mit einem weiteren Problem zu kämpfen haben. Copy & Paste nennt sich dieses, um mal bei den Anglizismen zu bleiben. Auch wenn uns die Entwickler von verschneiten Landschaften, über Wüsten bis hin zu Städten und Wäldern generell einiges an Abwechslung bieten, sehen viele der Bereiche unterm Strich nur allzu identisch aus. Das merkt man dann gerade in Laboren und Gebäudekomplexen, die statt Wiedererkennungswert nur unangenehme Deja-Vus bieten. 
     

     
    Auch hier müssen Square Enix und Crystal Dynamics noch nachliefern, wenn sie mit dem Titel langfristig erfolgreich sein wollen. Gleiches gilt für die bisher doch nur wenig abwechslungsreichen Missionen. So viel Spaß der Titel als Brawler mit Rollenspielelementen auch machen kann, merke ich nach den mittlerweile knapp 12 in den Multiplayer-Part gesteckten Spielstunden doch eine gewisse Langeweile aufkommen. Während die speziell für die Helden designten ikonischen Missionstränge noch ordentlich präsentiert werden, hinterlassen die sonst immer gleichen Boss-Kämpfe und das Aufgabenrecycling einen bitteren Beigeschmack. Auch wäre es prinzipiell schön, die Kampagne nochmals auf höheren Einstellungen spielen zu können, um besseren Loot zu erspielen.
     
    Das Lootsystem ist derweil auch noch nicht ganz da wo es sein könnte. Die Verteilung wirkt bisher zu willkürlich und der Ansporn, bessere Gegenstände zu erspielen, fehlt derzeit noch ein wenig. Und während mir auf der einen Seite zwar gefällt, dass die diversen Gegenstände das Aussehen der Helden nicht verändern - dafür gibt es extra erspielbare und leider auch gegen Echtgeld erwerbbare kosmetische Gegenstände - wirkt es auch seltsam unbefriedigend, dass sich bessere Ausrüstung lediglich im steigenden Power-Level bemerkbar macht. Zum Glück halten sich die Mikrotransaktionen derzeit noch (?) in Grenzen und außer kosmetischen Gegenständen gibt es nichts, was man käuflich erwerben könnte. Diese sind nach aktuellem Stand dank der integrierten Heldenkarten auch durch das Abschließen verschiedener Herausforderungen freischaltbar.
     
    Unterm Strich leidet Marvel's Avengers irgendwie unter all den Kinderkrankheiten, an denen alle neuen Vertreter der Games as a Service-Titel leiden, was nicht per se schlimm ist, wenn weitere Inhalte nach und nach eingepflegt werden und man das Feedback der Spieler berücksichtigt. Der kürzlich veröffentlichte Patch ist aber ein guter Indikator dafür, dass man dies bei Crystal Dynamics tut. Die technischen Verbesserungen fallen schon jetzt auf, aber es ist nichtsdestotrotz ärgerlich, in welchem Zustand das Spiel veröffentlicht wurde. Ohnehin hinterlässt der Titel auch grafisch einen zwiespältigen Eindruck. Gerade in den eher schlauchartigen Leveln der Kampagne glänzt das Spiel mit detaillierten Umgebungen, einigen cleveren Ideen und actionreichen Szenen. Die Multiplayer-esken Missionen wirken dafür umso generischer und monoton. Es wirkt alles flacher und liebloser. Dafür sind die Animationen durchwegs auf hohem Niveau und die Charaktere liebevoll gestaltet. Dass die Framerate selbst im Leistungsmodus der PlayStation 4 Pro ab und an einbricht, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar. Wie es auf der Standard-PS4 aussieht, kann ich mir indes nur vorstellen...
     

     
    Die Synchronisation, der Sound und die musikalische Untermalung sind auf sehr hohem Niveau, wenngleich es ein Stück weit schade (und nachvollziehbar) ist, dass man keine der bekannten Synchronsprecher für die Rollen gewinnen konnte. Finanziell macht diese Entscheidung vor allem im amerikanischen Raum Sinn, für den deutschsprachigen hätte man hier aber durchaus etwas investieren können. Trotzdem machen die deutschen Sprecher nach einer kurzen Umgewöhnungszeit einen ordentlichen Job.
     
    FAZIT
     
    Bei der Qualitätskontrolle wird man vermutlich geschlafen haben, wenn ich mich da an meine ersten Spielstunden zurückerinnere. Abstürze, Bugs, eingfrorene Menüs und vieles mehr kamen da gefühlt im Sekundentakt auf mich zu. Das wurde von Patch zu Patch besser, verschwand aber nie ganz. Und alleine das - auch wenn das aktuelle Update wirklich viele Fehler ausgebügelt zu haben scheint - fällt am Ende ins Gewicht. Dazu kommen die Vorteile einer durchaus spaßigen Kampagne, die Möglichkeit auch danach alleine spielen zu können, sowie das prinzipiell gelungene Gameplay auf der Haben-Seite. Und um es kurz zu machen, ja, ich hatte und habe Spaß mit Marvel's Avengers. 
     
    Kamala Khan ist eine erfrischend optimistische Protagonistin, die Geschichte auf unterhaltsamem Popcorn-Kino-Niveau und die Charaktere prinzipiell gut getroffen. Dass sie sich alle auch noch auf ihre Art und Weise unterschiedlich spielen und somit jeweils eigene Vor- und Nachteile haben, macht gerade bei einem Start-Roster dieser Größe viel wett. Was fehlt ist am Ende die Abwechslung und die Notwendigkeit sich in der Lootspirale tatsächlich zu verlieren. So bleibt mehr der Eindruck des Happens für Zwischendurch, wenn man seinen bevorzugten Helden mal eins, zwei Power-Level in die Höhe treiben müssen, denn süchtig machender MMO-lite Loop.
     
    Aber Crystal Dynamics scheint auf dem richtigen Weg und zeigt sich von etablierten Genre-Größen inspiriert. Und wenn man diesen weiterzugehen und zu ergänzen versteht, könnten Fans auch langfristig eine gute Zeit haben. Ein zweites Anthem scheint das nach aktuellem Stand zumindest nicht werden zu müssen. Wer sich für diese Mechaniken nicht interessiert, sollte sich zumindest die Singleplayer-Kampagne ansehen, die einige tolle und erinnerungswürdige Momente mit sich bringt. Ob das zum Vollpreis geschehen muss, sollte dabei jeder für sich entscheiden.
     
  14. Like
    Daniel Bubel got a reaction from xButchx in [Test] - Marvel's Avengers   
    Wer sich an die 90er und frühen 2000er zurückerinnert, wird wissen, dass gerade Lizenzspiele einen (mitunter völlig zurecht) schlechten Ruf hatten. Viele der veröffentlichten Film- oder Comic-Umsetzungen waren Softwaregurken, die im besten Fall dazu geeignet waren, den größten Fans ein müdes Lächeln abzuringen. Klar, gab es hier und da Ausnahmen, aber generell wusste man meist schon bei der Ankündigung, was einen späterhin erwarten würde. Den Verkäufen tat dies zwar nicht unbedingt einen Abbruch, aber das ist eben auch der Reiz beliebter Marken und großer Namen. Sie locken an die Kassen, Heimcomputer und Konsolen dieser Welt. Diese Wahrnehmung änderte sich glücklicherweise gefühlt spätestens mit Rocksteadys grandiosem Batman: Arkham Asylum. Ein Verkaufsschlager, der nicht nur zahlreiche Fortsetzungen und ein mehr oder weniger beliebtes Prequel mit sich brachte, sondern auch andere Studios motivierte ihren Lizenzspielen ein größeres Budget zur Verfügung zu stellen. An letzterem hat sich bis heute nur wenig geändert und auch in Marvel's Avengers sieht und spürt man die eingeflossenen finanziellen Mittel an beinahe jeder Ecke. Warum sich der von Crystal Dynamics entwickelte Titel dennoch anfühlt, als wäre er Kind zweier Ären, soll der folgende Test klären.
     
     
    Dabei können wir den obligatorischen Elefanten im Raum auch direkt zu Beginn ansprechen: Marvel's Avengers präsentiert sich im Test als zweischneidiges Schwert. Oder - wenn wir noch etwas tiefer in die Floskelkiste greifen wollen - anders ausgedrückt, es ist weder Fisch noch Fleisch. Möchte aber beides sein. Das beweist schon ein Blick ins Hauptmenü und auf die Aufgliederung. Einigermaßen klassich im Videospielsinne ist, dass man sich zwischen einer Einzelspieler-Kampagne und dem Multiplayer-Modus entscheiden kann. Weniger klassisch ist, dass beides aufeinander aufbaut und die Strukturen mitunter verwaschen sind. So ist es durchaus möglich direkt in den kooperativen Mehrspieler-Modus einzusteigen, empfohlen wird dies aber erst nach Beenden der Kampagne, da diese Auswirkungen auf das Einstiegs-Level der Helden hat, gleichzeitig aber auch umgekehrt sonst Spoiler für die Kampagne beinhaltet. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht, wenn wir uns an die Reihenfolge halten, die von den Entwicklern empfohlen wird.
     
    Und so beginnen wir die Kampagne aus der Sicht von Protagonistin Kamala Khan (Ms. Marvel) im Rahmen des sogenannten Avengers Day, in dem sich die Helden und Heldinnen von versammeltem Fan-Publikum feiern lassen. Der Einstieg offenbart direkt, wie gut es das Entwicklerstudio geschafft hat, die grundsätzliche Stimmung einzufangen. Die vorgestellten Superhelden erinnern durchaus an die aus den Filmen bekannte Darstellung und überzeugen durch sympathische Wesenzüge und eigene Schrulligkeiten, die einem mindestens mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Hier gibt es generell - auch im weiteren Verlauf der knapp fünfzehnstündigen Kampagne - nur wenig auszusetzen. Egal ob das Hulk, Black Widow, Iron Man, Thor, Captain America oder natürlich auch Ms. Marvel ist, als Fan der Disney-Filme fühlt man sich sofort wohl.
     
    Grundsätzlich ist der komplette Einstieg sehr stimmungsvoll erzählt und führt einen durch die Augen Kamalas blickend mit Minispielen hinein in eine als Tutorial fungierende Story-Mission. Dass sich die Ereignisse des Festtags schnell zuspitzen und sich die Avengers am Ende sogar auflösen und geächtet werden, dient dann als Prämisse für den weiteren Verlauf der Handlung, die zwar komplett vorhersehbar ist, aber dennoch weitestgehend überzeugen kann. Das liegt am generellen Flair und erträglichen Pathos, den man von solchen Geschichten erwarten kann, vor allem aber an der Darstellung von Ms. Marvel. Sie ist das Herz des Spiels, wenn man so möchte, da sie gleichzeitig Superfan und Superheldin ist. Wir werden buchstäblich zu ihr und versuchen die totgesagte Heldentruppe wieder zusammenzutrommeln.
     

     
    Selbstverständlich schlüpft man Regie-bedingt auch immer wieder in die Rolle anderer Figuren und lernt so deren Movesets und spielerische Feinheiten kennen, aber Kamala ist die Hauptfigur des Abenteuers. Schön ist dabei, dass es die Entwickler geschafft haben, dass sich alle spielbaren Protagonisten unterschiedlich anfühlen, gleichzeitig aber auf den gleichen Steuerungselementen basieren. Auf dem Papier verfügen alle über starke und leichte Angriffe, eine Support-Fähigkeit, einen Spezialangriff und eine ultimative Fähigkeit, die man nach einer bestimmten Abklingzeit, die sich durch das Verprügeln der zahlreichen Gegner beschleunigen lässt, auf die Gegner loslassen kann. Wer dann noch im richtigen Moment ausweicht oder kontert, beziehungsweise sich während einer Kombokette nicht von den Feinden erwischen lässt, kann so schnell gewaltigen Schaden anrichten. Im Kern ist der Titel ein Brawler, der seinen Figuren genügend Individualität einverleibt, um langfristig motivieren zu können. Ob das dann tatsächlich klappt, werden wir später etwas genauer betrachten.
     
    Prinzipiell ist auch das Movement außerhalb der Kämpfe gut gelungen. Wo sich Hulk mit gigantischen Sprüngen zu helfen weiß und an Wänden halt findet, greift Captain America auf Wallruns und einen Doppelsprung zurück, während Ms. Marvel ihre dehnbaren Glieder nutzt um weit entfernte Kanten zu greifen, Abgründe zu übrschwingen und Iron Man und Thor natürlich einfach in den Flugmodus wechseln. All diese Möglichkeiten weitesgehend zu verinnerlichen dauert seine Zeit, weswegen die Priorisierung der Kampagne vor dem separaten Multiplayer durchaus Sinn ergibt. Andererseits entsteht in der Handhabung des Story-Modus als gigantisches Tutorial für das Endgame eine gewisse Unstimmigkeit in der Präsentation der Missionen.
     
    Da hätten wir auf der einen Seite nämlich von der Regie toll inszenierte Level, die mit zwar gescripteter, aber nichtsdestotrotz kinoreifer Action samt entsprechender Einstellungen zu überzeugen wissen und in dieser Form auch in einem Uncharted oder eher Tomb Raider zu finden sein könnten. Und auf der anderen warten mehr oder wenige offene Areale, die sich nicht nur generell ähneln, sondern geradezu lieblos und leer wirken. Zwar kann man hier versteckte Beutekisten und besonders starke Gegner finden, aber sonst wirken sie im Vergleich zu den tatsächlichen Singleplayer-Missionen uninspiriert und repetitiv. Daran ändern auch die verschiedenen Locations wie verschneite Gebirgskämme oder Wüstenabschnitte am Ende nicht viel. Auch wenn so immerhin etwas Abwechslung ins Spiel kommt.
     
    Das Problem dabei ist selbstverständlich nicht, dass Crystal Dynamics hier einen Ausblick auf das "Endgame" gewährt und es sogar innerhalb der Kampagne ermöglicht mit anderen menschlichen Spielern zusammenzukommen, um Fortschritte zu erzielen, sondern vielmehr, dass sie inszenatorisch fast wie Fremdkörper wirken. Losgelöst entfalten sie eine eigene Wirkung, aber als Teil der Story fühlen sie sich ein wenig willkürlich an. Wer diese Missionen übrigens nicht mit anderen gemeinsam spielen möchte oder kann, deaktiviert einfach das Matchmaking und bekommt dann von der KI gesteuerte Charaktere an die Seite gestellt, die einen ordentlichen Job machen und nur selten von den massiven Gegnerscharen überfordert scheinen. Für Solisten sollte das eine gute Nachricht sein. Zumal sich so tatsächlich auch die komplette Kampagne alleine spielen und genießen lässt.
     

     
    Und das ist als Zwischenbilanz tatsächlich einer der Vorteile von Marvel's Avengers. Der Story-Modus gewinnt zwar keinen Innovationspreis, wohl aber einen für eine spaßig inszenierte Handlung, die sich auch vor den Filmen nicht wirklich verstecken muss. Ob es einem wert ist für die gut fünzehn bis maximal zwanzig Stunden Spielzeit (je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad) den Vollpreis zu bezahlen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber qualitativ gibt es hier grundsätzlich nur wenig auszusetzen.
     
    Auch wenn ich das im gleichen Atemzug relativieren muss. So simpel gestrickt die Steuerung auch sein mag, kommt sie grundsätzlich nicht ohne ihre Tücken und Fehler aus. Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass Hulk beispielsweise wild mit leichten Attacken um sich schlug, statt diese eine doofe Truhe zu öffnen, vor der ich eigentlich stand. Der Fluch des gleichen Knopfs, der kontextabhängig für andere Aktionen genutzt wird, ich weiß, aber andere Entwickler haben das schon weniger frustrierend gelöst. Oder wieso reicht es nicht die Kamera auszurichten, um weit entfernte Objekte oder Vorsprünge anzuvisieren? Stattdessen funktioniert das nur in Blickrichtung der Spielfigur. Das sind erst einmal nur Kleinigkeiten, gar keine Frage, aber hier wäre mehr Feinschliff erforderlich gewesen, da es den positiven Eindruck trübt.
     
    Zumal sich diese Kleinigkeiten unterm Strich summieren. Oder viel eher summierten. Square Enix und Crystal Dynamics haben nämlich in den vergangenen Tagen einen Patch veröffentlicht, der über 1.000 Bugs und Fehler behoben hat. Das bedeutet längst nicht, dass der Titel nun komplett fehlerfrei ist, bezeichnet aber in welchem technischen Zustand sich das Spiel zum Release befand. Und ja, Fehler wie einen kompletten Absturz des Spiels während des Herumirrens innerhalb der verschachtelten und unübersichtlichen Menüs konnte ich nicht mehr reproduzieren und auch innerhalb der Kampagne sind einige der nervtötenden Progressions-Bugs endlich verschwunden. Das verbessert schlussendlich den Gesamt- nicht aber den Ersteindruck. Da es mir nun aber zeitlich nicht mehr möglich ist, den Titel nochmals komplett durchzuspielen um alle angekündigten Verbesserungen im Detail zu würdigen, schlage ich pauschal 0,5 Punkte auf die eigentlich geplante Wertung drauf. Nichtsdestotrotz empfehle ich selbst Offline-Spielern mit eher unbeständiger oder langsamer Internetverbindung dringend den aktuellen Patch zu installieren.
     
     
    Alle anderen müssen das sowieso tun, wenn sie die Online-Modi nutzen und sich ins eigentliche Spiel und dann ins Endgame stürzen wollen. Und diesen widmet sich nun der zweite Part dieser Besprechung. Grundsätzlich bleibt das Gameplay selbstverständlich identisch und man muss keine neuen Moves oder Vorgehensweisen erlernen. Wer aus der Kampagne kommt, wird sich dementsprechend gleich heimisch fühlen. Gleiches gilt für Spieler von Bungies MMO-Shooter Destiny (2), der eine große Inspirationsquelle für diesen Teil von Marvel's Avengers gewesen zu sein scheint.
     
    Egal ob das die täglichen und wöchentlichen Aufgaben kann, denen man sich widmen kann, beziehungsweise das Besuchen zweier unterschiedlicher Hubs, die wiederum eigenständige Fraktionen beheimaten, von denen man Aufgaben annehmen kann, das erinnert stark an den SciFi-Shooter. Beutezüge lassen sich genauso annehmen wie gefundene Engramme Blaupausen sich in spezielle Ausrüstung umwandeln lassen, mit denen man seine Helden und Heldinnen wiederum schmückt. Zudem wird es wohl kaum jemanden überraschen, dass man die spielbaren Figuren nicht nur bis immerhin Level 50 pushen kann, sondern sie dank ihrer Ausrüstung zusätzlich noch durch das durchschnittliche Power-Level an Schlagkraft gewinnen.
     
    Das bedeutet im Detail erst einmal folgendes: Ihr helft durch das Erfüllen von Aufträgen und Missionen - entweder alleine oder mit drei weiteren Spielern - dabei euren gewählten Superhelden aufsteigen zu lassen. Gesammelte Erfahrung mündet schließlich in Skill-Punkten, die man wiederum in neue Moves und erweiterte Fähigkeiten investieren kann. Während die ersten beiden Skill-Fenster sich den eben genannten Erweiterungen widmen, dank derer dann Spezialattacken ausgebaut oder neue Kombos erlernt werden können, darf man sich im dritten schließlich mehr oder weniger spezialisieren. Das sieht bei allen Charakteren zwar weitestgehend gleich aus, kann aber den eigenen Vorlieben und dem Spielstil angepasst werden. Hier können beispielsweise Supportfähigkeiten erweitert, Abklingzeiten verkürzt oder die Dauer anhaltender Effekte verlängert werden. Es macht Spaß die vorgefertigten Charaktere in eine zumindest im Ansatz individuelle Richtung lenken und somit das Team entsprechend ergänzen zu können.
     

     
    Das Matchmaking funktioniert grundsätzlich ordentlich und passt den Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Stufe an, sodass man auch mit erfahreneren Spielern in die Schlacht ziehen kann, ohne sich hoffnungslos überfordert zu fühlen. Das gilt umgekehrt selbstverständlich genauso, nur ersetzen wir hier "hoffnungslos überfordert" eben mit "gelangweilt". Manchmal ist die Suche nach Mitspielern allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden, was nerven kann, wenn man nur eins, zwei Missionen zwischendurch spielen möchte. Da hilft es durchaus, das Matchmaking kurz aus- und dann wieder einzuschalten. Und sollten sich partout keine Spieler finden, zieht man eben mit KI-Begleitern los.
     
    Das ist prinzipiell begrüßenswert und funktioniert ordentlich, da die KI-Begleiter wie eingangs erwähnt generell gut auf die Gegner reagieren, einen auch mal wiederbeleben und den Einsatz von Spezialfähigkeiten nicht scheuen. Nichtsdestotrotz macht es mit anderen menschlichen Spielern am Ende einfach mehr Spaß. Egal ob Freunde oder Randoms, die menschlich-willkürliche Komponente hat eben ihren eigenen Reiz. Selbst wenn man dazu nicht Teil einer Party sein möchte, funktioniert es aufgrund des eher weniger taktischen Gameplays. Die Ziele sind meist klar definiert und durch die ohnehin gelungene Ergänzung der verschiedenen Charaktere entsteht ein wunderbarer Flow. Leider hätte man den Blick noch länger auf Titeln wie Destiny und Warframe ruhen lassen können. Die beiden überaus erfolgreichen Titeln kann man durchaus als Schablone für Mechaniken und Ideen nehmen, die funktionieren oder eben nicht funktionieren.
     
    So hätte es auch Marvel's Avengers nicht geschadet richtig große, offene Areale zu bieten, statt sich darauf zu verlassen, dass die Spieler vom War Table aus immer wieder Missionen wählen, warten bis das Areal geladen wurde, die entsprechende Aufgabe erledigen, warten bis der War Table geladen wurde, eine neue Mission wählen - rinse and repeat. Der Spielfluss wird dadurch einfach gestört, zumal die offeneren Areale vor allem mit einem weiteren Problem zu kämpfen haben. Copy & Paste nennt sich dieses, um mal bei den Anglizismen zu bleiben. Auch wenn uns die Entwickler von verschneiten Landschaften, über Wüsten bis hin zu Städten und Wäldern generell einiges an Abwechslung bieten, sehen viele der Bereiche unterm Strich nur allzu identisch aus. Das merkt man dann gerade in Laboren und Gebäudekomplexen, die statt Wiedererkennungswert nur unangenehme Deja-Vus bieten. 
     

     
    Auch hier müssen Square Enix und Crystal Dynamics noch nachliefern, wenn sie mit dem Titel langfristig erfolgreich sein wollen. Gleiches gilt für die bisher doch nur wenig abwechslungsreichen Missionen. So viel Spaß der Titel als Brawler mit Rollenspielelementen auch machen kann, merke ich nach den mittlerweile knapp 12 in den Multiplayer-Part gesteckten Spielstunden doch eine gewisse Langeweile aufkommen. Während die speziell für die Helden designten ikonischen Missionstränge noch ordentlich präsentiert werden, hinterlassen die sonst immer gleichen Boss-Kämpfe und das Aufgabenrecycling einen bitteren Beigeschmack. Auch wäre es prinzipiell schön, die Kampagne nochmals auf höheren Einstellungen spielen zu können, um besseren Loot zu erspielen.
     
    Das Lootsystem ist derweil auch noch nicht ganz da wo es sein könnte. Die Verteilung wirkt bisher zu willkürlich und der Ansporn, bessere Gegenstände zu erspielen, fehlt derzeit noch ein wenig. Und während mir auf der einen Seite zwar gefällt, dass die diversen Gegenstände das Aussehen der Helden nicht verändern - dafür gibt es extra erspielbare und leider auch gegen Echtgeld erwerbbare kosmetische Gegenstände - wirkt es auch seltsam unbefriedigend, dass sich bessere Ausrüstung lediglich im steigenden Power-Level bemerkbar macht. Zum Glück halten sich die Mikrotransaktionen derzeit noch (?) in Grenzen und außer kosmetischen Gegenständen gibt es nichts, was man käuflich erwerben könnte. Diese sind nach aktuellem Stand dank der integrierten Heldenkarten auch durch das Abschließen verschiedener Herausforderungen freischaltbar.
     
    Unterm Strich leidet Marvel's Avengers irgendwie unter all den Kinderkrankheiten, an denen alle neuen Vertreter der Games as a Service-Titel leiden, was nicht per se schlimm ist, wenn weitere Inhalte nach und nach eingepflegt werden und man das Feedback der Spieler berücksichtigt. Der kürzlich veröffentlichte Patch ist aber ein guter Indikator dafür, dass man dies bei Crystal Dynamics tut. Die technischen Verbesserungen fallen schon jetzt auf, aber es ist nichtsdestotrotz ärgerlich, in welchem Zustand das Spiel veröffentlicht wurde. Ohnehin hinterlässt der Titel auch grafisch einen zwiespältigen Eindruck. Gerade in den eher schlauchartigen Leveln der Kampagne glänzt das Spiel mit detaillierten Umgebungen, einigen cleveren Ideen und actionreichen Szenen. Die Multiplayer-esken Missionen wirken dafür umso generischer und monoton. Es wirkt alles flacher und liebloser. Dafür sind die Animationen durchwegs auf hohem Niveau und die Charaktere liebevoll gestaltet. Dass die Framerate selbst im Leistungsmodus der PlayStation 4 Pro ab und an einbricht, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar. Wie es auf der Standard-PS4 aussieht, kann ich mir indes nur vorstellen...
     

     
    Die Synchronisation, der Sound und die musikalische Untermalung sind auf sehr hohem Niveau, wenngleich es ein Stück weit schade (und nachvollziehbar) ist, dass man keine der bekannten Synchronsprecher für die Rollen gewinnen konnte. Finanziell macht diese Entscheidung vor allem im amerikanischen Raum Sinn, für den deutschsprachigen hätte man hier aber durchaus etwas investieren können. Trotzdem machen die deutschen Sprecher nach einer kurzen Umgewöhnungszeit einen ordentlichen Job.
     
    FAZIT
     
    Bei der Qualitätskontrolle wird man vermutlich geschlafen haben, wenn ich mich da an meine ersten Spielstunden zurückerinnere. Abstürze, Bugs, eingfrorene Menüs und vieles mehr kamen da gefühlt im Sekundentakt auf mich zu. Das wurde von Patch zu Patch besser, verschwand aber nie ganz. Und alleine das - auch wenn das aktuelle Update wirklich viele Fehler ausgebügelt zu haben scheint - fällt am Ende ins Gewicht. Dazu kommen die Vorteile einer durchaus spaßigen Kampagne, die Möglichkeit auch danach alleine spielen zu können, sowie das prinzipiell gelungene Gameplay auf der Haben-Seite. Und um es kurz zu machen, ja, ich hatte und habe Spaß mit Marvel's Avengers. 
     
    Kamala Khan ist eine erfrischend optimistische Protagonistin, die Geschichte auf unterhaltsamem Popcorn-Kino-Niveau und die Charaktere prinzipiell gut getroffen. Dass sie sich alle auch noch auf ihre Art und Weise unterschiedlich spielen und somit jeweils eigene Vor- und Nachteile haben, macht gerade bei einem Start-Roster dieser Größe viel wett. Was fehlt ist am Ende die Abwechslung und die Notwendigkeit sich in der Lootspirale tatsächlich zu verlieren. So bleibt mehr der Eindruck des Happens für Zwischendurch, wenn man seinen bevorzugten Helden mal eins, zwei Power-Level in die Höhe treiben müssen, denn süchtig machender MMO-lite Loop.
     
    Aber Crystal Dynamics scheint auf dem richtigen Weg und zeigt sich von etablierten Genre-Größen inspiriert. Und wenn man diesen weiterzugehen und zu ergänzen versteht, könnten Fans auch langfristig eine gute Zeit haben. Ein zweites Anthem scheint das nach aktuellem Stand zumindest nicht werden zu müssen. Wer sich für diese Mechaniken nicht interessiert, sollte sich zumindest die Singleplayer-Kampagne ansehen, die einige tolle und erinnerungswürdige Momente mit sich bringt. Ob das zum Vollpreis geschehen muss, sollte dabei jeder für sich entscheiden.
     
  15. Like
    Daniel Bubel got a reaction from monthy19 in [Test] - Marvel's Avengers   
    Wer sich an die 90er und frühen 2000er zurückerinnert, wird wissen, dass gerade Lizenzspiele einen (mitunter völlig zurecht) schlechten Ruf hatten. Viele der veröffentlichten Film- oder Comic-Umsetzungen waren Softwaregurken, die im besten Fall dazu geeignet waren, den größten Fans ein müdes Lächeln abzuringen. Klar, gab es hier und da Ausnahmen, aber generell wusste man meist schon bei der Ankündigung, was einen späterhin erwarten würde. Den Verkäufen tat dies zwar nicht unbedingt einen Abbruch, aber das ist eben auch der Reiz beliebter Marken und großer Namen. Sie locken an die Kassen, Heimcomputer und Konsolen dieser Welt. Diese Wahrnehmung änderte sich glücklicherweise gefühlt spätestens mit Rocksteadys grandiosem Batman: Arkham Asylum. Ein Verkaufsschlager, der nicht nur zahlreiche Fortsetzungen und ein mehr oder weniger beliebtes Prequel mit sich brachte, sondern auch andere Studios motivierte ihren Lizenzspielen ein größeres Budget zur Verfügung zu stellen. An letzterem hat sich bis heute nur wenig geändert und auch in Marvel's Avengers sieht und spürt man die eingeflossenen finanziellen Mittel an beinahe jeder Ecke. Warum sich der von Crystal Dynamics entwickelte Titel dennoch anfühlt, als wäre er Kind zweier Ären, soll der folgende Test klären.
     
     
    Dabei können wir den obligatorischen Elefanten im Raum auch direkt zu Beginn ansprechen: Marvel's Avengers präsentiert sich im Test als zweischneidiges Schwert. Oder - wenn wir noch etwas tiefer in die Floskelkiste greifen wollen - anders ausgedrückt, es ist weder Fisch noch Fleisch. Möchte aber beides sein. Das beweist schon ein Blick ins Hauptmenü und auf die Aufgliederung. Einigermaßen klassich im Videospielsinne ist, dass man sich zwischen einer Einzelspieler-Kampagne und dem Multiplayer-Modus entscheiden kann. Weniger klassisch ist, dass beides aufeinander aufbaut und die Strukturen mitunter verwaschen sind. So ist es durchaus möglich direkt in den kooperativen Mehrspieler-Modus einzusteigen, empfohlen wird dies aber erst nach Beenden der Kampagne, da diese Auswirkungen auf das Einstiegs-Level der Helden hat, gleichzeitig aber auch umgekehrt sonst Spoiler für die Kampagne beinhaltet. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht, wenn wir uns an die Reihenfolge halten, die von den Entwicklern empfohlen wird.
     
    Und so beginnen wir die Kampagne aus der Sicht von Protagonistin Kamala Khan (Ms. Marvel) im Rahmen des sogenannten Avengers Day, in dem sich die Helden und Heldinnen von versammeltem Fan-Publikum feiern lassen. Der Einstieg offenbart direkt, wie gut es das Entwicklerstudio geschafft hat, die grundsätzliche Stimmung einzufangen. Die vorgestellten Superhelden erinnern durchaus an die aus den Filmen bekannte Darstellung und überzeugen durch sympathische Wesenzüge und eigene Schrulligkeiten, die einem mindestens mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Hier gibt es generell - auch im weiteren Verlauf der knapp fünfzehnstündigen Kampagne - nur wenig auszusetzen. Egal ob das Hulk, Black Widow, Iron Man, Thor, Captain America oder natürlich auch Ms. Marvel ist, als Fan der Disney-Filme fühlt man sich sofort wohl.
     
    Grundsätzlich ist der komplette Einstieg sehr stimmungsvoll erzählt und führt einen durch die Augen Kamalas blickend mit Minispielen hinein in eine als Tutorial fungierende Story-Mission. Dass sich die Ereignisse des Festtags schnell zuspitzen und sich die Avengers am Ende sogar auflösen und geächtet werden, dient dann als Prämisse für den weiteren Verlauf der Handlung, die zwar komplett vorhersehbar ist, aber dennoch weitestgehend überzeugen kann. Das liegt am generellen Flair und erträglichen Pathos, den man von solchen Geschichten erwarten kann, vor allem aber an der Darstellung von Ms. Marvel. Sie ist das Herz des Spiels, wenn man so möchte, da sie gleichzeitig Superfan und Superheldin ist. Wir werden buchstäblich zu ihr und versuchen die totgesagte Heldentruppe wieder zusammenzutrommeln.
     

     
    Selbstverständlich schlüpft man Regie-bedingt auch immer wieder in die Rolle anderer Figuren und lernt so deren Movesets und spielerische Feinheiten kennen, aber Kamala ist die Hauptfigur des Abenteuers. Schön ist dabei, dass es die Entwickler geschafft haben, dass sich alle spielbaren Protagonisten unterschiedlich anfühlen, gleichzeitig aber auf den gleichen Steuerungselementen basieren. Auf dem Papier verfügen alle über starke und leichte Angriffe, eine Support-Fähigkeit, einen Spezialangriff und eine ultimative Fähigkeit, die man nach einer bestimmten Abklingzeit, die sich durch das Verprügeln der zahlreichen Gegner beschleunigen lässt, auf die Gegner loslassen kann. Wer dann noch im richtigen Moment ausweicht oder kontert, beziehungsweise sich während einer Kombokette nicht von den Feinden erwischen lässt, kann so schnell gewaltigen Schaden anrichten. Im Kern ist der Titel ein Brawler, der seinen Figuren genügend Individualität einverleibt, um langfristig motivieren zu können. Ob das dann tatsächlich klappt, werden wir später etwas genauer betrachten.
     
    Prinzipiell ist auch das Movement außerhalb der Kämpfe gut gelungen. Wo sich Hulk mit gigantischen Sprüngen zu helfen weiß und an Wänden halt findet, greift Captain America auf Wallruns und einen Doppelsprung zurück, während Ms. Marvel ihre dehnbaren Glieder nutzt um weit entfernte Kanten zu greifen, Abgründe zu übrschwingen und Iron Man und Thor natürlich einfach in den Flugmodus wechseln. All diese Möglichkeiten weitesgehend zu verinnerlichen dauert seine Zeit, weswegen die Priorisierung der Kampagne vor dem separaten Multiplayer durchaus Sinn ergibt. Andererseits entsteht in der Handhabung des Story-Modus als gigantisches Tutorial für das Endgame eine gewisse Unstimmigkeit in der Präsentation der Missionen.
     
    Da hätten wir auf der einen Seite nämlich von der Regie toll inszenierte Level, die mit zwar gescripteter, aber nichtsdestotrotz kinoreifer Action samt entsprechender Einstellungen zu überzeugen wissen und in dieser Form auch in einem Uncharted oder eher Tomb Raider zu finden sein könnten. Und auf der anderen warten mehr oder wenige offene Areale, die sich nicht nur generell ähneln, sondern geradezu lieblos und leer wirken. Zwar kann man hier versteckte Beutekisten und besonders starke Gegner finden, aber sonst wirken sie im Vergleich zu den tatsächlichen Singleplayer-Missionen uninspiriert und repetitiv. Daran ändern auch die verschiedenen Locations wie verschneite Gebirgskämme oder Wüstenabschnitte am Ende nicht viel. Auch wenn so immerhin etwas Abwechslung ins Spiel kommt.
     
    Das Problem dabei ist selbstverständlich nicht, dass Crystal Dynamics hier einen Ausblick auf das "Endgame" gewährt und es sogar innerhalb der Kampagne ermöglicht mit anderen menschlichen Spielern zusammenzukommen, um Fortschritte zu erzielen, sondern vielmehr, dass sie inszenatorisch fast wie Fremdkörper wirken. Losgelöst entfalten sie eine eigene Wirkung, aber als Teil der Story fühlen sie sich ein wenig willkürlich an. Wer diese Missionen übrigens nicht mit anderen gemeinsam spielen möchte oder kann, deaktiviert einfach das Matchmaking und bekommt dann von der KI gesteuerte Charaktere an die Seite gestellt, die einen ordentlichen Job machen und nur selten von den massiven Gegnerscharen überfordert scheinen. Für Solisten sollte das eine gute Nachricht sein. Zumal sich so tatsächlich auch die komplette Kampagne alleine spielen und genießen lässt.
     

     
    Und das ist als Zwischenbilanz tatsächlich einer der Vorteile von Marvel's Avengers. Der Story-Modus gewinnt zwar keinen Innovationspreis, wohl aber einen für eine spaßig inszenierte Handlung, die sich auch vor den Filmen nicht wirklich verstecken muss. Ob es einem wert ist für die gut fünzehn bis maximal zwanzig Stunden Spielzeit (je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad) den Vollpreis zu bezahlen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber qualitativ gibt es hier grundsätzlich nur wenig auszusetzen.
     
    Auch wenn ich das im gleichen Atemzug relativieren muss. So simpel gestrickt die Steuerung auch sein mag, kommt sie grundsätzlich nicht ohne ihre Tücken und Fehler aus. Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass Hulk beispielsweise wild mit leichten Attacken um sich schlug, statt diese eine doofe Truhe zu öffnen, vor der ich eigentlich stand. Der Fluch des gleichen Knopfs, der kontextabhängig für andere Aktionen genutzt wird, ich weiß, aber andere Entwickler haben das schon weniger frustrierend gelöst. Oder wieso reicht es nicht die Kamera auszurichten, um weit entfernte Objekte oder Vorsprünge anzuvisieren? Stattdessen funktioniert das nur in Blickrichtung der Spielfigur. Das sind erst einmal nur Kleinigkeiten, gar keine Frage, aber hier wäre mehr Feinschliff erforderlich gewesen, da es den positiven Eindruck trübt.
     
    Zumal sich diese Kleinigkeiten unterm Strich summieren. Oder viel eher summierten. Square Enix und Crystal Dynamics haben nämlich in den vergangenen Tagen einen Patch veröffentlicht, der über 1.000 Bugs und Fehler behoben hat. Das bedeutet längst nicht, dass der Titel nun komplett fehlerfrei ist, bezeichnet aber in welchem technischen Zustand sich das Spiel zum Release befand. Und ja, Fehler wie einen kompletten Absturz des Spiels während des Herumirrens innerhalb der verschachtelten und unübersichtlichen Menüs konnte ich nicht mehr reproduzieren und auch innerhalb der Kampagne sind einige der nervtötenden Progressions-Bugs endlich verschwunden. Das verbessert schlussendlich den Gesamt- nicht aber den Ersteindruck. Da es mir nun aber zeitlich nicht mehr möglich ist, den Titel nochmals komplett durchzuspielen um alle angekündigten Verbesserungen im Detail zu würdigen, schlage ich pauschal 0,5 Punkte auf die eigentlich geplante Wertung drauf. Nichtsdestotrotz empfehle ich selbst Offline-Spielern mit eher unbeständiger oder langsamer Internetverbindung dringend den aktuellen Patch zu installieren.
     
     
    Alle anderen müssen das sowieso tun, wenn sie die Online-Modi nutzen und sich ins eigentliche Spiel und dann ins Endgame stürzen wollen. Und diesen widmet sich nun der zweite Part dieser Besprechung. Grundsätzlich bleibt das Gameplay selbstverständlich identisch und man muss keine neuen Moves oder Vorgehensweisen erlernen. Wer aus der Kampagne kommt, wird sich dementsprechend gleich heimisch fühlen. Gleiches gilt für Spieler von Bungies MMO-Shooter Destiny (2), der eine große Inspirationsquelle für diesen Teil von Marvel's Avengers gewesen zu sein scheint.
     
    Egal ob das die täglichen und wöchentlichen Aufgaben kann, denen man sich widmen kann, beziehungsweise das Besuchen zweier unterschiedlicher Hubs, die wiederum eigenständige Fraktionen beheimaten, von denen man Aufgaben annehmen kann, das erinnert stark an den SciFi-Shooter. Beutezüge lassen sich genauso annehmen wie gefundene Engramme Blaupausen sich in spezielle Ausrüstung umwandeln lassen, mit denen man seine Helden und Heldinnen wiederum schmückt. Zudem wird es wohl kaum jemanden überraschen, dass man die spielbaren Figuren nicht nur bis immerhin Level 50 pushen kann, sondern sie dank ihrer Ausrüstung zusätzlich noch durch das durchschnittliche Power-Level an Schlagkraft gewinnen.
     
    Das bedeutet im Detail erst einmal folgendes: Ihr helft durch das Erfüllen von Aufträgen und Missionen - entweder alleine oder mit drei weiteren Spielern - dabei euren gewählten Superhelden aufsteigen zu lassen. Gesammelte Erfahrung mündet schließlich in Skill-Punkten, die man wiederum in neue Moves und erweiterte Fähigkeiten investieren kann. Während die ersten beiden Skill-Fenster sich den eben genannten Erweiterungen widmen, dank derer dann Spezialattacken ausgebaut oder neue Kombos erlernt werden können, darf man sich im dritten schließlich mehr oder weniger spezialisieren. Das sieht bei allen Charakteren zwar weitestgehend gleich aus, kann aber den eigenen Vorlieben und dem Spielstil angepasst werden. Hier können beispielsweise Supportfähigkeiten erweitert, Abklingzeiten verkürzt oder die Dauer anhaltender Effekte verlängert werden. Es macht Spaß die vorgefertigten Charaktere in eine zumindest im Ansatz individuelle Richtung lenken und somit das Team entsprechend ergänzen zu können.
     

     
    Das Matchmaking funktioniert grundsätzlich ordentlich und passt den Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Stufe an, sodass man auch mit erfahreneren Spielern in die Schlacht ziehen kann, ohne sich hoffnungslos überfordert zu fühlen. Das gilt umgekehrt selbstverständlich genauso, nur ersetzen wir hier "hoffnungslos überfordert" eben mit "gelangweilt". Manchmal ist die Suche nach Mitspielern allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden, was nerven kann, wenn man nur eins, zwei Missionen zwischendurch spielen möchte. Da hilft es durchaus, das Matchmaking kurz aus- und dann wieder einzuschalten. Und sollten sich partout keine Spieler finden, zieht man eben mit KI-Begleitern los.
     
    Das ist prinzipiell begrüßenswert und funktioniert ordentlich, da die KI-Begleiter wie eingangs erwähnt generell gut auf die Gegner reagieren, einen auch mal wiederbeleben und den Einsatz von Spezialfähigkeiten nicht scheuen. Nichtsdestotrotz macht es mit anderen menschlichen Spielern am Ende einfach mehr Spaß. Egal ob Freunde oder Randoms, die menschlich-willkürliche Komponente hat eben ihren eigenen Reiz. Selbst wenn man dazu nicht Teil einer Party sein möchte, funktioniert es aufgrund des eher weniger taktischen Gameplays. Die Ziele sind meist klar definiert und durch die ohnehin gelungene Ergänzung der verschiedenen Charaktere entsteht ein wunderbarer Flow. Leider hätte man den Blick noch länger auf Titeln wie Destiny und Warframe ruhen lassen können. Die beiden überaus erfolgreichen Titeln kann man durchaus als Schablone für Mechaniken und Ideen nehmen, die funktionieren oder eben nicht funktionieren.
     
    So hätte es auch Marvel's Avengers nicht geschadet richtig große, offene Areale zu bieten, statt sich darauf zu verlassen, dass die Spieler vom War Table aus immer wieder Missionen wählen, warten bis das Areal geladen wurde, die entsprechende Aufgabe erledigen, warten bis der War Table geladen wurde, eine neue Mission wählen - rinse and repeat. Der Spielfluss wird dadurch einfach gestört, zumal die offeneren Areale vor allem mit einem weiteren Problem zu kämpfen haben. Copy & Paste nennt sich dieses, um mal bei den Anglizismen zu bleiben. Auch wenn uns die Entwickler von verschneiten Landschaften, über Wüsten bis hin zu Städten und Wäldern generell einiges an Abwechslung bieten, sehen viele der Bereiche unterm Strich nur allzu identisch aus. Das merkt man dann gerade in Laboren und Gebäudekomplexen, die statt Wiedererkennungswert nur unangenehme Deja-Vus bieten. 
     

     
    Auch hier müssen Square Enix und Crystal Dynamics noch nachliefern, wenn sie mit dem Titel langfristig erfolgreich sein wollen. Gleiches gilt für die bisher doch nur wenig abwechslungsreichen Missionen. So viel Spaß der Titel als Brawler mit Rollenspielelementen auch machen kann, merke ich nach den mittlerweile knapp 12 in den Multiplayer-Part gesteckten Spielstunden doch eine gewisse Langeweile aufkommen. Während die speziell für die Helden designten ikonischen Missionstränge noch ordentlich präsentiert werden, hinterlassen die sonst immer gleichen Boss-Kämpfe und das Aufgabenrecycling einen bitteren Beigeschmack. Auch wäre es prinzipiell schön, die Kampagne nochmals auf höheren Einstellungen spielen zu können, um besseren Loot zu erspielen.
     
    Das Lootsystem ist derweil auch noch nicht ganz da wo es sein könnte. Die Verteilung wirkt bisher zu willkürlich und der Ansporn, bessere Gegenstände zu erspielen, fehlt derzeit noch ein wenig. Und während mir auf der einen Seite zwar gefällt, dass die diversen Gegenstände das Aussehen der Helden nicht verändern - dafür gibt es extra erspielbare und leider auch gegen Echtgeld erwerbbare kosmetische Gegenstände - wirkt es auch seltsam unbefriedigend, dass sich bessere Ausrüstung lediglich im steigenden Power-Level bemerkbar macht. Zum Glück halten sich die Mikrotransaktionen derzeit noch (?) in Grenzen und außer kosmetischen Gegenständen gibt es nichts, was man käuflich erwerben könnte. Diese sind nach aktuellem Stand dank der integrierten Heldenkarten auch durch das Abschließen verschiedener Herausforderungen freischaltbar.
     
    Unterm Strich leidet Marvel's Avengers irgendwie unter all den Kinderkrankheiten, an denen alle neuen Vertreter der Games as a Service-Titel leiden, was nicht per se schlimm ist, wenn weitere Inhalte nach und nach eingepflegt werden und man das Feedback der Spieler berücksichtigt. Der kürzlich veröffentlichte Patch ist aber ein guter Indikator dafür, dass man dies bei Crystal Dynamics tut. Die technischen Verbesserungen fallen schon jetzt auf, aber es ist nichtsdestotrotz ärgerlich, in welchem Zustand das Spiel veröffentlicht wurde. Ohnehin hinterlässt der Titel auch grafisch einen zwiespältigen Eindruck. Gerade in den eher schlauchartigen Leveln der Kampagne glänzt das Spiel mit detaillierten Umgebungen, einigen cleveren Ideen und actionreichen Szenen. Die Multiplayer-esken Missionen wirken dafür umso generischer und monoton. Es wirkt alles flacher und liebloser. Dafür sind die Animationen durchwegs auf hohem Niveau und die Charaktere liebevoll gestaltet. Dass die Framerate selbst im Leistungsmodus der PlayStation 4 Pro ab und an einbricht, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar. Wie es auf der Standard-PS4 aussieht, kann ich mir indes nur vorstellen...
     

     
    Die Synchronisation, der Sound und die musikalische Untermalung sind auf sehr hohem Niveau, wenngleich es ein Stück weit schade (und nachvollziehbar) ist, dass man keine der bekannten Synchronsprecher für die Rollen gewinnen konnte. Finanziell macht diese Entscheidung vor allem im amerikanischen Raum Sinn, für den deutschsprachigen hätte man hier aber durchaus etwas investieren können. Trotzdem machen die deutschen Sprecher nach einer kurzen Umgewöhnungszeit einen ordentlichen Job.
     
    FAZIT
     
    Bei der Qualitätskontrolle wird man vermutlich geschlafen haben, wenn ich mich da an meine ersten Spielstunden zurückerinnere. Abstürze, Bugs, eingfrorene Menüs und vieles mehr kamen da gefühlt im Sekundentakt auf mich zu. Das wurde von Patch zu Patch besser, verschwand aber nie ganz. Und alleine das - auch wenn das aktuelle Update wirklich viele Fehler ausgebügelt zu haben scheint - fällt am Ende ins Gewicht. Dazu kommen die Vorteile einer durchaus spaßigen Kampagne, die Möglichkeit auch danach alleine spielen zu können, sowie das prinzipiell gelungene Gameplay auf der Haben-Seite. Und um es kurz zu machen, ja, ich hatte und habe Spaß mit Marvel's Avengers. 
     
    Kamala Khan ist eine erfrischend optimistische Protagonistin, die Geschichte auf unterhaltsamem Popcorn-Kino-Niveau und die Charaktere prinzipiell gut getroffen. Dass sie sich alle auch noch auf ihre Art und Weise unterschiedlich spielen und somit jeweils eigene Vor- und Nachteile haben, macht gerade bei einem Start-Roster dieser Größe viel wett. Was fehlt ist am Ende die Abwechslung und die Notwendigkeit sich in der Lootspirale tatsächlich zu verlieren. So bleibt mehr der Eindruck des Happens für Zwischendurch, wenn man seinen bevorzugten Helden mal eins, zwei Power-Level in die Höhe treiben müssen, denn süchtig machender MMO-lite Loop.
     
    Aber Crystal Dynamics scheint auf dem richtigen Weg und zeigt sich von etablierten Genre-Größen inspiriert. Und wenn man diesen weiterzugehen und zu ergänzen versteht, könnten Fans auch langfristig eine gute Zeit haben. Ein zweites Anthem scheint das nach aktuellem Stand zumindest nicht werden zu müssen. Wer sich für diese Mechaniken nicht interessiert, sollte sich zumindest die Singleplayer-Kampagne ansehen, die einige tolle und erinnerungswürdige Momente mit sich bringt. Ob das zum Vollpreis geschehen muss, sollte dabei jeder für sich entscheiden.
     
  16. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from podi in [Test] - Marvel's Avengers   
    Gesunde Einstellung, die ich nach meinen Erfahrungen mit der Beta durchaus nachvollziehen kann. 
  17. Like
    Daniel Bubel got a reaction from Roxas1997 in [Test] - Marvel's Avengers   
    Wer sich an die 90er und frühen 2000er zurückerinnert, wird wissen, dass gerade Lizenzspiele einen (mitunter völlig zurecht) schlechten Ruf hatten. Viele der veröffentlichten Film- oder Comic-Umsetzungen waren Softwaregurken, die im besten Fall dazu geeignet waren, den größten Fans ein müdes Lächeln abzuringen. Klar, gab es hier und da Ausnahmen, aber generell wusste man meist schon bei der Ankündigung, was einen späterhin erwarten würde. Den Verkäufen tat dies zwar nicht unbedingt einen Abbruch, aber das ist eben auch der Reiz beliebter Marken und großer Namen. Sie locken an die Kassen, Heimcomputer und Konsolen dieser Welt. Diese Wahrnehmung änderte sich glücklicherweise gefühlt spätestens mit Rocksteadys grandiosem Batman: Arkham Asylum. Ein Verkaufsschlager, der nicht nur zahlreiche Fortsetzungen und ein mehr oder weniger beliebtes Prequel mit sich brachte, sondern auch andere Studios motivierte ihren Lizenzspielen ein größeres Budget zur Verfügung zu stellen. An letzterem hat sich bis heute nur wenig geändert und auch in Marvel's Avengers sieht und spürt man die eingeflossenen finanziellen Mittel an beinahe jeder Ecke. Warum sich der von Crystal Dynamics entwickelte Titel dennoch anfühlt, als wäre er Kind zweier Ären, soll der folgende Test klären.
     
     
    Dabei können wir den obligatorischen Elefanten im Raum auch direkt zu Beginn ansprechen: Marvel's Avengers präsentiert sich im Test als zweischneidiges Schwert. Oder - wenn wir noch etwas tiefer in die Floskelkiste greifen wollen - anders ausgedrückt, es ist weder Fisch noch Fleisch. Möchte aber beides sein. Das beweist schon ein Blick ins Hauptmenü und auf die Aufgliederung. Einigermaßen klassich im Videospielsinne ist, dass man sich zwischen einer Einzelspieler-Kampagne und dem Multiplayer-Modus entscheiden kann. Weniger klassisch ist, dass beides aufeinander aufbaut und die Strukturen mitunter verwaschen sind. So ist es durchaus möglich direkt in den kooperativen Mehrspieler-Modus einzusteigen, empfohlen wird dies aber erst nach Beenden der Kampagne, da diese Auswirkungen auf das Einstiegs-Level der Helden hat, gleichzeitig aber auch umgekehrt sonst Spoiler für die Kampagne beinhaltet. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht, wenn wir uns an die Reihenfolge halten, die von den Entwicklern empfohlen wird.
     
    Und so beginnen wir die Kampagne aus der Sicht von Protagonistin Kamala Khan (Ms. Marvel) im Rahmen des sogenannten Avengers Day, in dem sich die Helden und Heldinnen von versammeltem Fan-Publikum feiern lassen. Der Einstieg offenbart direkt, wie gut es das Entwicklerstudio geschafft hat, die grundsätzliche Stimmung einzufangen. Die vorgestellten Superhelden erinnern durchaus an die aus den Filmen bekannte Darstellung und überzeugen durch sympathische Wesenzüge und eigene Schrulligkeiten, die einem mindestens mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Hier gibt es generell - auch im weiteren Verlauf der knapp fünfzehnstündigen Kampagne - nur wenig auszusetzen. Egal ob das Hulk, Black Widow, Iron Man, Thor, Captain America oder natürlich auch Ms. Marvel ist, als Fan der Disney-Filme fühlt man sich sofort wohl.
     
    Grundsätzlich ist der komplette Einstieg sehr stimmungsvoll erzählt und führt einen durch die Augen Kamalas blickend mit Minispielen hinein in eine als Tutorial fungierende Story-Mission. Dass sich die Ereignisse des Festtags schnell zuspitzen und sich die Avengers am Ende sogar auflösen und geächtet werden, dient dann als Prämisse für den weiteren Verlauf der Handlung, die zwar komplett vorhersehbar ist, aber dennoch weitestgehend überzeugen kann. Das liegt am generellen Flair und erträglichen Pathos, den man von solchen Geschichten erwarten kann, vor allem aber an der Darstellung von Ms. Marvel. Sie ist das Herz des Spiels, wenn man so möchte, da sie gleichzeitig Superfan und Superheldin ist. Wir werden buchstäblich zu ihr und versuchen die totgesagte Heldentruppe wieder zusammenzutrommeln.
     

     
    Selbstverständlich schlüpft man Regie-bedingt auch immer wieder in die Rolle anderer Figuren und lernt so deren Movesets und spielerische Feinheiten kennen, aber Kamala ist die Hauptfigur des Abenteuers. Schön ist dabei, dass es die Entwickler geschafft haben, dass sich alle spielbaren Protagonisten unterschiedlich anfühlen, gleichzeitig aber auf den gleichen Steuerungselementen basieren. Auf dem Papier verfügen alle über starke und leichte Angriffe, eine Support-Fähigkeit, einen Spezialangriff und eine ultimative Fähigkeit, die man nach einer bestimmten Abklingzeit, die sich durch das Verprügeln der zahlreichen Gegner beschleunigen lässt, auf die Gegner loslassen kann. Wer dann noch im richtigen Moment ausweicht oder kontert, beziehungsweise sich während einer Kombokette nicht von den Feinden erwischen lässt, kann so schnell gewaltigen Schaden anrichten. Im Kern ist der Titel ein Brawler, der seinen Figuren genügend Individualität einverleibt, um langfristig motivieren zu können. Ob das dann tatsächlich klappt, werden wir später etwas genauer betrachten.
     
    Prinzipiell ist auch das Movement außerhalb der Kämpfe gut gelungen. Wo sich Hulk mit gigantischen Sprüngen zu helfen weiß und an Wänden halt findet, greift Captain America auf Wallruns und einen Doppelsprung zurück, während Ms. Marvel ihre dehnbaren Glieder nutzt um weit entfernte Kanten zu greifen, Abgründe zu übrschwingen und Iron Man und Thor natürlich einfach in den Flugmodus wechseln. All diese Möglichkeiten weitesgehend zu verinnerlichen dauert seine Zeit, weswegen die Priorisierung der Kampagne vor dem separaten Multiplayer durchaus Sinn ergibt. Andererseits entsteht in der Handhabung des Story-Modus als gigantisches Tutorial für das Endgame eine gewisse Unstimmigkeit in der Präsentation der Missionen.
     
    Da hätten wir auf der einen Seite nämlich von der Regie toll inszenierte Level, die mit zwar gescripteter, aber nichtsdestotrotz kinoreifer Action samt entsprechender Einstellungen zu überzeugen wissen und in dieser Form auch in einem Uncharted oder eher Tomb Raider zu finden sein könnten. Und auf der anderen warten mehr oder wenige offene Areale, die sich nicht nur generell ähneln, sondern geradezu lieblos und leer wirken. Zwar kann man hier versteckte Beutekisten und besonders starke Gegner finden, aber sonst wirken sie im Vergleich zu den tatsächlichen Singleplayer-Missionen uninspiriert und repetitiv. Daran ändern auch die verschiedenen Locations wie verschneite Gebirgskämme oder Wüstenabschnitte am Ende nicht viel. Auch wenn so immerhin etwas Abwechslung ins Spiel kommt.
     
    Das Problem dabei ist selbstverständlich nicht, dass Crystal Dynamics hier einen Ausblick auf das "Endgame" gewährt und es sogar innerhalb der Kampagne ermöglicht mit anderen menschlichen Spielern zusammenzukommen, um Fortschritte zu erzielen, sondern vielmehr, dass sie inszenatorisch fast wie Fremdkörper wirken. Losgelöst entfalten sie eine eigene Wirkung, aber als Teil der Story fühlen sie sich ein wenig willkürlich an. Wer diese Missionen übrigens nicht mit anderen gemeinsam spielen möchte oder kann, deaktiviert einfach das Matchmaking und bekommt dann von der KI gesteuerte Charaktere an die Seite gestellt, die einen ordentlichen Job machen und nur selten von den massiven Gegnerscharen überfordert scheinen. Für Solisten sollte das eine gute Nachricht sein. Zumal sich so tatsächlich auch die komplette Kampagne alleine spielen und genießen lässt.
     

     
    Und das ist als Zwischenbilanz tatsächlich einer der Vorteile von Marvel's Avengers. Der Story-Modus gewinnt zwar keinen Innovationspreis, wohl aber einen für eine spaßig inszenierte Handlung, die sich auch vor den Filmen nicht wirklich verstecken muss. Ob es einem wert ist für die gut fünzehn bis maximal zwanzig Stunden Spielzeit (je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad) den Vollpreis zu bezahlen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber qualitativ gibt es hier grundsätzlich nur wenig auszusetzen.
     
    Auch wenn ich das im gleichen Atemzug relativieren muss. So simpel gestrickt die Steuerung auch sein mag, kommt sie grundsätzlich nicht ohne ihre Tücken und Fehler aus. Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass Hulk beispielsweise wild mit leichten Attacken um sich schlug, statt diese eine doofe Truhe zu öffnen, vor der ich eigentlich stand. Der Fluch des gleichen Knopfs, der kontextabhängig für andere Aktionen genutzt wird, ich weiß, aber andere Entwickler haben das schon weniger frustrierend gelöst. Oder wieso reicht es nicht die Kamera auszurichten, um weit entfernte Objekte oder Vorsprünge anzuvisieren? Stattdessen funktioniert das nur in Blickrichtung der Spielfigur. Das sind erst einmal nur Kleinigkeiten, gar keine Frage, aber hier wäre mehr Feinschliff erforderlich gewesen, da es den positiven Eindruck trübt.
     
    Zumal sich diese Kleinigkeiten unterm Strich summieren. Oder viel eher summierten. Square Enix und Crystal Dynamics haben nämlich in den vergangenen Tagen einen Patch veröffentlicht, der über 1.000 Bugs und Fehler behoben hat. Das bedeutet längst nicht, dass der Titel nun komplett fehlerfrei ist, bezeichnet aber in welchem technischen Zustand sich das Spiel zum Release befand. Und ja, Fehler wie einen kompletten Absturz des Spiels während des Herumirrens innerhalb der verschachtelten und unübersichtlichen Menüs konnte ich nicht mehr reproduzieren und auch innerhalb der Kampagne sind einige der nervtötenden Progressions-Bugs endlich verschwunden. Das verbessert schlussendlich den Gesamt- nicht aber den Ersteindruck. Da es mir nun aber zeitlich nicht mehr möglich ist, den Titel nochmals komplett durchzuspielen um alle angekündigten Verbesserungen im Detail zu würdigen, schlage ich pauschal 0,5 Punkte auf die eigentlich geplante Wertung drauf. Nichtsdestotrotz empfehle ich selbst Offline-Spielern mit eher unbeständiger oder langsamer Internetverbindung dringend den aktuellen Patch zu installieren.
     
     
    Alle anderen müssen das sowieso tun, wenn sie die Online-Modi nutzen und sich ins eigentliche Spiel und dann ins Endgame stürzen wollen. Und diesen widmet sich nun der zweite Part dieser Besprechung. Grundsätzlich bleibt das Gameplay selbstverständlich identisch und man muss keine neuen Moves oder Vorgehensweisen erlernen. Wer aus der Kampagne kommt, wird sich dementsprechend gleich heimisch fühlen. Gleiches gilt für Spieler von Bungies MMO-Shooter Destiny (2), der eine große Inspirationsquelle für diesen Teil von Marvel's Avengers gewesen zu sein scheint.
     
    Egal ob das die täglichen und wöchentlichen Aufgaben kann, denen man sich widmen kann, beziehungsweise das Besuchen zweier unterschiedlicher Hubs, die wiederum eigenständige Fraktionen beheimaten, von denen man Aufgaben annehmen kann, das erinnert stark an den SciFi-Shooter. Beutezüge lassen sich genauso annehmen wie gefundene Engramme Blaupausen sich in spezielle Ausrüstung umwandeln lassen, mit denen man seine Helden und Heldinnen wiederum schmückt. Zudem wird es wohl kaum jemanden überraschen, dass man die spielbaren Figuren nicht nur bis immerhin Level 50 pushen kann, sondern sie dank ihrer Ausrüstung zusätzlich noch durch das durchschnittliche Power-Level an Schlagkraft gewinnen.
     
    Das bedeutet im Detail erst einmal folgendes: Ihr helft durch das Erfüllen von Aufträgen und Missionen - entweder alleine oder mit drei weiteren Spielern - dabei euren gewählten Superhelden aufsteigen zu lassen. Gesammelte Erfahrung mündet schließlich in Skill-Punkten, die man wiederum in neue Moves und erweiterte Fähigkeiten investieren kann. Während die ersten beiden Skill-Fenster sich den eben genannten Erweiterungen widmen, dank derer dann Spezialattacken ausgebaut oder neue Kombos erlernt werden können, darf man sich im dritten schließlich mehr oder weniger spezialisieren. Das sieht bei allen Charakteren zwar weitestgehend gleich aus, kann aber den eigenen Vorlieben und dem Spielstil angepasst werden. Hier können beispielsweise Supportfähigkeiten erweitert, Abklingzeiten verkürzt oder die Dauer anhaltender Effekte verlängert werden. Es macht Spaß die vorgefertigten Charaktere in eine zumindest im Ansatz individuelle Richtung lenken und somit das Team entsprechend ergänzen zu können.
     

     
    Das Matchmaking funktioniert grundsätzlich ordentlich und passt den Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Stufe an, sodass man auch mit erfahreneren Spielern in die Schlacht ziehen kann, ohne sich hoffnungslos überfordert zu fühlen. Das gilt umgekehrt selbstverständlich genauso, nur ersetzen wir hier "hoffnungslos überfordert" eben mit "gelangweilt". Manchmal ist die Suche nach Mitspielern allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden, was nerven kann, wenn man nur eins, zwei Missionen zwischendurch spielen möchte. Da hilft es durchaus, das Matchmaking kurz aus- und dann wieder einzuschalten. Und sollten sich partout keine Spieler finden, zieht man eben mit KI-Begleitern los.
     
    Das ist prinzipiell begrüßenswert und funktioniert ordentlich, da die KI-Begleiter wie eingangs erwähnt generell gut auf die Gegner reagieren, einen auch mal wiederbeleben und den Einsatz von Spezialfähigkeiten nicht scheuen. Nichtsdestotrotz macht es mit anderen menschlichen Spielern am Ende einfach mehr Spaß. Egal ob Freunde oder Randoms, die menschlich-willkürliche Komponente hat eben ihren eigenen Reiz. Selbst wenn man dazu nicht Teil einer Party sein möchte, funktioniert es aufgrund des eher weniger taktischen Gameplays. Die Ziele sind meist klar definiert und durch die ohnehin gelungene Ergänzung der verschiedenen Charaktere entsteht ein wunderbarer Flow. Leider hätte man den Blick noch länger auf Titeln wie Destiny und Warframe ruhen lassen können. Die beiden überaus erfolgreichen Titeln kann man durchaus als Schablone für Mechaniken und Ideen nehmen, die funktionieren oder eben nicht funktionieren.
     
    So hätte es auch Marvel's Avengers nicht geschadet richtig große, offene Areale zu bieten, statt sich darauf zu verlassen, dass die Spieler vom War Table aus immer wieder Missionen wählen, warten bis das Areal geladen wurde, die entsprechende Aufgabe erledigen, warten bis der War Table geladen wurde, eine neue Mission wählen - rinse and repeat. Der Spielfluss wird dadurch einfach gestört, zumal die offeneren Areale vor allem mit einem weiteren Problem zu kämpfen haben. Copy & Paste nennt sich dieses, um mal bei den Anglizismen zu bleiben. Auch wenn uns die Entwickler von verschneiten Landschaften, über Wüsten bis hin zu Städten und Wäldern generell einiges an Abwechslung bieten, sehen viele der Bereiche unterm Strich nur allzu identisch aus. Das merkt man dann gerade in Laboren und Gebäudekomplexen, die statt Wiedererkennungswert nur unangenehme Deja-Vus bieten. 
     

     
    Auch hier müssen Square Enix und Crystal Dynamics noch nachliefern, wenn sie mit dem Titel langfristig erfolgreich sein wollen. Gleiches gilt für die bisher doch nur wenig abwechslungsreichen Missionen. So viel Spaß der Titel als Brawler mit Rollenspielelementen auch machen kann, merke ich nach den mittlerweile knapp 12 in den Multiplayer-Part gesteckten Spielstunden doch eine gewisse Langeweile aufkommen. Während die speziell für die Helden designten ikonischen Missionstränge noch ordentlich präsentiert werden, hinterlassen die sonst immer gleichen Boss-Kämpfe und das Aufgabenrecycling einen bitteren Beigeschmack. Auch wäre es prinzipiell schön, die Kampagne nochmals auf höheren Einstellungen spielen zu können, um besseren Loot zu erspielen.
     
    Das Lootsystem ist derweil auch noch nicht ganz da wo es sein könnte. Die Verteilung wirkt bisher zu willkürlich und der Ansporn, bessere Gegenstände zu erspielen, fehlt derzeit noch ein wenig. Und während mir auf der einen Seite zwar gefällt, dass die diversen Gegenstände das Aussehen der Helden nicht verändern - dafür gibt es extra erspielbare und leider auch gegen Echtgeld erwerbbare kosmetische Gegenstände - wirkt es auch seltsam unbefriedigend, dass sich bessere Ausrüstung lediglich im steigenden Power-Level bemerkbar macht. Zum Glück halten sich die Mikrotransaktionen derzeit noch (?) in Grenzen und außer kosmetischen Gegenständen gibt es nichts, was man käuflich erwerben könnte. Diese sind nach aktuellem Stand dank der integrierten Heldenkarten auch durch das Abschließen verschiedener Herausforderungen freischaltbar.
     
    Unterm Strich leidet Marvel's Avengers irgendwie unter all den Kinderkrankheiten, an denen alle neuen Vertreter der Games as a Service-Titel leiden, was nicht per se schlimm ist, wenn weitere Inhalte nach und nach eingepflegt werden und man das Feedback der Spieler berücksichtigt. Der kürzlich veröffentlichte Patch ist aber ein guter Indikator dafür, dass man dies bei Crystal Dynamics tut. Die technischen Verbesserungen fallen schon jetzt auf, aber es ist nichtsdestotrotz ärgerlich, in welchem Zustand das Spiel veröffentlicht wurde. Ohnehin hinterlässt der Titel auch grafisch einen zwiespältigen Eindruck. Gerade in den eher schlauchartigen Leveln der Kampagne glänzt das Spiel mit detaillierten Umgebungen, einigen cleveren Ideen und actionreichen Szenen. Die Multiplayer-esken Missionen wirken dafür umso generischer und monoton. Es wirkt alles flacher und liebloser. Dafür sind die Animationen durchwegs auf hohem Niveau und die Charaktere liebevoll gestaltet. Dass die Framerate selbst im Leistungsmodus der PlayStation 4 Pro ab und an einbricht, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar. Wie es auf der Standard-PS4 aussieht, kann ich mir indes nur vorstellen...
     

     
    Die Synchronisation, der Sound und die musikalische Untermalung sind auf sehr hohem Niveau, wenngleich es ein Stück weit schade (und nachvollziehbar) ist, dass man keine der bekannten Synchronsprecher für die Rollen gewinnen konnte. Finanziell macht diese Entscheidung vor allem im amerikanischen Raum Sinn, für den deutschsprachigen hätte man hier aber durchaus etwas investieren können. Trotzdem machen die deutschen Sprecher nach einer kurzen Umgewöhnungszeit einen ordentlichen Job.
     
    FAZIT
     
    Bei der Qualitätskontrolle wird man vermutlich geschlafen haben, wenn ich mich da an meine ersten Spielstunden zurückerinnere. Abstürze, Bugs, eingfrorene Menüs und vieles mehr kamen da gefühlt im Sekundentakt auf mich zu. Das wurde von Patch zu Patch besser, verschwand aber nie ganz. Und alleine das - auch wenn das aktuelle Update wirklich viele Fehler ausgebügelt zu haben scheint - fällt am Ende ins Gewicht. Dazu kommen die Vorteile einer durchaus spaßigen Kampagne, die Möglichkeit auch danach alleine spielen zu können, sowie das prinzipiell gelungene Gameplay auf der Haben-Seite. Und um es kurz zu machen, ja, ich hatte und habe Spaß mit Marvel's Avengers. 
     
    Kamala Khan ist eine erfrischend optimistische Protagonistin, die Geschichte auf unterhaltsamem Popcorn-Kino-Niveau und die Charaktere prinzipiell gut getroffen. Dass sie sich alle auch noch auf ihre Art und Weise unterschiedlich spielen und somit jeweils eigene Vor- und Nachteile haben, macht gerade bei einem Start-Roster dieser Größe viel wett. Was fehlt ist am Ende die Abwechslung und die Notwendigkeit sich in der Lootspirale tatsächlich zu verlieren. So bleibt mehr der Eindruck des Happens für Zwischendurch, wenn man seinen bevorzugten Helden mal eins, zwei Power-Level in die Höhe treiben müssen, denn süchtig machender MMO-lite Loop.
     
    Aber Crystal Dynamics scheint auf dem richtigen Weg und zeigt sich von etablierten Genre-Größen inspiriert. Und wenn man diesen weiterzugehen und zu ergänzen versteht, könnten Fans auch langfristig eine gute Zeit haben. Ein zweites Anthem scheint das nach aktuellem Stand zumindest nicht werden zu müssen. Wer sich für diese Mechaniken nicht interessiert, sollte sich zumindest die Singleplayer-Kampagne ansehen, die einige tolle und erinnerungswürdige Momente mit sich bringt. Ob das zum Vollpreis geschehen muss, sollte dabei jeder für sich entscheiden.
     
  18. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from Prodigy in [Test] - Marvel's Avengers   
    Wer sich an die 90er und frühen 2000er zurückerinnert, wird wissen, dass gerade Lizenzspiele einen (mitunter völlig zurecht) schlechten Ruf hatten. Viele der veröffentlichten Film- oder Comic-Umsetzungen waren Softwaregurken, die im besten Fall dazu geeignet waren, den größten Fans ein müdes Lächeln abzuringen. Klar, gab es hier und da Ausnahmen, aber generell wusste man meist schon bei der Ankündigung, was einen späterhin erwarten würde. Den Verkäufen tat dies zwar nicht unbedingt einen Abbruch, aber das ist eben auch der Reiz beliebter Marken und großer Namen. Sie locken an die Kassen, Heimcomputer und Konsolen dieser Welt. Diese Wahrnehmung änderte sich glücklicherweise gefühlt spätestens mit Rocksteadys grandiosem Batman: Arkham Asylum. Ein Verkaufsschlager, der nicht nur zahlreiche Fortsetzungen und ein mehr oder weniger beliebtes Prequel mit sich brachte, sondern auch andere Studios motivierte ihren Lizenzspielen ein größeres Budget zur Verfügung zu stellen. An letzterem hat sich bis heute nur wenig geändert und auch in Marvel's Avengers sieht und spürt man die eingeflossenen finanziellen Mittel an beinahe jeder Ecke. Warum sich der von Crystal Dynamics entwickelte Titel dennoch anfühlt, als wäre er Kind zweier Ären, soll der folgende Test klären.
     
     
    Dabei können wir den obligatorischen Elefanten im Raum auch direkt zu Beginn ansprechen: Marvel's Avengers präsentiert sich im Test als zweischneidiges Schwert. Oder - wenn wir noch etwas tiefer in die Floskelkiste greifen wollen - anders ausgedrückt, es ist weder Fisch noch Fleisch. Möchte aber beides sein. Das beweist schon ein Blick ins Hauptmenü und auf die Aufgliederung. Einigermaßen klassich im Videospielsinne ist, dass man sich zwischen einer Einzelspieler-Kampagne und dem Multiplayer-Modus entscheiden kann. Weniger klassisch ist, dass beides aufeinander aufbaut und die Strukturen mitunter verwaschen sind. So ist es durchaus möglich direkt in den kooperativen Mehrspieler-Modus einzusteigen, empfohlen wird dies aber erst nach Beenden der Kampagne, da diese Auswirkungen auf das Einstiegs-Level der Helden hat, gleichzeitig aber auch umgekehrt sonst Spoiler für die Kampagne beinhaltet. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht, wenn wir uns an die Reihenfolge halten, die von den Entwicklern empfohlen wird.
     
    Und so beginnen wir die Kampagne aus der Sicht von Protagonistin Kamala Khan (Ms. Marvel) im Rahmen des sogenannten Avengers Day, in dem sich die Helden und Heldinnen von versammeltem Fan-Publikum feiern lassen. Der Einstieg offenbart direkt, wie gut es das Entwicklerstudio geschafft hat, die grundsätzliche Stimmung einzufangen. Die vorgestellten Superhelden erinnern durchaus an die aus den Filmen bekannte Darstellung und überzeugen durch sympathische Wesenzüge und eigene Schrulligkeiten, die einem mindestens mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Hier gibt es generell - auch im weiteren Verlauf der knapp fünfzehnstündigen Kampagne - nur wenig auszusetzen. Egal ob das Hulk, Black Widow, Iron Man, Thor, Captain America oder natürlich auch Ms. Marvel ist, als Fan der Disney-Filme fühlt man sich sofort wohl.
     
    Grundsätzlich ist der komplette Einstieg sehr stimmungsvoll erzählt und führt einen durch die Augen Kamalas blickend mit Minispielen hinein in eine als Tutorial fungierende Story-Mission. Dass sich die Ereignisse des Festtags schnell zuspitzen und sich die Avengers am Ende sogar auflösen und geächtet werden, dient dann als Prämisse für den weiteren Verlauf der Handlung, die zwar komplett vorhersehbar ist, aber dennoch weitestgehend überzeugen kann. Das liegt am generellen Flair und erträglichen Pathos, den man von solchen Geschichten erwarten kann, vor allem aber an der Darstellung von Ms. Marvel. Sie ist das Herz des Spiels, wenn man so möchte, da sie gleichzeitig Superfan und Superheldin ist. Wir werden buchstäblich zu ihr und versuchen die totgesagte Heldentruppe wieder zusammenzutrommeln.
     

     
    Selbstverständlich schlüpft man Regie-bedingt auch immer wieder in die Rolle anderer Figuren und lernt so deren Movesets und spielerische Feinheiten kennen, aber Kamala ist die Hauptfigur des Abenteuers. Schön ist dabei, dass es die Entwickler geschafft haben, dass sich alle spielbaren Protagonisten unterschiedlich anfühlen, gleichzeitig aber auf den gleichen Steuerungselementen basieren. Auf dem Papier verfügen alle über starke und leichte Angriffe, eine Support-Fähigkeit, einen Spezialangriff und eine ultimative Fähigkeit, die man nach einer bestimmten Abklingzeit, die sich durch das Verprügeln der zahlreichen Gegner beschleunigen lässt, auf die Gegner loslassen kann. Wer dann noch im richtigen Moment ausweicht oder kontert, beziehungsweise sich während einer Kombokette nicht von den Feinden erwischen lässt, kann so schnell gewaltigen Schaden anrichten. Im Kern ist der Titel ein Brawler, der seinen Figuren genügend Individualität einverleibt, um langfristig motivieren zu können. Ob das dann tatsächlich klappt, werden wir später etwas genauer betrachten.
     
    Prinzipiell ist auch das Movement außerhalb der Kämpfe gut gelungen. Wo sich Hulk mit gigantischen Sprüngen zu helfen weiß und an Wänden halt findet, greift Captain America auf Wallruns und einen Doppelsprung zurück, während Ms. Marvel ihre dehnbaren Glieder nutzt um weit entfernte Kanten zu greifen, Abgründe zu übrschwingen und Iron Man und Thor natürlich einfach in den Flugmodus wechseln. All diese Möglichkeiten weitesgehend zu verinnerlichen dauert seine Zeit, weswegen die Priorisierung der Kampagne vor dem separaten Multiplayer durchaus Sinn ergibt. Andererseits entsteht in der Handhabung des Story-Modus als gigantisches Tutorial für das Endgame eine gewisse Unstimmigkeit in der Präsentation der Missionen.
     
    Da hätten wir auf der einen Seite nämlich von der Regie toll inszenierte Level, die mit zwar gescripteter, aber nichtsdestotrotz kinoreifer Action samt entsprechender Einstellungen zu überzeugen wissen und in dieser Form auch in einem Uncharted oder eher Tomb Raider zu finden sein könnten. Und auf der anderen warten mehr oder wenige offene Areale, die sich nicht nur generell ähneln, sondern geradezu lieblos und leer wirken. Zwar kann man hier versteckte Beutekisten und besonders starke Gegner finden, aber sonst wirken sie im Vergleich zu den tatsächlichen Singleplayer-Missionen uninspiriert und repetitiv. Daran ändern auch die verschiedenen Locations wie verschneite Gebirgskämme oder Wüstenabschnitte am Ende nicht viel. Auch wenn so immerhin etwas Abwechslung ins Spiel kommt.
     
    Das Problem dabei ist selbstverständlich nicht, dass Crystal Dynamics hier einen Ausblick auf das "Endgame" gewährt und es sogar innerhalb der Kampagne ermöglicht mit anderen menschlichen Spielern zusammenzukommen, um Fortschritte zu erzielen, sondern vielmehr, dass sie inszenatorisch fast wie Fremdkörper wirken. Losgelöst entfalten sie eine eigene Wirkung, aber als Teil der Story fühlen sie sich ein wenig willkürlich an. Wer diese Missionen übrigens nicht mit anderen gemeinsam spielen möchte oder kann, deaktiviert einfach das Matchmaking und bekommt dann von der KI gesteuerte Charaktere an die Seite gestellt, die einen ordentlichen Job machen und nur selten von den massiven Gegnerscharen überfordert scheinen. Für Solisten sollte das eine gute Nachricht sein. Zumal sich so tatsächlich auch die komplette Kampagne alleine spielen und genießen lässt.
     

     
    Und das ist als Zwischenbilanz tatsächlich einer der Vorteile von Marvel's Avengers. Der Story-Modus gewinnt zwar keinen Innovationspreis, wohl aber einen für eine spaßig inszenierte Handlung, die sich auch vor den Filmen nicht wirklich verstecken muss. Ob es einem wert ist für die gut fünzehn bis maximal zwanzig Stunden Spielzeit (je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad) den Vollpreis zu bezahlen, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber qualitativ gibt es hier grundsätzlich nur wenig auszusetzen.
     
    Auch wenn ich das im gleichen Atemzug relativieren muss. So simpel gestrickt die Steuerung auch sein mag, kommt sie grundsätzlich nicht ohne ihre Tücken und Fehler aus. Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass Hulk beispielsweise wild mit leichten Attacken um sich schlug, statt diese eine doofe Truhe zu öffnen, vor der ich eigentlich stand. Der Fluch des gleichen Knopfs, der kontextabhängig für andere Aktionen genutzt wird, ich weiß, aber andere Entwickler haben das schon weniger frustrierend gelöst. Oder wieso reicht es nicht die Kamera auszurichten, um weit entfernte Objekte oder Vorsprünge anzuvisieren? Stattdessen funktioniert das nur in Blickrichtung der Spielfigur. Das sind erst einmal nur Kleinigkeiten, gar keine Frage, aber hier wäre mehr Feinschliff erforderlich gewesen, da es den positiven Eindruck trübt.
     
    Zumal sich diese Kleinigkeiten unterm Strich summieren. Oder viel eher summierten. Square Enix und Crystal Dynamics haben nämlich in den vergangenen Tagen einen Patch veröffentlicht, der über 1.000 Bugs und Fehler behoben hat. Das bedeutet längst nicht, dass der Titel nun komplett fehlerfrei ist, bezeichnet aber in welchem technischen Zustand sich das Spiel zum Release befand. Und ja, Fehler wie einen kompletten Absturz des Spiels während des Herumirrens innerhalb der verschachtelten und unübersichtlichen Menüs konnte ich nicht mehr reproduzieren und auch innerhalb der Kampagne sind einige der nervtötenden Progressions-Bugs endlich verschwunden. Das verbessert schlussendlich den Gesamt- nicht aber den Ersteindruck. Da es mir nun aber zeitlich nicht mehr möglich ist, den Titel nochmals komplett durchzuspielen um alle angekündigten Verbesserungen im Detail zu würdigen, schlage ich pauschal 0,5 Punkte auf die eigentlich geplante Wertung drauf. Nichtsdestotrotz empfehle ich selbst Offline-Spielern mit eher unbeständiger oder langsamer Internetverbindung dringend den aktuellen Patch zu installieren.
     
     
    Alle anderen müssen das sowieso tun, wenn sie die Online-Modi nutzen und sich ins eigentliche Spiel und dann ins Endgame stürzen wollen. Und diesen widmet sich nun der zweite Part dieser Besprechung. Grundsätzlich bleibt das Gameplay selbstverständlich identisch und man muss keine neuen Moves oder Vorgehensweisen erlernen. Wer aus der Kampagne kommt, wird sich dementsprechend gleich heimisch fühlen. Gleiches gilt für Spieler von Bungies MMO-Shooter Destiny (2), der eine große Inspirationsquelle für diesen Teil von Marvel's Avengers gewesen zu sein scheint.
     
    Egal ob das die täglichen und wöchentlichen Aufgaben kann, denen man sich widmen kann, beziehungsweise das Besuchen zweier unterschiedlicher Hubs, die wiederum eigenständige Fraktionen beheimaten, von denen man Aufgaben annehmen kann, das erinnert stark an den SciFi-Shooter. Beutezüge lassen sich genauso annehmen wie gefundene Engramme Blaupausen sich in spezielle Ausrüstung umwandeln lassen, mit denen man seine Helden und Heldinnen wiederum schmückt. Zudem wird es wohl kaum jemanden überraschen, dass man die spielbaren Figuren nicht nur bis immerhin Level 50 pushen kann, sondern sie dank ihrer Ausrüstung zusätzlich noch durch das durchschnittliche Power-Level an Schlagkraft gewinnen.
     
    Das bedeutet im Detail erst einmal folgendes: Ihr helft durch das Erfüllen von Aufträgen und Missionen - entweder alleine oder mit drei weiteren Spielern - dabei euren gewählten Superhelden aufsteigen zu lassen. Gesammelte Erfahrung mündet schließlich in Skill-Punkten, die man wiederum in neue Moves und erweiterte Fähigkeiten investieren kann. Während die ersten beiden Skill-Fenster sich den eben genannten Erweiterungen widmen, dank derer dann Spezialattacken ausgebaut oder neue Kombos erlernt werden können, darf man sich im dritten schließlich mehr oder weniger spezialisieren. Das sieht bei allen Charakteren zwar weitestgehend gleich aus, kann aber den eigenen Vorlieben und dem Spielstil angepasst werden. Hier können beispielsweise Supportfähigkeiten erweitert, Abklingzeiten verkürzt oder die Dauer anhaltender Effekte verlängert werden. Es macht Spaß die vorgefertigten Charaktere in eine zumindest im Ansatz individuelle Richtung lenken und somit das Team entsprechend ergänzen zu können.
     

     
    Das Matchmaking funktioniert grundsätzlich ordentlich und passt den Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Stufe an, sodass man auch mit erfahreneren Spielern in die Schlacht ziehen kann, ohne sich hoffnungslos überfordert zu fühlen. Das gilt umgekehrt selbstverständlich genauso, nur ersetzen wir hier "hoffnungslos überfordert" eben mit "gelangweilt". Manchmal ist die Suche nach Mitspielern allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden, was nerven kann, wenn man nur eins, zwei Missionen zwischendurch spielen möchte. Da hilft es durchaus, das Matchmaking kurz aus- und dann wieder einzuschalten. Und sollten sich partout keine Spieler finden, zieht man eben mit KI-Begleitern los.
     
    Das ist prinzipiell begrüßenswert und funktioniert ordentlich, da die KI-Begleiter wie eingangs erwähnt generell gut auf die Gegner reagieren, einen auch mal wiederbeleben und den Einsatz von Spezialfähigkeiten nicht scheuen. Nichtsdestotrotz macht es mit anderen menschlichen Spielern am Ende einfach mehr Spaß. Egal ob Freunde oder Randoms, die menschlich-willkürliche Komponente hat eben ihren eigenen Reiz. Selbst wenn man dazu nicht Teil einer Party sein möchte, funktioniert es aufgrund des eher weniger taktischen Gameplays. Die Ziele sind meist klar definiert und durch die ohnehin gelungene Ergänzung der verschiedenen Charaktere entsteht ein wunderbarer Flow. Leider hätte man den Blick noch länger auf Titeln wie Destiny und Warframe ruhen lassen können. Die beiden überaus erfolgreichen Titeln kann man durchaus als Schablone für Mechaniken und Ideen nehmen, die funktionieren oder eben nicht funktionieren.
     
    So hätte es auch Marvel's Avengers nicht geschadet richtig große, offene Areale zu bieten, statt sich darauf zu verlassen, dass die Spieler vom War Table aus immer wieder Missionen wählen, warten bis das Areal geladen wurde, die entsprechende Aufgabe erledigen, warten bis der War Table geladen wurde, eine neue Mission wählen - rinse and repeat. Der Spielfluss wird dadurch einfach gestört, zumal die offeneren Areale vor allem mit einem weiteren Problem zu kämpfen haben. Copy & Paste nennt sich dieses, um mal bei den Anglizismen zu bleiben. Auch wenn uns die Entwickler von verschneiten Landschaften, über Wüsten bis hin zu Städten und Wäldern generell einiges an Abwechslung bieten, sehen viele der Bereiche unterm Strich nur allzu identisch aus. Das merkt man dann gerade in Laboren und Gebäudekomplexen, die statt Wiedererkennungswert nur unangenehme Deja-Vus bieten. 
     

     
    Auch hier müssen Square Enix und Crystal Dynamics noch nachliefern, wenn sie mit dem Titel langfristig erfolgreich sein wollen. Gleiches gilt für die bisher doch nur wenig abwechslungsreichen Missionen. So viel Spaß der Titel als Brawler mit Rollenspielelementen auch machen kann, merke ich nach den mittlerweile knapp 12 in den Multiplayer-Part gesteckten Spielstunden doch eine gewisse Langeweile aufkommen. Während die speziell für die Helden designten ikonischen Missionstränge noch ordentlich präsentiert werden, hinterlassen die sonst immer gleichen Boss-Kämpfe und das Aufgabenrecycling einen bitteren Beigeschmack. Auch wäre es prinzipiell schön, die Kampagne nochmals auf höheren Einstellungen spielen zu können, um besseren Loot zu erspielen.
     
    Das Lootsystem ist derweil auch noch nicht ganz da wo es sein könnte. Die Verteilung wirkt bisher zu willkürlich und der Ansporn, bessere Gegenstände zu erspielen, fehlt derzeit noch ein wenig. Und während mir auf der einen Seite zwar gefällt, dass die diversen Gegenstände das Aussehen der Helden nicht verändern - dafür gibt es extra erspielbare und leider auch gegen Echtgeld erwerbbare kosmetische Gegenstände - wirkt es auch seltsam unbefriedigend, dass sich bessere Ausrüstung lediglich im steigenden Power-Level bemerkbar macht. Zum Glück halten sich die Mikrotransaktionen derzeit noch (?) in Grenzen und außer kosmetischen Gegenständen gibt es nichts, was man käuflich erwerben könnte. Diese sind nach aktuellem Stand dank der integrierten Heldenkarten auch durch das Abschließen verschiedener Herausforderungen freischaltbar.
     
    Unterm Strich leidet Marvel's Avengers irgendwie unter all den Kinderkrankheiten, an denen alle neuen Vertreter der Games as a Service-Titel leiden, was nicht per se schlimm ist, wenn weitere Inhalte nach und nach eingepflegt werden und man das Feedback der Spieler berücksichtigt. Der kürzlich veröffentlichte Patch ist aber ein guter Indikator dafür, dass man dies bei Crystal Dynamics tut. Die technischen Verbesserungen fallen schon jetzt auf, aber es ist nichtsdestotrotz ärgerlich, in welchem Zustand das Spiel veröffentlicht wurde. Ohnehin hinterlässt der Titel auch grafisch einen zwiespältigen Eindruck. Gerade in den eher schlauchartigen Leveln der Kampagne glänzt das Spiel mit detaillierten Umgebungen, einigen cleveren Ideen und actionreichen Szenen. Die Multiplayer-esken Missionen wirken dafür umso generischer und monoton. Es wirkt alles flacher und liebloser. Dafür sind die Animationen durchwegs auf hohem Niveau und die Charaktere liebevoll gestaltet. Dass die Framerate selbst im Leistungsmodus der PlayStation 4 Pro ab und an einbricht, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar. Wie es auf der Standard-PS4 aussieht, kann ich mir indes nur vorstellen...
     

     
    Die Synchronisation, der Sound und die musikalische Untermalung sind auf sehr hohem Niveau, wenngleich es ein Stück weit schade (und nachvollziehbar) ist, dass man keine der bekannten Synchronsprecher für die Rollen gewinnen konnte. Finanziell macht diese Entscheidung vor allem im amerikanischen Raum Sinn, für den deutschsprachigen hätte man hier aber durchaus etwas investieren können. Trotzdem machen die deutschen Sprecher nach einer kurzen Umgewöhnungszeit einen ordentlichen Job.
     
    FAZIT
     
    Bei der Qualitätskontrolle wird man vermutlich geschlafen haben, wenn ich mich da an meine ersten Spielstunden zurückerinnere. Abstürze, Bugs, eingfrorene Menüs und vieles mehr kamen da gefühlt im Sekundentakt auf mich zu. Das wurde von Patch zu Patch besser, verschwand aber nie ganz. Und alleine das - auch wenn das aktuelle Update wirklich viele Fehler ausgebügelt zu haben scheint - fällt am Ende ins Gewicht. Dazu kommen die Vorteile einer durchaus spaßigen Kampagne, die Möglichkeit auch danach alleine spielen zu können, sowie das prinzipiell gelungene Gameplay auf der Haben-Seite. Und um es kurz zu machen, ja, ich hatte und habe Spaß mit Marvel's Avengers. 
     
    Kamala Khan ist eine erfrischend optimistische Protagonistin, die Geschichte auf unterhaltsamem Popcorn-Kino-Niveau und die Charaktere prinzipiell gut getroffen. Dass sie sich alle auch noch auf ihre Art und Weise unterschiedlich spielen und somit jeweils eigene Vor- und Nachteile haben, macht gerade bei einem Start-Roster dieser Größe viel wett. Was fehlt ist am Ende die Abwechslung und die Notwendigkeit sich in der Lootspirale tatsächlich zu verlieren. So bleibt mehr der Eindruck des Happens für Zwischendurch, wenn man seinen bevorzugten Helden mal eins, zwei Power-Level in die Höhe treiben müssen, denn süchtig machender MMO-lite Loop.
     
    Aber Crystal Dynamics scheint auf dem richtigen Weg und zeigt sich von etablierten Genre-Größen inspiriert. Und wenn man diesen weiterzugehen und zu ergänzen versteht, könnten Fans auch langfristig eine gute Zeit haben. Ein zweites Anthem scheint das nach aktuellem Stand zumindest nicht werden zu müssen. Wer sich für diese Mechaniken nicht interessiert, sollte sich zumindest die Singleplayer-Kampagne ansehen, die einige tolle und erinnerungswürdige Momente mit sich bringt. Ob das zum Vollpreis geschehen muss, sollte dabei jeder für sich entscheiden.
     
  19. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from ElPatron in Xbox Series X   
    Ich bin zugegebenermaßen ehrlich neidisch auf den blauen Controller. Der sieht sehr schick aus
     
  20. Danke
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  24. Danke
    Daniel Bubel got a reaction from monthy19 in PS5 Sammelthread   
    Nun, wenn wir uns den Aufschrei ansehen, den es gab, als klar wurde, dass Spider-Man in Marvel’s Avengers exklusiv für die ps4 erscheinen wird, würde ich mal sagen, ist das alles... Nicht verhältnismäßig, aber ausgelotet
  25. Traurig
    Daniel Bubel got a reaction from Andy (Raptor__MUC) in PS5 Sammelthread   
    Heilige Sch....
     
     
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